Eure Meinung zum neuen Band

Diskussionen zum 37. Asterix-Band, der am 19. Oktober 2017 erscheint.

Moderatoren: Carsten, Erik, Maulaf

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Comedix
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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57109Beitrag Comedix
26. Oktober 2017 13:59

idemix hat geschrieben:
26. Oktober 2017 11:39
[...]Ich denke, Ferri und Conrad sollten gar nicht erst versuchen, eingefleischte Fans zufriedenzustellen. Dies ist nämlich ein Ding der Unmöglichkeit. Wie sie es auch machen, es wird immer Kritik geben.
Ich finde, du hast eine ausgezeichnete Zusammenfassung vieler Diskussionen geschrieben und es ist immer gut, mal eine Stimme von außerhalb eines Hauses zu hören, in dem man selbst jahrelang gewohnt hat und deshalb die ganzen kleinen kaputten Stellen sieht, statt das große (schöne!) Ganze zu beachten.

Gruß, Marco
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Andy-67
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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57110Beitrag Andy-67
26. Oktober 2017 15:26

Die Normannen habenmich etwas ins grübeln gebracht, denn sie passen eigentlich so gar nicht in die Zeit.
Hatte nicht schon der Normannen Häuptling Maulaf in Die Normannen angekündigt das die Nachfahren in ein paar hundert Jahren wiederkommen wollten?
Auch passen die Normannen im Aktuellen Band nicht wirklich in die Zeit denn dir wirklichen Normannen /Wikinger hatten erst sehr viel später ihren Fußabdruck in der Geschichte hinterlassen.

Der Überfall auf das englische Kloser Lindisfarne im Jahre 793 nach Chisti zählt als das erste Auftretetn der Wikinger
http://www.wikingerzeit.net/geschichte- ... eginn.html
Gruß, Andreas

:hammer:

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Erik
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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57112Beitrag Erik
26. Oktober 2017 19:42

Hallo,
idemix hat geschrieben:
26. Oktober 2017 11:39
Wenn ich nun die heutigen Kritiken an die neuen Bände betrachte, dann fällt mir immer der Vergleich mit „Morgenland“ ein: ich denke, tendenziell gefällt „Morgenland“ eher jenen, die den Band noch als Kind unvoreingenommen kennen gelernt haben. Und er missfällt eher jenen, die bereits damals alt genug waren, um bewusst Vergleiche zu früheren Alben zu ziehen.
Das mag sehr gut sein, ist aber auch nur ein Teil der Wahrheit. Ich habe die Asterix-Bände als Kind kennengelernt, als "Morgenland" der jüngste Band war. Und er gehörte damals zu meinen Lieblingsbänden. Aber soetwas kann sich im Lauf der Jahre auch ändern. Heute finde ich "Morgenland" noch immer nicht schlecht, aber er gehört bei weitem nicht mehr zu meinen Lieblingsbänden - weil ich heute besser erkenne, wieviel mehr in manch anderem Band steckt. Umgekehrt habe ich früher "Spanien" nie besonders gemocht. Heute gefällt mir der Band sehr gut.

Gleichwohl ist es richtig, dass diejenigen, für die der "wahre Asterix" mit Band 24 gestorben ist, sicher größtenteils Leute sind, die das Erscheinen der Goscinny-Bände schon bewusst miterlebt und ihnen entgegengefiebert haben. Die haben den stilistischen Unterschied ab Band 25 viel deutlicher wahrgenommen, als Leute wie ich, die an der Stelle einen Umbruch gar nicht vermutet hätten und die Comics ursprünglich auf einer anderen, kindlichen Ebene kennengelernt haben.

Allerdings habe ich "Sichel" auch früher schon immer gemocht. Einen großen qualitativen Unterschied zu späteren Bänden habe ich nie gesehen. "Gallier" fand ich schon immer schwach (und finde es noch heute, wenn man mal von der Tatsache des Erstlingswerks absieht) und "Goten" habe ich früher schlicht nicht verstanden, weil ich die Fraktur-Schrift der Goten als Kind nicht lesen konnte.

