Asterix bei den Germanen
Autor: Andrea Kurrle
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In dem kleinen, uns wohlbekannten gallischen Dorf herrscht große Aufregung. Ein seltsam gekleideter Fremder ist auf der Suche nach Miraculix. Er hat von dessen Zaubertrank gehört und möchte ihm einen Handel vorschlagen.
"Grrüß Gott. Ich bin derr Frreihuber Josef, mei Freind' sage Sepp zu mrr.
(Übersetzt: meine Freunde nennen mich Sepp.) Bin ich hier rrichtig im Dorrf des Drruiden Mirraculix?"
Obelix, der gerade einen Hinkelstein ausliefert, schaut ihn verwundert an. Idefix umkreist den Fremden kläffned.
Obelix: Wie bitte???
Asterix:: Ja, unser Druide heißt Miraculix.
Sepp: Wo 'scherr dann? (Übersetzt: Wo kann ich ihn finden?)
Obelix: ???Was???
Asterix: Wenn er nicht zuhause ist, wird er im Wald sein und Misteln schneiden. Aber was willst du denn von ihm?
Sepp: (Schon übersetzt:) Ich möchte Zauberrtank von ihm kaufen und in unserem Wirtshaus zuhause als Spezialität ausschenken- das ist eine Bereicherung in unserer Gegend und wenn es sich rumspricht, können wir zu jeder Jahreszeit Touristen bekommen.
Im Hintergrund tuscheln die Dorfbewohner:
Verleihnix: Was will der Fremde hier?
Automatix: Bestimmt keinen Fisch kaufen......
Troubadix: Fremde Besucher eröffnen neue Kulturen und neues Liedgut.
Methusalix: Ich hab ja nichts gegen Fremde, solange sie zu Hause bleiben.
Gutemine: Schau mal, die strammen Waden, Yellosubmarine!
Yellosubmarine: Ob der sich nicht erkältet????
Obelix: ??Tut mir leid, aber ich habe kein Wort verstanden!!"
Asterix: Ich glaube, es ist besser, wenn wir das mit Mejestix, unserem Chef, besprechen. Kommt mit. Obelix, geh' du in den Wald und hol' Miraculix. Aber beeil' dich. Und laß die Wildschweine und die Römer in Ruhe!"
......
Asteix und Sepp gehen zusammen mit Gutemine, der Frau des Chefs, nach Hause, wo Majestix gerade sein wöchentliches Fußbad nimmt.
Gutemine: Schnäuzelchen, hier ist Besuch. Soll ich Dir helfen beim Abtrocknen? Du könntest mal deine Waden trainieren, wenn ich so vergleiche ........
Majestix: Grummel, grummel......
Schon öffnet sich erneut die Tür und Obelix - unter dem linken Arm zwei Wildschweine, in der rechten Hand einen Stapel Römerhelme- kehrt mit Miraculix zurück.
.......
Miraculix: hhm ja, aber so einfach geht das nicht. Ich verkaufe keinen Zaubertrank- an niemanden. Es gibt ihn nur, wenn wir uns gegen unsere Feinde wehren müssen. Du weißt ja, daß er unbesiegbar macht.
Sepp: Ja, ja, Mirraculix - ich weiß schon. Es geht mir halt darrum, ein ganz besonderres Gebrräu zu haben. Zu uns kommen viele Leite, im Frrühling und Sommerr wegen der schönen Gegend, dem weiß- blauen Himmel und der gesunden Luft und im Winter wegen dem schönen Schnee und den Berrgen. Aberr dazwischen liegt eine Jahreszeit, in der wir auch gerrne viele Besucher hätten.
Miraculix: Und da hast du an meinen Zaubertrank gedacht: Hm..hm. Aber den kann ich dir wie gesagt nicht verkaufen.
Asterix: Ich hab eine Idee! Laßt uns doch auch mal dort hin gehen, zu der schönen Gegend mit dem weiß- blauen Himmel und der gesunden Luft und den Bergen.
Obelix: Ja, warum nicht - wir haben schon soooo lange keine Reise mehr gemacht. Und Idefix tut frische Luft auch gut!
Miraculix: Vielleicht kann ich Dir weiterhelfen, wenn ich ein Gebräu speziell für deine Heimat mit Zutaten von dort kreiere.
