Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Allgemeine Themen, die etwas mit Asterix zu tun haben und Vorstellung aktueller Asterix-Hefte, -Filme und -Produkte.

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Erik
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Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 55319Beitrag Erik
12. April 2017 19:16

Hallo,

im Comicforum ist jüngst das aktuelle Verlagsprogramm der Egmont Comic Collection veröffentlicht worden:
http://www.comicforum.de/showthread.php ... erbst-2017

Und es ist für Asterix-Fans durchaus mal wieder interessanter als die letzten Programme.

Im Juli 2017 soll eine Sonderausgabe von "Asterix bei den Belgiern" mit 16 Zusatzseiten anlässlich Uderzos 90. Geburtstag und Goscinny's 40. Todestag erscheinen. Naja, die Erscheinung zu Uderzo's 80. war interessanter (Bd. 35), aber mit neuem Material vom alten Meister war natürlich nicht mehr zu rechnen.

Im September 2017 erscheint ein weiterer Asterix-Mundartband (Unterfränkisch IV: "Asterix un di Schlåchtbladdn"). O.K., wen's interessiert. Mich weniger.

Im Oktober 2017 kommt dann natürlich der neue Band 37, "Asterix in Italien". Im November wird dann gleich die Luxusedition nachgelegt. Wann das Artbook erscheint, ist dem Programm noch nicht zu entnehmen.

Für Dezember 2017 wird "Asterix - Unbeugsame Lateinzitate von A bis Z" angekündigt. Dem kurzen Beschreibungstext nach soll es sich um "das noch größere Asterix-Latinum" handeln. Es soll ein Büchlein von 160 Seiten mit über 70 lateinischen Zitaten aus den Asterix-Bänden sein. - Ob es sich wirklich um etwas Neues oder doch nur um einen Aufguß des "Asterix Latinums - Veni vidi vici" aus dem Jahr 2004 handelt, wird sich zeigen müssen.

Im Januar 2018 soll ein weiterer Mundart-Sammelband (Ruhrdeutsch) erscheinen und im Februar "Der Kampf der Häuptlinge" auf Latein.

Und wer sich auch für die nicht-asterixinischen (Früh-)Werke Uderzos und Goscinnys interessiert, der wird mit der für Januar 2018 angekündigten "Benjamin und Benjamine Gesamtausgabe" wahrscheinlich auf seine Kosten kommen. Aus der Serie liegen auf Deutsch bislang erst wenige Geschichten im Rahmen der Anfang der 1990er Jahre abgebrochenen "Edition Al Uderzo" vor.

Offen ist allerdings, wie gesamt die Gesamtausgabe wird. Denn in der kurzen Beschreibung wird sie nur als "Frühwerk von Goscinny und Uderzo in einem Gesamtband" angekündigt. Verschwiegen bleibt, dass Goscinny und Uderzo diese Figuren nicht erfunden, sondern die Serie von Godard übernommen haben. Ob es also nur eine Gesamtausgabe der Goscinny-und-Uderzo-Geschichten oder der ganzen Serie wird, bleibt abzuwarten. Angesichts des Ankündigungstextes ist aber wohl eher von einer Beschränkung auf das Goscinny/Uderzo-Material auszugehen. Für Asterix-Liebhaber, die einen Blick auf die übrigen Schöpfungen der Autoren werfen wollen, wird das freilich genügen.

Gruß
Erik
"Alle sollt ihr noch sehen, daß ich habe recht!" (Erik der Blonde, Die große Überfahrt, S. 5)

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Andy-67
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 55320Beitrag Andy-67
12. April 2017 19:51

Das mit der neuen Mundart Ausgabe ist für mich eine gute Nachricht :cervisia:
Gruß, Andreas

:hammer:

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WeissNix
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 55321Beitrag WeissNix
12. April 2017 19:52

Erik hat geschrieben: Im September 2017 erscheint ein weiterer Asterix-Mundartband (Unterfränkisch IV: "Asterix un di Schlåchtbladdn"). O.K., wen's interessiert. Mich weniger.
Am Anfang fand ich das mit einzelnen Mundart-Bänden ja noch originell; inzwischen nur noch ermüdend und völlig überflüssig. Inzwischen sind es für mich Mund-UNart-Bände.