Was ich damit sagen will ist, welche Bände man mehr oder weniger mag, bleibt auch dann immer in weitem Umfang Geschmackssache, wenn man sie als Kind schon kennen gelernt hat. Man hat dann nur einen anderen Blick darauf. Ich versuche bis heute, unvoreingenommen an eine neue Geschichte heranzugehen. Inwieweit es gelingt, ist schwer zu sagen. Aber ich denke schon, dass ich z.B. dem Auftreten von Außerirdischen in einem Asterix-Comic gegenüber aufgeschlossen bin, soweit damit eine gute Geschichte erzählt wird. Ob ich vielleicht an die "gute Geschichte" heute andere Anforderungen stelle, als ich es als Kind getan hätte, bleibt spekulativ.
idemix hat geschrieben:
26. Oktober 2017 11:39
Ich denke, Ferri und Conrad sollten gar nicht erst versuchen, eingefleischte Fans zufriedenzustellen. Dies ist nämlich ein Ding der Unmöglichkeit.
Sie sollten aber m.E. durchaus versuchen, bei künftigen Asterix-Bänden das Erzählen einer guten Geschichte, die eine Handlung hat, bei der die Charaktere eine erkennbare Handlungsmotivation haben und die der Logik (und jedenfalls im Wesentlichen dem Asterix-Kanon) folgt, mehr in den Vordergrund zu stellen.
itasca64 hat geschrieben:
26. Oktober 2017 13:21
Die heutige Schriftwahl empfinde ich zwar auch nicht als perfekt, jedoch deutlich eleganter als die frühere Groß-Kleinschreibung.
Eleganz ranigert in meiner persönlichen Prioritätenliste deutlich hinter guter Lesbarkeit.

Gruß
Erik
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John Wayne
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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57116Beitrag John Wayne
26. Oktober 2017 20:53

idemix hat geschrieben:
26. Oktober 2017 11:39
Ich möchte zum eigentlichen Thema des Threads zurückkommen und nun - mit dem nötigen Abstand zum ersten Lesen, einige grundsätzliche Überlegungen anbringen:

Grundsätzlich ist es wohl menschlich, bei Dingen die man früher mochte, das Alte geradezu verklärt zu betrachten und dort großzügig über Schwächen hinwegzusehen, dem Neuen hingegen mit einer gewissen Skepsis zu begegnen. Ein Beispiel außerhalb der Asterix-Welt sind hier die Simpsons: in einschlägigen Foren liest man sehr häufig die Meinung, die Simpsons seien früher mal sehr gut gewesen, aber nach den ersten (beliebige Zahl einsetzen) Staffeln hätten sie stark nachgelassen. Seit geraumer Zeit seien sie weder lustig noch gesellschaftskritisch und die Figuren würden sich teilweise entgegen ihrem Charakter verhalten..
Ich selbst habe erst sehr spät angefangen, die Simpsons zu sehen. Als Kind konnte ich mit diesen merkwürdigen gelben Figuren nichts anfangen. Erst als ich als Erwachsener mal zufällig eine richtig gute, gesellschaftskritische, Folge sah, begann ich sie zu mögen. Und da ich nun diesen verklärten Blick auf die frühen Folgen nicht habe, muss ich sagen, dass mir teilweise die Neueren sogar besser gefallen als die ganz Alten. Was zum Teil wohl auch an der zeichnerischen Darstellung der Figuren liegt (in manchen sehr alten Folgen sehen sie noch etwas unausgeprägt aus).

