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Asterix und Obelix bei den Chinesen
Autor: Carsten Schlomm
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In der Provinz Gansu am Rande des Chinesischenreiches liegt die Stadt Wuwei. Die Bürger der Stadt sind glücklich und zufrieden, zumal sie durch den Handel wohlha-bend geworden sind. Wuwei ist eine idyllische Stadt nahe der großen Mauer und liegt direkt an der Seidenstraße. Der Fürst von Wuwei, der Mandarin Wu, ist ein alter, be-tagter Mann. Er hat zwei Kinder, eine 18 -jährige Tochter und einen 24 Jahre alten Sohn.
Eines Tages rückte ein riesiges, eindrucksvolles Heer an die Provinz heran, angeführt von dem unerbittlichen Eroberer Cáo Cáo. Er war der General des Kaisers, verfolgte aber eigene Interessen. Jeder Mandarin, der sich ihm nicht unterwarf und ihm die Gefolgschaft verweigerte, brachte er um und vernichtete seine Stadt.
"Sagt diesem greisen Mandarin Wu, dass er 20 Tage Zeit hat, seine Stadt mir zu ü-bergeben, ansonsten mache ich die Stadt mitsamt ihrer Einwohner dem Erdboden gleich. Kein Mensch und kein Schwert vermag Cáo Cáo aufzuhalten", sagte der General und schickte seinen Boten in die Stadt Wuwei. Dieser ritt so schnell wie der Wind in die Provinz Gansu zum Hause des Mandarin Wus.
Der Mandarin Wu redete gerade mit seinen Vertrauten über den Handel und die Staatsgeschäfte: "Ich habe gehört, dass Cáo Cáo zum General aufgestiegen ist! Er nimmt sich jede Provinz vor und zwingt sie ihm zu gehorchen. Was hat er vor? Will er soviel Macht an sich reißen, um den Kaiser zu stürzen? Hoffentlich übersieht er mei-ne Provinz!"
Doch leider schlug seine Hoffnung fehl. Als der Mandarin Wu das sagte, ging die Tür auf und herein kam der Abgesandte des Generals Cáo Cáos. Der Bote überbrachte die Nachricht dem Mandarin, so, wie es Cáo Cáo ihm aufgetragen hatte.
Ting Chang, der Vertraute des Fürsten, sagte nur: "???,???? . "
Der Mandarin lief wütend und zugleich besorgt durch seine Residenzhalle: "Was soll ich nur tun. Kein Fürst hatte zuvor Cáo Cáo erfolgreich Widerstand leisten können. Kein Schwert vermochte es je ihn zu bezwingen, da es gleich zerbricht, wenn es das Schwert Cáo Cáos berührt. Kein Drache vermochte je gegen den Schwarzen Drachen des Cáo Cáo zu bestehen. Selbst die unbesiegbaren Shaolin-Mönche konnten ihm nichts anhaben. - Gibt es denn keinen Ausweg? Er muss mit Mara im Bunde sein."
Ting Chang ergriff erneut das Wort: "Auf dem Marktplatz steht der Händler, von dem wir vorhin sprachen. Er erzählt von einem kleinen gallischen Dorf, dessen Bewoh-ner sich gegen eine Übermacht erfolgreich zu Wehr setzen. Er sagt, sie haben über-menschliche Kräfte."
"Gut, lass diesen Mann vortreten. Ich will mit ihm sprechen", befahl der Fürst.
"Gerne", antwortete Ting Chang und holte den Händler. Nach einer Weile kam er mit einem dicken Mann wieder. Er trug ein grünweißen Schurz und ein roten Turban auf dem Kopf. Es war kein Geringerer als Epidemais, der Phönizische Händler aus der Stadt Tyros.
"Euer Hoheit", begrüßte Epidemias den Fürsten Wu mit einer Verbeugung. "Was kann ich für sie tun?"
"Was weißt du über ein kleines gallisches Dorf, das mit einer Übermacht spielend fer-tig wird? Ja, man sagt sich sogar, dass sie Zauberkräfte haben?!"
"Ja, dass stimmt. Ich erinnere mich nur zu gerne an die Helden des Dorfes. Zu zweit nur enterten sie ein Piratenschiff. Und der stärkste unter ihnen, Obelix, der nimmt es sogar alleine mit einer ganzen schwer bewaffneten, römischen Legion auf und ist dennoch pünktlich zum Abendessen zu Hause. Die Dorfbewohner halten ihn immer zu-rück, da auch sie an dem Spaß teilhaben wollen. Die Gallier sind schon komische Vögel. Warum wollt ihr das wissen?"
Der Mandarin klärte den Händler über die Situation auf. Nach dem der Händler un-terrichtet war, traf der Mandarain einen Entschluss: "Du wirst meinem Sohn, Wu Shu, das gallische Dorf zeigen und ihn dorthin begleiten. Die Reise geht noch heute los."
Epidemias winkte ab: "Das geht nicht, ich, als Generaldirektor habe die Verpflichtung, die Gesellschafter wieder heil mit der Karawane über die Seidenstraße zurückzufüh-ren. Schließlich bin ich ja ein ehrlicher Kaufmann."
