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Die Zeitreise oder Acta est Fabula

Autor: Michael Hüster

Bitte beachten Sie: die Rechte der jeweiligen Geschichten liegen ausschließlich beim Autor.
Setzen Sie sich mit dem Autor in Verbindung, wenn Sie weitere Fragen zur Geschichte haben.
Comedix hat die Erlaubnis zur Veröffentlichung ausschließlich im Rahmen dieses Wettbewerbs.

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1. Prolog

Wir befinden uns noch im Jahre 50 v. Chr. Ich betone noch!!! Ganz Gallien ist noch von den Römern besetzt ... Ich betone noch!!! Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die römischen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Babaorum, Aquarium, Laudanum und Kleinbonum liegen ...
Tja liebe Asterix-Freunde, dieses könnte der Beginn des 34. Asterix-Abenteuers sein, und so wird es im Folgenden keine ausgesprochene "Einordnung" in die Asterix-Historie geben, sondern eine Fortsetzung der Abenteuer der berühmten Gallier!
Und es würde mich nicht wundern, wenn Uderzo seine wahre Freude an dem Abenteuer hätte. Wer erinnert sich nicht an das letzte Gallier-Abenteuer "Gallien in Gefahr". Da gab es im Dorf der unbeugsamen Gallier überraschenden Besuch aus dem Weltraum.
Zum Schluss hat der knuddlige kleine Tadsylwine Tuun bei den Galliern durch einen Trick jede Erinnerung an das 33. Abenteuer ausgelöscht, aber er hat den Galliern seinerseits einen Zaubertrank zurückgelassen, der es in sich hat. Das die Gallier diesen Trank auch anwenden werden, ist sich Tuun ganz sicher, denn schließlich siegt immer die Neugier ...

2. Die Entdeckung

Wir befinden uns also im Dorf der Gallier, dass in tiefstem Frieden lebt. Aber wir befinden uns auch im Dorf der Spinner, wo die kleinste Bemerkung schnell zu einer riesigen Prügelei ausarten kann. Doch diesmal entzündet sich die Auseinandersetzung nicht an dem vermeintlichen "nicht frischen Fisch", sondern an einer kleinen Flasche, die sowohl Verleihnix als auch Automatix für sich beanspruchen, weil beide meinen, die Flasche zuerst entdeckt zu haben. Die besagte Schlägerei bleibt also nicht lange aus und wächst sich, ganz in der bisherigen Tradition, zu einer handfesten Dorfkeilerei aus.
Vom Kampfeslärm angezogen, nähern sich auch unsere Helden Asterix und Obelix dem Geschehen. Nachdem auch Majestix und Miraculix erschienen sind, gelingt es, die Streithähne zu trennen.
Da keine Einigung bezüglich des Besitzes der Flasche erreicht werden kann, beschließt Majestix salomonisch, die Flasche in Gewahrsam zu nehmen. Zusammen mit Asterix, Obelix und Miraculix begibt sich Majestix in seine Hütte, um die mysteriöse Flasche in Augenschein zu nehmen. Miraculix, der Druide, entdeckt auf der Rückseite eine Botschaft:

"Liebe gallische Freunde! Dieser Trank wird euch befähigen, durch die Zeit zu reisen, und viele neue aufregende Abenteuer zu erleben! Aber bedenkt: Der Trank kann euch in fremde Welten führen, die so manche Überraschung für euch bereit hält!"
Tuun

Ein Trank, der unbesiegbar macht, den haben die Gallier nun schon. Aber ein Trank, mit dem man durch die Zeit reisen kann, das ist ebenfalls etwas sehr außergewöhnliches ...

Aufgrund der besonderen Tragweite der Entdeckung beschließt man, den Dorfrat einzuberufen. Nach längerer Beratung kommt der Rat zu dem Entschluss, die Herausforderung anzunehmen, und zu neuen Ufern aufzubrechen.
Natürlich werden unsere Helden Asterix und Obelix als Kandidaten auserwählt, den Trank der Außerirdischen zu testen. Und auch Idefix bekommt eine kleine Ration. Wer sollte denn sonst unsere beiden Helden begleiten ...
Zur Sicherheit braut Miraculix noch eine frische Portion seines traditionellen Zaubertranks für die Reise.

