Lucky Luke

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Nullnullsix
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Brando1988 hat geschrieben: 12. Februar 2022 12:48 (...) Bei der Li-Tschi Geschichte wäre ich im Leben nicht darauf gekommen. Das hätte ich vom Gefühl her Morris zugeordnet. (...) Auch die "Gute Nachricht" hielt ich auf den ersten Blick für typisch Morris und dann wummms. (...) Und die Ballade habe ich jetzt auch ausgekramt. (...) Zudem wird er hier auch als Texter von "Sherriff Schule" genannt. Im Grunde hätte ich hier auch direkt an Morris gedacht. Jedenfalls eher als bei Daisy Town. (...) Die Schule der Sheriffs wirkt auf der ersten Seite wirklich (jetzt) etwas fremd. (...) Auch bei dieser Geschichte hätte ich mir wahrscheinlich, ohne deine Anmerkung, nichts dabei gedacht.

Auf jeden Fall nehme ich das zurück, mit dem Fälschungsgutachter. (...)
Grade diese drei Studio-Dargaud-Geschichten waren bei mir immer schon die, wo bei mir die 'Fälschungsgutachter-Glocken' am ehesten zu klingeln begannen. Mehr als bei den Film-Adaptionen. Ganz besonders seltsam fand ich immer schon die Darstellung des Pfaffen in 'Die gute Nachricht'/'Die frohe Botschaft'. Vor allem wenn man sie mit der des in der Postkutsche (im nämlichen Band) mitreisenden Kirchenmanns vergleicht.

Aber mal unter uns 'Gutachtern': Was sagst Du denn zur Geschichte 'Jolly Jumper: Ja, was hat er denn?'? Die fand ich auch immer schon 'verdächtig'. Sowohl was das Aussehen von Jolly betrifft, der hier irgendwie schlanker im Gesicht/Nüsternpartie aussieht, als auch Luke selbst sieht in einigen Panels sehr 'stümperhaft' gezeichnet aus. Ich möchte hier Dein Augenmerk besonders auf die Sequenz lenken, nachdem er von Jolly abgeleckt wird und feststellt, dass sein Ross ihm nicht böse ist.
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WeissNix
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Erik hat geschrieben: 12. Februar 2022 10:13 Die Kritik an dem redaktionellen Teil bzw. dessen Aufteilung auf die Bände vermag ich aber nicht zu teilen. Da sehe ich auch keinen "merkantilen Schachzug" hinter. Das ist schlicht chronologisch geordnet.
In anderen Gesamtausgaben hält sich der Verlag im redaktionellen Teil jedenfalls nicht strikt an Chronologie... da geht es eher kreuz und quer.

Bei Asterix war Chronologie noch nicht mal bei den ersten sieben Bände der eigentlichen Reihe ein Thema - und die verlagseigene wurde sogar in der ersten GA, der Horizont-Ausgabe (Horizont war damals eine 100%-ige Tochter von Ehapa), und auch noch in der Werkausgabe beibehalten...

...ganz zu schweigen von LL, wo Chronologie bislang noch nicht ansatzweise ein Thema war.
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Erik
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
WeissNix hat geschrieben: 12. Februar 2022 15:48In anderen Gesamtausgaben hält sich der Verlag im redaktionellen Teil jedenfalls nicht strikt an Chronologie... da geht es eher kreuz und quer.
das ist aber ja nicht besser, sondern das Gegenteil. Insofern kann man Egmont wohl kaum vorwerfen, sich hier an die Chronologie zu halten.
WeissNix hat geschrieben: 12. Februar 2022 15:48 Bei Asterix war Chronologie noch nicht mal bei den ersten sieben Bände der eigentlichen Reihe ein Thema - und die verlagseigene wurde sogar in der ersten GA, der Horizont-Ausgabe (Horizont war damals eine 100%-ige Tochter von Ehapa), und auch noch in der Werkausgabe beibehalten...

...ganz zu schweigen von LL, wo Chronologie bislang noch nicht ansatzweise ein Thema war.
Dass in einer Gesamtausgabe die Chronologie eingehalten wird, finde ich nicht nur legitim, sondern das halte ich für ein wesentliches Qualitätsmerkmal (wenn es auch Gesamtausgaben gibt, wo das nicht der Fall ist); auch wenn man auf soetwas in der normalen Albenreihe keinen Wert gelegt hat - was vor allem historisch bedingt ist. Und wenn der redaktionelle Teil, der so umfangreich ist, dass er auf mehrere Bände aufgeteilt wird - mit den Entstehungszeiträumen der in einem Band enthaltenen Comics synchron läuft, dann ist das gut durchdacht und ich finde es ausgesprochen passend. Natürlich gibt es Gesamtausgaben, die insgesamt einen schmaleren redaktionellen Teil enthalten. Aber was das angeht empfinde ich mehr als besser.

Möglicherweise sind Geschmäcker da ja verschieden. Nur daraus, dass Goscinny in Band 2 thematisiert wird, kann man m.E. nicht den Vorwurf der Geldschneiderei ableiten. Denn das ist sachlich, wie dargelegt, ohne weiteres zu begründen.