Eine Parallele dazu aus persönlicher Erfahrung nun zu Asterix. Ich bin mit meinen 40 Jahren zu jung, um bereits zu Goscinny-Zeiten neue Bände kritisch (im Sinne von Rezensionen oder Meinungen zum Band) gelesen zu haben. Mein allererster Asterix-Band war der „Sohn“, den ich als Grundschulkind geschenkt bekam. In der Folge habe ich alle Bände in zufälliger Reihenfolge gelesen (so wie sie eben gerade in der Bibliothek verfügbar waren oder ich sie geschenkt bekam, bzw. etwas später: in der Reihenfolge wie ich sie eben zufällig kaufte). Ich habe deshalb z.B. „Gallier“ und „Sichel“ erst sehr spät gelesen, lange nach „Morgenland“. Nun, Morgenland war als Kind einer meiner absoluten Lieblingsbände – und immer noch steht er in meinem persönlichen Ranking weit oben. Dies wohl auch deshalb, da die Kritikpunkte (fliegende Teppiche, usw.) für mich wie selbstverständlich zum Asterix-Universum gehörten, da ich bereits als unkritisches Kind damit vertraut wurde – damals wusste ich ja noch nichts über die Hintergründe (Goscinny's Tod).
„Gallier“ und „Sichel“ haben mir damals (im Vergleich mit bereits vorher gelesenen genialen Bänden) nicht sehr gefallen und ich halte sie – natürlich im vollen Bewusstsein, dass diese Bände das Asterix-Universum begründet haben, dass die Figuren und der Rahmen damals noch nicht ausgereift waren, usw… - immer noch als eher schwache Bände; nur Latraviata, Kreuzfahrt und Gefahr halte ich für noch schlechter (wobei ich mir bei Latraviata nicht sicher bin, ob das nicht zum Teil an der Übersetzung liegt).
Sogar noch die „Goten“ halte ich nicht für das Meisterwerk, als dass es viele sehen. Es gibt dort zwar legendäre Zitate (herausragendes Beispiel ist hier natürlich: „Sie sind so dumm und ich bin ihr Chef“) und lustige Running-Gags (z.B. der Grenzsoldat, der ständig „falsche“ Invasionen meldet). Aber sonst finde ich die Handlung nicht so herausragend und im Karnutenwald halte ich Miraculix für etwas überheblich („ich bin mir sicher, dass ich gewinnen werde“) – das entspricht nicht dem Bild von Miraculix, dass ich aus späteren (aber vorher gelesenen) Bänden von ihm habe. Und wenn man jetzt kritisiert, dass Asterix grundlos einen Konkurrenten schlägt und Obelix die "Hells Angels" aus dem Rennen wirft, dann halte ich dies geradezu als Kavaliersdelikte im Vergleich dazu, dass bei Goten im vollen Bewusstsein der Folgen einfach mal ganz bewusst ein langjähriger Bürgerkrieg angezettelt wird.
In meinem persönlichen Ranking schlägt beim direkten Vergleich der Erstwerke „Pikten“ den „Gallier“, „Papyrus“ schlägt „Sichel“ und „Italien“ ist eher noch vor „Goten“ angesiedelt. Dieser Vergleich ist natürlich unfair, Ferri/Conrad können auf etwas Funktionierendes aufbauen, Goscinny/Uderzo mussten den Rahmen erst noch erfinden. Aber genauso unfair ist es, die neuen Bände ständig nur mit den besten Goscinny-Alben zu vergleichen.

Wenn ich nun die heutigen Kritiken an die neuen Bände betrachte, dann fällt mir immer der Vergleich mit „Morgenland“ ein: ich denke, tendenziell gefällt „Morgenland“ eher jenen, die den Band noch als Kind unvoreingenommen kennen gelernt haben. Und er missfällt eher jenen, die bereits damals alt genug waren, um bewusst Vergleiche zu früheren Alben zu ziehen.
Ich denke deshalb, wenn ich „Papyrus“ und „Italien“ als Kind kennen gelernt hätte, dann würde ich die beiden Bände wie selbstverständlich irgendwo im Mittelfeld einreihen.