Majestix: Aber zuvor muß uns Miraculix noch einen Vorrat an Zaubertrank brauen. Bei den Römern kann man ja nie wissen, was sie im Schilde führen.
....Nach der üblichen Zaubertrank-Zeremonie (- nein, auch dieses Mal keinen Zaubertrank für Obelix! - der ist als kleiner Junge in den Kessel mit Zaubertrank gefallen und hat seit dort für immer die Kraft des Zaubertrankes-) verabschieden sich die Dorfbewohner von unseren Freunden.
Automatix:. Nein- Du singst nicht!
Troubadix: Doch, ein kleines Abschiedslied!
"Nein!.." "Kunstbanause"
Methusalix: Ja, ja wenn die Fremden wieder nach Hause gehen, wo sie hergekommen sind, dann sind es keine Fremden mehr, gell?
Nach einer angenehmen Reise erreichen unsere Freunde das germanisch- gallische Grenzgebiet.
"Hier können wir einkehren, die haben Touristenmenus"
"Au ja, Asterix - ich habe soo Hunger. Meinst Du, die haben Wildschwein?"
Miraculix: Obelix, du weißt doch, das das nur deiner Figur schadet. Bald passt deine Hose nicht mehr.
Obelix: Dann lass ich mir eine machen, wie die vom Sepp. Schau mal, die kann man vorne aufklappen und unten noch die Beine rausstrecken. Genial. Einfach wie geschaffen für mich.
Bedienung: Messieurs, hier haben wir Platz für vier Personen. Wir können Ihnen heute empfehlen: einen pikanten Kuchen vom Feuer, Schnecken mit Kräutern oder Froschschenkel nach südgallischer Art. Dazu einen Wein aus der Gegend.
Obelix: Du, Astrix, ich mag keine Frösche und Schnecken- igittigitt!
Miraculix: Ist aber wesentlich leichter und gesünder als dein Leibgericht Wildschwein.
Asterix: Ppsssst...pssst, Obelix.........
Sepp: Ham's dann koa Knödel oderr a gscheide Brrotzeit?
Bedienung: Ja, hätten die Herrschaften denn gerne etwas deftiges: Wie wäre es mit Steak vom Pferd...
Obelix: Wildschwein ...
Asterix: Ja, bitte, vier Wildschweine vom Grill für uns.
Obelix: Ja, für mich auch.
....
Nach einer ruhigen Nacht setzen die vier ihren Weg fort. Jetzt müssen sie den Fluß überqueren, der die Grenze zwischen Gallien und Germanien bildet.
Da, auf der Fähre - eine seltsame Begegnung mit Piraten:
"Chef, Tou-istenfä-e steue-bo-d vo-aus!"
"Klar zum entern!"
"Oh, nein- nein Chef, halt, ve-ückte Gallie- sind auch an Bo-d"
Zu spät --- gluck , gluck, gluck.
"Werd' Binnenschiffer hieß es, da hast Du einen sicheren Job ohne die Gefahren der Meere, hieß es....."
Auf gut ausgebauten Straßen, an denen jedoch immer noch weitergebaut und ausgebessert wird, setzen unsere Freunde ihre Reise in Germanien fort. Dort drängeln sich zahlreiche Stämme: Goten mit viel Sicherheitsabstand zum Vordermann; Briten, die den Fahrer auf dem Beifahrersitz haben, eilige Germanen, die nur die Überholspur benutzen und schließlich scharenweise Nieder-Goten, die allesamt ihr rollendes Eigenheim dabei haben.
Sepp: Es ist nicht mehr auszuhalten, heutzutage auf unseren Straßen. In den Ferien wollen alle Richtung Süden. Und alle fahren durch Germanien, weil es keinen Straßenzoll kostet.
Asterix: Ja, durch Gallien kommen die nicht so billig.
.............
Als es Abend wird, machen unsere Freunde die letzte Rast vor ihrem Ziel.
Obelix: Gibts hier Wildschwein?
Ober: Noi, noi. Heit hemmer gschmelzde Mauldasche oder Kässchbäzle mit Kardofflsalad odder Linse mit Schbäzle unn Soidewirschtle*
*regionale germanische Spezialitäten, leider nicht zu übersetzen.
