Asterix in der DDR

Allgemeine Themen, die etwas mit Asterix zu tun haben und Vorstellung aktueller Asterix-Hefte, -Filme und -Produkte.

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Quadratus

Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Quadratus »

Hallo,
meine Frage:Hatten die Asterix-Comics in der DDR eine eigene Übersetzung ?
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Erik
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Quadratus
Quadratus hat geschrieben:meine Frage:Hatten die Asterix-Comics in der DDR eine eigene Übersetzung ?
bis zur Wende 1989 waren die Asterix-Comics in der DDR überhaupt nicht erhältlich. Die Thematik einer Auflehnung der vermeintlich Schwachen gegen die Herrschenden (die Römer) und des Ungehorsams den Machthabern gegenüber wäre dort von den Zensurbehörden wahrscheinlich auch kritisch betrachtet worden.

Allerdings wurden die Asterix-Zeichentrickfilme in den 1980er Jahren dort tatsächlich in Kinos ausgestrahlt. Eine eigene DDR-Synchronisation gab es allerdings nicht.

Gruß
Erik
"Alle sollt ihr noch sehen, daß ich habe recht!" (Erik der Blonde, Die große Überfahrt, S. 5)
Terraix
AsterIX Druid
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Terraix »

Eine nette Anekdote in diesem Kontext:

der Philosoph Richard David Precht hat einmal berichtet, dass er in einem stark linksgerichteten Milieu aufgewachsen sei, wo Disney-Comics mit ihrem amerikanischen Ursprung, bei seinen Eltern verpönt gewesen seien. Die "antiimperialistischen" Asterix-Geschichten hingegen durfte er als Kind lesen ;-)

Schöne Grüße,
Terraix
Freund großzügiger Meerschweinchen
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Andy-67
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Andy-67 »

Quadratus hat geschrieben:Hallo,
meine Frage:Hatten die Asterix-Comics in der DDR eine eigene Übersetzung ?
Mal ganz naiv gefragt, welchen Sinn hätte den eine Übersetzung gehabt, jenseits der Mauer wurde doch auch Deutsch gesprochen,oder etwa nicht?

Davon abgesehen, gibt es ja jetzt Mundart Varianten aus den "neuen" Bundesländern
Gruß, Andreas

:hammer:

Nein, du wirst nicht singen
Quadratus

Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Quadratus »

Andy-67 hat geschrieben:
Quadratus hat geschrieben:Hallo,
meine Frage:Hatten die Asterix-Comics in der DDR eine eigene Übersetzung ?
Mal ganz naiv gefragt, welchen Sinn hätte den eine Übersetzung gehabt, jenseits der Mauer wurde doch auch Deutsch gesprochen,oder etwa nicht?
Na ja... Man fand vielleicht in der DDR die deutsche Übersetzung komisch oder ,,zu westlich" ;-)
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Andy-67
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Andy-67 »

Quadratus hat geschrieben:
Andy-67 hat geschrieben:
Quadratus hat geschrieben:Hallo,
meine Frage:Hatten die Asterix-Comics in der DDR eine eigene Übersetzung ?
Mal ganz naiv gefragt, welchen Sinn hätte den eine Übersetzung gehabt, jenseits der Mauer wurde doch auch Deutsch gesprochen,oder etwa nicht?
Na ja... Man fand vielleicht in der DDR die deutsche Übersetzung komisch oder ,,zu westlich" ;-)
Diese Frage würde ich gerne mal in die Runde stellen,.
Ist hier im Forum jemand der in der DDR aufgewachsen war? Und uns dieses Thema vielleicht genauer beantworten könnte?
Gruß, Andreas

:hammer:

Nein, du wirst nicht singen
kaunix

Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag kaunix »

Hallo zusammen.

Was ist denn das für eine Diskussion.
Natürlich haben auch wir in der DDR deutsch gesprochen. HALLO !!! Geteiltes DEUTSCHland !! Sagt das euch was.
Es scheint ja wirklich noch Menschen zu geben , welche denken das wir nach dem Mauerfall erst mal " Arbeiten " und dann mal richtig " Deutsch" lernen mussten , zweifelsohne nach dem Klischee das in der DDR alle sächsisch geredet haben. Grins

Zu der anderen Frage : In der DDR gab es keine Asterix Comics zu kaufen. Wer nicht gerade Verwande im Westen hatte kam erst nach der Wende in den Genuss der Comics.
Ich selbst habe mir meine ersten 2 Asterix Comics vom Begrüßungsgeld damals gekauft.


