Wahl in den USA

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Andy-67
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Wahl in den USA

Beitrag: # 53866Beitrag Andy-67
9. November 2016 08:30

Dann werde ich mal ein wenig politisch,
Was haltet ihr von dem wahrscheinlichen neuen Präsident in den USA?

Als ich heute morgen dei Nachrichten gehört habe, habe ich gedacht was für ein Albtraum,daraus ist abzuleiten,das ich nicht besonders viel von Trump halte, ich halteihn sogar für gefährlich, ich habe Angst, das der durch unüberlegtes"Lospoltern"in unserer sehr angespannten Welt einen Krieg auslöst
Gruß, Andreas

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Mauerblümchen
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53867Beitrag Mauerblümchen
9. November 2016 12:16

Ja, den Tratsch über den dritten Weltkrieg habe ich gehört. Und den Tratsch, dass wir uns schon im dritten Weltkrieg befinden auch. Aber dass Trump diesen Krieg starten wird wenn alles dagegen spricht halte ich mehr für eine Propaganda gegen ihn - wenn Leute Angst haben, dann werden sich mehrere für Hilary entscheiden, nicht wahr?

Eigentlich die beste Frage, die ich heute in den Nachrichten und Kommentaren entdeckt habe war: Wieso denkt ihr, dass Trump den Krieg starten wird? Man kann das jedenLiberalen fragen und danach hoffen, dass man die vernünftige Antwort bekommt, mit einem Argument kann man sich schon für glücklich halten. Jeder Amerikaner weiss, dass Trump in guten Beziehungen mit Putin steht, und ist auch der einzige, der für einen Dialog mit Russland lobiert, damit der Krieg in Ukraine endlich zu Ende kommt. Man könnte schwer daraus einen Kalten Krieg 2 machen, und wir machen Panik schon über den Weltkrieg 3.
Dass wir uns schon ein paar Jahren in Konflikt mit Russland befinden, können wir nur den europäischen Politikern bedanken, die ständig mit Sanktionen und NATO drohen, und zuletzt kommt noch Hilary Clinton, die für alle ihre Probleme in ihrer Campagne die Russen beschuldigte, obwohl nicht mal FBI die russische Einmischung in die US-Präsidentenwahl beweisen konnte. Das riecht schon nach einem Kalten Krieg 2.
Der Konflikt in Nahe Osten wird sich wahrscheinlich fortsetzen, da Trump als Präsident nur eine Figur ist und nicht alle Macht der Welt besitzt (!), und Hilary, obwohl sie nicht die Wahlen gewonnen hat, kann weiter problemlos ISIL finanzieren.

Zum Schluss, meine Meinung über die US-Wahlen:
- mit den E-Mails hat Hilary ihr eigenes Grab geschaufelt
- ich kann nicht verstehen, wieso die Leute mit dem Ausgang so schockiert sind, die Campagne gegen Trump war so heftig, dass die miesten Leute nicht mal laut sagen wollten, dass sie ihre Stimme Trump geben würden, um nicht als Idioten bezeichnet zu werden - entweder waren Trump-Wähler still oder haben über ihre Wahl gelogen (die letzten Anketen haben gezeigt, dass Hilary 60% der Stimmen bekommen wird)
- die Demokratie funktioniert so, also ganz locker bleiben - obwohl wir auch ganz gern sagen: Wer verliert, hat das Recht, verärgert zu sein ;-)
- kan mich nur den anderen anschließen - die schlimmsten Kandidaten, die die USA je hatte

Gruß,
Dora

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Comedix
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53868Beitrag Comedix
9. November 2016 14:34

Liebe Freunde,

wer die Serie "House of Cards" gesehen hat, glaubt nicht mehr daran, dass das nur eine fiktive Serie ist. Die hinterlistigen Wege, die in dieser Serie beschrieben werden, damit die Macht kommt und erhalten wird, liegen meines Erachtens sehr nahe an der Wahrheit. Auch in der Serie wird Wahlkampf betrieben und deutlich aufgezeigt, wie Gerüchte gestreut, Meinungen benutzt und Menschen manipuliert werden. Ich hatte das Gefühl, dass viele Themen, die aus der Vergangenheit geholt wurden um die Kandidaten zu diskreditieren, genau so in die Wege geleitet wurden.