EDIT: Sorry Andy-67, nicht persönlich nehmen :cervisia:
Erik hat geschrieben: Und wer sich auch für die nicht-asterixinischen (Früh-)Werke Uderzos und Goscinnys interessiert, der wird mit der für Januar 2018 angekündigten "Benjamin und Benjamine Gesamtausgabe" wahrscheinlich auf seine Kosten kommen.
Für diese sollten auch die bereits erschienen Gesamtausgaben von Luc Junior, Pitt Pistol und natürlich Umpah-Pah einen Blick wert sein. Besonders Pitt Pistol wirkt in Sachen Humor schon ein wenig wie eine Fingerübung zu dem, was da noch ab 1959 kommen sollte, und Luc Junior lässt erahnen, wer zu dieser Zeit das grosse Vorbild vieler Comicautoren gewesen ist (Ähnlichkeiten und eine gewisse Nähe zu Tim & Struppi sind sicher nicht rein zufällig).
bis repetita non placent!

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Andy-67
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 55322Beitrag Andy-67
12. April 2017 21:31

Hallo Weissnix
Kein Problem, die Geschmäcker sind halt unterschiedlich (wäre sonst ja auch langweilig)
Gruß, Andreas

:hammer:

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WeissNix
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 55323Beitrag WeissNix
12. April 2017 22:01

Andy-67 hat geschrieben:...die Geschmäcker sind halt unterschiedlich...
jau... immerhin eine Stelle in einem Mundart-Band hat mir ein schallendes Gelächter entlocken können: Die Übersetzung des Warnschildes "cave canem" in "Zoff im Pott" :-D
Kenne aber auch nur einige wenige, da mir der Unterhaltungswert nicht ausgereicht hatte, um mich mit weiteren zu beschäftigen. Und inzwischen ist das ja inflationär geworden - gibt ja bald mehr Bände als Idiome.
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 55326Beitrag Erik
14. April 2017 10:52

Hallo,

Marco listet unter den "Neuerscheinungen" für den 01. Juni 2017 ein Buch namens "Und Asterix hat doch recht! - 'Asterix bei den Olympischen Spielen' als Mittel historischer Bildung". Das ist zwar etwas off-topic hier, weil es im Arete Verlag und nicht in der ECC erscheinen soll. Für den Fall, dass es anderen auch so geht wie mir, dass sie oft hier ins Forum, aber selten noch auf die anderen Comedix-Seiten schauen, schreibe ich das aber mal hier mit hinein. Sowas verliert man ja sonst leicht aus dem Blick.

Es gibt dazu auch schon eine Comedix-Biblitoheksseite, habe ich gerade gesehen. Wäre wohl irgendwie völlig an mir vorbeigegangen, diese Publikation. :roll:

Gruß
Erik
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 55331Beitrag WeissNix
14. April 2017 16:27

Erik hat geschrieben:"Und Asterix hat doch recht! - 'Asterix bei den Olympischen Spielen' als Mittel historischer Bildung"
Erstmal danke für die Info, aber:

So gern ich Sekundärliteratur zum Komplex Asterix lese und auch bislang - ausser den rein wissenschaftlichen in ebensolchen Verlagen zu völlig überzogenen Preisen, die sich dann meisst nur als studentische Hausaufgaben oder Seminararbeiten entpuppen - so ziemlich alles deutschsprachige dazu mein Eigen nenne: So langsam werden die Autoren und Verlage immer dreister!

Das letztjährig bei Reclam erschienene "100 Seiten Asterix" von Fündling für 10 € fand ich ja schon recht dreist bepreist für das nicht viel neues bietende "Broschürchen"; das o.g. von Luh werden dann nur noch 80 Taschenbuch-Seiten zum Preis von 12 €* sein.
https://www.amazon.de/Asterix-hat-doch- ... nd+asterix
Man gewinnt langsam den Eindruck, das Asterix nur noch als Umsatzbringer ausgeweidet wird, und es ist sicher kein Zufall, dass mir da Lügfix bei der Lektüre von Innereien als Bild vor Augen steht....
(Anmerkung an Marco: Das hier nenne ich "abgehoben bepreist" ;-) )

Da kann man eigentlich nur konstatieren: Die spinnen, die Verlage!