"Bei einem Sack voll Gold für eure Waren und Unannehmlichkeiten dürfte die Ent-scheidung nicht schwer fallen", der Fürst schaute ihn prüfend an und spielte mit ei-nem Säcklein voll Gold in seinen Händen. "Die Gesellschafter kommen auch ohne dich wieder zurück. Das Gold reicht aus, um eine neue Karawane auszustatten."
Epidemias bekam leuchtende Augen: "Oder ein Schiff. Dass letzte haben mir so ein paar verrückte Piraten versenkt. - OK, Deal! Das Geschäft gilt. Ich ernenne einen Stellvertreter und die Reise kann losgehen."
"Gut, mein Sohn Wu Shu wird auf dich warten, beile dich", nickte der Fürst.
"Ich eile, ich fliege", rief Epidemias im Herausgehen.
Epidemias ernannte noch eben einen Stellvertreter aus den Reihen seiner Gesell-schafter und meldete sich bei Wu Shu, der bereits gepackt hatte und reisefertig im Hofe auf den phönizischen Händler wartete.
"So, da bin ich! Womit wollen wir reisen, per Pferd, zu Fuß oder mit einem Kamel? Vielleicht mit einem Schiff? Von mir aus können wir gehen", schlug Epidemias vor.
"Wieso gehen?" fragte Wu Shu nach. "Wir fliegen." Es kam ein langer weißer schlan-genförmiger Drache herbei geflogen und landete auf dem Hof. "Er heißt Xiao lóng . Er wird uns zu deinem gallischen Dorf fliegen."
"Äh. Ich dachte das mit dem Fliegen sei nur ein Spaß! - Hätte ich dass gewusst, dann hätte ich zwei Säcke voll Gold verlangt", staunte Epidemias mit Unbehagen.
Beide setzten sich auf den Drachen und die Reise ging los.
In dem kleinen gallischen Dorf ging alles seinen gewohnten und friedlichen Gang. Dass sie von den vier befestigten römischen Lagern, Babaorum, Aquarium, Laudanum und Kleinbonum, umzingelt waren, störte den Dorfbewohnern wenig. Sie fanden es eher als eine Belustigung, die verängstigten Römer hin und wieder aufzusuchen um sie so rich-tig mal wieder aufzumischen.
Eine harmonische Ruhe bestimmte das Dorfleben. "Meine Messer sind nicht stumpf", schrie Automatix Verleihnix an, " sie weigern sich nur dein Gammelfisch zu schnei-den."
"Mein Fisch ist nicht gammelig. Du bis halt ein lausiger Schmied", schrie Verleihnix zurück und schmiss mit einem drei Monate alten Fisch nach Automatix.
"Du spinnst wohl, mich mit deinem verwesten Gammelfisch zu bewerfen", schimpfte Automatix.
"Den habe ich extra für dich aufbewahrt, du Rostverwerter", schrie Verleihnix rüber. "Du kannst ja noch nicht mal einen ordentlichen Schild für unseren Chef machen, der fällt ja da immer runter."
"Na, wenn der alte Zausel nicht richtig auf dem Schild stehen kann, dann kann ich doch nichts dafür", schrie Automatix, "außerdem ist der Schild nicht von mir."
"Wen meinst du mit alten Zausel", schrie Methusalix.
"Wer fällt hier von seinem Schild", schrie Majestix, der die höfliche Unterredung der Händler verfolgte. Aus dieser friedlichen Atmosphäre entwickelte sich die ach so harmonische, tägliche Prügelei, bei der kaum einer aus dem Dorfe fehlte. Asterix, der erste Krieger, interessierte sich nicht für diese morgendliche Aufbauübung, er schritt an die Prügelnden vorbei, begrüßte auf seinen Weg den Druiden des Dorfes: "Hallo Miraculix", und machte sich auf den Weg zu seinem Freund.
"Hallo Asterix", erwiderte der Druide den Gruß, "na, willst du mit Obelix wieder Wild-schweine jagen."
"Ja", bestätigte Asterix. Er wollte seinen Weg gerade fortsetzen, als plötzlich vom Himmel ein Drache hinuntergesaust kam. Die Dorfbewohner unterbrachen die Prüge-lei, weil sie für einen Moment lang dachten, dass ihnen womöglich der Himmel auf den Kopf fallen könnte.
"Wer seid ihr denn", fragte Asterix den Fremden, der mit seinem Drachen vor ihnen landete.
"Dass ist doch Epidemias", rief Obelix aus.
"Ohh, dass trifft sich gut, du hast sicher an mein Steinöl gedacht? ", rief Miraculix überglücklich.
"Dieses Mal habe ich gar keine Waren dabei. Der Mandarin Wu hat mir alle Waren ab-gekauft und die Gesellschafter mussten mit der Karawane alleine zurück."
"Mandarin? Kann man dass nicht essen?" fragte Obelix.
"Ich heiße Wu Shu", stellte sich der Fürstensohn vor. "Ich komme im Auftrag von meinem Vater, dem Mandarin Wu. Unser Volk ist in großer Not. Wir brauchen eure Hilfe."
"Wu Schuh? Hieß nicht so mal ein römischer Sandalenverkäufer?", brummte Obelix.
"Lasst uns zuerst einmal zu unserem Häuptling gehen! Wo steckt er denn bloß?"
Aus der Menge der Prügelnden lugte ein Kopf hervor und rief aufgeregt: "Schnell, schnell, mein Schild, wir haben Gäste." Die Träger trugen Majestix zu seinem Haus.