Übrigens: ich habe nun im Zuge der Euphorie des neuen Albums auch „Papyrus“ noch einmal gelesen. Und ich war selbst überrascht darüber, wie gut der Band mir nun, nach zwei Jahren, gefallen hat. Und auch darüber, wie viel von der Handlung und den Zitaten ich in diesen zwei Jahren bereits vergessen hatte. Während mir die Handlung der alten Bände (bis einschließlich Maestria) immer noch sehr gut vertraut ist und ich große Teile davon früher mal beinahe auswendig kannte, ist das bei den neueren Bänden nicht mehr der Fall.
Ich bin mal gespannt, wie gut mir „Italien“ gefallen wird, wenn ich den Band in einigen Monaten wieder in die Hand nehme.
Ich habe ihn nun mehrmals gelesen und er gefiel mir eigentlich bei jedem Lesen besser. Ich kann viele Kritikpunkte nicht nachvollziehen (Methusalix, Cäsar), teile jedoch einen häufig genannten Punkt: die Story selbst plätschert so dahin und hat keine richtige Struktur, im Sinne eines Handlungsstrangs der sich entwickelt, Spannung aufbaut und in einem Höhepunkt mündet. Hier ist es einfach so, dass die Gallier irgendwann im Ziel angelangen und anscheinend nur aus irgendeiner zufälligen Fügung heraus auch noch gewinnen. Vielleicht wäre es gar nicht so schwierig gewesen, dem entgegenzuwirken: wenn nach jeder Etappe die Position in der Rangliste kurz thematisiert und die Siegeschancen erörtert worden wären. Und vielleicht auch unterwegs das eine oder andere mal ein Bezug dazu („wir liegen gerade an fünfter Stelle und müssen aufholen“ oder in der letzten Etappe „wir können das Rennen noch gewinnen“), dann würde der Handlungsstrang mit dem tatsächlichen Sieg ihren Höhepunkt finden.
Ich kann einer weiteren viel gelesenen Aussage sehr viel abgewinnen: es ist wohl tatsächlich so, dass Ferri mehr Seiten benötigen würde, um eine Story gut erzählen zu können. Dass die Karikatur der italienischen Völker etwas untergegangen ist, das ist wohl vor allem auch der für Ferri zu geringen Seitenzahl zuzuschreiben, die es nicht zulässt sowohl Wagenfahrer aus verschiedenen Kulturen zu karikieren (was aus meiner Sicht wirklich sehr gut gelungen ist) und darüber hinaus auch noch die Völker der durchreisten Gebiete.

Wenn man über meinen Hauptkritikpunkt (Handlungsstrang) großzügig hinweg sieht, dann funktioniert der Band für mich sehr gut. Die Gags, die zeichnerischen Details, die Karikierung der Teilnehmer am Rennen (auch jene, auf die nicht näher eingegangen wird: z.B. der Helvetische Wagen), die kurzweilige Handlung (im Sinne, dass ich niemals das Gefühl hatte, eine Szene ziehe sich zu sehr in die Länge oder sei gar nur deshalb eingefügt worden, weil man keine bessere Idee hatte),… usw. Also für mich haben Ferri/Conrad hier sehr vieles gut und richtig gemacht. Natürlich reihe auch ich „Italien“ nicht unter die allerbesten Bände. Aber ich finde es auch vermessen zu glauben, dass es ein neuer Band jemals schaffen könnte, in meine persönlichen Top10 vorzudringen. Bände wie Briten, Legionär, Schweizer etc. (und für mich gehört hier nach wie vor auch Morgenland dazu) wären wohl für jeden unerreichbar. Dies zu einem Teil wohl auch aufgrund meines eigenen, verklärten Blickes auf diese für mich besten Bände.

Schlussgedanke: Ich denke, Ferri und Conrad sollten gar nicht erst versuchen, eingefleischte Fans zufriedenzustellen. Dies ist nämlich ein Ding der Unmöglichkeit. Wie sie es auch machen, es wird immer Kritik geben. Bauen sie auf altbewährte Running-Gags und ähnlich schon da gewesene Witze und Wortspiele: dann heißt es, sie seien ideenlos, es fehle Ihnen der Mut ausgetretene Pfade zu verlassen und es gebe keine Weiterentwicklung der Charaktere und (Bsp. Piraten) einiges wirke als nur deshalb gemacht, weil eben eine Reihe von Pflichtelementen eingebaut werden musste.
Versuchen sie hingegen neue Elemente hineinzubringen, einigen ausgesuchten Charakteren etwas mehr Gewicht zu geben, diese gar weiterzuentwickeln oder mehr in die Handlung einfließen zu lassen, dann kommt der Vorwurf, die Figur würde verfälscht und verhalte sich nicht mehr wie sie selbst (siehe am aktuellen Beispiel Methusalix – oder auch an Obelix) und es fehle die Kontinuität zu den früheren Bänden und überhaupt habe man nicht verstanden, wie Goscinny die Figuren/das Umfeld/die Asterixwelt/... dargestellt hatte.

