Quizfrage MCCXLVI

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Moderator: Terraix

jouhmään
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Re: Quizfrage MCCXLVI

Beitrag: #Beitrag jouhmään »

Hallo Weissnix, hallo Michael_S.,

Ihr habt den Volltreffer gelandet !!!!!!!!!!!!!

Die Szene spielt auf den Überfall auf die Lyoner Postkutsche im Jahr 1796 an. Danach kam es zu einem Prozess, in dem schwere Justizirrtümer passierten, so dass er bis heute in Frankreich große Bedeutung hat. (siehe den Link oben von Weissnix und den französischen Link: https://fr.wikipedia.org/wiki/Affaire_d ... er_de_Lyon).

Wegen des zu Unrecht verurteilten Joseph Lesurques wurde später ein Gesetz beschlossen, das es ermöglichte, verurteilte Sträflinge zu rehabilitieren. Daher gilt der Fall bis heute als Beispiel für einen Justizirrtum. Wahrscheinlich wurde unter anderem auch wegen dieses Justizirrtums in Frankreich die Todesstrafe abgeschafft.

Der Überfall auf die Postkutsche in Lyon ist in Frankreich deshalb so bekannt, dass es dazu eine Vielzahl von Adaptionen in verschiedenen Kunstformen gibt:

Comic
Neben der „Tour de France“ von Asterix taucht die Affäre auch in einem anderen francobelgischen Comic auf. Und zwar in Benni Bärenstarks „Madame Albertine“. Als Herr Klingbeil sich bei der Polizei beschwert, sagt er: "Erinnern Sie sich an den Fall des Postraubs in Lyon!". Seite 28, Bild 11.

Romane
Armand Fouquier, Geschichte des Lesurques-Prozesses , Paris, Lebrun, 1859
Pierre Zaccone , Courrier de Lyon , Paris, Librairie du Petit Journal , 1868
Maurice Jogand, La Bréban oder L'Affaire du Courrier de Lyon , Paris, 1884
Arthur Bernède (Regie), Die Ermordung der Post aus Lyon , Paris, 1931.
Maxime Valoris & M. Mario, Der Kurier aus Lyon. Der Tod eines Unschuldigen ,1951

Theater
Die Lyon Post Affaire ( 1988 ), ein Stück von Alain Decaux und Robert Hossein , wurde im Palais des Sports in Paris aufgeführt .

Kino
1923 : Lyon Post Affaire, ein französischer Stummfilm von Léon Poirier .
1937 : Lyon Post Affaire Französischer Film von Claude Autant-Lara und Maurice Lehmann .

Fernsehen
Die Wahrheit über die Lyoner Postaffäre (1963), französischer Fernsehfilm in zwei Folgen von Stellio Lorenzi , André Castelot und Alain Decaux in der Serie „ Die Kamera erforscht die Zeit “.

Lied
Klage des Kuriers aus Lyon , Lied von Maxime le Forestier .



beste Grüße

Jouhmään

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WeissNix
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Re: Quizfrage MCCXLVI

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

jouhmään hat geschrieben:
21. September 2020 18:39
Wahrscheinlich wurde unter anderem auch wegen dieses Justizirrtums in Frankreich die Todesstrafe abgeschafft.
Das bezweifele ich aus zwei Gründen:

1. Die vergangene Zeit zwischen dem Fehlurteil und der Abschaffung der Todesstrafe (immerhin liegen da rund 180 Jahre - und mehrere Republiken - zwischen).

2. Die Harmonisierung des Rechts in der damaligen EWG, insb. vor dem Hintergrund der Aufnahme Griechenlands ebenfalls 1981 und der schon in Vorbereitung befindlichen Aufnahme von Spanien und Portugal 1986 - alle drei sehr junge Demokratien, die ihre Diktaturen erst wenige Jahre vorher abgeschafft hatten. Vor diesem Hintergrund wurde in den 70er Jahren mehr und mehr in der Gesellschaft in Europa die Todesstrafe generell in Frage gestellt, selbst die UN traten ab 1977 für die Abschaffung weltweit ein.

Der damalige Justizirrtum mag in vielen insb. französischen Köpfen (die noch fest auf ihren Hälsen saßen) in der Diskussion um die Abschaffung ein Argument geliefert haben, eigentlicher und hauptsächlicher Grund war er mE aber nicht. Denn dann hätte sie viel früher abgeschafft gehört, da in den nahezu zwei dazwischenliegenden Jahrhunderten sicherlich unzählige unschuldige Köpfe gerollt sind.
bis repetita non placent!
Wenn Nazis nicht Nazis genannt werden wollen, heißt das dann, dass sogar Nazis wissen, dass Nazis scheiße sind? (Sarah Bosetti)

jouhmään
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Re: Quizfrage MCCXLVI

Beitrag: #Beitrag jouhmään »

WeissNix hat geschrieben:
21. September 2020 19:54
jouhmään hat geschrieben:
21. September 2020 18:39
Wahrscheinlich wurde unter anderem auch wegen dieses Justizirrtums in Frankreich die Todesstrafe abgeschafft.
Das bezweifele ich aus zwei Gründen:

1. Die vergangene Zeit zwischen dem Fehlurteil und der Abschaffung der Todesstrafe (immerhin liegen da rund 180 Jahre - und mehrere Republiken - zwischen).

2. Die Harmonisierung des Rechts in der damaligen EWG, insb. vor dem Hintergrund der Aufnahme Griechenlands ebenfalls 1981 und der schon in Vorbereitung befindlichen Aufnahme von Spanien und Portugal 1986 - alle drei sehr junge Demokratien, die ihre Diktaturen erst wenige Jahre vorher abgeschafft hatten. Vor diesem Hintergrund wurde in den 70er Jahren mehr und mehr in der Gesellschaft in Europa die Todesstrafe generell in Frage gestellt, selbst die UN traten ab 1977 für die Abschaffung weltweit ein.

Der damalige Justizirrtum mag in vielen insb. französischen Köpfen (die noch fest auf ihren Hälsen saßen) in der Diskussion um die Abschaffung ein Argument geliefert haben, eigentlicher und hauptsächlicher Grund war er mE aber nicht. Denn dann hätte sie viel früher abgeschafft gehört, da in den nahezu zwei dazwischenliegenden Jahrhunderten sicherlich unzählige unschuldige Köpfe gerollt sind.
Hallo Weissnix

Deine Argumente haben mich überzeugt. Ich ziehe den Satz zurück!

beste Grüße

Jouhmään

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WeissNix
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Re: Quizfrage MCCXLVI

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Sorry fürs Klugscheisssen ;-)
Aber ich hab mich mal etwas mit der europäischen Integration beschäftigt, und da musste ich Dir in diesem einen Punkt leider widersprechen.

Deine Frage und Deine Ausführungen dazu finde ich sehr interessant und spannend, hab mir echt nen Wolf gesucht und war auf der völlig falschen Fährte. Dein letzter Tipp hätte mich wohl auch auf die Spur gebracht, aber als ich den gesehen hatte, hatte Michael schon die richtige Stelle gefunden.

Darf ich vermuten, dass Du gerade an den Anspielungen für "Tour de Gaulle" arbeitest? ;-) (rhetorische Frage, der Thread kann zu)
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