Diebstahl im Dorf
Autor: Wolf Rödiger
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Entdeckung des Verbrechens
Es ist ein schöner ruhiger Frühlingsmorgen im uns allen bekannten friedlichen Dorf der Gallier.
Doch plötzlich schreit Troubadix wie von Sinnen.
Da Majestix gerade auf seinem Schild vorbeikommt, fragt er ihn: „Was ist los? Wenn du für eine neue Arie übst, dann bitte leiser!“
Dem entgegnet Troubadix wütend: „Typisch ihr Kunstbanausen! Ich übe nicht für ein neues Lied. Im Gegenteil man hat mich überfallen! Hinterrücks ausgeraubt! Als ich gerade schlief wurde ich niedergeschlagen und mir sind meine wertvollen Musikinstrumente und Noten gestohlen worden!“
Majestix ist erstaunt und sagt: „Aller guter Geschmack in Ehren, aber das geht zu weit! Wir müssen sofort den Dorfrat zusammenrufen und die Sache klären! Endlich mal eine Aufgabe für den Chef! Träger, der eine von euch holt Asterix und Obelix, der andere Miraculix und Methusalix. Wir halten Dorfrat ab!“
Die Träger antworten: „Klar Chef!“
Sofort laufen beide Träger los um ihre Aufgabe schnell zu erledigen, wie ihnen befohlen wurde. Nur haben sie nicht bedacht, dass der Schild sich nicht allein in der Luft halten kann...
Majestix: „Ich fühl' mich so müde...“ [siehe „Streit um Asterix“]
Der Dorfrat
Als alle Dorfratsmitglieder zusammengekommen sind, beginnt Majestix mit seiner Rede: „Liebe Freunde! In der letzten Nacht ist ein schwerwiegendes Verbrechen begangen worden - Diebstahl. Troubadix, unserem Freund, wurden seine wertvollen Musikinstrumente und Noten geraubt. Da dieses Verbrechen umgehend aufgeklärt werden muss, habe ich euch zusammengerufen.“
Obelix: „Na und, dann kann Troubadix wenigstens nicht mehr Musik machen!“
Asterix: „Das soll doch kein Schuldbekenntnis sein, oder?
Obelix: „Ein was?“
Asterix: „Du-geben-zu,-dass-du-es-warst?“
Obelix: „Hörr Asterix! Was muss ich mir da anhören?“
Asterix: „Schon gut, war nicht so gemeint.“
Methusalix: „So ein Verbrechen wäre in Gergovia nie passiert, da haben wir uns noch alle vertraut und zusammengehalten!“
Majestix: „Das führt zu nichts, Freunde! Ich schlage vor Asterix als Ermittler zu ernennen und die Sache streng geheim zu halten! Stimmst du zu Asterix?“
Asterix: „Es wäre mir eine Ehre.“
Miraculix: „Ich würde ja für die anstehenden Vernehmungen einen Wahrheitstrank brauen, nur leider fehlt es mir an einer besonders wichtigen Zutat dafür - Erdbeeren. Aber wir können uns ja auf Asterix’ Scharfsinn verlassen.“
Asterix: „Ein Motiv, wie ja wohl bekannt ist, hat wohl jeder...“
Troubadix unterbricht ihn wütend: „Was für ein Motiv? Ihr Banausen, allesamt seid ihr Banausen.“
Majestix: „Ganz ruhig Troubadix, wir versuchen doch nur dein Hab und Gut zurückzubekommen.“
Asterix: „Also, kann ich fortfahren? Jetzt müssen wir nur herausfinden, wer alles eine Gelegenheit zum Diebstahl hatte. Wie hat sich das Verbrechen denn genau abgespielt?“