Die beiden sind aus meiner Sicht gut beraten, wenn sie sich von den Kritiken nicht zu sehr verunsichern lassen und auch in Zukunft einfach nur versuchen, mit bestem Wissen und Gewissen eine schöne und lustige Geschichte zu erzählen, die für sie selbst gut in die Asterixwelt passt. Dies ist ihnen aus meiner Sicht sowohl bei „Papyrus“ als auch bei „Italien“ schon mal gut gelungen (und die Pikten schließe ich hier und jetzt nur deshalb nicht mit ein, weil ich den Band seit 2 Jahren nicht mehr gelesen habe und mich nicht mehr genügend daran erinnere, um mir ein Urteil darüber anzumaßen - wie gesagt hat mir ja auch "Papyrus" jetzt besser gefallen, als ich ihn in Erinnerung hatte).
So geht es mir auch. Ich empfehle, die Pikten noch mal vorzunehmen. Da gibt es den ähnlichen Effekt.

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WeissNix
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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57119Beitrag WeissNix
27. Oktober 2017 02:36

Erik hat geschrieben:
26. Oktober 2017 19:42
Allerdings habe ich "Sichel" auch früher schon immer gemocht. Einen großen qualitativen Unterschied zu späteren Bänden habe ich nie gesehen. "Gallier" fand ich schon immer schwach (und finde es noch heute, wenn man mal von der Tatsache des Erstlingswerks absieht) und "Goten" habe ich früher schlicht nicht verstanden, weil ich die Fraktur-Schrift der Goten als Kind nicht lesen konnte.
"Die Gallier" habe ich früher auch eher als einen der schwächsten Bände von Goscinny/Uderzo angesehen, aber das hat sich gewandelt. Ich finde inzwischen, dass hier die Geschichte eigentlich sehr pfiffig ist, da zum einen die Hauptakteure - Asterix und der Zaubertrank inkl. dessen "Braumeister" - trefflich eingeführt werden und auch das Dorf und die Besatzungssituation in den Folgebänden keiner weiteren Erläuterung mehr bedarf. Der Band ist auch reich an Anspielungen, die aber eher französische Umstände aufs Korn nehmen, die naturgemäss eher von Leuten verstanden werden, die in dem Land leben bzw. sich dort gut auskennen.
Ich wette, für die meissten comiclesenden Franzosen war damals auch sofort klar, dass mit den immer weiter wachsenden Haaren eine Szene aus dem damaligen Platzhirsch der franko-belgischen Comicszene (Tim & Struppi) parodiert worden ist - was man ja durchaus heute als - humorige - Kampfansage auffassen kann :-D
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idemix
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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57121Beitrag idemix
27. Oktober 2017 10:07

Erik hat geschrieben:
26. Oktober 2017 19:42
itasca64 hat geschrieben:
26. Oktober 2017 13:21
Die heutige Schriftwahl empfinde ich zwar auch nicht als perfekt, jedoch deutlich eleganter als die frühere Groß-Kleinschreibung.
Eleganz ranigert in meiner persönlichen Prioritätenliste deutlich hinter guter Lesbarkeit.
Dem kann ich nur zustimmen. Wenn ich die Wahl zwischen Eleganz und Lesbarkeit habe, dann wähle ich ohne zu zögern die Lesbarkeit.
Aber Eleganz schließt Lesbarkeit ja nicht a priori aus. Es gibt durchaus Schriftarten, die beides vereinen (d.h. deren Kleinbuchstaben ebenso elegant wie deren Großbuchstaben sind). Es sollte doch möglich sein, so etwas auch für die Asterixalben zu finden oder zu kreieren.
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Michael_S.
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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57150Beitrag Michael_S.
29. Oktober 2017 13:09