Wünsch euch erst mal einen schönen Tag
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Iwan
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Iwan »

Hallo

Ich denke mal, es hat hier niemand bezweifelt, dass in der DDR Deutsch gesprochen wurde. Ich vermute mal, es ging eher um die Frage, ob Asterix vielleicht "linientreuer" übersetzt wurde, ob vielleicht Elemente, die als Sozialismuskritik interpretiert werden konnten, weggelassen werden mussten.
Aber wenn, wie du sagst, Asterix nicht erhältlich war, erübrigt sich die Frage ja ...

Grüße

I.
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Erik
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Iwan hat geschrieben:Ich vermute mal, es ging eher um die Frage, ob Asterix vielleicht "linientreuer" übersetzt wurde, ob vielleicht Elemente, die als Sozialismuskritik interpretiert werden konnten, weggelassen werden mussten.
nach den Erfahrungen mit der Kauka-"Übersetzung" (Siggi und Babarras) hätte es dafür auch ziemlich sicher kein O.K. aus Frankreich gegeben. Wir wissen ja, daß man sich die Bände dort immer zurückübersetzen ließ.

Gruß
Erik
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Troubadix
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Troubadix »

Kennt jemand von euch die Comicheftreihe "Mosaik"?
Dabei handelt es sich um eine Reihe von monatlich erscheinenden Comicheften, welche ihren Ursprung in der DDR hatte. Tatsächlich war es der mit Abstand erfolgreichste DDR-Comic. Er hatauch heute noch viele Fans und Abonnenten, darunter mich, jedoch noch immer hauptsächlich in Ostdeutschland.
Ich persönlich schätze die Reihe, da sie jüngeren Lesern zahlreiche geschichtliche Theme gut recherchiert näherbringt und gleichzeitig spannende Geschichten erzählt.
Die derzeitigen Hauptfiguren, die "Abrafaxe", bei denen es sich um drei zeitreisende "Kobolde" handelt, gibt es seit 1975 (davor hießen die Helden "Digedags"). Vom Zeichenstil her orientiert sich das "Mosaik"-Künstlerkollektiv wie "Asterix" an der frankobelgischen "Funny"-Zeichenschule.
Und das geht auf Lona Rietschel, die erste Zeichnerin der Abrafaxe zurück. Im ersten Abrafaxe-Sammelband heißt es nämlich:
"[...] Ganz anders dagegen die Entwürfe von Rietschel, die sich von vornherein um die Darstellung möglichst 'zeitloser' junger Kobolde bemühte [...] Auch der Asterix-Zeichner Albert Uderzo beeinflusste sie. Auf verschlungenen Wegen war sie immer wieder an einzelne Alben des französischen Comic-Klassikers gelangt. [...]"
So viel dazu.
Nebenbei bemerkt kann ich das "Mosaik" nur empfehlen und gerade für Asterix-Fans könnte es vielleicht von Interesse sein, einen Blick darauf zu werfen.
Gar nichts erklärt man mir! Ich bin nur da, weil ich so dekorativ bin!
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Iwan
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Iwan »

Hallo

Danke sehr, bisher kannte ich das nicht, aber es sieht echt interessant aus! Es gab auch mal ein ähnliches Heft (ich erinnere mich nicht mehr an viele Einzelheiten): Da waren ein Jugendlicher, ein Mädchen und ein älterer, etwas vertrottelter Wissenschaftler, die in die Vergangenheit gereist sind. Regelmäßig trafen sie sich dann auf verschiedenen Seiten wieder. In einem Heft waren die beiden Jungen bei den Burgverteidiger, während der Professor bei den Belagerern gelandet war. Das Ganze war durchaus auch lustig.
Eine andere Folge hat meiner Erinnerung nach in der Zeit Hannibals gespielt.

