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Ausgabe 90 vom 25. August 2006

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Willkommen bei der Newsletter-Ausgabe 90 vom 25. August 2006

Vorwort

Ja, ich weiß. Alle Abonnenten haben schon ganz sehnsüchtig auf den Newsletter gewartet. Die üblichen Administrator-Ausreden von "temporären, technischen Problemen - ist sicher bald behoben" muss ich hier nun wirklich nicht anbringen, denn es gibt einen guten Grund für den verspäteten Comedix-Newsletter: Urlaub. Und damit im Urlaub Asterix auch wirklich einmal Pause macht, habe ich mich nach Kreta begeben, einer Insel, die Asterix in seinen Abenteuern bisher nicht besuchte.

Dafür hat sich in den Wochen vor und in den Tagen nach meinem Urlaub jede Menge getan: So viele Artikel zu den Themen "Römer" und "Kelten" wie seit dem Erscheinen des letzten Newsletters Mitte Juli sind bei Comedix.de bisher in der achtjährigen Geschichte des Newsletters noch nie erschienen. Auch der in Entstehung befindliche neue Themenbereich zu den rechtlichen Konsequenzen der Taten von Asterix und Obelix kommt voran. Kommen Asterix und Obelix im ersten Band noch um eine Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung herum, weil den Taten "Notwehr" bzw. "rechtfertigender Notstand" zugrunde liegen, so sieht es zum Beispiel mit Obelix auf Seite 19 in "Asterix bei Kleopatra" weniger gut aus. Seine Körperverletzung nach § 223 StGB gegenüber dem Karawanenführer zieht nach neuzeitlichen Gesichtspunkten ganz sicher eine Strafe nach sich ...


Neuerscheinungen im September

Nachdem für diesen August der 60. Mundartband (Südtirolerisch III) angekündigt wurde, wird im kommenden Monat kein neuer Lesestoff in den Buchhandlungen sein. Zumindest kommen die Filmfans nach bisherigen Ankündigungen noch mindestens zwei Mal auf ihre Kosten:

26. August 2006: Zeichentrick "Asterix in Amerika", SAT.1, 20.15 Uhr,
Informationen zum Film: http://www.comedix.de/medien/filme/asterix_und_obelix_gegen_caesar.php

2. September 2006: Kinofilm "Asterix und Obelix gegen Cäsar", SAT.1, 20.15 Uhr,
Informationen zum Film: http://www.comedix.de/medien/filme/asterix_in_amerika.php

Alle Neuerscheinungen und Termine im Überblick:
http://www.comedix.de/news/index.php#wn56

Kelten und Römer im Hunsrück

Die Zeitung "Main-Rheiner" berichtet in ihrer Online-Ausgabe von einem Faltprospekt mit dem Titel "Kelten und Römer - Sagenhafte Angebote in Hunsrück und Naheland", der kostenlos mit einem aktuellen Einleger mit 25 Veranstaltungen und Workshops bei den Touristikagenturen Naheland-Touristik GmbH und die Hunsrück-Touristik bestellt werden kann.

Der Artikel beschreibt, dass es der Nahe-Region, zwischen dem Rhein und der alten Römerstadt Trier gelegen, nicht an Zeugnissen aus keltischer und römischer Zeit mangelt. Beide untergegangene Kulturen gäbe es dort eindrucksvoll nebeneinander zu entdecken. Interessierte Gäste könnten sie entlang des Ausoniuswegs, des Keltenwegs und des Sirona-Weges erwandern.

Bei beiden Regionalagenturen könnten dazu individuelle wie auch Gruppen-Wanderungen gebucht werden. Zudem gäbe es auch Führungen, beispielsweise zu der rekonstruierten Keltensiedlung Altburg in Bundenbach oder zum sagenumwobenen Ringwall nach Otzenhausen.

