Marcel Uderzo

Allgemeine Themen, die etwas mit Asterix zu tun haben und Vorstellung aktueller Asterix-Hefte, -Filme und -Produkte.

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Bratensos

Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag Bratensos »

Hallo,

hab nach längerer Zeit mal wieder hier vorbeigeschaut und diesen interessanten Thread entdeckt.

Auf der französischen Seite http://www.bedetheque.com/auteur-1183-B ... arcel.html finden sich weitere biographiosche Infos sowie eine Liste der von Marcel Uderzo gezeichneten Comics, aus denen man sich auch einzelne Seiten als Kostproben anschauen kann (auch wenn man kein Französisch kann).

Insgesamt ist mir aufgefallen, dass Marcel Uderzo wohl mehrere Mal die Popularität des Werkes seines Bruders ... nun sagen wir mal ... zum Anlass genommen hat, um Werbecomics im Asterix-Stil für verschiedene Unternehmen zu gestalten. Das von Batavirix gepostete Beispiel zu den Cholesterinsenkern ist nur eins davon - es gibt außerdem zumindest noch ein Werbecomic für Sparkassen (L' A.B.D. de l'épargne) und ein weiteres für einen Pharmakonzern (Le Stratagème).

Klickt da mal drauf und seht euch die Bilder an. Das ist schon sehr auffällig. Bei einigen Bildern kann man sogar erahnen, welche Asterix-Szenen als Vorlage gedient haben. Ich muss ganz ehrlich sagen: Da kann ich es schon nachvollziehen, dass Albert in dieser Hinsicht nicht so gut auf seinen Bruder zu sprechen sein soll. Die werbenden Unternehmen haben sich da wohl von Marcel Uderzo geholt, was sie von Albert Uderzo nicht bekommen haben.
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Comedix
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag Comedix »

Hallo,
Bratensos hat geschrieben:Auf der französischen bedetheque.com
ich kenne durch meine Recherche über Marcel Uderzo den Text, er ist inhaltlich fast identisch mit dem aus der französischen Wikipedia.

Gruß, Marco
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methusalix
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag methusalix »

Hallo Marco,
im Tajan von 2005 ist ein vermerk zu Marcel Uderzo , da ich nicht der französischen Sprache mächtig bin zitiere ich den Text mal :
Astérix – Marcel Uderzo
"Encre de chine noire pour le dessin utilisé pour la dernière image du dessin animé “ Astérix et Cléopâtre ”– Dargaud Films 1968. Le film se termine sur cette dernière image qui se fige. La scène représente le banquet final des gaulois. 43 x 60 cm. Signée par Marcel Uderzo, frère d'Albert qui a coopéré à plusieurs des projets de ce dernier .
Encadrée."

Gruß Peter
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Comedix
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag Comedix »

Hallo Peter,

danke, das ist eine Information, die besagt, dass das letzte Bild mit dem Bankett aus dem Film "Asterix und Kleopatra" von Marcel Uderzo getuscht worden sein soll. Offensichtlich wurde es mal als eingerahmtes Bild zum Verkauf angeboten.

Gruß, Marco
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Erik
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Comedix hat geschrieben:das ist eine Information, die besagt, dass das letzte Bild mit dem Bankett aus dem Film "Asterix und Kleopatra" von Marcel Uderzo getuscht worden sein soll. Offensichtlich wurde es mal als eingerahmtes Bild zum Verkauf angeboten.
für die Artikelseite mag das als Deteilinformation nicht so wichtig sein, interessant ist es dennoch. Einen Screenshot dieses französischen Filmbildes hatte ich ja (im Vergleich zur deutschen Version, die die lezte Comicseite zeigt) hier gepostet:
viewtopic.php?p=24463#p24463

Gruß
Erik
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methusalix
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag methusalix »

Hallo,
Comedix hat geschrieben:Offensichtlich wurde es mal als eingerahmtes Bild zum Verkauf angeboten
dann müßte dieses damit gemeint sein, habe aber leider keine Abbildung dazu :
Marcel Uderzo
Titel : Pièce historique, Astérix et Cléopâtre
Medium : India ink
Größe : 21,7 x 26 in. / 55 x 66 cm.
Jahr : 1967 - 1968
Bez. : Signed