Wie dem auch sei, ich halte keinen der beiden für eine im wahrsten Wortsinne gute Wahl. Ich glaube, dass das System - sowhl auf deren anderen, als auch auf unserer Seite des Atlantiks - viel zu korrupt und wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lobbygruppen unterworfen ist, als dass ein wirklich wohlwollender und unabhängiger Politiker jemals eine Chance hätte, wirkliche Probleme zu lösen und die Gesellschaft und das Wertesystem zu verändern.

So gesehen, wäre Clinton nur der Fortbestand der üblichen Politik gewesen. Und ich glaube, dass mit Trump ein dritter Weltkrieg sogar unwahrscheinlicher geworden ist. Auf der einen Seite macht er alleine keine Weltpolitik, da sind viele andere wichtige Menschen im Hintergrund, die die Fäden ziehen werden. Auf der anderen Seite scheint er sich gut mit Putin zu verstehen, insofern sehe ich hier eher die Chance auf eine Entspannung. Putin ist vielleicht auch nicht klar bei Verstand, aber auch hier sehe ich Parallelen zu "House of Cards". Hier versucht auch ein russischer Präsident, dessen Land nicht mehr die Größe hat, sein Gesicht zu wahren. Ich sehe Putin nicht als den für alles verantwortlichen Teufel, wie er in vielen westeuropäischen Medien dargestellt wird. Und schließlich ist eine großartige Veränderung der Außenpolitik ohnehin nicht zu erwarten. Trump wird der Präsident sein, der die meisten Wahlversprechen brechen wird.

Natürlich wird es Änderungen geben und die Arbeit von Satiresendungen ist für weitere 4 Jahre gesichert. Doch ich sehe in dieser Wahl auch die Chance, dass man mal ernsthaft am politischen System rüttelt. Ich bin sehr gespannt. Ich befürchte, uns steht ein ähnlicher Protest an den Wahlurnen im kommenden Jahr auch bevor.

Gruß, Marco
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WeissNix
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53869Beitrag WeissNix
9. November 2016 15:21

Mauerblümchen hat geschrieben: Eigentlich die beste Frage, die ich heute in den Nachrichten und Kommentaren entdeckt habe war: Wieso denkt ihr, dass Trump den Krieg starten wird?
Nun, Trump hat versprochen, die Wirtschaft anzukurbeln - und womit geht das besser als mit einem (weiteren) Krieg?

Die diesjährige Präsidentschaftswahl in den US war allerdings die Wahl zwischen Pest und Cholera; trotzdem halte ich den Wahlsieg von Trump verheerend für die Demokratie und liberale Werte generell. Denn wenn jetzt Menschen trotz nachgewiesener dreister Lügen und Verdrehung von Tatsachen, verbunden mit dem Schüren von Hass gegen Minderheiten und Andersdenkende, in höchste Staatsämter gewählt werden, dann wird mir schwarz vor Augen. Mit dem Brexit hat das ja ganz ähnlich funktioniert. LePen, Wilders, Höcke, Petry (und die AfD)... auch in Europa scharren die Lügner und Hassprediger schon mit den Füssen.
Mit Clinton hätte man jemand berechenbares in diesem Amt gehabt; Trump braucht hingegen nur in der Nacht ein Furz quer gesessen zu haben, und er redet - und macht - schon vor dem Frühstück völlig absurden Blödsinn. Und ist dabei, wie sein Umgang mit seinen eigenen Wahlkampfstrategen gezeigt hat, völlig beratungsresistent. Im Gegenteil, er wirft im Stile eines Firmeneigners die Leute, die anderer Meinung sind als er, einfach raus. Und die "gemässigten" Republikaner haben ihm ja schon die kalte Schulter gezeigt - die jetzt unter Trump in wichtige Ämter kommen, werden ähnlich schlimme Finger sein wie Trump selbst.

Auch die Nazis sind seinerzeit mittels demokratischer Wahlen ans Ruder gelangt, um dann alle Macht an sich zu reissen. In der TR unter Erdogan bekommen wir gerade einen Einblick, wie das heutzutage noch funktioniert. Verfassungen kann man ändern, wenn man erst mal alle politischen Gegner ausgeschaltet hat - und auch die US-amerikanische Verfassung ist nicht unantastbar.

Zusammenfassend möchte ich zu Trumps Wahl Max Liebermann zitieren:
Ich kann nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.
bis repetita non placent!