Diese Führungen würden zu einem großen Teil von qualifizierten Gästeführern angeboten, die im vergangenen Jahr am Weiterbildungsangebot für Gästeführer, Gastronomen und "Naturlaub-Betriebe" teilgenommen hätten.

Kontakt Naheland-Touristik: Bahnhofstraße 37 in 55606 Kirn, Telefon (06752) 137610, E-Mail "info@naheland.net".

Forscher wollen das Kelten-Rätsel lösen

In Zukunft werden die Berichte zu neuen Erkenntnissen über die Kelten wohl schon bald die wissenschaftlichen Redaktionen vieler Zeitschriften und Magazine fluten. Galten die Kelten bisher eher als primitive Draufgänger - die Besucher des Asterix-Archivs wissen natürlich dass das nicht so war - löst sich dieses Klischee, das vor allem aus römischen und griechischen Überlieferungen stammt, durch neue archäologische Funde langsam auf.

Die Online-Ausgabe des SPIEGEL zeichnet ein Bild der Kelten, das viele Menschen mit ihnen in Verbindung bringen: "Die langen Haare verfilzt, die Tierfelle am Körper schlecht gegerbt, fallen keltische Krieger brüllend über den Feind her. Von sinnlosem Draufgängertum der Barbaren, die an der oberen Donau hausten, ist die Rede. Andere Quellen berichten von tollkühnen, leicht erregbaren und auf den Kampf versessenen Kriegern, die ihren Pferden die Köpfe der erschlagenen Feinde um den Hals hängten."

Wie das Magazin "Bild der Wissenschaft" in seiner Augustausgabe berichtet, deuten inzwischen jedoch neueste Ausgrabungen darauf hin, dass die so beschriebenen Barbaren eine komplexe Gesellschaftsstruktur besaßen. Wie der SPIEGEL weiter über diesen Artikel berichtet, standen die frühen Kelten möglicherweise schon in der Mitte des ersten Jahrtausends vor Christus kurz vor der Entwicklung einer Hochkultur - inklusive Städten, Staatswesen mit Herrscherdynastien und Adelsfamilien sowie einem Reichsgebiet.

Nun wollen Forscher der Frage nachgehen, warum die Kelten den Sprung zur Hochkultur dann doch nicht schafften. Sicher scheint nur, dass zum Beispiel kurz nach dem Bau der aufwändigen Wehranlagen der Abstieg der Heuneburg begann, die schließlich zwischen 500 und 430 vor Christus vollständig aufgegeben wurde. Ähnlich erging es etwas später den anderen Keltenzentren Hohenasperg und Ipf in Baden-Württemberg, dem hessischen Glauberg und dem Mont Lassois in Südfrankreich. Die Ausgräber hoffen nun, dass weitere Funde helfen, das Verschwinden der Keltenzivilisationen zu verstehen.

Speisen wie zur Zeit der alten Römer

Die Onlineausgabe der "OÖNachrichten", einer Zeitung aus Oberösterreich, berichtet von den Gelagen der Römer, die von der Historikerin Brigitte Cech beschrieben werden - sie bietet in Wien Kochkurse zur römischen und mittelalterlichen Küche an. Ob sich die Römer wirklich so lange mit Pfauenfedern im Schlund gekitzelt haben, bis sie sich übergeben mussten und im Magen wieder Platz für mehr war? "Nein", sagt Frau Cech in diesem Artikel, das Kitzeln mit der Feder habe in der Römerzeit als "dekadenter Auswuchs" gegolten, dessen sich vor allem Neureiche mit schlechten Manieren befleißigten. In der Oberschicht wäre solches Verhalten nicht toleriert worden.