* Nur mal so, um die Dimensionen klar zu machen: Das ist ein Seitenpreis von 15 Eurocent!
Eine Seite aus einem Softcover-Asterix liegt auch ca. 15 Eurocent (aber ganzseitiger Vierfarbdruck bei 4fachem Seitenformat), Marcos voraussichtlich im Oktober erscheinendes Buch mit rund 220 Seiten zu 15€ käme auf einen Seitenpreis von ca. 7 Eurocent.
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 56982Beitrag Erik
22. Oktober 2017 12:49

Hallo,
WeissNix hat geschrieben:
14. April 2017 16:27
Das letztjährig bei Reclam erschienene "100 Seiten Asterix" von Fündling für 10 € fand ich ja schon recht dreist bepreist für das nicht viel neues bietende "Broschürchen"; das o.g. von Luh werden dann nur noch 80 Taschenbuch-Seiten zum Preis von 12 €* sein.
https://www.amazon.de/Asterix-hat-doch- ... nd+asterix
Man gewinnt langsam den Eindruck, das Asterix nur noch als Umsatzbringer ausgeweidet wird, und es ist sicher kein Zufall, dass mir da Lügfix bei der Lektüre von Innereien als Bild vor Augen steht....
(Anmerkung an Marco: Das hier nenne ich "abgehoben bepreist" ;-) )
um das Bild mal ein wenig gerade zu rücken: Das Buch "Und Asterix hat doch recht!" ist m.E. seinen Preis wert. Man kann es mit dem 100-Seiten-Reclam-Büchlein von Fündling schon deswegen schlecht vergleichen, weil das Format ein ganz anderes ist. Das Werk von Herrn Luh ist im DIN A4 Format. Da passt auf eine Seiten natürlich ungleich viel mehr Text als bei Hern Fündling und auch mehr als in Marco's Buch. Hinzu kommt, dass die Druckqualität wirklich sehr gut ist. Die Bebilderung ist zwar s/w, aber es ist durchgehend Hochglanzpapier. Das ist schon ein Kontrast zu dem Reclam-Heft von Herrn Fündling.

Inhaltlich ist das Buch durchaus kenntnisreich geschrieben, wie von einem Professor für Sportgeschichte wohl auch nicht anders zu erwarten. Es schafft m.E. gut den Spagat zwischen einem Werk mit wisenschaftlichem Anspruch und einer Verständlichkeit für die breitere Masse. Es ist nicht jeder Satz mit einem Literaturzitat versehen, aber doch vieles konkret belegt. Dabei wird nicht nur - wie der Titel es vermuten lassen könnte - einseitig nach der historischen Wahrheit in den Asterix-Comics gesucht, sondern durchaus Historisches und Unhistorisches benannt. Die Analyse ist interessant und wohl schon weitgehend ergebnisoffen - wenn auch zuweilen sehr großzügig - vorgenommen worden. Dabei liest sich der Text auch ohne große Vorkenntnisse weitgehend flüssig. Hier und da taucht mal ein Fachbegriff aus, den man nachschlagen muss, aber im Ganzen ist mehr als die Kenntnis von "Asterix bei den Olympischen Spielen" nicht notwendig. Es werden teilweise auch "Ausflüge" in andere Comics gemacht, aber im Schwerpunkt geht es dem Untertitel entsprechend um Bd. XII. Auch der Aufbau der Kapitel ist logisch, folgt weitgehend dem Comic und führt den Leser gut durch die Analyse.

Persönlich gefällt mir der Schreibstil auch noch besser als bei Sunnyva van der Vegt und René van Royen, die m.E. einseitiger versuchen, historische Wahrheit in den Asterix-Comics zu belegen.

Ob man die 12 € für das Buch nun angemessen oder Nepp findet, bleibt jedem selbst überlassen. Ich bereue die Ausgabe auch jenseits sammlerischer Erwägungen nicht und empfinde den erhaltenen Gegenwert als angemessen. Da gibt es m.E. ganz andere Werke, die tatsächlich nicht über schlecht formatierte Seminararbeiten hinausgehen und dann horrende Summen kosten oder die sogar nur Abdrucke von Wikipedia enthalten. Hier haben wir ein Buch (im Softcover), das bei gleichem Format nicht mehr als eine Asterix-HC-Ausgabe kostet, seitenstärker ist und eine gewiss sehr viel kleinere Auflage hat.

Im Vorwort des Buches von Anreas Luh heißt es, dass die bereits ausgearbeitete fassung mit Asterix-Bildern vom französischen Verlag "überraschenderweise" abgelehnt worden sei und daher das Werk in dieser Darstellungsform, d.h. ohne Asterix-Illustrationen, erscheinen musste, deren besonderer Reiz nun strak gelitten habe.