Die Tat
Troubadix: „Als wir gestern vom Lager Babaorum zurückkamen waren meine Sachen noch da und ich habe ja noch gesungen...“
Methusalix: „Ja, leider!“
Majestix: „Lass ihn doch in Ruhe erzählen!“
Troubadix fuhr fort: „Abends nach dem Festessen bin ich in mein Baumhaus gestiegen und habe mich schlafen gelegt. Irgendwann morgens, bevor der Hahn krähte, was so oder so ja schon ziemlich spät wäre, wurde ich von einem Geräusch wach und wollte mich umdrehen, doch in dem Moment sah ich nur noch Sternchen. Das einzige, an das ich mich noch erinnern kann, ist der Fischgeruch eines nicht mehr frischen Fisches, nach dem auch mein Haar riecht. Als ich wieder zu mir gekommen bin, bemerkte ich, dass meine Musikinstrumente gestohlen worden sind, darunter eine Überraschung und zwar meine neue Leier, die noch stimmkräftiger und klangvoller ist als meine alte. Ich wollte damit ein Ständchen zu Majestix’ Geburtstag vortragen. Dann habe ich geschrieen und dann kam ja schon Majestix.“
Asterix: „Das erste, das man schließen kann ist, dass du von jemandem, wahrscheinlich einem Mann, der die nötige Kraft hat, mit einem Fisch niedergeschlagen wurdest. Leider kommt jeder hier im Dorf an einen Fisch. Ich werde sofort mit meinen Ermittlungen beginnen.“
Der Tatort
Asterix befolgt seine Worte umgehend und sucht den Ort des Verbrechens auf. Er riecht einen leichten Fischgeruch, was die Aussage Troubadix’ bestätigt. In der einen Ecke der Hütte sieht er den Schrank, in dem Troubadix seine Instrumente normalerweise aufbewahrt. Doch dieser ist aufgebrochen. Asterix erkennt schnell, dass eine Eisenstange benutzt wurde. Hinter dem Schrank findet er ein Notenblatt des Liedes „Humba, humba, täteräää“. Ansonsten sieht er nur Troubadix’ aufgewühltes Bett und die gelöschte Kerze auf Troubadix’ Baumstamm-Tisch. „Das hat sich ja nicht sehr gelohnt“, denkt sich Asterix, doch in dem Moment entdeckt er einen Helm auf dem Tisch, den er nur deswegen übersehen hatte, da er Römerhelme von Obelix gewohnt war. Doch was hatte ein Römerhelm in Troubadix’ Hütte zu suchen?
Methusalix
Asterix beginnt seine Verhöre bei Methusalix.
Asterix: „Hast du irgendetwas von dem Diebstahl bemerkt?
Methusalix: „Ich habe erst im Dorfrat davon gehört.“
Asterix: „Was hast du von gestern bis heute Morgen gemacht?“
Methusalix: „Ich bin nach dem Festbankett sofort nach Hause. Ich habe aber keine Zeugen und das brauch ich ja wohl nicht. Oder soll ich dir eins mit dem Stock überziehen?“
Asterix: „Nein, eher nicht... Aber ich habe noch eine Frage: Der Schrank von Troubadix wurde mit einer Stange aufgebrochen. Besitzt du eine?
Methusalix: „Zufällig ja. Aber die brauche ich um meinen Apfelbaum zu stützten, der kann seine eigenen Äste nicht mehr halten.“
Asterix: „Danke für die Antworten!“
Automatix
Asterix läuft zu Automatix’ Schmiede um das nächste Verhör durchzuführen.