Eine ausgezeichnete Quelle zum Geschmack der Römer hat Marcus Gavius Apicius aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert in seinem Kochbuch "De re coquinaria" (dt.: 'über die Kochkunst') hinterlassen. Insgesamt 478 Rezepte sind in diesem einzigen erhaltenen Kochbuch der Antike verzeichnet. Die Historikerin, die als selbstständige Archäologin derzeit Ausgrabungen in Hüttenberg (Kärnten) zur keltisch-römischen Eisengewinnung leitet, berichtet im Artikel der OÖNachrichten weiter: "Apicius war ein reicher Patrizier, der sein Leben den Gaumenfreuden weihte".

Die Küche der Römer unterscheidet sich laut Cech grundlegend von der heutigen italienischen Küche. Pasta und Pizza waren unbekannt, Knoblauch war unbeliebt. Als Gewürze fanden neben Minze, Weinraute, Koriander, Oregano auch Pfeffer aus Indien, Kreuzkümmel aus Kleinasien und Ingwer aus Zentralasien Verwendung. Und vor allem Silphium, eine Gewürzpflanze aus Nordafrika, ähnlich dem Sellerie, die wegen der hemmungslosen Nutzung zur Zeit von Kaiser Nero um 68 n. Chr. ausstarb.

Zum Säuern verwendeten die Römer Essig, zum Salzen "Garum", das charakteristische Geschmacksmerkmal ihrer Küche, eine Sauce aus fermentierten Fischen, Wasser und Salz. Gesüßt wurde mit Honig und "Defrutum" - in Bleipfannen auf die Hälfte seines Volumens reduzierter Traubenmost.

Die Säure des Mostes reagierte mit dem Blei, es entstand Blei-acetat (Bleizucker), der das Ganze noch süßer machte. "Darauf ist auch der hohe Bleigehalt in römischen Skeletten zurückzuführen", sagt Cech. Zum Nachkochen römischer Rezepte behilft sie sich mit einer ähnlich wie "Garum" schmeckenden Fischsauce, die heute in der fernöstlichen Küche verwendet wird.

Weil in den mehrstöckigen Wohnhäusern Roms die Brandgefahr zu groß war, aßen die Menschen auswärts in Garküchen oder Schänken. Dort wurde in Töpfen, die in die Theke eingemauert waren, "Puls" warm gehalten, ein Eintopf aus Bohnen, Linsen und Fleisch, gewürzt mit Garum und Kräutern. Die Soldaten mussten auf ihren Feldzügen ihre Weizenration in eigenen Handmühlen selber mahlen. Daraus bereiteten sie sich eine Art "Polenta" zu oder buken Fladenbrote am Lagerfeuer.

Zum Artikel, der auch auf Details aus dem Mittelalter eingeht, gehört auch ein Rezept des Apicius, das sich "Eintopf à la Matius" nennt. Brigitte Cech hat es für die moderne Küche adaptiert:

Man braucht 1 kg Lungenbraten, 1 Stange Lauch, 2-3 Äpfel, 1 Liter Rindsuppe, Pfeffer, Kümmel, gehackten Koriander, gehackte Minze, Garum (= Fischsauce "Nuoc Nam" aus dem Asienmarkt), Essig, Defrutum (= Rosinen in rotem Traubensaft über Nacht einweichen, dann langsam in zugedeckter Pfanne auf ein Drittel reduzieren und durch ein Sieb pressen, den Saft verwenden), Honig, Silphium (= Asafoetida-Urtinktur aus der homöopathischen Apotheke), Weizengrieß und Olivenöl.

Die Zubereitung: Lungenbraten in Würfel schneiden, Lauch in dünne Scheiben schneiden, geschälte und entkernte Äpfel würfelig schneiden, Fleisch in Olivenöl anrösten. Mit Suppe aufgießen, Lauch dazugeben. Die übrigen Zutaten außer Silphium und Äpfeln dazugeben, dann die geschnittenen Äpfel beifügen und das Ganze auf kleiner Flamme kochen. Mit wenig Weizengrieß binden, zum Schluss mit ein paar Tropfen Silphium würzen.

