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Asterix in Germanien

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Asterix in Germanien

Autor: Frank Rossnagel

Bitte beachten Sie: die Rechte der jeweiligen Geschichten liegen ausschließlich beim Autor.
Setzen Sie sich mit dem Autor in Verbindung, wenn Sie weitere Fragen zur Geschichte haben.
Comedix hat die Erlaubnis zur Veröffentlichung ausschließlich im Rahmen dieses Wettbewerbs.

Majestix, der Häuptling des uns wohlbekannten gallischen Dorfes, ist übler Laune. Er, der seit einiger Zeit Gefallen gefunden hat am Cer-visiatrinken, sitzt auf dem Trockenen: Seine gesamten Vorräte sind verbraucht, und in ganz Gallien streiken die Cervisiabrauer. Doch der Himmel muß ihm nicht auf den Kopf fallen; in dieser Not bieten sich Asterix und Obelix an, aus Germanien, dessen Cervisia einen ge-radezu legendären Ruf besitzt, flüssige Abhilfe herbeizuschaffen.

Ein unbedeutender Zwischenfall mit einem römischen Grenzbeamten wird auf die altbewährte Weise gelöst(Zack!). Zuerst gelangen unsere bei-den Freunde ins Rheinland, nach Colonia, wo sie zum ersten Mal mit typisch germanischen Zuständen konfrontiert werden: Jeder Mann putzt und wienert stundenlang seinen (Streit)Wagen, denn es ist gerade Wo-chenende, während seine Frau in eben derselben Zeit das domus auf Vordermann bringt. Am Nachmittag erleben Asterix und Obelix, wie tausende von Menschen, mit Helmen und Schals und Anzügen in den ent-sprechenden Farben drapiert, zu einem seltsamen Spiel pilgern, das die Germanen pediludium(Fußball) nennen. Sie verfolgen mit großem Interesse, was bei diesem pediludium vonstatten geht. Obelix' Kom-mentar: "Die spinnen, die Germanen!". Die im Stadion genossene Cer-visia vom Typ Coloniensis(Kölsch) befinden unsere Freunde für gut genug, den edlen Gaumen ihres Häuptlings netzen zu dürfen. Doch zum Erwerb einiger Fässer Coloniensis kommt es nicht: Der vom Grenzzwi-schenfall mitgenommene Beamte informierte seine Vorgesetzten in Co-lonia; diese wiederum wollen die beiden illegalen Grenzgänger ver-haften. Nach der unvermeidlichen Keilerei müssen Asterix und Obelix die Flucht antreten.

Asterix schlägt vor, nach Bavaria weiterzureisen, weil es dort eben-falls sehr gute Cervisia geben solle. Der Weg dorthin führt das dy-namische Duo unweigerlich nach Suebia(Schwaben). Doch dort erleben die beiden eine bittere Enttäuschung. Gemäß ihrem Credo: "Schaffe, schaffe, Häusle baue!" finden die Sueben noch nicht einmal die Zeit, unseren Freunden eine Auskunft nach dem Weg nach Bavaria zu ertei-len, was Obelix wiederum zu einer geradezu klassischen Aussage ver-leitet: "Die spinnen, die Sueben!" Aber dank Asterix' geographischer Kenntnisse finden die beiden den Weg nach Bavaria allein.

Sie kommen gerade rechtzeitig zur Eröffnung des größten Jahrmarktes der (antiken) Welt, des sogenannten "Oktoberfestes". Das bavarische Staatsoberhaupt persönlich(Karikatur von F.-J. Strauß(?))nimmt den Faßanstich vor und spricht Worte von geradezu lyrischer Qualität: "O'zapft is'!" Ein Nachmittag in Saus und Braus und bavarischer Cer-visia (C. Leonis=Löwenbräu) endet mit einer Rauferei in einem Fest-zelt, weil einige angetrunkene Festbesucher unseren Freunden keinen Sitzplatz anbieten wollten. Doch der unterhaltsame Mittag hat schreckliche Folgen: Die Sesterzen für die Cervisia fraß der teure Jahrmarktspaß restlos auf. Asterix und Obelix bleibt nichts anderes übrig, als zu arbeiten, um das Geld wieder hereinzubekommen. Doch da lernen die beiden den schier undurchdringlichen germanischen Behör-dendschungel kennen. Ein übellauniger und unwirscher germanischer Beamter klärt sie über folgendes auf: Da sie nicht im Besitz eines gültigen Ausweises sind, erhalten sie keine Arbeitserlaubnis. Ohne Arbeitserlaubnis dagegen dürfen sie nicht arbeiten. Alle gutgemein-ten Appelle Asterix' an die Toleranz des Beamten enden im Nichts. Schließlich hilft nur noch die bewährte Weise (Zack!), und Asterix stellt ihnen beiden eine Erlaubnis aus.

Sie arbeiten eine Zeit bei den Bavarischen Motorenwerken, die welt-berühmte Streitwagen mit einem blauweißen Wappen herstellen. Dabei lernen sie eine weitere germanische Eigenheit kennen. Pünktlich fünf Minuten vor zwölf stellen sich lange Schlangen von Arbeitern vor der Stechuhr auf, um zur Mittagspause um zwölf ja nicht zu spät zu kom-men. Das gleiche wiederholt sich mittags um fünf vor vier, um den Feierabend ab vier nicht zu verpassen. Entsprechen fällt Obelix' Kommentar dazu aus: "Die spinnen, die Bavarier!" Nachdem sie genü-gend Geld erarbeitet haben, um eine Wagenladung Cervisia zu erste-hen, treten Asterix und Obelix die Heimreise nach Gallien an. Klei-nere Schwierigkeiten bei der Einreise in die Heimat werden unbüro-kratisch überwunden (Zack!). Das traditionelle Festmahl unter freiem Himmel eröffnet ein nun deutlich besser gelaunter Majestix mit Wor-ten von geradezu lyrischer Qualität: "O'zapft is'!"

 

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© Deutsches Asterix Archiv 1998-2009, Zeichnungen: Albert Uderzo - © Les Editions ALBERT-RENÉ, GOSCINNY-UDERZO
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