Film - Ecke

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WeissNix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Nullnullsix hat geschrieben: 29. Dezember 2020 15:12 Das ging von relativ simplen Sachen (Anpassung der New Yorker Skyline an die damaligen Gegebenheiten, also Wegretuschieren von Gebäuden, die damals noch nicht gebaut waren), zu komplexeren Dingen: Es gab Szenen auf einem Friedhof, mit Buschen und Bäumen, die im Sommer gedreht wurden, und computertechnisch auf Winter geändert wurden (Wegretuschieren von Blättern, dafür Ergänzung von Schnee auf Ästen, Grabsteinen etc....
Das ist ja auch was anderes als die Fime, wo die Schauspieler komplett vor einem Greenscreen agieren und wirklich alles an Hintergrund, zumindest bei den Aussenaufnahmen, aus dem Computer stammt. Solche Filme sollten als Anime laufen, finde ich...
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Nullnullsix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

WeissNix hat geschrieben: 29. Dezember 2020 15:42 (...) Das ist ja auch was anderes als die Fime, wo die Schauspieler komplett vor einem Greenscreen agieren und wirklich alles an Hintergrund, zumindest bei den Aussenaufnahmen, aus dem Computer stammt. (...)
Auch da gibt es gute Ergebnisse: Sin City hat auf die Art die (s/w-)Ästhetik der Comic-Vorlage mMn sehr gut ins andere Medium transportiert. Für mich eine der, wenn nicht DIE gelungenste Comic-Verfilmung bisher (geh mir weg mit Asterix-Filmen oder Spider-Man...).
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WeissNix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Nullnullsix hat geschrieben: 29. Dezember 2020 16:02 Auch da gibt es gute Ergebnisse: Sin City hat auf die Art die (s/w-)Ästhetik der Comic-Vorlage mMn sehr gut ins andere Medium transportiert. Für mich eine der, wenn nicht DIE gelungenste Comic-Verfilmung bisher (geh mir weg mit Asterix-Filmen oder Spider-Man...).
Nun, Sin City hat als Comic-Verfilmung ja auch nie die Herkunft verleugnet und das Computeranimierte ganz bewusst als Stilmittel eingesetzt; bei den ganzen Asterix- und Marvel-/DC-Filmen bin ich bei Dir (wobei ioch grundsätzlich den ganzen Action-Kram sterbenslangweilig finde).

Ich habe allerdings den Eindruck, dass bei immer mehr Filmen vorwiegend aus Kostengründen immer mehr auch solche Dinge im Computer entstehen, die durchaus auch anders (analog) hätten realisiert werden können. Und das erkenne ich oft sogar schon auf meinem relativ kleinen (noch nicht mal HD-)TV.
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Nullnullsix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Okay.

Was ich eigentlich sagen wollte, ist: Solang' es gut gemacht ist, hab ich nichts dagegen. (Leider wird's aber eben oft schlecht gemacht...)

Aber weil Du Schauspieler angesprochen hattest: Ich fänd ja cool, wenn die Technik mal soweit wäre, dass man wirklich auch Schauspieler computermässig basteln und agieren lassen kann.

Und dann zB James Dean die Rolle in 'Die Farbe des Geldes' spielen lassen könnte, statt den dilletantischen Tom Cruise.

Würde halt bedeuten, dass man nicht nur die Physionomie eines Schauspielers, sondern auch seine Mimik, Gestik, Manierismen usw. einprogrammieren kann. - Wenns gut gemacht ist, böte das ungeahnte Möglichkeiten: Man könnte gute, alte, längst verstorbene Schauspieler mit aktuellen guten zusammen agieren lassen, und jeden in jedem beliebigen Alter. So könnte zB auch der junge Humphrey Bogart und der ältere gleichzeitig in einem Film auftreten und beide miteinander interagieren. Oder Marylin, Dean und Bogart in einem Film vereinen, Bogart mit DeNiro, Jack Nicolson und Dustin Hoffmann zusammen in einem Film, Laurel&Hardy mit Louis de Funes usw. Ungeahnte Möglichkeiten.

Wie gesagt: Wenns gut gemacht ist. - Bisherige Auftritte von 'Legenden' wurden ja mit schauspielerisch mässig talentierten Look-a-likes gemacht, das könnte(!) per Computeranimation bessere Resultate bringen. Ich denke aber, dass die Technik noch nicht soweit ist, sowas GUT zu machen. Rein physionomisch sicherlich jetzt schon problemlos machbar, aber eben nur das.