Römerspektakel "Brot und Spiele" in Trier

Das Online-Portal der Tageszeitung "Trierische Volksfreund" berichtet über das Römerspektakel "Brot und Spiele", Deuschlands größtem Römerspektakel, das vom 11. bis 13. August in den einzigartigen Römerbauten der Stadt Trier stattfinden wird.

Jungen Besucher können sich auf zahlreiche Mitmachaktionen, Führungen und Spiele freuen. In der Kampfarena des Amphitheaters wird "Die Mystik der Gladiatur" vorgestellt: Eine neue Gladiatoren-Show unter der Mitwirkung von 35 Darstellern. Dabei handelt es sich um eine 100-minütige Abendspielversion von "Der Gladiator Valerius", welche schauspielerische und erzählerische Elemente, authentische Gladiatorenkämpfe sowie atemberaubende Artistik-Vorführungen miteinander vereint.

In den Kaiserthermen wird das zivile und militärische Leben der Römer präsentiert: Auf der Palästra errichten zahlreiche Legionen aus ganz Europa ihr Marschlager und laden die Besucher ein, militärisches Handwerk und offenes Lagerleben kennen zu lernen und vielfältige Demonstrationen auf dem Exerzierfeld zu erleben. Auf dem Vicus kann sich der Besucher wieder über die Herstellung antiken Handwerks informieren.

In den unterirdischen Gängen der Kaiserthermen entführen Klang- und Lichtinstallationen die Besucher in eine geheimnisvolle Welt voller Fantasie, Überraschungen und Emotionen. So wird den Zuschauern ein ganz besonderer Einblick in die antike Vergangenheit der historischen Stätte geboten.

Segeln wie die alten Römer

Christoph Rinde berichtete im Hamburger Abendblatt über den Nachbau und die Fahrt auf einem antiken Römerschiff von Hamburger Geschichtsstudenten auf der Donau.

Der etwa 2000 Jahre alte Schiffstyp "Navis Lusoria" ('Leichtes Schiff') wurde nach der Vorlage eines 1981 in Mainz gefundenen Wracks aus der Zeit der römischen Besatzung erbaut und sollte neue Erkenntnisse über die Navigation und die Eigenschaften des wendigen Flußschiffs bringen. Das Wissenschaftlerteam habe demnach dafür eigens eine maßgeschneiderte Ausrüstung zusammengestellt: Unter anderem seien Windstärke und -richtung, die Fahrtrichtung (per GPS-Satellitennavigation), das Tempo im Wasser und über Grund gemessen und alle Werte über eine Zentraleinheit an einen Computer weitergeleitet worden.

Mit dem bei dieser Fahrt benutzten Schiffstyp waren die römischen Besatzer zwischen 300 und 500 nach Christus den Germanenstämmen weit überlegen. Denn Goten und Alamannen ruderten zu jener Zeit noch in Einbäumen und "hatten gegen dieses High-Tech-Gerät der Spätantike kaum eine Chance", sagte Dr. Christoph Schäfer, Professor der Alten Geschichte an der Uni Hamburg, der Zeitung.

30 Mann hatten auf den römischen Galeeren Platz. Nach Berechnungen der Forscher waren damals auf rund 2400 Flußkilometern bis zu 1000 dieser Schiffe im Einsatz. Zwei bis vier Mann reichten aus, um es zu segeln. Bei Windstärken zwischen zwei und drei schafften die Schiffe eine Geschwindigkeit von drei bis vier Knoten und erreichten damit das sonst beim Rudern übliche Tempo, sagt Schäfer. Beim Rudern mußten sich allerdings alle 30 Mann in die Riemen legen.

Tests mit dem etwa 25 Quadratmeter großen Rahsegel ergaben, dass die Römer mit der Ausstattung gut gegen die Strömung segeln konnten. So konnten die Legionäre an Bord, wenn der Wind es zuließ, ihre Kräfte sparen - und dabei noch Fahrt gegen den Strom machen.

Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen hätten die Touren nach dem Artikel im Hamburger Abendblatt auch noch eine soziale Komponente gehabt - die Arbeit an Bord habe die Mannschaft, die neben dem Professor ausschließlich aus Studenten bestand, von denen die meisten keine Segelerfahrung hatten, zusammengeschweißt.

Comics in der Wissenschaft

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet in einem Artikel über den Vorsitzenden und Gründer der 2004 gegründeten Gesellschaft für Comicforschung, Dietrich Grünewald. Der 58-Jährige ist Professor für Kunstwissenschaft und Kunstdidaktik an der Universität Koblenz (Rheinland-Pfalz) und erforscht Comics wissenschaftlich.

Grünewald wuchs in den 50er Jahren auf, als es Comics in Deutschland schwer hatten. Der Artikel berichtet über die Sorgen der damaligen Bildungsbürger, die laut Grünewald befürchteten, dass Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zurückbleiben könnten, wenn sie reine Bildfolgen lesen. Der Professor dazu: "Ich hatte Glück, dass ich tolerante Eltern hatte, die die ganze damalige Hektik und Hysterie ignorierten".

Der Koblenzer Wissenschaftler definiert eine Bildgeschichte wie folgt: Eine Bildgeschichte ist für den Koblenzer Wissenschaftler eine eigenständige, erzählende Bildfolge, wobei die Bilder ganz ohne Text auskommen können oder mit einem Text eine Einheit bilden. "Für mich ist die Bildgeschichte eine wunderbare Synthese von literarischer Erzählung und ihrer Visualisierung im Bild." Bildgeschichten habe es schon immer gegeben - selbst bei den alten Griechen und Ägyptern. Die Bilder können Szenen zeigen, die zeitlich weit auseinander oder eng beieinander liegen.

Bildgeschichten - oder eben neusprachlich Comics - dienten der Unterhaltung, wobei sie auch trivial und platt sein könnten, aber auch der Information wie beispielsweise Reportagecomics. «Ein Bild ist mehrdeutig. Das lässt immer einen Interpretationsspielraum», erklärt Grünewald den Unterschied zum reinen Text. Deshalb regten Bildgeschichten die Fantasie an. Als Wissenschaftler interessiert sich Grünewald dafür, wie diese Wort-Bild-Folgen erzählt, welche grafischen Techniken, Stile, Metaphern angewandt werden und was dies für den Leser bedeutet.

Nach Angaben des Comic-Experten Eckart Sackmann aus Hildesheim, der ebenfalls in diesem Artikel der Mitteldeutschen Zeitung erwähnt wird, gäbe es in Deutschland etwa eine Hand voll Wissenschaftler, die sich ernsthaft mit Comics beschäftigen. Sackmann selbst ist Verleger und Literaturhistoriker. Sein Frankfurter Kollege Bernd Dolle-Weinkauff betrachtet Comics vor dem Hintergrund der Forschungen zum Thema Jugendbücher. Grünewald komme aus der Kunstpädagogik und sei in der Gesellschaft für Comicforschung mehr mit der Geschichte der Comics beschäftigt, sagt Sackmann, der zweiter Vorsitzender der Eingangs erwähnten Vereinigung ist.

Kinder und Jugendliche lesen im Zeitalter des Computers nach weiteren Angaben von Grünewald in diesem Bericht weniger Comics als vor zwanzig oder dreißig Jahren. "Ich glaube aber, dass es nach wie vor gedruckte Comics geben wird, als Buch, als Album und in der Zeitung." Der Professor plädiert dafür, dass Kinder im Schulunterricht den Umgang mit Comics lernen, um später selbst zwischen Schund und Qualität unterscheiden zu können. "Es bringt nichts, Kindern zu sagen, das ist schlecht, das darfst Du nicht lesen", sagt er. "Dann lesen sie erst recht."