In dem Haus des Häuptling Majestix erzählte Wu Shu von seinem Vater, dem Vorfall in seinem Land, von Cáo Cáo und dessen besonderen Fähigkeiten. "Der General Cáo Cáo forderte bedingungslose Kapitulation", fuhr Wu Shu fort, "oder er will die Stadt dem Erdboden gleich machen. Er gab uns eine Frist von 20 Tagen!"
"Wie lange ist das her?" fragte Asterix nach.
"Neun Tage", antwortete Wu Shu.
"Dann bleiben uns noch 11 Tage", sagte Asterix nachdenklich.
"Gut", sprach Majestix, "ihr braucht also erfahrene Männer, die die Kriegskunst ver-stehen und einen guten Schmied, der das Schwert des Cáo Cáo in Stücke hackt. Was die Krieger angeht, da wären Asterix und Obelix die Richtigen. Und was das Schwert angeht, da geht Automatix mit", entschied der Chef. "Holt Automatix!"
Kurze Zeit später kam der Schmied des kleinen gallischen Dorfes in die Hütte des Majestix.
"Was liegt an?" fragte der Automatix. Sie klärten ihn über die Situation auf. Darauf-hin entgegnete er: "So ein Schert, welches Marmor oder Stahl zerschneiden kann, dass vermag ich nicht zu schmieden, obwohl meine Schwerter die Besten sind."
"Du wirst ein noch viel stärkeres Schwert schmieden", beruhigte ihn Miraculix, der Druide. "Beim letzten Druidentreffen im Kanutenwald habe ich mit Fernreisenix ein Schwert entwickelt, das selbst Diamanten zerschneiden kann. Ich gebe dir eine Spe-zialmischung mit, welches du nur in den Stahl mit reinmischen musst, dann wird es ein wahres Zauberschwert sein."
Miraculix trat an Asterix heran: "Kannst du mir noch einen Gefallen tun, Asterix?"
"Sicher, was möchtest du?" fragte Asterix nach.
"In China haben sie eine Wurzel, die nennt sich Gingseng. Diese Wurzel ist unter den Druiden als Geheimtipp bekannt. Sie hält dich fit und gesund. Damit könnte ich einen neuartigen Zaubertank herstellen. Vielleicht erringe ich einen weiteren Preis im Kanu-tenwald!" bat Miraculix seinen Freund.
"Sicher, Miraculix, die Wurzel bringen wir dir mit", versprach Asterix.
"Setzt euch auf Xiao Lóng, und dann können wir losfliegen", sagte Wu Shu.
"Fliegt ihr zufällig über Phönizien?" wollte Epedimias wissen.
"Ja, dass liegt auf dem Weg", meinte Wu Shu zustimmend.
"Könnt ihr mich in Tyros absetzten?"
"Sicher, steig auf, Epedimias", bot Wu Shu dem Händler an.
"Ich habe euch für eure Mission mehrere Flaschen Zaubertrank abgefüllt, die werdet ihr brauchen", sagte der Druide.
"Ohh, lecker", freute sich Obelix.
"Du nicht! Du bist als kleiner Junge in den Zaubertrankkessel gefallen. Die Wirkung hält dein Leben lang an. Du darfst die Flaschen aber tragen", sagte Miraculix.
"Ba ba ba. Jedes Mal die gleiche Leier. - Aber das ich mich schwach fühle, dass inte-ressiert keinen", murrend hängte sich Obelix die Flaschen mit dem hilfreichen Elixier um den Hals. Dann stiegen die drei Gallier zu den anderen beiden auf den Drachen. Der Drache hustete laut, wedelte mit seinem Hinterteil und erhob sich mit seinen sechs Passagieren langsam in die Lüfte. Sechs Passagiere?
"Du Obelix, du hast doch nicht etwa Idefix mitgenommen? - Die lange Reise wäre zu anstrengend für so einen kleinen Hund", sprach Asterix über die Schulter seinen voll-schlanken Freund an.
"Idefix ist für sein Alter schon sehr erwachsen! Er passt auf dass Dorf auf", sagte Obelix und pfiff unschuldig in die Luft.
"Da bin ich ja beruhigt", erwiderte Asterix. "Dann ist das Dorf in guten Pfoten. - Schau mal Obelix, da unten sind die Piraten."
"Huhu, wir kommen", rief Obelix von oben herab. "Wu Schuh, können wir die da unten nicht mal besuchen?"
"Mein Schiff. Dass ist mein Schiff. Da sind ja diese Piratenhunde", schrie Epedimias.
Wu Shu lenkte den Drachen tiefer. Der Drache gab einen schrillen Schrei von sich, dann flog er im Sturzflug auf das Schiff zu.
Der Ausguck meldete: "D'a, D'a, D'a ….."
Enternix, der stolze Besitzer und neue Kapitän eines phönizischen Handelschiffes, rief zu seinem Auskuck hoch: "Fängst du jetzt zu singen an, oder was ist los, Baba?"
Der nomidische Pirat antwortete: "D'ache im Anflug."
"So ein Unsinn. Drachen gibt es nicht. Dass ist Seemannsgarn. Was siehst du noch?" rief Enternix hoch.
"Gallie', Gallie' auf einem D'achen", schrie Baba aufgeregt zurück.