Dann ist der spannende Moment für alle gekommen: Nacheinander erhalten Asterix, Obelix und Idefix von Tuuns Trank und jeweils mit einem lauten "Bäng", "Bäng", "Bäng" verabschieden sich die drei aus der Dorfszenerie, wo nur noch die erstaunten Bewohner zurückbleiben ...

3. Obelisch und die Reise nach Paris

Wer ahnt es nicht schon: Wir befinden uns nicht mehr im Jahre 50 v. Chr. und ganz Gallien ist nicht mehr von den Römern besetzt! Richtig! Ganz Gallien! Und es gibt auch keine befestigten Lager mehr, deren römische Legionäre immer wieder die Schmach auf sich nehmen müssen, von den Galliern verprügelt zu werden. Man schreibt das Jahr 2006 n. Chr. und Gallien heißt jetzt Frankreich. Ja, ja, wer in der Schule etwas aufgepasst hat, der weiß das natürlich.
Dummerweise wissen das aber unsere Helden noch nicht, denn an der Stelle des uns wohl bekannten gallischen Dorfes befindet sich jetzt eine grüne Wiese am Meer. Obelix schlägt zunächst vor, für etwas Wegzehrung zu sorgen und einige Wildschweine zu jagen. Doch diese gibt es hier nicht mehr, denn die Zeiten haben sich geändert. Und so müssen die beiden Helden Kohldampf schieben.
Asterix, Obelix und Idefix gelangen, nachdem sie den Wald ohne Jagdglück durchstreift haben, in ein nahegelegenes bretonisches Fischerdorf, dass seinen ursprünglichen Charme bewahrt hat und so die drei Zeitreisenden ein wenig an die alte Heimat erinnert.
Doch noch mehr sind sie erstaunt, als sie einen Seemann entdecken, der eine riesige Kiste problemlos auf ein Schiff verlädt und Obelix zum Verwechseln ähnlich sieht. Kurzerhand folgen sie dem sympathisch aussehenden Mann bis in eine nahe gelegene Hafenkneipe. Asterix und Obelix trauen ihren Ohren nicht, als der Seemann auch noch Wildschwein bestellt.

Das Gasthaus bedeutet somit auch die Lösung der Ernährungsprobleme unserer gallischen Freunde. Rasch kommen sie mit dem Unbekannten ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass er ein Nachfahre von Obelix ist und Obelisch heißt. Natürlich ist Obelisch der Name von Obelix, dem Begründer seiner Familiendynastie, sowie die Abenteuer der Gallier ein Begriff.

"Wie kommt ihr denn hier her?" will Obelisch wissen, "Ihr erlebt eure Abenteuer doch im Jahre 50 v. Chr. im alten Gallien!" Rasch ist das Geheimnis um Tuuns Zaubertrank und die Zeitreise erklärt. Natürlich hat man sich viel zu erzählen und nach einigen Runden der Biermarke "Cervisia" beschließen sie, gemeinsam am nächsten Tag in Richtung Lutetia, ähh Pardon, natürlich meine ich Paris, zu reisen. Obelisch will Asterix und Obelix sowie dem kleinen Idefix unbedingt den berühmten Parc Asterix in Plailly bei Paris zeigen. "Euer Auftritt im Park wird die Sensation", ist er sich sicher, "die Leute werden begeistert sein."

Bereits in den frühen Morgenstunden geht es mit dem Auto in Richtung französische Hauptstadt. Auf den französischen Wagenbahnen, ähh, ich meine natürlich Autobahnen, kommt man rasch voran. Die Gallier sind von den modernen Reisen mit dem Auto begeistert. Unterwegs gibt es wie früher die Möglichkeit, an Raststätten etwas zu essen. Allerdings ist "Essoguck" (s. Asterix-Band 16 "Asterix bei den Schweizern") nicht mehr vertreten und musste "McDonix" weichen. Die Gallier staunen nicht schlecht, als sie von Obelisch erfahren, dass die Amerikaner, Jahrhunderte nach ihrer "Großen Überfahrt" (Band 22), so zahlreich in Frankreich vertreten sind.