Asterix: Obelix.....
Ober, lispelnd: Ja, ja - ich mach ja schon- Wildschwein-ja, ja- gegrillt.....ist ja gut!
Sepp: Obelix, mit Dir kann man gut Essen gehen- da wird man immer satt- und wird so zuvorkommend bedient!
Gute Nacht.................
.............
.....kikerikii....
"Aufstehen, wir sind bald da..."
Von weitem sehen sie das Gebirge. Als sie näher kommen, wird der Himmel blau -weiß... Und schließlich sind sie am Ziel, in der Heimat vom Seppl, in einem freien Landesteil von Germanien, den sie Bavarien nennen.
Sepp: Darf ich vorstellen- das ist die Katie, meine Frau.
Katie: Grrüßt Euch Gott!! Habt's eine gute Rrreise ghabt?? Kommt rrein, hier gibt's a Brrotzeit.
Obelix: Hhm; wenn ich euch auch nicht verstehe, inzwischen weiß ich aber, daß Brrrotzeit was gegen den Hunger ist.
Miraculix: Ja Katie, sag' mal, was ist denn in den großen Gläsern da drin??
Katie: Jo mei, das ist ein Maß und drin ist halt so a lauwarme Cervisia von die Rrömer, aber das schmeckt uns nicht.
Miraculix: Da werd ich gleich mal meine Zutaten sammeln- ich nehme nur beste Ingredienzien von eurer Gegend- schließlich soll es eine unverwechselbare Spezialität geben.
Obelix: Ich geh' mit, Miraculix. Komm Idefix!
Asterix: Ich auch.
So wandern die drei Gallier unter einem unbeschreiblich weiß- blauen Himmel über saftige Wiesen, durch herrliche Wälder. Oblix rupft hier und da ein paar Blätter ab.
Miraculix füllt seinen Topf mit frischem Quellwasser und gibt die Blätter hinein.
........................
Im benachbarten befestigten Römerlager Unterbrimborium exerzieren neue Rekruten.
"links, II III IV, links, II III IV.. " hört man die Marschbefehle weithin.
Extragruß, Zentruio der neuen Kompanie, verabschiedet sich von Dekurio Kurzschluss für einen Übungsmarsch ins Gelände.
Extragruß: Stillgestanden, Soldaten der V. Kompanie, III. Kohorte, VII. Manipel! Durchzählen. Soldat Reißverschluß, du fängst an:
"I / II / III / IV/ V / VI ".
Extragruß: Wer ist IV? Kannst Du nicht lauter sprechen, man versteht dich kaum?
IV: Ich heiße Titanus Hochgenuss. Nein, ich kann nicht lauter sprechen, ich habe eine starke Erkältung und Halsschmerzen.
Extragruß: Gut, geh zum Lagerarzt Gaius Virus und laß dir Medikamente geben. Heute bleibst du im Lazarett.
.........
Bei Virus:
"Hier, Hochgenuss, ich habe Medizin von den Einheimischen. Sie ist sehr wirkungsvoll. Die Einheimischen nehmen sie sogar, wenn sie gar nicht krank sind. Absolut homöopatisch.
Nimm eine Prise auf den Handrücken und zieh' es durch die Nase ein."
Hochgenuss: schnnnn:wie??? schnnnnupf...hatschi, hatschi......!schneuz schneuz
Die wollen uns sicher umbringen, die Einheimischen .....schnief schneuz.
......
Mittlerweile hat die V. Kompanie, III. Kohorte, VII. Manipel das Lager verlassen. Schnurstracks marschieren sie auf unsere gallischen Freunde zu, wo es zu einer denkwürdigen Begegnung kommt.
Asterix: Sieh mal, Obelix, dort hinten.... Römer.
Obelix: Au ja, die sind ganz frisch..
Asterix: Nein, halt, Obelix, warte doch.
Obelix: Worauf denn? Ich kanns nicht erwarten, ich freue mich doch so. Es gab schon lange keine frischen Römer mehr bei uns.
Und so stattet Obelix den verdutzten Römern einen Antrittsbesuch ab.
........