Als der Drache schließlich von allen Piraten wahrgenommen wurde, fing dieser an zu husten. Dabei verfehlte ein Feuerschwall nur knapp dass Schiff. Die mutigen und ach so tapferen Piraten sprangen allesamt vom Schiff. Sicher ist sicher! -
Als die Piraten wieder auftauchten, sagte der Pirat Dreifuß: "Nihil fit sine causa. "
Enternix tauchte auf: "Warum landen wir jedes Mal im Wasser?"
Wu Shu drehte sich zu seinen Begleitern um und sagte: "Das passiert schon mal,
Xiao Lóng hat Schnupfen. Wenn er niest, dann muss er Feuer speien."
"Hoffentlich steckt er uns nicht an", sagte Obelix besorgt.
"Nein", erwiderte Wu Shu, "die Erkältung ist auf Menschen nicht übertragbar."
"Vielleicht hätte unser Druide deinen fliegenden Freund helfen können!?" schlug As-terix vor.
"Die Erkältung vergeht wieder, drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie und nach drei Tage geht sie auch wieder."
"Sag mal, Wu Shu, wir könnten doch das gestohlene Schiff von Epedimias gleich mit-nehmen", schlug Asterix vor.
"Ja, wir binden dass Schiff an den Schwanz von Xiao Lóng und in Null-Komma-Nix sind wir im nächsten Hafen", antwortete Wu Shu.
"Das würdet ihr für mich machen?" freute sich Epedimias.
"Na, klar doch, die Zeit haben wir auch noch", sagte Asterix. Alle gingen an Bord. E-pedimias übernahm das Ruder. Wu Shu band ein Tau an Wu Shus Schwanz und ab ging das Schiff. Das Schiff glitt nur so über das Meer dahin.
An der Reling festhaltend brummte Obelix: "Duhu, Asterix, ich habe Hunger."
"Es wäre ja ein Wunder, wenn es nicht so wäre. Wir sind gleich über Griechenland, da können wir kurz bei Bratensos eine Pause einlegen."
Geschmeidig flog Xiao Lóng durch die Luft und stoppte in einem griechischen Hafen, in dem das Schiff vor Anker ging. Die Gallier und Wu Shu verabschiedeten sich von Epedimias, der vor Ort eine Mannschaft anheuern wollte und flogen zu fünft zum Re-staurant von Bratensos weiter.
"Hallo, Gallier, Willkommen in meinem Restaurant. Was darf ich euch bringen?" be-grüßte Bratensos seine Gäste. "Ahh, ich weiss, nichts sagen! Wildschwein, gut und reichlich."
Obelix freute sich: "Hier fühle ich mich gleich wieder heimisch. - Drei Wildschweine für mich."
"Und zwanzig für Xiao Lóng", bestellte Wu Shu.
"Ihr Haustier muss ja einen guten Hunger haben", sagte Bratensos.
"Nun ja, wenn er krank ist, frisst er immer weniger, sonst kommt verdrückt er gerne seine 50 Wildschweine. Schließlich ist er ein Drache im Wachstum", klärte Wu Shu die Anwesenden auf.
Nach einer Weile kam Bratensos mit der Bestellung zurück. "Hier ist noch ein schöner Knochen für deinen Hund, wo ist er denn?"
Asterix setzte gerade zu erzählen an: "Also Idefix musste leider …", da hopste aus der Hose von Obelix der kleine Hund hervor, wedelte freudig mit dem Schwanz und machte sich sogleich über die Knochen her, denn schließlich macht so eine Reise hung-rig. "Obelix", schrie Asterix auf.
Doch Obelix knusperte unschuldig an seinem Wildschwein herum und schaute Asterix verlegen an.
"Was macht Idefix hier?" schüttelte Asterix nur mit dem Kopf und sagte: "Ach das bringt ja sowieso nix. Alter Dickschädel."
"Ohh, der muss mir wohl zufällig in die Hose gesprungen sein oder ich habe ihn verse-hentlich eingepackt?", knusperte Obelix unauffällig weiter.
"Obelix, du bist unverbesserlich", schmunzelte Asterix und schüttelte den Kopf.
Als sie mit dem Speisen der kleinen Mahlzeit zwischendurch fertig waren, stiegen sie auf den Drachen , verabschiedeten sich noch von Bratensos und hoben ab. Xiao Lóng zog das Tempo an.
"Wenn Xiao Lóng gegessen hat, dann ist er nicht mehr zu bremsen", sagte Wu Shu.
"Da kenne ich noch jemanden", sagte Asterix und schaute auf Obelix zurück, der hin-ter ihm saß.
Als sie einige Stunden über Wüsten, Steppen, Berge und Wälder geflogen sind, rief Wu Shu: "Achtung ein fliegender Teppich von rechts." Xiao Lóng wich dem Teppich elegant aus. Doch der Teppich verfolgte die Fünf Reisenden. Er kam immer näher, nä-her und näher heran und holte Xiao Lóng und seine Passagiere ein.
Als der Fakir mit seinem Teppich auf die Höhe der Gallier flog, rief er: "Hallo, meine Freunde."
"Ohh, Erindjah , wohin führt dich dein Weg?" fragte Asterix.