Gruß Peter
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Findefix

Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag Findefix »

Hallo Peter!
dann müßte dieses damit gemeint sein,

Gemeint ist im Tajan doch wohl eher das dort angebotene (wie auch abgebildete, auf S. 29!) von 1968 mit den Maßen 43 x 60 cm, wozu Dir Marco übersetzt hat, es sei gerahmt angeboten worden. - Wie kommst Du jetzt wieder auf dieses 55 x 66 cm messende..? :roll:

LG, Andreas
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methusalix
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag methusalix »

Hallo Andreas,
Findefix hat geschrieben:Wie kommst Du jetzt wieder auf dieses 55 x 66 cm messende
http://www.artnet.de/Artists/LotDetailP ... F3585C561C

ich habe den eintrag dort gefunden und bin mir ziemlich sicher das dieses Bild sich irgendwo noch im internet befindet , habe es selbst gesehen und auch abgespeichert , aber finde es nicht mehr :cry:
Es wurde auch auf verschieden Auktionen angeboten.

Gruß Peter
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag methusalix »

Hallo Marco,
habe im Kultbuch vom Bertelsmann diesen Eintrag zu Marcel Uderzo noch gefunden der deinen Eintrag dazu noch untermauert , allerdings mit einer anderen Jahreszahl :
MARCELS SEITE
""In"Asterixi der Gallier" ist die 35.Seite die einzige, die nicht von Albert Uderzo gezeichnet wurde, sondern von seinem Bruder Marcel, den er einst ausgebildet hatte, damit er ihm bei seiner Arbeit hilft.
Die Originalseite war beim drucken verloren gegangen und wurde erst 1970 von seinem Bruder neu gezeichnet.
Gute Beobachter werden sicher einige Unterschiede im Vergleich zu den anderen Seiten(grössere Schrift, Dünnerer Strich usw.) feststellen.""

Nachzulesen auf Seite CXXIV

Gruß Peter
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Erik
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Batavirix hat geschrieben:Von Marcel Uderzo hab ich auch ein weiteren Titel in meinem Besitz:
“De overdaad van Senator Ancorus, of hoe verhoogd cholesterol te voorkomen”
ohne, daß es zu besserwisserisch klingen soll, möchte ich Interessierte zur leichteren Auffindbarkeit im Internet darauf hinweisen, daß der Titel korrekt "De overdaad van Senator Angorus" heißt. Ich gebe gerne zu, daß ich dem Titelschriftzug nach auch Ancorus gelesen hätte. Hinten im Heft sind aber die Namen der Protagonisten erklärt und da ist es deutlich als Angorus (von "Angineuze klachten") zu lesen. Im Internet findet man den Band auch nur unter dieser Bezeichnung.

Soweit ich gelesen habe, gibt es den Band in den Niederlanden übrigens als Softcover und als Hardcover. Ich habe mir eine (preiswerte) SC-Ausgabe angeschafft, aber die HC-Version scheint deutlich höherpreisig zu sein.

Gruß
Erik
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag methusalix »

Hallo,
grade habe ich noch eine teilweise Unbekannte Seite von Marcel Uderzo erfahren ; Marcel hat sich wahrscheinlich 1967 mal unter dem Pseudonym Marcel Amont als Sänger versucht 8) siehe Abbn.

Gruß Peter
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Zuletzt geändert von methusalix am 23. März 2012 17:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag Findefix »

Hallo Peter!
grade habe ich noch eine teilweise Unbekannte Seite von Marcel Uderzo erfahren ; Marcel hat sich wahrscheinlich 1967 mal unter dem Pseudonym Marcel Amont als Sänger versucht 8) siehe Abbn.
Sowas ist krassester Unfug, was Du hier schreibst: das Plattencover stammt von Albert Uderzo (wie auch die Signatur!), der es für Monsieur Amont gezeichnet hat (wie noch andere, z. B. für Richard Gotainer!), Du aber kreierst gleich wegen des Sängers Vornamen einen "singenden Marcel Uderzo" daraus, - einfach unglaublich! :roll: Dabei hätte wohl schon ein Versuch, nach Marcel Amont zu googlen, solch eine unhaltbare Behauptung zu verhindern gewusst :!:

LG, Andreas
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methusalix
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag methusalix »

Hallo
auch hier muß ich mich entschuldigen für meine unprofessionalität der Recherche , dreimal :oops: :oops: :oops:

Gruß Peter
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Erik
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Erik hat geschrieben:Auf Deutsch sind von ihm nur 5 Comic-Alben erschienen:

- Matti erzählt Bd. 1: Die Zaubertrommel (Ehapa)
- Matti erzählt Bd. 2: Die magische Maske (Ehapa)
- Die Abenteuer von Matthias Bd. 3: Die Götter des Sees (Arboris)
diese Liste muß nunmehr wohl ergänzt werden:

Die Mathias-Serie wird wohl derzeit in Frankreich neu aufgelegt und - mit einem 4. Band - fortgesetzt. In Deutschland hat der Verlag Salleck die Publikation übernommen. Bislang sind die ersten beiden Bände auf Deutsch erschienen:
http://salleckpublications.de/Gesamtver ... -erzaehlt/

Nach allem, was man so liest, handelt es sich dabei aber nicht um bloße Neuauflagen, sondern die Comics sind anscheind in größerem Maße überarbeitet worden.

So heißt es bei Comicleser.de:
comicleser.de hat geschrieben:Für die Neuauflage, die eigentlich mehr ein kompletter Neustart ist, präsentiert Eckart Schott eine von den kreativen Köpfen deutlich erweiterte Fassung des ursprünglichen Band 1, die (von Didier Ray und Diego Parada López) neu koloriert und von ihm selbst gewohnt werktreu und findig frisch übersetzt wurde (inklusive einer launigen Anmerkung, dass er dem Leser das Sprachkauderwelsch des Trappers Bärenpelz aus der Vorlage nicht in Form von Pfälzisch oder Berlinerisch zumuten möchte). In Band 4 schließlich dürfen wir uns auf vollkommen neue Abenteuer von Mathias und seinen Kumpanen freuen.
Und im Comicforum liest man:
felix da cat hat geschrieben:War ja gespannt auf die Neubearbeitung (das alte Album hatte nur 44 Comicseiten, es war also neues Material zu erwarten) und habe nach Erwerb des HC auch gleich mal verglichen. Im ersten Teil hat Marcel Uderzo nur wenige Änderungen vorgenommen, auf den hinteren Seiten ist fast alles rundumerneuert. Da sich sein Zeichenstil in den letzten 30+ Jahren nun doch mehr als ein bissl verändert hat, macht das grafisch einen etwas unausgewogenen Eindruck (als hätte ein anderer Zeichner mitten im Album übernommen).
Inhaltlich wird sich wohl kaum etwas verändert haben, [...].
felix da cat hat geschrieben:Normalerweise verkaufe ich alles Alte, was ich in einer schöneren Ausgabe bekommen kann [...], aber hier wurde so viel verändert, dass man als Comic-Junkie beide Versionen haben sollte ...
Am informativsten ist ansonsten wohl ein Artikel auf comic.highlightzone.de:
comic.highlightzone.de hat geschrieben:Marcel Uderzos Zeichnungen hingegen sind bei “Mathias“ ähnlich gut gelungen wie die Arbeiten seines Bruders bei Asterix oder Umpah-Pah. Trotzdem hat Marcel Uderzo ab 2015 seine Mathias-Alben noch einmal komplett überarbeitet und etwas arg grell schimmernd am Computer neu kolorieren lassen.
Das ursprünglich auf 44 Comicseiten erzählte erste Comic-Album “Die Zaubertrommel“ hat jetzt einen Umfang von 54 Seiten.
Das ist m.E. schon ein außergewöhnlicher Vorgang: Ein Comiczeichner, der ein altes Comic-Abenteuer nochmal anfaßt und neu etwas dazuzeichnet (hier ja offenbar ca. 10 Seiten)? Das wäre ja so, als hätten Goscinny und Uderzo "Asterix der Gallier" nachträglich nochmal überabitert und erweitert. Eine neue Kolorierung ist das eine, aber eine Ersetzung oder Hinzusetzung von Zeichnungen (und Text!) schafft ja doch ein neues Werk und keine Neuauflage eines alten Werkes.