Römer-Siedlung in Bonn entdeckt

Wie die Deutsche Presse Agentur berichtete, hat man bei Ausgrabungen im ehemaligen Bonner Regierungsviertel Reste einer alten Römersiedlung mit einem großen Bad entdeckt.

Nach den Funden sei klar, dass an den Standorten des alten Kanzleramts und der Bundestagsgebäude römisches Leben pulsierte, sagte Grabungsleiter Cornelius Ulbert der dpa in Bonn. Das 50-köpfige Team im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland hat bereits Zig-Tausende von Fundstücken aus der Römerzeit auf dem für Neubebauung frei geräumten Areal geborgen.

Römer in Franken - eine Zeitreise entlang des Limes

Der Tourismusverband Franken präsentiert in der Broschüre "Römer in Franken - eine Zeitreise entlang des Limes" auf 68 Seiten ausführliche Informationen zur Geschichte des antiken Grenzwalls, der auf knapp 160 Kilometern Franken durchquert.

Entlang der antiken Grenze, an den Standorten römischer Kastelle, Wachttürme, Gutshöfe oder Thermen, hat man archäologische Schätze durch Ausgrabungen wiederentdeckt. Zusätzlich wurden zahlreiche nachgewiesene Bauwerke originalgetreu rekonstruiert. Imposante Grabungen und Bauwerke, eine informative Museumslandschaft, zahlreiche historische Feste sowie idyllische Wander- und Radwege lassen die römische Vergangenheit anschaulich und greifbar werden. Dem einmaligen Bodendenkmal Limes begegnet man in Franken in fünf fränkischen Feriengebieten vom Untermain bis zur Donau.

Neu eröffnet hat zum Beispiel das zentrale "Bayerische Limes-Informationszentrum" im Römermuseum in Weißenburg in Bayern und der "Infopoint Limes" im Römer- und Bajuwaren-Museum Burg Kipfenberg im Naturpark Altmühltal: Neben den interessanten Ausstellungen informieren dort multimediale Präsentationen über die Geschichte des römischen Grenzwalls sowie über spezielle Angebote, attraktive Bauwerke und aktuelle Erlebnismöglichkeiten zum Thema "Römer und Limes in Bayern".

In der Broschüre "Römer in Franken - eine Zeitreise entlang des Limes" werden unter anderem die fränkischen Feriengebiete mit entsprechendem Bezug vorgestellt. Hierzu gehören beispielsweise Orte mit Limesresten, archäologische Ausgrabungen und Rekonstruktionen von Limeskastellen. Weiterhin laden Thermenanlagen zu einer Zeitreise in die römische Vergangenheit ein. Interessante Museen können auf besonders schönen Rad- und Wanderwegen entlang des Limes entdeckt werden. Die Info-Seiten mit den wichtigsten Adressen und Karten zu den einzelnen Limesabschnitten machen die neue Broschüre des Tourismusverbandes zu einem idealen Begleiter für einen Ausflug zum Limes in Franken.

Kontakt:
Tourismusverband Franken
Wilhelminenstraße 6, 90461 Nürnberg
Telefon 0911/94151-0, Telefax 0911/94151-10
E-Mail: info@frankentourismus.de

200 Jahre Keltenforschung

Lara Theresa Weber thematisiert in der Onlineausgabe des Münchner Merkurs den 200. Geburtstag von Johann Kaspar Zeuß, der mit seinem Werk über die Keltenforschung "Grammatica Celtica" 1853 den Schlüssel zum Verständnis der mittelalterlichen keltischen Sprachen lieferte. Noch gibt es in Europa keltische Sprachen: Bretonisch in der Bretagne, Kymrisch in Wales, Gälisch in Schottland, Irisch in Irland. Und dass diese Wurzeln der Sprachen nicht verloren sind, verdanken wir nach Meinung der Autorin dem Sprachforscher aus Kronach, der an der Münchner Universität Geschichte lehrte.