Beste Grüße

I.
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Iwan
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Iwan »

Das hier hatte ich gemeint!

http://www.amazon.de/Max-Luzie-bei-alte ... zeitreisen

Kennt es jemand?
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Erik
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Troubadix hat geschrieben:Kennt jemand von euch die Comicheftreihe "Mosaik"?
die Heftreihe kenne ich dem Namen nach. Derzeit läuft bei denen wohl eine "Römer-Serie", wobei ich mir nicht sicher bin, inwieweit diese hinsichtlich Zeichnugnen und/oder Geschichten von Asterix inspiriert ist.

Interesasant an Mosaik ist auch, daß die Vorgänger-Figuren der Abrafaxe, die Digedags, früher unter Heft-Nr. 13 bis 24 eine Römer-Serie hatten, die auf den ersten Blick betrachtet von Asterix beeinflußt sein könnte. Da ich mich auch für deutschsprachige Asterix-Nachahmungen interessiere, hatte ich mich darüber vor einer Weile mal informiert. Soweit ich das erinnere war eine Beeinflussung der Idee durch den Erfolg von Asterix schon dadurch auszuschließen, daß die Mosaik-Römerserie vor 1959, also vor Asterix startete. Allerdings habe ich jetz auf die Schnelle kein Erscheinungsdatum mehr für Heft Nr. 13 ausfindig machen können.
Iwan hat geschrieben:Das hier hatte ich gemeint!

http://www.amazon.de/Max-Luzie-bei-alte ... zeitreisen

Kennt es jemand?
Ja, die Serie kenne ich und habe auch einige Hefte davon. Sie hat sogar eine ganze Menge Asterix-Anleihen. Stilistisch ist der Zeichner Franz Gerg wohl eindeutig von Uderzo inspriert und hat offenbar großes Talent. Leider hat er es über das Zeichnen von Werbecomics nie hinausgebracht. Es gibt einen längeren Artikel von ihm in einem Comicjahrbuch, das ich mir (deshalb) mal zugelegt hatte.

Über eines der Hefte mit besonders starkem zeichnerischem Asterix-Bezug hatte ich hier auch schon mal etwas geschrieben. Zu dem dort in Aussicht genommenen längeren Bericht meinerseits ist es aber nie gekommen. Dafür hat es mir dann einfach an Zeit un Muße gefehlt.

Die Max & Luzie-Reihe hat aber mit DDR-Comics nichts zu tun. Sie hat auch dort nicht ihren Ursprung.

Gruß
Erik
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Troubadix
AsterIX Village Elder
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Troubadix »

Ich habe die aktuelle Römer-Serie komplett. Sie spielt zur Zeit Trajans (ca. 100 n.Chr.). Ich würde kaum sagen, dass sie von Asterix inspiriert ist, doch es gibt einige nette Anspielungen auf unseren Lieblings-Gallier - in einer römischen Villa ist z.B. einmal sein Helm auf einem Podest zu sehen und zweimal wird das berühmte "Ganz Gallien? Nein..." im Text parodiert. Ferner erinnert eine der Hauptfiguren, ein Cherusker namens Trauthelm, an Obelix, da er ähnlich stark ist.
Dem Mosaik wäre aber auf jeden Fall Unrecht getan, es als Asterix-Nachahmung zu bezeichnen, weil die (im letzten Monatsheft abgeschlossene) Römer-Serie nur eine von vielen ist, die in den unterschiedlichsten Epochen spielen. Zudem erinnert die Haupthandlung nur äußerst bedingt an Asterix, wenn überhaupt.
Man muss auch unterscheiden, dass das Mosaik sich bemüht, vergangene Zeiten möglichst historisch korrekt und mit viel Wissensvermittlung darzustellen, während Asterix sich eher als Parodie auf die heutige Zeit in einem antik anmutenden Setting versteht.
Gar nichts erklärt man mir! Ich bin nur da, weil ich so dekorativ bin!
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Polemix
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Re: Asterix in der DDR

Beitrag: #Beitrag Polemix »

Wenn das so ist,gab es in anderen ehemaligen Kommunistischen Staaten (Sowjetunion,Tschekoslowakei,Polen,...usw.) auch keine Asterix-Comics.
,,Moment!Ihr versteht nicht ganz !Das ist Stoff für eine fette PLAGA VERSUS !"
(Der Papyrus des Cäsar )

;-)

Gruß von Manfred ;-)