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Andy-67
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53871Beitrag Andy-67
9. November 2016 21:30

Ich dachte wie Gesagt auch nicht daran, das er mit Plan und Ziel auf einen Krieg hinarbeiten wird, ich befürchte, das er weiterhin so auftritt wie im Wahlkampf und irgendjemand unbedacht beleidigt oder sonst irgendwie auf die Füße tritt.Gerade in unser jetzigen Zeit, in der einigePolitische und Gesellschaftliche Spannungen herrschen
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Batavirix
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53872Beitrag Batavirix
9. November 2016 22:03

Ich sage schön lange Zeit “jedes Land bekommt der Präsident der es verdient.“

So ist das der Fall in den Vereinigten Staaten von Amerika,

So ist das der Fall in die Niederlande
(wo wir ein Minister Präsident haben, der mehr als ein halbes Jahr nachher das Volk ‘Nein‘ gehen das Ukraine Vertrag gesagt hat, noch immer versucht, das wie ein ‘Ja, aber‘ zu übersetzen)

und so ist es sicher auch der Fall in Deutschland.

Batavirix

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Iwan
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53873Beitrag Iwan
9. November 2016 22:17

Guten Abend, zusammen

Ich hatte schon überlegt, ob ich so ein Thema starten soll, jetzt seid ihr mir zuvor gekommen, dann gebe ich mal meinen Senf dazu:
Es ist ja offenbar eine Tatsache, dass die beiden, Trump und Clinton, die unbeliebtesten Kandidaten waren, die es jemals in den USA gegeben hat. Frau Clinton mag zwar eine gigantische Erfahrung haben, konnte aber nie den Hauch der Elitären und der dem Volk Entstiegenen loswerden. Dass sie ihre Steuerunterlagen veröffentlicht hat, war richtig insofern, als es Trump nicht getan hat. Aber gleichzeitig hat sie damit auch bewiesen, dass sie in Bezug auf ihr Einkommen und Vermögen in ganz anderen Ligen spielt als der Durchschnittsamerikaner, den sie angeblich versteht und mit dem sie sich verwandt fühlt. Trump hat dagegen offenbar nie behauptet, ein solcher Durchschnittsamerikaner zu sein. Im Gegenteil, er hat genüsslich ausgebreitet, wie sehr er die Steuerbehörden übers Ohr haut, Tricks ausnutzt und sein Vermögen vermehrt. So hat er sich wohl den Sieg gesichert.
Ich denke, für uns Europäer war vor allem irritierend, wie sehr dieser Wahlkampf persönlich geführt wurde. Klar, auch bei uns ist keiner begeistert, wenn der Präsident persönlich irgendwelche Verbrechen begangen hat. Aber ob seine Frau 10 oder mehr Jahre früher eine Zeit lang illegal im Land gearbeitet hat oder nicht, ist ja ziemlich egal, wenn es um seine politische Eignung geht. Bei Frau Clintons E-Mail-Affäre sehe ich das so: Wenn ich daran denke, wie mein ein Jahr jüngerer Vater vor etwa zehn Jahren mit Emails umging und welche Ahnung er davon hatte, was ein Server überhaupt ist, wundert es mich wenig, dass ihr das passieren konnte. Irritierend ist dagegen, dass sie ganzen Sicherheitsbeamten im Außenministerium offenbar nichts dazu zu sagen hatten.

Jetzt noch eine Bemerkung zu Präsident Trump: Es ist für mich klar, dass er die Versprechen, die er gemacht hat, so wenig erfüllen kann, wie Obama die anfangs in ihn gesetzten Erwartungen. Ich glaube auch nicht, dass er sich in einen Krieg reindrängen lässt. Denn eine der wenigen klaren Linien, die sich ablesen lassen, soll ja sein, dass Amerika immer und überall zuerst kommt. Wenn ich da nicht etwas grundlegend falsch verstanden habe, soll das wohl eher nicht bedeuten, Truppenverbände in neue Kriege zu schicken. Was Putin angeht, so denke ich, ist der große Unterschied zu Trump, dass Putin sich niemals zu irgendwelchen Gefühlen hinreißen lässt. Um drei Uhr nachts einen Tweet loszulassen, ohne zu denken, ist nicht Putin. Er lässt eher um drei Ihr nachts ein Killerkommando des Geheimdienstes losfliegen, wird das aber kaum öffentlich machen. Interessant dürfte es eher werden, wenn Trump merkt, dass seine polternde Sympathiebekundung bei Putin keine Gegenreaktion provoziert.