Weiß jemand zu den inhaltlichen Änderungen, v.a. deren Umfang und Richtung, Genaueres? Wurde auch der Band 2 erweitert oder neu gezeichnet?

Wenn man Genaueres weiß, sollte das auf der Übersicht der Marcel-Uderzo-Seite auch berücksichtigt werden. Theoretisch könnte man einfach in der Liste "überarbeitete Neuauflage 2015, Salleck-Verlag" oder "erweiterte Neuauflage" dahintersetzen. Aber je nach dem Maß der Änderungen könnte das vielleicht auch besser als eigener Listenpunkt erfaßt werden.

Gruß
Erik

EDIT: Nachtrag: Ich habe gerade gesehen, daß nicht, wie ich oben schrieb, die ersten beiden Bände bei Salleck bereits erschienen sind. Bd. 1 ist erschienen, Bd. 2 ist für Mai 2016 angekündigt und vorbestellbar. Dabei wird sich auch der Titel gegenüber der alten Ehapa-Ausgabe ändern, so daß eine bloße Ergänzung des neuen Verlages in der Liste nicht ausreichen wird.
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Re: Marcel Uderzo

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

in den letzten Zügen meines Weihnachtsurlaubs habe ich den Band 1 von Mat(t)hias (siehe die Cover im Anhang) nun in alter und in neuer Version zum Vergleich gelesen. Über die Geschichte selbst will ich gar nicht viel schreiben. Es geht um das Abenteuer eines jungen Franzosen im ausgehenden 18. Jahrhundert, der sein Glück im damals französischen Kanada sucht. Sie ist von Moloch und durchaus solide erzählt; erinnert ein wenig an Umpah-Pah. Eine Meisterleistung à la Goscinny ist sie aber sicher nicht. Daß die Zeichnungen von Marcel Uderzo sehr ansehnlich und dem Stil von Albert Uderzo ähnlich sind, steht in diesem Thread ja schon geschrieben.

Doch wie ist das nun mit der Neuveröffentlichung? Das mag im hiesigen Zusammenhang - und auch für die Gestaltung der noch ausstehenden Erwähnung in dem Lexikon-Eintrag zu "Marcel Uderzo" - interessanter sein.

Insoweit ist zunächst festzustellen, daß alle Zeichnungen neu koloriert wurden. Die ursprüngliche Kolorierung des 1982er Albums stammt von Claude Gemignani, die neue des 2015er Albums von Didier Ray und Diego Parada López. Insoweit ist das neue Album zum alten ein Quantensprung (was auch an neuen technischen Möglichkeiten liegen mag). Die neu koloriertern Zeichnungen wirken ungleich ausdrucksstärker, realistischer und facettenreicher. Das hat auch den Panels gut getan, in denen sich ansonsten nichts geändert hat.

Des weiteren wurden die Texte geändert und zwar zum einen inhaltlich im Sinne einer neuen Übersetzung von Eckart Schott statt zuvor von Iris Hoffmann und zum anderen von der Schrifttype her. Die neue Schrifttype ist ähnlich derjenigen der jüngeren Asterix-Ausgaben. Sie mag edel aussehen, aber nachdem ich heute beide Ausgaben nacheinander durchgelesen haben, kann ich nur einmal mehr bestätigen, daß eine Schrift mit Groß- und Kleinbuchstaben erheblich einfacher - und das heißt für mich auch entspannter - zu lesen ist. In meiner alten SC-Ausgabe des Ehapa-Comics (keine Ahnung, ob das 1982 auch in HC erschienen ist) wurde jedenfalls eine ganz einfache Druckschrift verwendet. Macht nicht viel her, liest sich aber sehr angenehm. Die neue Ausgabe von 2015 aus dem Salleck-Verlag, die es nur als HC gibt, hat eben diese neue Schriftart, die nur aus Großbuchstaben besteht. Kann man auch lesen, finde ich aber auf Dauer anstrengend - wohl Geschmacks- und vielleicht auch Gewöhnungssache.