Troubadix hat geschrieben:
24. Oktober 2017 15:44
Aber für mich gibt es eben einen Unterschied zwischen a) einer antiken Welt voller lustiger Anachronismen und b) einer modernen Welt in antiker Kulisse
Zu diesem Thema gibt es auch eine Aussage in einem Interview mit Ferri und Conrad, das in der Comiczeitung "Wieselflink" (Ausgabe 03/2017 gab es kostenlos auf der Spielemesse in Essen) zu finden ist. Dort heißt es: "Asterix muss immer zumindest im Ansatz und dem Anschein nach der historischen Wirklichkeit entsprechen. Das darf man aber nicht zu weit treiben. Denn das antike Italien hat mit dem heutigen wenig gemeinsam, abgesehen von den Regionen. Die Städte, die in der Antike wichtig waren, sind nicht die, die später an Bedeutung gewonnen haben, in der Renaissance usw. Man muss immer ein bisschen tricksen und Dinge aus dem antiken Italien mischen mit dem, was man aus dem heutigen Italien kennt - und das möglichst mit einer Prise Humor."

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Donaldix
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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57178Beitrag Donaldix
31. Oktober 2017 08:34

Hallo!

Interessant, wie viele sich als Kinder keine wirkliche Meinung zu den Bänden gebildet haben. Ich bin gerade im frühen Teenageralter und bilde mir eigentlich immer direkt nach dem Lesen eines Comics eine Meinung und sinniere darüber, was die Autoren hätten besser machen können. Und das war auch schon früher so – wenn man vom ersten Asterix-Band, den ich gelesen habe, „Die goldene Sichel“, absieht, den fand ich einfach spitze, außerdem hatte ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Eigentlich schade, ich vermisse es, einfach am Lesen Spaß zu haben.
Jedenfalls ist mir schon ein gewaltiger Qualitätsunterschied zwischen den Goscinny/Uderzo- und Nur-Uderzo-Bänden aufgefallen, als ich sie mir mit acht oder neun Jahren ohne Rücksicht auf die Veröffentlichungsdaten auslieh. Klar, Geschichten wie „Asterix im Morgenland“ waren schon unterhaltsam und es hat mir auch Spaß gemacht, sie zu lesen. Aber ich habe schon gemerkt, dass sie nicht wirklich in den Asterix-Kosmos passten. Ich glaube deshalb nicht, dass jeder Asterixfreak, der die Comicserie schon länger verfolgt, unbedingt eine verklärte Sichtweise auf die neuen Bände haben soll.

Ich finde die aktuelle Schriftart der Asterix-Alben übrigens schön, aus dem von Michael_S. genannten Grund. Lesen kann ich sie auch gut, ich habe also kein Problem damit, auch wenn ich Schriftarten wie Comic Sans MS passender fände.

Gruß
Finn

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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57188Beitrag WeissNix
31. Oktober 2017 15:03

Donaldix hat geschrieben:
31. Oktober 2017 08:34
Interessant, wie viele sich als Kinder keine wirkliche Meinung zu den Bänden gebildet haben. Ich bin gerade im frühen Teenageralter und bilde mir eigentlich immer direkt nach dem Lesen eines Comics eine Meinung und sinniere darüber, was die Autoren hätten besser machen können.
Natürlich bildet man sich als "Kind" eine Meinung zu dem Gelesenen - was aber nicht heisst, dass sich diese mit zunehmendem Alter entweder verfestigen oder eben auch ändern kann. Gerade die Goscinny-Bände enthalten Anspielungen, die man als Kind/Jugendlicher vielleicht noch gar nicht versteht. Und in meiner Kindheit gabs auch kein Internet, was einem in Form von comedix.de zB dabei half, die Anspielungen umfassend zu erfassen.
bis repetita non placent!