4. Der Parc Asterix in Plailly

Nachdem die französische Hauptstadt im Westen mit dem Auto passiert wurde, nähern sich die Freunde dem Parc Asterix. Bereits von weitem sichtbar, begrüßt eine Asterix-Figur, auf einem riesigen Felsen sitzend, seine Gäste. Der wahre Held ist begeistert. Am Eingang zum Freizeitpark hält man die Gallier für Studenten, die hier jeden Tag als Asterix und Obelix verkleidet, den Besuchern viel Freude bereiten.
Im Parc Asterix werden in verschiedenen Bereichen unterschiedliche Epochen dargestellt, und natürlich darf als besondere Attraktion auch das berühmte Dorf der Gallier nicht fehlen. Begleitet von Obelisch und Idefix, erkunden Asterix und Obelix den Park, und treffen auf der Via Antiqua, der Hauptstraße des Parkgeländes, auf ihnen bestens bekannte Bauwerke aus ihren Abenteuern wie den Palast des Radschas Nihamavasha und der Prinzessin Orandschade (s. Band 28 "Asterix im Morgenland") oder das Haus des Baumeisters Numerobis aus "Asterix und Kleopatra" (Band 2).

Als Obelix auf dem Rundgang in der römischen Arena plötzlich auf Römer trifft, kann er kaum zurückgehalten werden. Das es sich bei diesen nur um Schauspieler handelt, kann er nur schwer verstehen. Als er später im Abenteuerland das Schiff der Piraten entdeckt, versenkt er dieses kurzerhand mit einem als Dekoration verwendeten "echten" Hinkelstein. Die Parkbetreiber raufen sich die Haare: "O Tempora O Mores".
Ein großes Hallo gibt es jedoch, als die Gallier den täuschend echten Nachbau ihres Dorfes erreichen. Und liebe Freunde, ihr werdet es kaum glauben: Niemand anderes als Asterix-Autor Albert Uderzo persönlich begrüßt seine Helden am Baumhaus von Troubadix.

"Großartig, Uderzorix, endlich treffe ich dich mal", freut sich Asterix, und der Autor entgegnet: "Und ich hoffe nicht zum letzten Mal, Asterix."

Die Neuigkeit, dass die echten Helden der Abenteuer im Freizeitpark zu Gast sind, spricht sich unter den zahlreichen Besuchern wie ein Lauffeuer herum. Alles drängt zum Dorf der Gallier, um die möglichst beste Sicht auf Asterix, Obelix und ihren kleinen süßen Begleiter namens Idefix zu haben. Rangeleien lassen nicht lange auf sich warten und die Erwachsen drängen die Kinder zur Seite ...
Wenig später ist eine handfeste Schlägerei unter den Schaulustigen ausgebrochen. Diese Szenerie kommt einem doch irgendwie sehr bekannt vor. Uderzo hat seine Landsleute also in der Tat sehr treffend in den Abenteuergeschichten karikiert!

5. Das Schlussbankett

Da der Tag nun langsam zu Ende geht, wird es Zeit für das große Schlussbankett, dass diesmal viele Jahrhunderte später, wenngleich an einem anderen Ort und in einem "anderen" gallischen Dorf stattfindet. Der alte Pirat würde sagen: "Nunc est Bibendum!"

Und wie es in das Jahr 50 v. Chr. zurückgeht, nun, dass ist wieder eine andere Geschichte! Obelix jedenfalls hat schon Sehnsucht nach Gallien und vielen vielen Römern.

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© Deutsches Asterix Archiv 1998-2009, Zeichnungen: Albert Uderzo - © Les Editions ALBERT-RENÉ, GOSCINNY-UDERZO
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