Nach einem kleinen Handgemenge, aus dem Obelix als klarer Sieger hervorgeht (wie üblich), kehrt die V. Kompanie, III. Kohorte, VII. Manipel kleinlaut in ihr Lager Unterbrimborium zurück:
"Jaja, wir müssen das noch üben".
"Bisher haben wir ja erst marschieren gelernt".
"Das hat den aber nicht beeindruckt".
"Aber sagt ja nicht, dass er alleine war".
"Nein".
........
Währenddessen kochen, brauen und probieren unsere drei gallischen Freunde ihren neuen Trank. Schließlich legen sie sich müde schlafen.
Weil es in dieser Gegend nachts schon recht kalt wird, ist am nächsten Morgen im Kessel ein gut gekühltes, goldbraunes Gebräu, das beim Einschenken weiß schäumt. Sofort setzen sie ihre Probieraktion fort. Der Geschmack ist neu. Aber ja, daran könnte man sich gewöhnen.
Obelix: Nur nnnoch ein Schschlückchen, bitte, Miraculiss, ...hicks.
Miraculix: Nein, Obelix, sonst kannst du nicht mehr heimlaufen. Der Trank macht schwere Beine und eine schwere Zunge.
Asterix: Obelix, ich hab' dich nur einmal auf einen Berg gehievt, als du betrunken warst* - das nächste Mal lass' ich dich einfach liegen!
*siehe Asterix bei den Schweizern
Obelix lallend: Ja, ja, der Herr Asserix weiss ja immer alles besser..
Miraculix: Kommt jetzt, wir müssen Sepp und Katie probieren lassen.
......
Bei Sepp und Katie:
"Mmmmh ja, das schmeckt gut. Probier' mal. Das paßt zu unserren Knödeln. Und auch zu Weißwürrscht und zum Wammerrl, zu Brrez'n und auch zu Hax'n gehts herrvorrrragend. Ich glaub', das wirrd ein Rrrenner!"
Miraculix: Fein, das freut mich, wenn ihr zufrieden seid.
Sepp: Ja und um zu sehen, ob's auch den Anderren allen schmeckt, richten wir jetzt auf der Wiese da hinten ein grroßes Fest aus, bei dem alle a Maß prrobieren können.
Obelix: Au ja, au ja!
Asterix: Obelix, du schläfst jetzt erst mal!
So findet das erste Fest im Oktober auf der Theresienwiese statt mit Freibier, Karusell für die Kinder und Schießbuden für die Krieger. Und der erste Betrunkene schläft seinen Rausch am Hang aus. Musikanten und Sänger, die seltsam klingende Weisen aufspielen sorgen für Stimmung.
Irgendwie erinnert es unsere Gallier an ihren Barden Troubadix.
Asterix: Du Miraculix, meinst du, diese Musik würde Troubadix gefallen????
....(Johodileidulioöööh, auf der Alm is jo so schööö)
Am nächsten Morgen ist es Zeit zum Abschied nehmen.
"Auf Wiedersehen Katie und Sepp. Viel Erfolg mit Eurem neuen Gebräu!"
"Auf Wiedersehen, Galllier, ihr habt uns sehr geholfen. Vielen Dank."
Obelix: Oh, mein Kopf, bitte ganz leise reden, ganz vorsichtig gehen, psst, Idefix!
.........
Nach einer ungestörten Reise kommen unsere Helden wohlbehalten in ihr Dorf zurück. Zum Dorffest braut Miraculix seinen neuen Trank, der begeistert getrunken wird.
Obelix: Aber er macht schwere Beine, eine schwere Zunge und am nächsten Morgen einen schweren Kopf. Für mich bitte nur Ziegenmilch heute.
Miraculix: Vielleicht wird er jetzt vernünftig.
...
Am Baum:
Troubadix: Wie geht das? Johdileiduliöh-öh-öh??
Asterix: Nein, nein, hätte ich nur nichts gesagt.
ENDE
Die "Gaststars":
Josef Freihuber, genannt Sepp: waschechter Bayer mit Gamsbart- Hut, Kniebund- Lederhose und Schnauzbart.
Katie, seine Frau: waschechte Bayerin mit Dirndl und tiefem Ausschnitt. Kann locker 10 Maß stemmen.
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