Hallo,
meine Zurückhaltung gegenüber Ausnahmen von den Aufnahmekriterien ist - wie ich annehme - mittlerweile bekannt. Gleichwohl möchte ich es nun einmal selbst unternehmen, eine Ausnahme vorzuschlagen und zu begründen.
Es ist ja allgemein bekannt, daß es
in verschiedenen Ländern Asterix-Sonderbriefmarken gegeben hat, daß ein
entsprechendes Vorhaben aber in Deutschland gescheitert ist. Was es im deutschsprachigen Raum aber verschiedentlich gab, sind Sonderstempel mit Asterix-Motiv.
Es ist offensichtlich, daß diese allenfalls mit großen Schwierigkeiten und unter extremer Dehnung der Bibliothekskriterien unter diese zu fassen wären. Der Stempel selbst ist nicht erwerblich und der Stempelabdruck ist kein in begrenzter Zahl produziertes Objekt. Auch kann man ihn nicht wirklich kaufen. Kaufen tut man eine Briefmarke und einen Umschlag oder eine Postkarte während der Stempel in der Regel (zumindest auch) der Entwertung dient. Man hat kaum einen Anspruch auf einen bestimmten Stempel, wenn man einen Brief versendet, aber ein netter Postangestellter wird einem auch einen Stempelabdruck auf einem Stück Papier geben, wenn man keine Marke entwerten lassen will. - Alles in allem erscheint es mir also unsinnig zu begründen zu versuchen, daß Asterix-Sonderstempel die Bibliothekskriterien erfüllten.
Weshalb also schlage ich diese für eine Aufnahme vor? Ganz einfach, weil Sonderstempel zu dem geradezu
klassischen Sammelgebiet der Philatelie gehören. Ihrer Art nach können sie nicht käuflich zu erwerben sein und dennoch stehen sie regelmäßig im Zusammenhang mit dem entgeltlichen Versand von Briefen. Die Gründe für die Begrenzung der Bibliotheksobjekte auf erwerbliche Artikel sind hier nicht tangiert. Sonderstempel gibt es zu bestimmten Anlässen, aber nicht zu beliebigen Werbezwecken. Eine Ausuferung drohl nicht, weil es ein eng begrenzter Bereich ist, der über eine Artikelseite nicht hinausgeht und kaum zum Präzedenzfall für weiterer Ausnahmen zu werden verspricht.
Meines Erachtens ist daher die Aufnahme von Asterix-Sonderstempeln aufgrund ihrer Sonderstellung als gerade auch mit Blick auf Sammler (Philatelisten) herausgegebene, aber nicht im eigentlichen Sinne erwerbliche Objekte zumindest gut vertretbar, eigentlich sogar notwendig. Denn diese versteckten "Kleinode" in dem für Sammler interessantesten Comedix-Bereich nicht zu erwähnen, würde eine Ausklammerung gerade eines der tradiertesten Sammelgebiete und damit eine Informationslücke bedeuten.
Für den Fall, daß mein Ausnahme-Vorschlag Zustimmung erfahren sollte, möchte ich für die Erstellung einer Sammelseite auf die folgenden aus dem deutschsprachigen Raum stammenden Asterix-Sonderstempel hinweisen:
I.21. Deutsch-Französisches Volksfest "Das gallische Dorf", 25.6.-17.7.1983.
Dateianhang:
Sonderstempel Volksfest 1983.jpg [ 73.73 KiB | 915-mal betrachtet ]
Es handelt sich um einen Kastenstempel, der neben dem eigentlich zur Entwertung der Marke gedachten Rundstempel steht. Wenn mehrere Marken aufgeklebt sind, tragen allerdings auch die Kastenstempel zur Entwertung bei.
II.Marktfest "Leichter leben", 26.8.2001, 3334 Gaflenz
Dateianhang:
Sonderstempel Martfest Österreich 2001.jpg [ 90.28 KiB | 915-mal betrachtet ]
Das Motiv dieses Stempels aus Österreich scheint keine Uderzo-Zeichnung zu sein.
III.SEF 3/72 - Zerstörer »Bayern« - Per Asterix ad Astra
Dateianhang:
Sonderstempel Zerstörer Bayern 1972.jpg [ 81.71 KiB | 915-mal betrachtet ]
Dieser Sonderstempel hat eine andere Qualität. Es handelt sich um einen Bildstempel, der sicherlich nicht zur Entwertung von Birefmarken gedacht ist, sondern eher zur Verzierung bzw. Illustration eines Umschlages. Von wem dieser hier herausgegeben wurde, kann ich nicht sagen, von der Post selbst wahrscheinlich nicht. Aber wenn man eine Seite zu Sonderstempeln macht, sollte er dennoch ergänzend erwähnt werden, da die sammlerische Relevanz wohl augenscheinlich ist.
Der
Zerstörer Bayern war ein Kriegsschiff der deutschen Marine, das 1961 kielgelegt und 1993 außer Dienst gestellt wurde. Das Kürzel "SEF 3/72" bezeichnet eine bestimmte Mission des Schiffs. Dabei steht SEF für "Ständige Einsatzgruppe Flotte", die seit 1971 viermal jährlich Manöver durchführt (Quelle:
marinepage.de). Das Manöver 3/72 führte "von Kiel aus Richtung Schottland und den Shetlands mit Z-Mölders, Z-Lütjens und der Fregatte Lübeck" (Quelle: zerstoerer-bayern.de).
Der Spruch "Per Asterix ad Astra", der wie ein Motto unter dem Stempelmotiv prangt, ist natürlich eine Anlehnung an die von Seneca stammende lateinische Redewendung "
Per aspera ad astra" (dt. "Durch das Raue zu den Sternen"), die (später) auch in "Asterix in Amerika" in einer Abwandlung Verwendung findet (00:27:52, Lucullus: "Wir nähern uns dem Ende der Welt, wir nähern uns deinem Ende und dem Ende eines wunderschönen Tages, per aspera ad acta.").
Also, was meint Ihr?
Gruß
Erik
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"Alle sollt ihr noch sehen, daß ich habe recht!"
(Erik der Blonde, Die große Überfahrt, S. 5)