Zu den Besonderheiten der US-Verfassung gehört ja "Checks and Balances", das heißt der Ausgleich und die gegenseitige Kontrolle der politischen Kräfte. Da die Republikaner ja voraussichtlich in allen drei Bereichen des Staates Macht oder absolute Mehrheit haben werden, dürfte diese Kontrolle zwar geringer ausfallen als auch schon, aber vorhanden bleiben wird sie. Ich denke, dass so Irrläufer wie etwa die Kündigung des Pariser Klimaabkommens verhindert werden.

Ich hoffe, dieser Text war ansatzweise verständlich.

I.
Gott sagte zum Stein: "Und du wirst Feuerwehrmann!" Der Stein sagte: "Nein, dazu bin ich nicht hart genug."

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Troubadix
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53874Beitrag Troubadix
9. November 2016 23:10

Mich persönlich hat im Fall Trump vor allem erschrocken, wie weit man mit plumper Polemik und genug Geld kommen kann. Die Postfaktische Politik zieht nun auch ins Weiße Haus ein, mit einem Vertreter, der in Deutschland nicht mal Bürgermeister geworden wäre. Und das finde ich mit das Gefährlichste an der ganzen Sache: Trump läutet offenbar einen Paradigmenwechsel ein, der sich in den letzten Jahren in Europa immer mehr gezeigt hat und jetzt ungeheuer geschürt werden konnte: War nun schon länger die Grundausrichtung unserer Politik eher linksliberal, wird Rechtspopulismus nun wieder mehr und mehr salonfähig. Eine gallische Präsidentin Marine Le Pen wird wahrscheinlicher, ebenso wie eine AfD im nächsten Bundestag!
Warum? Weil wir in einer Zeit mit komplexen Problemen leben, die komplexe Lösungen erfordern. Einfache Leute sind damit überfordert und laufen lieber den Leuten mit simplen Antworten hinterher.
Und die simpelste Antwort, die man sich auf ein komplexes Problem vorstellen kann, ist: "Dieses Problem gibt es gar nicht." Womit wir bei Trumps Antwort auf den Klimawandel wären!
Betrachten wir einmal die Erde ganz objektiv, wie ein Außerirdischer: Die vorherrschende Spezies, der Mensch, sieht sich mit gewaltigen, von ihr selbst mitverursachten Problemen gegenüber. (Klimawandel, Überbevölkerung, Hungersnöten usw.) Was sollte sie also tun? Zusammenarbeiten und Zusammenrücken, natürlich. Und was tut sie? Sich spalten und ein schreckliches Kleinklein betreiben. Ich werde wohl nie verstehen, warum Menschen ihre Nation so wichtig sein kann. Wo es doch viel hilfreicher und naheliegender ist, sich auf der ganzen Welt zuhause zu fühlen.
Aber zurück zu unserem Außerirdischen. Was sieht er? Der mächtigste Mann im mächtigsten Land dieses mit einem fatalen Problem konfrontierten Planeten ignoriert dieses Problem einfach! Der Alien wird sich denken: Was für eine dämliche Spezies, die ist wirklich selbst schuld, wenn sie ausstirbt.

Ja, eine Präsidentin Hillary wäre mir vermutlich lieber. Obwohl ich einen großen Abscheu auf diese Person hege. Warum ist Bernie Sanders nicht weitergekommen? Warum wählen die Leute nicht, was gut für sie ist? Und warum muss das politische Establishment immer nur seine eigenen kurzsichtigen Ziele vor Augen haben?
Trotzdem wäre mir, vielleicht abgesehen von der Außenpolitik (Stichwort Russlandbeziehungen), Clinton lieber. Und zwar aus folgendem Grund: Ist Trump Präsident, kann Clinton sich als die "vernünftige Altetnative" zu Trumps Regierungsstil darstellen. Den jetzigen Status Quo als Erfolg anpreisen, was fatal ist!
Eine Präsidentin Hillary hingegen würde sich dem Druck aus dem linken Flügel ihrer Partei ausgesetzt sehen, der sie bereits im Vorwahlkampf ordentlich ins Schwitzen gebracht hat!
Was ich damit sagen will: Clinton bedeutet Stillstand, Trump bedeutet Bewegung in die falsche Richtung, einfach ausgedrückt. Zumindest in innenpolitischer Hinsicht.
Tja, jetzt müssen die Amis ihre selbstgewählte Suppe aber eben auslöffeln!
Zuletzt geändert von Troubadix am 10. November 2016 15:20, insgesamt 1-mal geändert.
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WeissNix
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53875Beitrag WeissNix
9. November 2016 23:29