Ansonsten erfreu ich mich immer noch an guten Tricks und Spezial Effects aus der Vor-Computer-Ära: 'American Werewolf' ist tricktechnisch mMn ziemlich klasse (zu recht Oscar-prämiert, wobei ich mit den Jury-Entscheidungen nur selten konform bin), genauso wie 'Die Reise ins Labyrinth' (Jim Hensons Meisterwerk). Und Buster Keaton hat so genial getrickst, dass ihm bei einigen Sachen bis heute keiner drauf gekommen ist, wie er das gemacht hat, selbst nicht, in dem man bei einer Szene diese Einzelbild für Einzelbild untersucht hat. Ein Genie der Filmgeschichte, der leider nie die Würdigung erlangt hat, die ihm mMn zugestanden hätte.
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WeissNix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 00:58 Würde halt bedeuten, dass man nicht nur die Physionomie eines Schauspielers, sondern auch seine Mimik, Gestik, Manierismen usw. einprogrammieren kann. - Wenns gut gemacht ist, böte das ungeahnte Möglichkeiten: Man könnte gute, alte, längst verstorbene Schauspieler mit aktuellen guten zusammen agieren lassen, und jeden in jedem beliebigen Alter. So könnte zB auch der junge Humphrey Bogart und der ältere gleichzeitig in einem Film auftreten und beide miteinander interagieren. Oder Marylin, Dean und Bogart in einem Film vereinen, Bogart mit DeNiro, Jack Nicolson und Dustin Hoffmann zusammen in einem Film, Laurel&Hardy mit Louis de Funes usw. Ungeahnte Möglichkeiten.
Oder man schnitzt sich einen perfekten neuen Star - und wartet ab, bis der erste Zuschauer es merkt, dass der Typ nur auf enem Chip lebt... vielleicht dann, wenn man sich anfängt zu wundern, dass sich einer seine ganzen Oscars einfach nie persönlich abholen kommt... :-D
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Nullnullsix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Schwierig... - Abgesehen davon, dass 'perfekt' unmöglich ist: Ein 'Selbstgeschnitzter' müsste ja vermutlich auch unter political correctness-Aspekten eine eierlegende Wollmilchsau sein. Und da fängts schon an: welches Geschlecht soll es sein, welche Hautfarbe usw. - Egal, welche Entscheidung man dabei trifft, es wird immer einen Shitstorm geben, weil das jeweils andere nicht berücksichtigt wurde und MiMiMi...
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Comedix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag Comedix »

Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 00:58Aber weil Du Schauspieler angesprochen hattest: Ich fänd ja cool, wenn die Technik mal soweit wäre, dass man wirklich auch Schauspieler computermässig basteln und agieren lassen kann.
Das wäre noch nicht einmal neu. In Star Wars hat man Carrie Fischer in "Der Aufstieg Skywalkers" zum Leben erweckt. Allerdings haben sie neben einer Digitalisierung auch ungenutztes, bereits gedrehtes Material verwendet. Auch Schauspieler Peter Cushing, der schon 1994 gestorben war, trat als Star-Wars-Bösewicht im 2016 erschienenen Film "Rogue One: A Star Wars Story" auf.

Die Schauspieler Guy Henry und Ingvild Deila hauchten den Rollen des Todesstern-Kommandanten Tarkin und der jungen Prinzessin Leia Organa in "Rogue One" neues Leben ein. Sie sahen der ursprünglichen Besetzung von 1977, Peter Cushing und Carrie Fisher, ziemlich ähnlich und durften deshalb ihre Rollen übernehmen. Danach wurden die Aufnahmen digital bearbeitet, um es so aussehen zu lassen, als ob Cushing und Fisher selbst noch am Set dabei gewesen seien.
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Iwan
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag Iwan »

Ich glaube, man hat bei Gladiator die letzte Sequenz, in der der Trainer Proximus vorkommt und stirbt, auch am Computer gefertigt, weil der Darsteller in der Zwischenzeit gestorben war. Ursprüngich war geplant, dass er überleben und am Ende aus Rom wegwandern sollte. Stattdessen wurde er digital von mehreren Pfeilen getroffen und starb beim Versuch, die Verhaftung seiner Leute zu verhindern.
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WeissNix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Corona wid dieser Technik wohl noch neuen Schub verleihen... dieser Virus ist echt Scheisse!
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Hedonix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag Hedonix »

Ich sehe das zwiespältig - wenn in einer Filmreihe irgendwann, nachdem der Originalschauspieler schon lange gestorben ist, nochmal was komnmt, wo man ihn "in jung" bräuchte, KANN diese Technik helfen, die Ähnlichkeit eines Ersatzschauspielers zu erhöhen. Das verbessert die Konitinuität der Reihe und kann ja auch eine nette Verbeugung vor der Person und ihrer schauspielerischen Leistung sein.