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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57190Beitrag methusalix
31. Oktober 2017 15:17

Hallo,
Donaldix hat geschrieben:
31. Oktober 2017 08:34
Ich bin gerade im frühen Teenageralter und bilde mir eigentlich immer direkt nach dem Lesen eines Comics eine Meinung und sinniere darüber, was die Autoren hätten besser machen können.
Dann wärst Du noch pubertär und schon Frühreif ;-)
Alle Achtung , in dem Alter hab ich mir noch keine Gedanken um Qualitätsunterschiede bei Comics gemacht , sondern höchstens bei den Mädchen :-D

Gruß Peter
"Nec scire fas est omnia"; es ist unmöglich, alles zu wissen

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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57196Beitrag Comedix
31. Oktober 2017 17:39

methusalix hat geschrieben:
31. Oktober 2017 15:17
Alle Achtung , in dem Alter hab ich mir noch keine Gedanken um Qualitätsunterschiede bei Comics gemacht , sondern höchstens bei den Mädchen
In deinem Jugendalter haben die Frauen noch weiße Hauben getragen, oder? :hammer:
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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57197Beitrag Donaldix
31. Oktober 2017 17:43

Hallo WeissNix und methusalix!
WeissNix hat geschrieben:
31. Oktober 2017 15:03
Und in meiner Kindheit gabs auch kein Internet, was einem in Form von comedix.de zB dabei half, die Anspielungen umfassend zu erfassen.
Wenn ich darüber nachdenke, glaube ich, dass das ziemlich entscheidend ist; würde ich nicht in diversen Foren so etwas wie Rezensionen lesen oder eben mitüberlegen, wo Easter-Eggs versteckt sind, würde ich mir wahrscheinlich auch nur über die Qualität der Mädchen Gedanken machen. :-D
Gruß
Finn

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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57199Beitrag methusalix
31. Oktober 2017 18:12

Hallo Marco,
Comedix hat geschrieben:
31. Oktober 2017 17:39
In deinem Jugendalter haben die Frauen noch weiße Hauben getragen, oder?
Nee , aber weiße Strings :-D


Gruß Peter
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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57225Beitrag itasca64
1. November 2017 22:33

idemix hat geschrieben:
27. Oktober 2017 10:07
Erik hat geschrieben:
26. Oktober 2017 19:42
itasca64 hat geschrieben:
26. Oktober 2017 13:21
Die heutige Schriftwahl empfinde ich zwar auch nicht als perfekt, jedoch deutlich eleganter als die frühere Groß-Kleinschreibung.
Eleganz ranigert in meiner persönlichen Prioritätenliste deutlich hinter guter Lesbarkeit.
Dem kann ich nur zustimmen. Wenn ich die Wahl zwischen Eleganz und Lesbarkeit habe, dann wähle ich ohne zu zögern die Lesbarkeit.
Aber Eleganz schließt Lesbarkeit ja nicht a priori aus. Es gibt durchaus Schriftarten, die beides vereinen (d.h. deren Kleinbuchstaben ebenso elegant wie deren Großbuchstaben sind). Es sollte doch möglich sein, so etwas auch für die Asterixalben zu finden oder zu kreieren.

Selbstverständlich muss eine Schrift zuallererst funktionieren, d.h. lesbar sein. Ich muss daher wohl als gegeben hinnehmen, daß einige bei der aktuellen Type dahingehend Probleme sehen. Nachvollziehen kann ich es aber offen gestanden nicht, Probleme mit der Lesbarkeit habe ich in keinster Weise und finde, daß die deutschen Ausgaben heute den französischen Originalen besser entsprechen.

Gruß Rolf
Zuletzt geändert von itasca64 am 2. November 2017 17:42, insgesamt 1-mal geändert.
"Rauchwurscht aus dem Avernerland. Koschtet Rauchwurscht aus dem Avernerland!"
(Händler mit Bauchladen vor dem Circus Maximus in Rom, Asterix als Gladiator, S. 38)

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Re: Eure Meinung zum neuen Band

Beitrag: # 57227Beitrag WeissNix
1. November 2017 22:39

Ich habe auch bei manchen Comics starke Probleme mit der Lesbarkeit, aber bei Asterix nicht, auch mit dem neuen Lettering nicht.
bis repetita non placent!

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