Überrascht hätte mich persönlich eher eine Zustimmung der Rechtsinhaber aus Frankreich. Zu - ohne weiteres zulässigen - Bildzitaten fehlte dem Verlag offenbar der Mut. Lustigerweise sind die einzigen Asterix-Illustrationen, die in dem Buch zu finden sind, Asterix-Helme (eindeutig aus den Comics) neben jeder Seitenzahl. Gerade die erfüllen nun aber keinen Zitatcharakter.

Gruß
Erik
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Troubadix
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 56985Beitrag Troubadix
22. Oktober 2017 13:18

Ich war davon ausgegangen, dass diese Veröffentlichung identisch mit einem der Beiträge aus "Asterix und seine Zeit" sei, indem es auch um die Olympischen Spiele geht. Ist dem nicht so?
Gar nichts erklärt man mir! Ich bin nur da, weil ich so dekorativ bin!

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Erik
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 56986Beitrag Erik
22. Oktober 2017 14:28

Hallo Troubadix,
Troubadix hat geschrieben:
22. Oktober 2017 13:18
Ist dem nicht so?
nein, dem ist nicht so. Der Beitrag "Asterix und Olympia" in "Asterix und seine Zeit" ist von Ulrich Sinn und knapp 20 Seiten lang. Das Buch "Und Asterix hat doch recht!" ist von Andreas Luh und über 70 Seiten lang (mit anschließender Literaturliste). Es ist also definitiv eine andere Bearbeitung, wenn auch das Thema dasselbe ist oder jedenfalls große Ähnlichkeiten aufweist.

Gruß
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WeissNix
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 56989Beitrag WeissNix
22. Oktober 2017 14:52

Erik hat geschrieben:
22. Oktober 2017 12:49
um das Bild mal ein wenig gerade zu rücken: Das Buch "Und Asterix hat doch recht!" ist m.E. seinen Preis wert. Man kann es mit dem 100-Seiten-Reclam-Büchlein von Fündling schon deswegen schlecht vergleichen, weil das Format ein ganz anderes ist. Das Werk von Herrn Luh ist im DIN A4 Format. Da passt auf eine Seiten natürlich ungleich viel mehr Text als bei Hern Fündling und auch mehr als in Marco's Buch.
Ich hatte damals verlinkt, als das Buch erst vorbestellbar war - und da war meiner Erinnerung nach auf der Amazon-Seite kein Hinweis auf ein Großformat vorhanden.
Insofern revidiere ich meine Meinung nach dem von Dir dargestellten - die zum Findling halte ich aber aufrecht: Für das Gebotene viel zu teuer! In der damals angebotenenen Leseprobe stand schon alles wichtige drin, der Rest besteht aus Wiederholungen und Belanglosigkeiten.
Erik hat geschrieben:
22. Oktober 2017 12:49
Im Vorwort des Buches von Anreas Luh heißt es, dass die bereits ausgearbeitete fassung mit Asterix-Bildern vom französischen Verlag "überraschenderweise" abgelehnt worden sei und daher das Werk in dieser Darstellungsform, d.h. ohne Asterix-Illustrationen, erscheinen musste, deren besonderer Reiz nun strak gelitten habe.

Überrascht hätte mich persönlich eher eine Zustimmung der Rechtsinhaber aus Frankreich. Zu - ohne weiteres zulässigen - Bildzitaten fehlte dem Verlag offenbar der Mut. Lustigerweise sind die einzigen Asterix-Illustrationen, die in dem Buch zu finden sind, Asterix-Helme (eindeutig aus den Comics) neben jeder Seitenzahl. Gerade die erfüllen nun aber keinen Zitatcharakter.
Daß sich inzwischen kein Verlag mehr traut (zuletzt Arboris mit dem Toorenaar und Riva mit dem Mütz), eigentlich zulässige Bildzitate aus Asterix in der Sekundärliteratur zu verwenden, liegt mE an der übertriebenen und in keiner Weise nachvollziehbaren Klagewut der Rechteinhaber, die eine Veröffentlichung bei der Dauer des Rechtsweges durch alle Instanzen auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte verhindern kann. Beim Stoll damals war das noch anders, wenn ich mich recht entsinne. Die Rechteinhaber haben aber inzwischen dermassen viel Geld in der Hinterhand, dass sie durch eine Ausschöpfung des Rechtsweges kleinere Verlage am ausgestreckten Arm verhungern lassen können - und bewiesen haben, dass sie durchaus bereit sind, es auch darauf ankommen zu lassen.