Nach Erich Hoppe, Professor für Keltologie an der Universität Marburg, habe Johann Kaspar Zeuß als Erster die ältesten Quellen für die keltischen Sprachen systematisch gesammelt und die richtigen Schlüsse gezogen, so der Artikel im Merkur weiter. Doch wie kommt ein Franke aus Kronach zu Kymrisch und Gälisch? Über die Bayern: Denn zwischen 1200 v. Chr. und Christi Geburt besiedelten die Kelten weite Teile West-, Mittel- und Südeuropas - und das heutige Bayern. Heute erinnern nur die Namen einiger Orte an die ständisch gegliederte Kultur mit ihren Hügelgräbern und Druiden. So wurde das keltische "Cambodunon", "Burg an der Flussbiegung", zum heutigen Kempten.

Im Artikel berichtet die Autorin über eine waghalsige Theorie, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Mode kam: Die Bayern sollen von den Kelten abstammen. Zeuß, der in München Philosophie studierte und beim Grafen von Montgelas als Hauslehrer gearbeitet hatte, hielt nichts von dieser "Keltomanie": Um zu beweisen, dass Bayern und Kelten nichts miteinander zu tun haben, machte er sich an das Studium des Keltischen. Im Jahr 1837 - Zeuß unterrichtete an einem Münchner Gymnasium - erschien sein Werk "Die Herkunft der Baiern von den Markomannen".

Drei Jahre nach dem Erscheinen seines Hauptwerks, der "Grammatica Celtica", starb Johann Kaspar Zeuß am 10. November 1856 in Vogtendorf. Das Interesse an den Kelten und ihren Sprachen ist seither nicht mehr abgerissen: So kann man an der Universität Marburg seinen Bachelor in Keltologie machen, und auch an den Universitäten Bonn und Wien ist die Keltologie als eigenes Fach vertreten.

Die Römer jetzt bei Playmobil

Noch nach Jahrtausenden übt das Volk der Römer auf Erwachsene wie Kinder eine faszinierende Anziehungskraft aus. Die römische Geschichte ist heute noch in zahlreichen Orten Deutschland zu besichtigen und viele historische Funde haben ihren Platz in den Museen gefunden. Nicht zuletzt durch Asterix und Obelix und deren Abenteuer mit den römischen Legionären bleibt das Thema auch bei den Kindern der Gegenwart immer noch aktuell. Ließ sich das Wissen zumeist nur zweidimensional vermitteln, so wird sich das ab August 2006 nun ändern:

Nach den Ritterfiguren des Mittelalters geht Playmobil jetzt eine Epoche weiter in die Vergangenheit zurück und lässt mit der Römer-Serie das antike Rom wieder auferstehen. Mit einer Kampf-Arena, einer Quadriga, einem Feldlager und der schwimmfähigen Galeere finden Ausstattungsstücke dieser Zeit ihren Weg in die heimischen Spielzimmer.

Die stattliche Arena, einst Hochburg des römischen Vergnügens, mit einem imposanten Durchmesser von 84 Zentimetern, ist innerhalb einer halben Stunde montiert. Aufkleber, die Marmor und Fresken andeuten, bronzefarbene Gitter, weiße Säulen und für Playmobil üblich viele Details vervollständigen den sehr guten Gesamteindruck - man meint, die Löwen in den Katakomben schon brüllen zu hören, während die Gladiatoren dem Imperator gegenübertreten und ihm mit "Morituri te salutant" ihre Aufwartung machen. Sorgfältig recherchiert und playmobiltypisch umgesetzt erkennt man einiges aus den Asterix-Heften wieder, inklusive dem Streitwagen mit seinen beiden Pferden und den Rammspornen an den Radnaben. Damit hätte sogar Ben Hur Nachwuchsfahrer ausbilden können.