Inhaltlich ist die neue Übersetzung der alten natürlich bei im wesentlichen gleicher französischer Vorlage ähnlich. Was besonders auffällt ist, daß die meisten Personennamen von der 1982er Version abweichen. Dem französischen Klang der neuen Namen nach vermute ich, daß Herr Schott sie weitgehend im Original belassen, also gar nicht übersetzt hat. Das ist m.E. ein zweischneidiges Schwert. Natürlich erhält die Beibehaltung der Eigennamen am meisten der Originalität des Ursprungstextes. Und die französisch klingenden Namen passen natürlich auch zu einer Geschichte, die in Frankreich und dem französischsprachigen Kanada spielt. Auf der anderen Seite sind Namen - wie wir aus Asterix wissen - auch sehr gute Möglichkeiten, um Humor zu transportieren. Das gilt grundsätzlich auch für die Namen in Mat(t)hias. Insofern hätte eine für deutsche Leser verständliche Neubenennung eventuell doch weiteres Humorpotential geboten. Allerdings muß ich insoweit auch sagen, daß ich die Benennungen in der alten deutschen Übersetzung ganz überwiegend für ziemlich platt und teilweise zu "gewollt komisch" halte. Eine andere Frage ist daneben, ob eine Umbenenung von Nebenfiguren in einer Reihe, die schon einmal ins Deutsche übertragen wurde und vielleicht schon ihre Leserschaft und Fans gefunden hat, überhaupt sinnvoll ist.

Wie dem auch sei, ein Teil des Grundes für die Umbenennung vieler (Neben-)Figuren mag auch mit dem Urheberrecht an der alten Übersetzung zusammengehangen haben, das durch die neue Übersetzung ja nicht verletzt werden durfte. Damit in Verbindung könnte es auch stehen, daß manche Neuformulierungen in der neuen Übersetzung etwas unnatürlich oder hergeholt klingen. Liest man beide Versionen, scheint mir die alte Übersetzung vielerorts passender und flüssiger. Es mag sein, daß Herr Schott einfach die alte Übersetzung nicht daneben liegen hatte und zufällig auf andere Formulierungen gekommen ist. Ich konnte mich aber des Eindrucks nicht erwehren, daß doch bewußt und eben teils krampfhaft neue Formulierungen gesucht wurden, gerade um nicht identisch zur alten Übersetzung zu sein.

Insgesamt gesehen ist die neue Übersetzung aber auch nicht schlecht, sondern für sich genommen gut lesbar. Schade ist allerdings, daß die von Frau Hoffmann in der alten Fassung einfallsreich umgesetzte "etwas eigenartige Ausdrucksweise" des Kanadiers Baptist Bärenpelz in der neuen Übersetzung kein Pendant findet, sondern mit einer dünnen Erklärung des Übersetzers gänzlich ausgelassen wurde. Es mag sein, daß der Trapper/Waldläufer Baptist Bärenpelz im Original in quebecischer Mundart spricht, was nicht exakt ins deutsche übertragbar ist und daß eine Analogie durch Einsatz von Berlinerisch oder Pfälzisch unpassend gewesen wäre. Aber die alte Übersetzung von Frau Hoffmann zeigt eben doch, daß eine immer wieder auftauchende Verwendung von noch verständlichen, aber ungewöhnlichen Ausdrücken auch ohne durchgehenden Einsatz deutscher Mundarten möglich ist und der Figur Charakter verleiht - dies geht in der neuen Fassung leider verloren.