"Vorbereitung für die große Hochzeit", antwortete Erindjah. "Orandschade heiratet den Prinzen Kokumatah . Es ist eine gute Wahl. Ich wollte gerade zu euch kommen, um euch einzuladen. Wo ist denn euer Regenmacher?"
"Oh, Troubadix ist zu Hause geblieben", sagte Asterix.
"Der kuriert gerade seine Beulen aus", sagte Automatix und dachte dabei, wie er Troubadix zum Abschied noch eine übergebraten hatte, weil dieser wieder zu singen anfangen wollte.
"Wir haben keine Zeit. Wir müssen die Wu Lin retten", fuhr Asterix fort.
"Die ist vom Kaukau entführt worden", sagte Obelix.
"Kaukau, ist dass nicht ein milchhaltiges Getränk?" fragte Erindjah nach.
"Der heißt Caó Caó, nicht Kaukau", klärte Wu Shu die Anwesenden auf.
"Naja, vielleicht trinkt der Caó Caó oft seinen Kaukau und macht dann Wauwau", brummte Obelix. Idefix stimmte seinem vollschlanken Freund zu: "Wauwau." "Das Ge-rede vom Trinken macht mich immer hungrig", fuhr Obelix fort, "ist ja auch kein Wunder, es ist ja auch gleich Zeit für das Abendwildschwein."
"Obelix hat einen guten Appetit", sagte Wu Shu.
"Ja, der isst immer so viel", sagte Automatix.
"Ihr seid beim Radschah Nihamavasah immer herzlich willkommen. - Ich fliege dann weiter, ich muss noch die anderen Gäste einladen. Ich hoffe, dass Troubadix auch kommt. Vielleicht kann er ja auch wieder uns mit Regen beglücken!"
"Sicher, unser Barde ist immer dankbar, wenn er singen darf", sagte Asterix. Auto-matix brummte nur, da er die Freude über die Gesangskünste des Barden nicht teilte. Sie verabschiedeten sich und flogen auseinander.
Der Drache steuerte den Palast des Radschahs von Nihamavasah in Indien an. Der Ausguck des Radschahs meldete: "Prinzess, Prinzess, ich seh´ es genau! Die Sonne ist rot und der Himmel ist blau!"
"Was siehst du genau, Vluglodsah" fragte Orandschade nach.
"Ein Drache seh' ich gespannt, da darauf sind Gallier geband", rief Vluglodsah vom Turm herab.
Asterix und seine Begleiter wurden freudig vom Radschah und seiner Tochter emp-fangen und reichlich bewirtet. Nach einem kurzen Snack ging der Flug weiter. Über Steppen, Wüsten, Wälder und Berge flogen sie mit dem kleinen Drachen.
"Das ist der Himalaya", zeigte Wu Shu seinen Passagieren.
"Ganz schön kalt der Hillallaja", brummte Obelix. Auch Automatix und Asterix frös-telten.
"Es wird bald wieder heißer. Es geht dann durch die Wüste Gobi", beruhigte Wu Shu die Anwesenden.
"Mein Vetter vierten Grades hieß auch Grobi . Er ist Würstchenverkäufer in Lute-tia", erzählte Obelix.
"Hieß er nicht Grobix, und war der Schwager deines Onkels Neffe?" fragte Asterix nach.
"Ach, das kann man sich doch nicht merken, ich meine, das wäre Klapptnix. - Aber der ist eh ein entfernter Verwandter."
"Machtnix", sagte Wu Shu.
"Machtnix war …", fuhr Obelix fort und wurde von Asterix unterbrochen.
"Obelix!" ermahnte ihn sein Freund, "ich glaube nicht, dass es Wu Shu interessiert, wie deine Verwandtschaftsverhältnisse sind."
"Machtnix war mein Onkel", klingte sich Automatix in die Unterhaltung ein. Asterix schlug vor Verzweiflung nur seine Hände über den Kopf zusammen.
Sie kamen zu dem Ort Wuwei. Die reichste Metropole im Umkreis und langjährige Re-sidenz des Mandarins Wu.
"Was ist das für eine Mauer?" fragte Asterix nach.
"Das ist die Große Mauer. Sie soll Angreifer abhalten ins Land einzufallen", sagte Wu Shu.
"Dazu baut ihr so ein riesiges Ding? Da verderbt ihr euch ja jeglichen Spaß", spottete Obelix.
"Nun ja, wir haben ja auch keine so tapferen Krieger wie ihr es seid", sagte Wu Shu.
"Wir bringen euch das Kämpfen noch bei", sagte Asterix.
Im Palast angekommen, traten sie vor den ehrenwerten Mandarin Wu. Dieser saß auf-gelöst auf sein Sessel und schluchzte: "Sie ist fort. - Meine einzige Tochter, ent-führt."
"Wie konnte das passieren? - Wer war das, Vater?" fragte Wu Shu.
"Der hinterlistige Caó Caó hat seine Elitekämpfer geschickt, um sie zu kidnappen. Er will mich dadurch unter Druck setzten. Er will die bedingungslose Kapitulation. Und man weis ja, was passiert, wenn man sich ihm widersetzt!!!"
"Wir machen das schon für dich. Automatix macht für euch erst einmal ein Schwert, würdig für einen Mandarin. Mit diesem Schwert könnt ihr Caó Caó dann entgegentre-ten. Um deine Tochter werden wir uns kümmern", beruhigte Asterix den alten Herr-scher.
