PolemixDer gallische Aktivist Polemix (Polemik = Meinungsstreit), der für die Zeitschrift "Gallische Revue" arbeitet, steht im Album "Der Papyrus des Cäsar" unter Beobachtung der römischen Machthaber, weil er ein Kolporteur ohne Grenzen sei und zudem diverse Vorstrafen wegen der Verbreitung von Gerüchten über Cäsar und dem Anbringen von Grafitti an Cäsars Palast habe.

Er erhält vom Numiden Bigdatha ein Kapitel aus Cäsars geplanten Kommentaren zum Gallischen Krieg, das nicht veröffentlich werden soll. Er dagegen wittert in der Veröffentlichung zum Einen einen Skandal für das römische Reich, der es in seinen Grundfesten erschüttern werde und außerdem erhofft er sich Ruhm und Ehre mit den entsprechenden Schlagzeilen. Mit diesem Papyrus ist er in Aremorica unterwegs, als er auf der Flucht vor den Römern Obelix über den Weg läuft. Er erzählt den Galliern, dass ihn die Zensur verfolge, seitdem er auf Kolportage in Rom gewesen sei.

Er bleibt als Gast im gallischen Dorf, bis dort eine Einladung aus dem benachbarten Römerlager Babaorum erfolgt und ihm damit eine Falle gestellt wird. Die Aussicht auf eine fette Schlagzeile ("plaga versus") lässt ihn unvorsichtig werden. Schließlich tappt er in eine Falle von Rufus Syndicus, wird gefangen genommen und als Geisel für die Rückgabe der Schriftrolle eingesetzt. Schließlich verspricht Cäsar am Ende der Geschichte im Tausch mit dem Papyrus, dass er Polemix freilassen werde und in Zukunft keine gallischen Kolpoteure mehr verfolge. Polemix nimmt zum Schluss am Festbankett teil.

Der Ausdruck Kolportage (aus dem Französischen: porter à col, am Hals/Kragen tragen, sinngemäß: auf den Schultern tragen) bezeichnete den Vertrieb von Büchern in Einzellieferungen durch Hausierer (Kolporteure). Das Verb kolportieren bezeichnet in Anlehnung an seine ursprüngliche Bedeutung heute das Verbreiten von Gerüchten, unbelegten Nachrichten und Gesellschaftsklatsch, beispielsweise in Boulevardzeitungen und der Regenbogenpresse oder auch im Internet.

Der Charakter des Polemix ist eine Karikatur von Julian Paul Assange, einem australischen politischen Aktivisten, der sich als investigativer Journalist betätigt, zuvor als Computerhacker und Programmierer tätig war und als Sprecher der Enthüllungsplattform WikiLeaks aktiv ist. Im französischen Original heißt dieser Charakter Doublepolémix, was nach einer Erklärung des Texters Jean-Yves Ferri der französischen Kultur des Gelehrtenzanks entgegen kommt: Auf jede Polemik antwortet der Opponent mit einer Gegenpolemik.

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