Die größte Neuerung stellen aber fraglos die neugestalteten Panels dar. Im ersten Teil des Albums (ich würde schätzen so 2/3 der Geschichte), wurde nur punktuell etwas geändert. Einige Panels wurden vergrößert, so daß bestimmte Szenen besser wirken. Im letzten Teil - ca. 1/3 würde ich sagen - wurde dann aber sehr vieles neu gezeichnet, zum Ende hin ist kaum ein Panel von der alten Fassung übernommen worden. Zumeist sind die Texte gleich geblieben, aber die Szenen erstrecken sich nunmehr häufig über mehrere Panels anstatt über ein oder zwei. Auffällig ist, daß hierbei die Protagonisten nunmehr fast durchgehend von vorne gezeigt werden, während in der Ursprungsfassung auch vieles von hinten oder von der Seite gezeigt wurde (vgl. insoweit auch die Coverversionen unten). Darüber hinaus wurde den Szenen mehr Dynamik verliehen, die Figuren rennen und bewegen sich mehr als zuvor. Gänzlich neu gestaltet wurde der Geist von Stier-auf-dem-Dach/Bulle-auf-dem-Dach. Seine neue Erscheinung soll wohl furchteinflößender wirken - was ich allerdings so nicht nachvollziehen kann. Das unbarmherzig versteinert wirkende Gesicht des alten Geistes fand ich ja so bedrohlich.

Die Auswirkungen der Neugestaltungen auf die Geschichte sind kleiner als man auf den ersten Blick so denkt. Wie gesagt, die Texte sind weithin gleich geblieben, aber viele Szenen sind zeichnerisch ausführlicher gestaltet, die Panels sind auch oft größer im Format, was auch mehr Raum für detailreiche Hintergrundgestaltungen bietet - die durchweg sehr schön geworden sind. Es gibt lediglich drei oder vier längere Szenen, die wirklich - auch textlich - deutlich umfangreicher dargestellt bzw. in dieser Form ganz neu hinzugekommen sind. Der Geschichte hat das sicherlich nicht geschadet, es kommt insoweit nicht der Eindruck von Längen auf. Eher sind Stellen, die man zuvor als zu knapp empfinden konnte, nunmehr zu einer angemessenen Geltung gebracht worden. Es handelt sich aber durchweg nicht um Neuerungen, die die Gesamtgeschichte inhaltlich beeinflussen.

Zusammenfassend kann man aus meiner Sicht nur sagen, daß hier wirklich ein neues Werk entstanden ist, das nicht mehr als bloße Neuauflage, überarbeitete Ausgabe oder erweitere Fassung bezeichnet werden kann. Wie man hierzu steht, muß jeder für sich entscheiden. Fakt ist natürlich, daß so schön die neuen Zeichnungen auch gelungen sind, im gleichen Maße alte Originalpanels weggefallen sind. Es ist damit zwar die im wesentlichen gleiche Geschichte neu erzählt worden aber eben nicht mehr mit demselben Strich. Würde das bei Asterix passieren, wer wollte da auf die alte Ausgabe zugunsten der neuen verzichten? Ein Original bleibt ein Original. Und wenn Panels neu gezeichnet werden, dann ist das etwas Neues, kann aber das alte Original nicht ersetzen, sondern ihm nur nachfolgen bzw. danebentreten.

Daher bin ich nach alledem auch nicht mehr der Auffassung, daß ein Zusatz "überarbeitete Neuauflage 2015, Salleck-Verlag", wie oben als Möglichkeit in den Raum gestellt, für die Comedix-Lexikon-Seite angemessen ist. Es sollte schon deutlich werden, daß es sich eben um eine Neuinterpretation der alten Geschichte seitens der Autoren handelt. M.E. sollte dies in Form eines eigenen Listenpunktes geschehen. Zur Klarstellung kann man ja die Erscheinungsjahreszahlen und einen Zusatz wie "(weitgehend neue Fassung der Comic-Geschichte von 1982)" oder so ähnlich dahintersetzen. Für entsprechende Angaben leiste ich gerne Hilfestellung.

Abschließend sei angemerkt, daß soweit ersichtlich mittlerweile der Band 2 bei Salleck Publications erschienen ist. Den kenne und habe ich noch nicht. Insofern kann ich nicht beurteilen, ob die Neufassung dort das gleiche Ausmaß erreicht wie hier. Ich denke, das werde ich irgendwann mal herausfinden, aber nicht so schnell, denn die Zeit und Muße für intensive Comiclektüre und -Vergleich werde ich in nächster Zeit wohl erstmal nicht haben.

Gruß
Erik
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