Eine 57 Zentimeter lange, schwimmfähige Römergaleere mit Legionären, Schilden und beweglichen Rudern macht nicht nur Kindern Spaß. Gerne habe ich meinem Nachwuchs beim Zusammenbauen des Schiffes geholfen, das mit einer Balliste (einer Wurfmaschine für balkenähnliche Pfeile) und einem Rammsporn ausgestattet ist. Das Schiff hat zumindest dafür gesorgt, dass für das wöchentliche Badewannenmassaker keine Überredungskünste notwendig waren - das Piratenschiff hatte den Waffen der Galeere schließlich nichts mehr entgegenzusetzen. Für die Beseitigung des Kampfes waren jedoch alle Handtuchvorräte bald aufgebraucht - hier gehört unbedingt ein Warnhinweis auf die Verpackung ...

Zusatzmaterial in Form eines römischen Kaisers, einem Römerlager mit Zelt, einem Zenturio mit Legionären und einem Tribun mit Pfernd bringen Leben in die Umsetzung der gedruckten Asterix-Ausgabe. Ein fahrbarer Belagerungsturm, eine vierspännige Quadriga und ein Feuerkatapult runden diese neue Spielwelt ab.

Wer mit den Asterix-Heften bei seinen Kindern keinen Erfolg hatte, wird mit der Römer-Serie von Playmobil ganz sicher den Weg für einen würdigen Erben der Asterix-Sammlung ebnen. Auf die Darstellung unserer gallischen Helden in diesem Szenario müssen wir wohl leider auch in Zukunft verzichten. Ich kann mir gut vorstellen, dass Playmobil hier auch gerne die Werbetrommel gerührt haben mag, doch ist das in der Regel wegen der hohen Lizenzgebühren kaum zu rechtfertigen. Schade aber auch, so bleibt den Römern von Playmobil der Eintritt in die Comedix-Bibliothek leider verwehrt.

Umfrage zu Kelten und Römern

Derzeit läuft auf der Comedix-Hauptseite die Umfrage nach dem Interesse zu Informationen über die Römer und Kelten. Das Votum ist nach den ersten zwei Wochen ziemlich eindeutig: Mehr als 96 Prozent interessieren sich für diese Themen, die mittelbar mit Asterix und seinen Abenteuern zu tun haben. Entsprechend bestärkt sehe ich mich darin, diesem Interesse durch weitere Artikel zu den Asterix-Randthemen weiterhin nachzukommen.

Nur im Newsletter: Asterix-Kartenspiel gewinnen!

Speziell für die Leser des Newsletters gibt es ein Asterix-Kartenspiel von Kosmos zu gewinnen. Das Kartenspiel für zwei Spieler ab 8 Jahren erschien im Juni 2006. In einer Spieldauer von etwa 20 Minuten rüsten sich Asterix und Obelix zur Keilerei. Fünf Legionen mit ganz frischen Römern, aufgewiegelt vom habgierigen Verräter Moralelastix, marschieren auf das kleine wohlbekannte gallische Dorf zu. – Obelix ist vor Freude ganz außer sich und schließt mit Asterix eine Wette ab, wer wohl die meisten Römer verhauen wird. Der Artikel in der Comedix-Bibliothek: http://www.comedix.de/medien/lit/g44.php

Was muss man nun tun um dieses Spiel zu gewinnen? Einfach den Newsletter ausführlich lesen und folgende Frage beantworten: "Wie heißt der Vorsitzende und Gründer der 2004 gegründeten Gesellschaft für Comicforschung?". Die richtige Antwort bis 12. September an frage@comedix.de schicken und mit etwas Glück das Spiel gewinnen.

Comedix-Funktion des Monats

In dieser Rubrik des Newsletters möchte ich auf eine ganz besondere Perle bei Comedix.de hinweisen. Dies kann ein neues Angebot sein, auf das ich ein wenig ausführlicher eingehe oder eine Funktion, die sich in einem Bereich von Comedix.de befindet, der nur Besuchern bekannt sein könnte, die Comedix.de gut kennen.

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