"Ich komme mit", sagte Wu Shu, Mandarin Wus einziger Sohn. "Wir haben ein paar Uniformen, welche die Soldaten des Caó Caó tragen. Damit kommen wir unbemerkt in Caó Caós Lager."
"Kaukau, was für ein komischer Name", brummte Obelix.
"Können wir sonst noch etwas für euch tun?" fragte der Mandarin Wu.
"Ja, essen. Ich habe Hunger", sagte Obelix.
"Nicht schon wieder", sagte Asterix.
"Ich habe aber auch Hunger", sagte Automatix. Asterix verdrehte nur die Augen.
"Es ist schon angerichtet", sagte der Mandarin.
Herein kam der Meisterkoch, Chi Fan (was so viel heißt wie "essen gekochter Reis"). "Es gibt Reis der acht Fröhlichkeiten."
"Das hört sich ja lecker an", sagte Asterix.
"Wir hier in China essen immer mit Stäbchen", sagte Wu Shu.
Obelix wollte sich den Sitten und Gebräuchen anpassen und probierte es auch mit dem Stäbchen zu essen, doch er stocherte in der kleinen Schale nur herum und traf nix: "Hier muss ich verhungern", verzweifelte er. Wu Shu unterdessen zeigte Asterix, wie man mit den Stäbchen isst.
Auch Automatix stellte sich ziemlich ungeschickt an. - Dann nahm Obelix das Schäl-chen, riss den Mund auf und schüttete den gesamten Inhalt in sich hinein.
"Es schmeckt interessant", sagte Asterix, "was sind denn das für Zutaten."
Der Koch Chi Fan zählte die Zutaten auf: "Da drin ist dass Beste vom Besten: Hund, Katze, Schlange, Huhn, Rind, Schwein, Schwalbe und Fisch."
Als sie das hörten, fing Idefix lauthals an zu heulen und Obelix musste sich wider seine Art übergeben. - Nein, so etwas habe er noch nie zu sich genommen.
"Stimmt was nicht mit deinem Freund?" fragte der Koch.
"Er ist ein Hundeliebhaber", sagte Asterix.
"Komm her Idefix, sonst landest du auch noch in dem Kochtopf", rief Obelix besorgt seinen Hund. "Nachher knabberst du an Einigen deiner Verwandten, das ist doch ab-artig. Und mir hätten die Schweine vollkommen gereicht."
Nach einiger Zeit, kam Chi Fan wieder und brachte Schwein auf Reis, mit süßsaurer Sauce.
Als sie nach dem Essen verkleidet in das Lager des Caó Caó gingen, flüsterte Obelix zu seinem besten Kumpel Asterix: "Also das Essen ist hier nicht zu empfehlen. Mir hängen immer noch die weißen Körner zwischen den Zähnen. Ich will zurück nach Gal-lien."
Automatix blieb in der Stadt und schmiedete in der ansässigen Schmiede ein Schwert, wie Miraculix ihm es aufgetragen hatte. Er arbeitete das geheime Elixier in den Stahl ein.
Asterix, Obelix und Wu Shu gingen in das Lager der Kaiserlichen Garde und suchten nach Wu Lin. Doch das Lager war groß. - Sehr groß!
"Wo sollen wir nur anfangen?" fragte Obelix verzweifelt.
"Meistens sind die Gefangenen in der Mitte des Lagers", sagte Wu Shu.
"Wie bei den Römern", sagte Asterix. "Gut, dann schauen wir, ob wir sie da finden." Unauffällig tapsten sie durch das Lager des Cáo Cáos. Unauffällig? Obelix Erschei-nung hob sich von den Chinesischen Soldaten deutlich ab. Dennoch schöpfte niemand verdacht. Welch Wunder!
"Da, in dem Zelt müsste meine Schwester sein", zeigte Wu Shu auf ein großes Zelt.
"Gut, schauen wir dort mal hinein, dann wissen wir mehr", schlug Asterix vor.
"Die Wachen vor dem Zelt sehen sehr gefährlich aus", warnte Wu Shu.
"Dass ist Obelixs Job", beruhigte Asterix seinen chinesischen Freund. "Schau gut zu, dann kannst du dir ein paar Kampftechniken abgucken."
"Halt, Unbefugte haben hier keinen Zutritt", sagte die Wache.
Mit zwei Faustschlägen von Obelix auf die Fontanelle ließen die Wachen wie ein Kar-tenhaus zusammenklappen. "Ich bin nicht ungefugt?", brummte er nur.
Sie betraten das Zelt und sahen die liebliche und reizende Prinzessin, Wu Lin. Sie war mit ausgestreckten Händen und Füßen an zwei Pfähle gefesselt.
"Mèimei , wie geht es dir?" rief Wu Shu überglücklich. "Bist du wohl auf?"
"Gege , haben sie dich auch gefangen? - Mir geht es soweit gut!" antwortete die Schwester.
"Wir kommen, um dich zu retten. Ich habe Hilfe mitgebracht", sagte Wu Shu und schnitt ihre Fesseln durch.
Als sie befreit war schaute die kleine, zierliche Wu Lin auf den verlegenen, großen Obelix hoch: "Der ist aber di.., ähh, groß." Obelix wurde ganz rot im Gesicht.
"Wir müssen los, ehe wir entdeckt werden", trieb Asterix die Geschwister zur Eile an.