Iwan hat geschrieben:Was Putin angeht, so denke ich, ist der große Unterschied zu Trump, dass Putin sich niemals zu irgendwelchen Gefühlen hinreißen lässt. Um drei Uhr nachts einen Tweet loszulassen, ohne zu denken, ist nicht Putin. Er lässt eher um drei Ihr nachts ein Killerkommando des Geheimdienstes losfliegen, wird das aber kaum öffentlich machen.
Bei Putin ist das mit dem Killerkommando reine Spekulation (auch, wenn ich es ihm durchaus zutrauen würde) - vom Friedensnobelpreisträger Obama ist hingegen unstrittig bekannt, dass er des nachts ein Killerkommando zu Bin Laden in ein fremdes Land geschickt hat und das im Weissen Haus - wohl bei Popcorn und Cola - am TV live verfolgt hat.

Dieses bigotte Amerika ist mir schon lange suspekt - aber mit Trump wird es zudem noch unberechenbar. Wir wissen doch alle, wie schnell zum Beispiel ein Herr Erdogan beleidigt ist... da kann eine unbedachte Äusserung Folgen haben, die kalkuliert dieser Trump mangels Sachverstand gar nicht ein. Dieser Mann ist in meinen Augen höchst gefährlich - und hat bald den Code für Nuklearwaffen! Letztlich war Hitler auch nur ein armes Würstchen, der zur richtigen Zeit die demagogisch richtigen Register gezogen hat und damit in ein politisches Vakuum nach langem Niedergang weiter Bevölkerungsschichten hineinstossen konnte. Genau das ist nun wieder einem gelungen...

Und Trump hat seine Steuererklärung nicht veröffentlicht, weil dann jeder gesehen hätte, dass er gar nicht so ein guter Geschäftsmann ist, wie er von sich gerne selber glaubt. Geld verdient er eigentlich wohl nur mit dem Verkauf seiner Namensrechte, wie ich das letztlich einer TV-Doku entnehmen konnte. Die richtig grossen Investitionen hat er demnach wohl mehrheitlich fett in den Sand gesetzt - daher auch diese immensen Steuerabschreibungen auf Jahrzehnte.

Ich bin gespannt, ob er die vier Jahre überhaupt durchhält - oder vorher von seinen Parteifreunden aus dem Amt geekelt wird, keinen Bock mehr auf den ganzen Zinnober hat oder - am wahrscheinlichsten - von einem seiner treuen Waffennarren-Wähler wegen dessen Entäuschung ob des Ausbleibens der versprochenen Verbesserungen nicht einfach abgeknallt wird. Das wäre ja wohl auch seine eigene bevorzugte Methode...
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Comedix
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53876Beitrag Comedix
10. November 2016 09:27

Iwan hat geschrieben:Da die Republikaner ja voraussichtlich in allen drei Bereichen des Staates Macht oder absolute Mehrheit haben werden
Das würde Deutschland übrigens auch gut tun. Hier würde ich mir eine absolute Mehrheit für eine der beiden Volksparteien wünschen, damit es zumindest mal in eine Richtung voran geht und Veränderungen geschehen. Eine große Koalition mit dem ständig kleinsten gemeinsamen Nenner ist Stillstand und Bewahrung pur. Wenn ich jetzt schon wieder sehe, wie die einzelnen Ministerien um das Klimaschutzabkommen feilschen und daraus ein möglichst undefiniertes Schriftstück machen, gruselt es mich.

Und verdammt .... "America first"? Ja, warum nicht? Bisher haben die Europäer sich immer auf den großen Bruder verlassen und auch teilweise das Mindestmaß an Einsatz in den Krisenregionen der Welt - und damit meine ich nicht unbedingt Kampfeinsätze - vermissen lassen. Jetzt müssen sie endlich mal Eigenverantwortung übernehmen, gerade bei den nationalen Strömungen auf der Welt. Oettinger sagt ja viel, wenn der Tag lang ist, aber im Deutschlandfunk sagte er "Europa muss zumindest erwachsen werden. Die Zeiten, wo wir uns als kleiner Bruder der USA fühlen konnten, wo wir im Schatten und in der Sicherheit der USA wachsen konnten", gehörten der Vergangenheit an.