Asterix: „Troubadix wurde letzte Nacht bestohlen, deswegen befrage ich jeden im Dorf, ob er etwas bemerkt hat.“
Automatix: „Und du bist der Detektiv? Wie oft muss ich noch beweisen, dass ich mich auch mit dem Fuß am Ohr kratzen kann... [siehe „Die Olympischen Spiele“] Na ja, kann man ja wohl nichts mehr ändern. Das waren doch bestimmt die Römer, die Troubadix’ Harfe noch als Geheimwaffe in Erinnerung hatten. [siehe „Die Trabantenstadt“] Und da wollten sie ihm halt die neue Harfe klauen. Wahrscheinlich war die Prügelei in Babaorum nur eine Ablenkung. Ist mir die ganze Zeit schon komisch vorgekommen.“
Asterix: „Troubadix wurde jedenfalls mit einem Fisch niedergeschlagen.“
Automatix: „Armer Troubadix, wo die Fische von Verleihnix doch nicht gerade frisch sind.“
Verleihnix, der hergekommen war: „Was höre ich da von Fisch?“
Asterix: „Och, Automatix sagte nur, dass dein Fisch nicht frisch sei.“
Automatix: „Das war doch nicht so gemeint.“
Verleihnix: „Ich nehme es dir auch nicht übel.“
Asterix zu Verleihnix: „Gehst du mal zu deinem Stand, ich muss gleich mal was mit dir bereden, ich komme gleich nach!“
Als Verleihnix gegangen war, fragt Asterix: „Jetzt mal eine Frage unter uns, denkst du es könnte Verleihnix gewesen sein?“
Automatix: „Nein, wo denkst du hin. Außerdem kann ich das bestätigen, ich war morgens noch bei ihm und habe eine Cervisia mit ihm getrunken.“
Asterix: „Was hast du denn so gestern Abend bis heute morgen gemacht?“
Automatix: „Nach dem Festbankett bin ich, wie ich schon sagte, zu Verleihnix gegangen und habe mit ihm noch ein paar Cervisia bis zum Morgengrauen getrunken. Wir haben ein bisschen gespielt. Die Zeit ging schnell um.“
Asterix: „Der Schrank von Troubadix wurde mit einer Eisenstange aufgebrochen, wer hat bei dir in letzter Zeit alles eine gekauft?“
Automatix: „Hm, da muss ich nachdenken. Das waren eigentlich nur Methusalix, Majestix, ach ja und Middlesix. Aber viele besitzen auch schon eine.“
Asterix: „Danke! Bis später!“
Verleihnix
Nachdem Asterix zu Verleihnix’ Stand gegangen ist, fragt er diesen: „Troubadix wurde überfallen und niedergeschlagen und zwar mit einem Fisch!“
Verleihnix: „Das sagt gar nichts. Fische haben viele bei mir gestern gekauft.“
Asterix: „Es sollte auch keine Anschuldigung sein. Ich wollte nur fragen, wer alles bei dir Fisch gekauft hat.“
Verleihnix: „Och das waren Gutemine, Methusalix, Majestix, Frau Automatix und Middlesix“
Asterix: „Was hast du gestern bis heute früh gemacht?“
Verleihnix: „ Ich war mit Automatix zusammen. Kannst ihn fragen.“
Asterix: „Danke. Das war es schon. Oder noch eins, denkst du, Automatix könnte es gewesen sein? Der Schrank in Troubadix’ Hütte ist mit einem Eisenstab aufgebrochen worden.“
Verleihnix: „Das denke ich nicht. Aber die Römer könnten es gewesen sein!“
Asterix: „Das hat mir Automatix schon erzählt. Tschüss!“
Middlesix
Als letztes befragt Asterix Middlesix.
Asterix: „Hallo Middlesix. Wie du vielleicht weißt, wurde Troubadix überfallen. Was hast du von gestern Abend bis heute früh gemacht?“
Middlesix: „Was ich immer tue, Wache schieben.“
Asterix: „Der Schrank von Troubadix wurde mit einer Eisenstange aufgebrochen. Du hast eine gekauft, warum?“
Middlesix: „Och, die brauche ich für mein Haus, ich muss das Dach stützen, da ein Balken schon ein bisschen morsch ist. Den muss ich mal auswechseln.“
Asterix: „Danke! Bis dann mal wieder!“
Auf dem Weg zum Dorfrat trifft Obelix auf Asterix.