Als sie das Lager verlassen wollten, kam der Vertreter von Cáo Cáo um die Ecke und sah, wie die Gefangene mit ihren Rettern das Zelt fliehen wollte. Er schrie laut: "Die Gefangene will fliehen, haltet sie auf."
Schnell versperrten viele Soldaten den Befreiern den Weg. Die Wache schrie: "Macht den Dicken fertig. Lasst sie nicht entkommen."
"Ich bin nicht dick", rief Obelix und lief wütend wie eine Dampfwalze durch die Men-ge und ebnete den anderen den Weg. Hinter sich ein Schlachtfeld zurücklassend, ver-ließen sie das Lager und rannten so schnell sie konnten über den Hügel. Als sie außer Gefahr waren, obwohl sie eigentlich nie in Gefahr waren, sahen sie, wie Cáo Cáo auf einem großen schwarzen Drachen angeflogen kam. Cáo Cáo war über das Chaos, wel-ches im Lager herrschte, gar nicht erfreut.
"Wer ist für dieses Durcheinander zuständig? - Hat der Mandarin Wu es gewagt uns anzugreifen?" schrie Cáo Cáo energisch.
Sein Stellvertreter kam atemlos angerannt und meldete: "Sie haben die Gefangene befreit."
"Was?" verwundert schaute sich der ruchlose General die angeschlagenen Soldaten an. Es musste eine starke Armee gewesen sein, die es fertig brachte, seine Soldaten so zuzurichten. "Es reicht. - Wir warten nicht länger. Lasst zum Sammeln rufen. Wir greifen an."
"Es waren drei Männer. Wu Shu, der Sohn des Mandarins und zwei Fremde", sagte der Stellvertreter.
"Drei Männer richten solch ein Chaos an?" rief Cáo Cáo erstaunt aus, "die Wus spinnen wohl!"
In der Zwischenzeit war die Prinzessin wohlauf ins Haus ihres Vaters zurückgekehrt. "Wie kann ich euch jemals danken?" fragte der Mandarin Wu ihren Retter.
"Wir benötigen eine Gingsengwurzel. Könnt ihr uns diese beschaffen?" fragte Asterix.
"Ihr sollt die Wurzel erhalten", antwortete der Fürst. "Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Cáo Cáo wird verärgert sein und angreifen. Gegen diese Übermacht ist kein Kraut gewachsen. Und ich werde gegen Cáo Cáo jämmerlich versagen." stöhnte der mandarin Wu.
"Nicht doch. Ein Kraut gibt es gegen Cáo Cáo wohl nicht, aber ein Schluck Zauber-trank verwandelt eure Männer zu Elitekriegern", beruhigte ihn Asterix.
"Und euer Schwert ist auch schon fertig", sagte Automatix beim Eintreten in den Re-sidenzsaal.
Aufgeregt stürmte ein Bote an Automatix vorbei: "Eine Welle von Menschen", rief er aus, "10.000 Mann sind auf den Weg hier her. Angeführt von dem dunklen General, der auf einem schwarzen Drachen sitzt."
"Wir sind verloren", klagte der Mandarin, "wir haben gerade mal 300 Krieger und die sind noch nicht mal kampferprobt."
"Los, Wu Shu, lass uns keine Zeit verlieren, sammelt all eure Krieger", forderte Aste-rix seinen neuen Freund auf. "Automatix, verteile du den Zaubertrank. Am besten ge-ben wir Xiao Lóng auch etwas Zaubertrank, den wird er gegen den Schwarzen Drachen brauchen. Ich werde den Mandarin Wu und Wu Shu noch ein paar Kampftechniken zeigen."
Als der Zaubertank verteilt wurde und Asterix den Chinesen noch ein paar Kampf-tricks gezeigt hatte, waren sie gegen den Feind gerüstet. Nach gallischer Manier stürmten die 303 Krieger aus der Festung Wuweis und griffen Cáo Cáo an. Der Man-darin flog auf Xiao Lóng dem schwarzen Drachen entgegen. Der schwarze Drachen stieß einen so schrillen, unerträglichen Schrei aus, dass jeden normalen Menschen das Blut in den Adern gefror. Xiao Lóng beeindruckte das wenig und biss respektlos dem schwarzen Drachen in den Schwanz. Bei dieser Attacke fielen Cáo Cáo und der Man-darin Wu von ihrem Drachen herunter. In der Zwischenzeit prügelten die Krieger von Wuwei die übermächtige und doch unterlegene Armee bis zum letzten Mann nieder.
"Eure Technik und euer Trank sind gut", lobte Wu Shu seine gallischen Freunde. "Es macht ja richtig Spaß zu kämpfen."
"Ja, das machen wir zu Hause regelmäßig", sagte Asterix.
"So, Mandarin Wu, jetzt seid ihr erledigt. - Ihr habt zwar meine Armee mit dreihun-dert Mann vernichtet, aber mir entgeht ihr nicht", rief Cáo Cáo zornig.
"Na dann komm mal her, du aufgeblasener Angeber", entgegnete der alte Mandarin mutig. Die Schwerter klirrten gegeneinander. Mit einem Hieb zerbrach der Mandarin das Schwert des Cáo Cáo in zwei Teile. Dieser schaute verblüfft auf sein kaputtes Schwert. Der Mandarin nahm seine geballte Wut und Kraft zusammen und holte zu einem heftigen Faustschlag aus. Der Schlag traf den General so hart, dass er bis zu den Himalaya flog.