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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53879Beitrag WeissNix
10. November 2016 12:20

Comedix hat geschrieben: Das würde Deutschland übrigens auch gut tun. Hier würde ich mir eine absolute Mehrheit für eine der beiden Volksparteien wünschen, damit es zumindest mal in eine Richtung voran geht und Veränderungen geschehen. Eine große Koalition mit dem ständig kleinsten gemeinsamen Nenner ist Stillstand und Bewahrung pur.
Nun, aus der Koalition CDU/FDP, die sich vor der Wahl und überhaupt immer so nahe gewesen sind, ist meiner Erinnerung nach auch nichts wirklich vorangegangen. Die letzte wirklich tiefgreifende Reform war Hartz IV - mit der die SPD ihre Stammklientel und ihre eigenen Prinzipien verraten hat, was letztlich zu ihrem Abstieg geführt hat. Hartz IV war in der Sache unvermeidbar, handwerklich aber stümperhaft und langfristig Murks (Stichwort Leiharbeit und Lohndumping).

Und eine absolute Mehrheit der CDU wird es ohne Bayern, in der sie ja erst gar nicht antritt, nicht geben können. Selbst eine absolute Mehrheit und somit Alleinherrschaft der UNION (die ich mir ums Verrecken nicht wünsche) wäre immer eine Koalition, heute mehr denn je. Ich sehe den Bundestag in einem Jahr um zwei Parteien ergänzt - die FDP wird wieder reinkommen, und die AfD wahrscheinlich zweit- oder drittstärkste Partei. Wahrscheinlich gehts uns dann wie Spanien der Belgien, wo letztens ewig lange keine Regierungsbildung möglich war.
Mit dieser Aussicht kann man dann nur noch Heinrich Heine zitieren...
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53880Beitrag Troubadix
10. November 2016 15:29

Iwan hat geschrieben:Interessant dürfte es eher werden, wenn Trump merkt, dass seine polternde Sympathiebekundung bei Putin keine Gegenreaktion provoziert.
So wie ich das verstanden habe, hat Putin mit den Sympathiebekundigungen angefangen? Er sprach von Trump als einem "brillanten" Kandidaten, woraufhin dieser sich revanchierte, indem er Putin einen "großen Staatsmann" nannte.
Ich bin jedenfalls gespannt, was aus den beiden wird. Eine Entspannung mit Russland ist mir zwar lieber, aber jetzt ist es noch schwer abzusehen, ob wir Europäer am Ende Gewinner oder Verlierer davon sind.
Auch wenn man hinzuzieht, dass Trumo die Beziehungen zu Europa bzw. der Schutz Europas nicht so wichtig zu sein scheinen, wie Comedix bereits ausführlicher angesprochen hat.
Was mich in dieser Hinsicht auf jeden Fall freut, ist, dass aus TTIP wohl nüscht werden wird.
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53882Beitrag Comedix
10. November 2016 16:31

Troubadix hat geschrieben:noch schwer abzusehen, ob wir Europäer am Ende Gewinner oder Verlierer davon sind.
Wir können nur als Gewinner hervorgehen und als gleichwertiger Partner agieren, wenn sich Europa einig ist. Und das bedeutet auch Konsequenz gegenüber den europäischen Staaten zu zeigen, die sich nicht gemeinschaftlich verhalten. Ich kann mir die Vereinigten Staaten von Europa sehr gut vorstellen. Und genau das könnten wir nun auch gut gebrauchen - gerade jetzt, da sich die Welt um uns herum verändert.
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Re: Wahl in den USA

Beitrag: # 53883Beitrag Troubadix
10. November 2016 19:54

Comedix hat geschrieben:
Troubadix hat geschrieben:noch schwer abzusehen, ob wir Europäer am Ende Gewinner oder Verlierer davon sind.
Wir können nur als Gewinner hervorgehen und als gleichwertiger Partner agieren, wenn sich Europa einig ist. Und das bedeutet auch Konsequenz gegenüber den europäischen Staaten zu zeigen, die sich nicht gemeinschaftlich verhalten. Ich kann mir die Vereinigten Staaten von Europa sehr gut vorstellen. Und genau das könnten wir nun auch gut gebrauchen - gerade jetzt, da sich die Welt um uns herum verändert.
Die Vereinigten Staaten von Europa wären wirklich ein Traum, nur leider findet ja derzeit eine gegenteilige Entwicklung statt. Nationalismus und infolge dessen Antieuropäismus sind ja zurzeit wieder ganz in. Und Trumps Sieg bestärkt Le Pen, Petry und dieses komische niederländische Kerlchen natürlich.
Aber sicherlich muss sich auch so manches an der Verwaltungsstruktur der EU ändern, die Unzufriedenheit vieler Bürger komnt ja auch nicht aus dem Nichts.
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