Obelix: „Diese Verbrechen sollte man verbieten! In letzter Zeit gab es gar keine Raufereien mehr im Dorf, nur weil jeder den anderen verdächtigt.“
Asterix: „Obelix ich habe eine Idee, wir müssen sofort in den Dorfrat!“
WAS WAR ASTERIX AUFGEFALLEN?
Die Lösung
Als der ganze Dorfrat wieder versammelt war, begann Asterix seine Erkenntnisse vorzutragen.
Asterix: „Die erste Spur war ein Helm, den ich in Troubadix’ Hütte gefunden hatte.“
Automatix: „Habe ich es nicht gesagt!“
Asterix: „Ruhe bitte! Diese Spur wurde von Automatix und Verleihnix noch bestätigt, sie hatten den Verdacht, dass die Römer die Harfe Troubadix stehlen wollen, weil sie eine Geheimwaffe sei.“
Obelix: „Die spinnen die Römer!“
Nach einer kleinen Pause sprach er weiter: „Doch dies stellte sich als falsch heraus!“
Ein Raunen ging durch die Versammlung.
„Doch jetzt weiß ich, wer der Dieb ist. Obelix hat mich auf die richtige Spur gebracht! Er sagte nämlich, dass es gar keine Raufereien im Dorf gäbe seit dem Diebstahl. Und er hatte Recht. Mir war auch aufgefallen, dass Automatix und Verleihnix sich in letzter Zeit sehr gut verstehen. Als Automatix sagte, dass er Troubadix nicht beneide mit einem nicht gerade frischen Fisch niedergeschlagen zu werden, kam es, obwohl Verleihnix dabei stand, nicht wie üblich zu einer Rauferei, sondern sie vertrugen sich sofort.“
Automatix: „Das beweist doch gar nichts!“
Verleihnix: „Genau!“
Asterix: „Das stimmt, aber ich habe noch mehr Beweise.“
Verleihnix: „Wer sagt denn, dass du nicht der Dieb bist und uns als Detektiv nur von dir ablenken willst?“
Asterix: „Lass mich einfach meine Beweise vorlegen und dann sehen wir weiter! Z. B. sagte Automatix, als ich ihn fragte, ob er sich Verleihnix als Täter vorstellen könnte, dass er morgens bei ihm war. Dabei wusste noch niemand, dass der Überfall morgens war!“
Verleihnix: „Aber er war auch die ganze restliche Zeit bei mir. Ich kann für ihn bürgen.“
Asterix: „Aber was ist, wenn ihr unter einer Decke steckt?! Ihr konntet sehr einfach an den Fisch und die Eisenstange kommen, da der eine von euch Schmied ist und der andere Fischhändler. Außerdem gebt ihr euch gegenseitig ein Alibi und habt als Ablenkung den Römerhelm bei Troubadix hinterlassen. Ferner wart es gerade ihr beide, die mir von dem Verdacht auf die Römer erzählt haben. Und zuletzt wolltet ihr noch von euch auf mich ablenken. Doch der endgültige Beweis ist, dass Automatix davon wusste, dass Troubadix eine neue Harfe hat! Was doch eine Überraschung war!“
Automatix, der zu Verleihnix geschaut hatte: „ Gut wir geben es zu. Wir hatten zu viel Cervisia getrunken, da kam uns die Idee zu diesem Geniestreich. Doch wir hätten Troubadix die Instrumente ganz sicher zurückgegeben.“
Verleihnix: „Ja so ist es und der Gesang von Troubadix stört doch wirklich!“
Troubadix: „Ich darf doch wohl bitten!“
Majestix: „Da es jetzt aufgeklärt ist, müssen wir nur noch eine gerechte Strafe finden. Da die Musikinstrumente unversehrt an Troubadix zurückgegeben werden können, lassen wir noch einmal Gnade vor Recht gehen. Ihr dürft das nächste Mal nicht mitkommen zu einem Römerlagerbesuch!“
Automatix: „Och nein!“
Obelix: „Och doch! Dann habe ich vielmehr Römer für mich!“
Idefix: „Wuff!“
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