Man kann ja Asterix durchaus für die beste Comicserie aller Zeiten halten und Uderzo für den besten Zeichner des Universums - ein netter Kerl, mit dem man gern eine Cervisia oder Pastix trinkt, muss er deswegen noch lange nicht sein.
bis repetita non placent!

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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 57004Beitrag Erik
22. Oktober 2017 17:44

Hallo,
WeissNix hat geschrieben:
22. Oktober 2017 14:52
Daß sich inzwischen kein Verlag mehr traut (zuletzt Arboris mit dem Toorenaar und Riva mit dem Mütz), eigentlich zulässige Bildzitate aus Asterix in der Sekundärliteratur zu verwenden, liegt mE an der übertriebenen und in keiner Weise nachvollziehbaren Klagewut der Rechteinhaber, die eine Veröffentlichung bei der Dauer des Rechtsweges durch alle Instanzen auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte verhindern kann.
mir wäre kein einziger Fall bekannt, wo die Rechteinhaber in Frankreich gegen einen Verlag oder Autoren vorgegangen sind, der Bildzitate gebracht hat. Mir ist auch seit Gravenreuth's Zeiten Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre kein Fall mehr bekannt, in dem gegen Parodien oder daran angrenzende Fälle rechtlich vorgegangen worden wäre. Wenn Dir da etwas bekannt ist, würde ich mich über die Mitteilung einer Fundstelle freuen.

Was tatsächlich intensiv geführt wurde, waren Markenrechtsstreitigkeiten (z.B. Obelix <-> MobiliX). Aber das ist etwas anderes, weil es da eben nicht um das Urheberrecht, sondern um die Marke geht. Sicher mag die Tatsache, dass auf Bildzittate weiter als nötig verzichtet wird, mit einer Angst vor Klagen zusammenhängen. Aber wie realistisch die ist, bleibt für mich derzeit offen.

Im GRIN-Verlag, der ja diese Seminararbeiten, Magisterarbeiten etc. veröffentlicht hat, sind übrigens verschiedentlich Werke mit Asterix-Bildern als Bildzitaten erschienen. Über Klagen ist mir dabei, wie gesagt, nichts bekannt geworden.
WeissNix hat geschrieben:
22. Oktober 2017 14:52
Man kann ja Asterix durchaus für die beste Comicserie aller Zeiten halten und Uderzo für den besten Zeichner des Universums - ein netter Kerl, mit dem man gern eine Cervisia oder Pastix trinkt, muss er deswegen noch lange nicht sein.
Ob das alles von Albert Uderzo persönlich ausging, bin ich mir nicht sicher. Die Verfolgung von sogenannten "Raubdrucken" bzw. eben auch Werken an der Grenzlinie zwischen Parodie und unerlaubter Verwendung (z.B. "Alcolix", "Isterix") hat damals Herr Freiherr von Graventreuth in Deutschland - mit teilweise fragwürdigen Methoden, er gilt ja nicht umsonst als der Ahnherr der skrupellosen Abmahnanwälte - betrieben. Ich persönlich vermute eher, dass man ihm als Urheberrechtsexperten das Mandat gegeben und ihn dann hat machen lassen. Sicher kam da kein Veto aus Frankreich. Dass man aber ein besonderes Interesse an dieser Art der Rechtsverfolgung gehabt hätte, sehe ich nicht. Dagegen spricht, dass das in der Form nach Graventreuth nicht mehr fortgesetzt wurde.

Gruß
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 57005Beitrag WeissNix
22. Oktober 2017 18:00

Kannst Du Dich nicht an die Schwierigkeiten erinnern, die Jaap mit seinem Buch gehabt hatte, und als sein Verlag keine offizielle Freigabe der Rechteinhaber erhalten hatte, zur Vermeidung wohl als sehr wahrscheinlich erachteter Rechtsstreitigkeiten komplett auf Bildzitate verzichtet hat, obwohl diese rein rechtlich zulässig gewesen wären? Denn wenn aufgrund einer einstweiligen Verfügung eine komplett produzierte und teilweise ausgelieferte Auflage erstmal zurückgerufen und jahrelang eingelagert werden muss, ist das ein wirtschaftlicher GAU für einen kleinen Verlag. Zumal im Falle des Obsiegens die Auflage dann nicht mehr auf aktuellem Stand ist und wahrscheinlich kaum noch verkauft werden kann.