Andererseits ist es denke ich auch nicht unbedingt nötig. In Reihen wie "James Bond" wird regelmäßig der Hauptdarsteller ausgetauscht und damit kommt das Publikum ja auch klar (obwohl die meisten selbstverständlich ihren Favoriten haben).

Schlussendlich betrachte ich es mal aus Sicht der Schauspieler - da finde ich es ehrlich gesagt unter aller Kanone, dass die Studions sogar noch nach meinem Tod ein Abbild von mir für alles Mögliche benutzen können, was unter Umständen ja auch mein "Andenken beschmutzen" könnte oder so. Stellt euch mal vor, irgendein Diktator kauft sich die Rechte an Berühmtheiten und macht mit denen dann seine Propagandafilme.

Da wäre das komplette Neuerstellen eines "Darstellers" am Computer noch weniger schlimm als das Kopieren eines echten. Daran wird ja auch seit Jahrzehnten gearbeitet, aber die Technik ist noch nicht soweit, einen kompletten Film am Computer so zu generieren, dass er wie echt aussieht. Vermutlich ist der Aufwand an Rechenleistung (noch) zu hoch, und solche Filme haben (bislang noch) Figuren, die trotz aller Rechenleistung immer noch aussehen wie aus einem Computerspiel. Die Beispiele, die hier genannt wurden, betreffen ja immer noch einzelne Personen, die auch nicht unbedingt die Hauptfiguren des jeweiligen Films sind. Aber Filme wie Avatar zeigen, wie weit man derzeit mit dieser Technik schon ist. Es scheitert weniger an Tieren, Pflanzen, Wetter usw. (v.a. wenn es keine heutigen realen Dinge/Wesen sind, sondern Aliens, Dinosaurier oder so), sondern noch an den Menschen (in dieser Menge und in der nötigen Qualität).
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Iwan
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag Iwan »

Ich muss sagen, ich habe bisher noch gar nicht in dieser Richtung gedacht, Hedonix. für mich ging es vor allem darum, einem Schauspieler zum Beispiel den Bauch wegzuretuschieren, oder ihm einen Bart zu verpassen, eine Zahnspange oder keine Ahnung was. Aber bereits Tote wieder zu erwecken, auf die Idee bin ich jedenfalls noch nicht gekommen. Weiß auch nicht, was ich davon halten soll
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WeissNix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Die Idee mit dem "Tote erwecken" ist aber auch schon mindestens 2000 Jahre alt... :comedix:
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag Hedonix »

Meine Gedanken bewegten sich in die Richtung wegen der Beispiele, die Comedix genannt hat. In diesen Fällen war es ja möglich, die Person tatsächlich sehr überzeugend nachzustellen. Aber es war eben nicht die Hauptfigur, die den ganzen Film über in allen möglichen Umgebungen und Beleuchtungen gezeigt werden musste.

Versuche, sowas zu machen, gibt es auch schon lange, aber sie erreichen bislang nur Computerspielniveau, können den Zuschauer also nicht täuschen. Entsprechend benutzt man diese Technik heute v.a., wenn es um die Verfilmung eines Computerspiels oder eines Comics oder so geht. Dieses "Echtheitsniveau" kann schon sehr gut getroffen werden. Aber wer es wirklich fotorealistisch-menschlich haben will, bleibt derzeit noch auf einzelne Personen beschränkt, und das sind auch eher Nebenrollen, die nicht den ganzen Film über auftreten. Trotzdem - mit steigender Rechenleistung wachsen auch die Möglichkeiten in dieser Richtung. Ganz so schnell, wie manche Technik-Freaks es sich einbilden, wird es dann doch nicht gehen, aber ich schätze schon, dass ich einen komplett computergenerierten Schauspieler mit täuschend echtem Aussehen noch erleben werde.
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WeissNix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Hedonix hat geschrieben: 30. Dezember 2020 19:30 ...aber ich schätze schon, dass ich einen komplett computergenerierten Schauspieler mit täuschend echtem Aussehen noch erleben werde.
Ich bin mir nicht sicher, ob wir mit Donald Trump nicht schon den ersten haben - in real hätte die Evolution doch sowas eigentlich aussortieren müssen! :roll:
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Comedix
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Re: Film - Ecke

Beitrag: #Beitrag Comedix »

WeissNix hat geschrieben: 28. Dezember 2020 14:34Heute besteht ein Film überwiegend aus gerenderten Computeranimationen [...]
Gerade schaue ich nebenbei "Forrest Gump", der mich an dieses Posting von dir erinnert hat. Und dieser Film rechtfertigt jede am Computer entstandene Szene. Es ist wie so oft: Die Menge macht das Gift bzw. es kommt darauf an, wie man sein Handwerk einsetzt.
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