"Enorm, was mein alter Herr noch so drauf hat", sagte Wu Shu begeistert. Plötzlich sah er, wie sich in der Luft eine Tragödie zu ereignen drohte. Der schwarze Drache drückte Xiao Lóng die Luft ab. "Xiao Lóng ist in Gefahr. Der schwarze Drache ist ein-fach stärker."
"Sollte der Zaubertrank versagt haben?" fragte sich Asterix.
Der Mandarin zögerte nicht lange. Er schleuderte sein Schwert gegen den schwarzen Drachen. Das Schwert zerschnitt den Kopf des Drachen wie Butter und der schwarze Drache plumpste wie ein Sack Reis vom Himmel.
Xiao Lóng erfreute sich bester Gesundheit. "Xiao Lóng, geht es wieder besser, er hustet nicht mehr", stellte Wu Shu erfreut fest.
"Aber ??ist weg", sagte der Mandarin Wu enttäuscht.
"Was bedeutet das?" fragte Asterix.
"ka lí bedeutet Husten verlassen", antwortete der Mandarin, "das ist der Name, wel-ches ich dem Schwert gegeben hatte."
"Nun ja, dafür ist eure Stadt in gerettet", sagte Asterix.
"Das ist wahr. Und dafür werde ich euch auf ewig dankbar sein", sagte der Mandarin.
"Wo das Schwert jetzt wohl sein mag", fragte sich Obelix.
Das Schwert flog und flog. Hinter dem Wurf des Mandarins steckte so eine Wucht, dass es erst in einem Fels in Britannien auftraf und stecken blieb. 1000 Jahre später wurde das Schwert unter dem Namen Exkalibur weltberühmt.
"So, wir müssen dann weiter", sagte Asterix, "wir haben noch ein Termin."
"Vergesst eure Ginsengwurzel nicht", sagte der Mandarin Wu.
"Ahh, natürlich, die nehmen wir auch noch mit", erwiderte Asterix.
"Bleibt ihr nicht mehr zum Essen?" fragte Wu Shu.
"Asterix meinte, wir haben noch etwas vor", sagte Obelix. Er schüttelte sich immer noch von dem gebratenen Hund.
"Xiao Lóng bringt euch überall hin, wo ihr wollt. Und danke noch mal für eure ein-drucksvollen Kampftechniken, ich werde sie verinnerlichen", verabschiedete sich Wu Shu.
"Keine Ursache, gern geschehen", sagte Asterix.
Später erlangte die Kampftechnik unter der Bezeichnung Wu Shu Kung Fu Weltruhm.
Als sie sich verabschiedet hatten, erhob sich Xiao Lóng mitsamt den Galliern langsam von der Erde und flog elegant davon.
"Wo fliegen wir eigentlich hin?" wollte Obelix wissen.
"Zum Palast des Radschahs von Nihamavasah. Weisst du es nicht mehr? Wir sind zur Hochzeit von Prinzessin Orandschade und Prinz Korkumatah eingeladen", sagte Aste-rix.
"Da gibt es bestimmt auch was Anständiges zu Essen", sagte Automatix, dem das chi-nesische Essen nichts ausgemacht hatte. So lange kein Fisch von Verleihnix im Ge-richt enthalten ist, isst Automatix alles.
"Ja, das Essen war ungenießbar. Die spinnen, die Wuweier", grummelte Obelix.
In Indien staunten sie nicht schlecht. Als sie das letzte Mal Stopp gemacht hatten, war noch heller Sonnenschein. Als sie nun zum Palast kamen, goss es in Strömen. Und nicht nur das. Je mehr sie sich dem Palast näherten, umso stärker wurden die Laute, die durch den Regen drangen.
"Ich bringe ihn um. Ich bringe diesen Halunken um", rief Automatix.
"Ganz ruhig", beruhigte Asterix den Schmied, "der Radschahs von Nihamavasah fährt auf den Gesang von Troubadix voll ab. Aber Troubadix muss es ja mit seinem Gesang nicht gleich übertreiben."
Im Palast des Radschahs von Nihamavasah angekommen, eilten sie sofort in den gro-ßen Saal. Die Trauung war bereits vorbei und die Hochzeitsgäste waren schon an der großen Tafel beim Essen. Die Abenteurer staunten nicht schlecht, denn alle Dorfbe-wohner aus ihrem Heimatdorf in Gallien waren anwesend und genossen dass üppige Mahl.
"Komm Obelix", winkte Majestix seinen vollschlanken Hinkelsteinlieferant herbei, "die Wildschweine sind hier voll lecker. Komm und greif zu."
"Wildschweine!" jubelte Obelix. Er stürmte an die Tafel und biss herzhaft und ge-nüsslich in ein kross gebratenes Wildschwein hinein. "In China, da haben die Leute zu essen und können doch nicht viel zu essen!"
Majestix verstand nichts von dem, was Obelix ihn vermitteln wollte.
"Denen fällt das Essen von den Hölzchen immer runter, deshalb sind sie alle auch so dünn", berichtete Obelix weiter und knusperte dabei an seinem Wildschwein.
Alles in Allem war es ein gelungenes Fest.
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