Das ist so ähnlich wie mit dem Spruch "wer einmal lügt, dem glaubt man nicht..." - die Vergangenheit hat sehr wohl gezeigt, dass die Rechteinhaber gnadenlos gegen - vermeintliche - Verstösse gegen ihre Rechte vorgegangen sind. Allein die Wahrscheinlichkeit einer Klage hält die Verlage ja schon ab, wie man in den letzten Jahren immer wieder sehen konnte.

Seminararbeiten, Magisterarbeiten oder Dissertationen (wie die von Grassegger) sind als wissenschaftliche Arbeiten besonders geschützt, da kommen die Rechteinhaber erst gar nicht gegen an und taugen insofern nicht als Gegenbeispiel.
bis repetita non placent!

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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 57010Beitrag Erik
22. Oktober 2017 18:20

Hallo,
WeissNix hat geschrieben:
22. Oktober 2017 18:00
Kannst Du Dich nicht an die Schwierigkeiten erinnern, die Jaap mit seinem Buch gehabt hatte, und als sein Verlag keine offizielle Freigabe der Rechteinhaber erhalten hatte, zur Vermeidung wohl als sehr wahrscheinlich erachteter Rechtsstreitigkeiten komplett auf Bildzitate verzichtet hat, obwohl diese rein rechtlich zulässig gewesen wären?
doch, kann ich. Dass Verlage da Angst haben, bezweifle ich ja auch nicht. Aber dass es real entsprechende Prozesse gegeben haben, wäre mir nicht bekannt. Es ist eine diffuse Angst, die wirtschaftlich begründet sein mag, aber nicht unbedingt auf irgendein Verhalten der französischen Rechteinhaber aus jüngerer Zeit zurückgeführt werden kann.
WeissNix hat geschrieben:
22. Oktober 2017 18:00
die Vergangenheit hat sehr wohl gezeigt, dass die Rechteinhaber gnadenlos gegen - vermeintliche - Verstösse gegen ihre Rechte vorgegangen sind.
Markenrechtsverstödde ja. Urheberrechtsverstösse seit Gravenreuth meines Wissens nicht mehr.
WeissNix hat geschrieben:
22. Oktober 2017 18:00
Seminararbeiten, Magisterarbeiten oder Dissertationen (wie die von Grassegger) sind als wissenschaftliche Arbeiten besonders geschützt, da kommen die Rechteinhaber erst gar nicht gegen an und taugen insofern nicht als Gegenbeispiel.
Das Buch von Luh ist ein wissenscghaftlich fundiertes Werk. Davon abgesehen, ist das Zitatrecht zwar bei wissenschaftlichen Publikationen stärker ausgestaltet, weil es in § 51 Nr. 1 UrhG das sogenannte wissenschaftliche Großzitat gibt. Dieser Unterschied spielt hier aber objektiv betrachtet keine Rolle, da auch alle anderen (nicht-wissenschaftlichen) Werke "Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung" als Zitat wiedergeben dürfen (§ 51 Nr. 2 UrhG). wissenschaftliche Werke genießen keinen kategoriell anderen oder höheren Schutz als sonstige Werke. Allenfalls bei der Frage, wieviel im Einzelfall zitiert werden darf, kommt es auf die Schöpfungshöhe des zitierenden Werks an, die bei einem wissenschaftlichen Werk im Zweifel als höher angesehen werden wird. Aber da selbst simple journalitsische Artikel von wenigen Zeilen länge ein einzelnes Bild zitieren dürfen, würde ein Buch, das sich mit einem Bild auf z.B. einer Textseite auseinandersetzt, da rechtlich keine Probleme bekommen.

Gruß
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Re: Das ECC-Programm Herbst/Winter 2017/18

Beitrag: # 57019Beitrag WeissNix
22. Oktober 2017 22:02

Mag ja alles sein, aber vielleicht hat ein Wissenschaftsverlag einfach viel mehr Erfahrung - und die besseren Justiziare auf dem Gebiet als ein kleiner Verlag wie Riva oder Arboris. Und auch wenn es seit Jahren keine Klagen mehr gegeben haben sollte, halte ich es für wahrscheinlich, dass die Absagen an die Lizensierungsersuchen mit entsprechenden Drohungen versehen wurden. Warum sonst dieser vorauseilende Gehorsam, wo das Recht doch Möglichkeiten liesse, einzelne Passagen mit Bildzitaten aufzuwerten?
bis repetita non placent!

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