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WeissNix
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Erik hat geschrieben: 12. Februar 2022 16:35 Dass in einer Gesamtausgabe die Chronologie eingehalten wird, finde ich nicht nur legitim, sondern das halte ich für ein wesentliches Qualitätsmerkmal (wenn es auch Gesamtausgaben gibt, wo das nicht der Fall ist)...Und wenn der redaktionelle Teil, der so umfangreich ist, dass er auf mehrere Bände aufgeteilt wird - mit den Entstehungszeiträumen der in einem Band enthaltenen Comics synchron läuft, dann ist das gut durchdacht und ich finde es ausgesprochen passend.
Mag ja sein - aber das schliesst ja nicht aus, dass bei der Überlegung merkantile Aspekte nicht unwesentlich waren - bei den für die neue GA aufgerufenen Preisen werden sich viele Goscinny-Fans diesen Band noch ohne Gopscinny-beteiligung allein wegen dessen behandlung im redaktionellen Teil kaufen - und damit rund 40 € für ein paar wenige Seiten wirklich interessierenden Text berappen.

Wie in einem Restaurant, wo ein Vegetarier zwingend ein Fleischgericht bestellen muss, nur um an die Beilagen zu gelangen...
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Nunmal langsam. Lucky Luke dürfte in Fronkraisch auch unabhängig von Goscinny genügend Fans haben. Und Ehapa übernimmt hier ja nur die Dupuis-Ausgabe, mithin deren Inhalt. Und da Morris und Goscinny sich ja vor ihrer Zusammenarbeit bereits in den USA kennen gelernt haben, passt dieser Red.-Teil natürlich zu den enthaltenen Comics, die -noch ohne Goscinny-Beieiligung- in der Zeit entstanden sind, die im Red.-Teil behandelt wird. - Aber wie gesagt: Dupuis-Inhalt, der von Ehapa 'nur' übernommen wurde.
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

seit gestern liegt mir nun Band 3 der neuen Lucky Luke Gesamtausgabe vor und im Großen und Ganzen bin ich damit wieder sehr zufrieden.

Der Band beginnt mit einem ausführlichen und reich wie interessant bebilderten Vorwort von 46 Seiten, das wieder von den Autoren Christelle und Bertrand Pissavy-Yvernault (in Übersetzung von Magali Karee) stammt. Von dem sehr informativen Text, der nicht nur den Werdegang der Autoren in der Entstehungszeit der im Band enthaltenen Comics nachzeichnet, sondern die bedeutendsten Comic-Geschichten auch in ihren jeweiligen Entstehungskontext einordnet, die grafische und inhaltliche Entwicklung des Lonesome Cowboy aufzeigt sowie Inspirationsquellen und Anspielungen der Autoren benennt, bin ich sehr angetan.

Wieder eine schhöne Ergänzung hierzu ist das am Ende des Bandes stehende Nachwort von Volker Hamann über die weitere Entwicklung der deutschen Publikationsgeschichte von Lucky Luke, wobei dieses Mal der Rest der Kauka-Zeit beleuchtet wird. Damit gerät freilich dieser "deutsche Teil" der Hintergrundinformationen sehr weit außer Tritt zu der Chronologie der abgedruckten Comics und des Vorwortes. Diese betreffen die Jahre 1952 bis 1955, während Volker Hamann's Text die Jahre 1967 bis 1973 behandelt. Vielleicht war das anders aber nicht sinnvoll umsetzbar.

Doch ich habe auch ein paar kleine Kritikpunkte an der Ausgabe:

Der Vorwort-Text konzentriert sich bei der Darstellung von Hintergrund und Analyse des Inhalts der Geschichten leider sehr auf die langen Geschichten und lässt die Kurzgeschichten weithin unerwähnt. So wird ausführlich die Geschichte "Lucky Luke gegen Phil Steel 'Spinnenbein'" thematisiert. Die folgende Kurzgeschichte "Lucky Luke und 'Pille'" bleibt hingegen gänzlich unbehandelt. Man kann der bibliografischen Angabe entnehmen, dass sie später in dem Album "Lucky Luke gegen Phil Steel" mitveröffentlicht wurde. Da die Geschichte "Lucky Luke gegen Phil Steel 'Spinnenbein'" 35 Comicseiten hat und die Geschichte "Lucky Luke und 'Pille'" 9 Comicseiten, erscheint es naheliegend, dass sie von Morris zur Auffüllung des 44 Seiten umfassenden Comic-Albums geschaffen wurde. Gleichwohl hätte ein wenig Hintergrund dazu gut getan, denn gerade diese Geschichte - mag sie für die Entwicklung von Lucky Luke auch keine besondere Bedeutung haben - fällt erheblich aus dem Rahmen anderer Geschichten heraus. Darin spielt nicht etwa Lucky Luke die Hauptrolle, sondern er erzählt in einer Lagerfeuerrunde die Geschichte von "Pille", einem kleinen, kurzsichtigen Mann mit Brille, der ein Glückspilz ist, dadurch viele Banditen mehr oder minder zufällig zur Strecke bringt und so Recht und Ordnung wiederherstellt. - Und so wie der Knirps gezeichnet ist, scheint er mir eine Selbstkarikatur von Morris zu sein. Das wäre dann doch schon eine Erwähnnung in dem Einleitungstext wert gewesen.

Auch die Geschichte "Dicke Luft in Pancake Valley" wird in dem Einleitungstext mit keinem Wort erwähnt, was aber schon deshalb interessant gewesen wäre, weil sie als einzige in einem anderen Magazin, nämlich "Risque-Tout", erstveröffentlicht wurde. Wie es hierzu kam, bleibt - bei sonstiger Deteilverliebtheit in der Darstellung von Morris Tätgkeit - unerwähnt.

Dies ist vor allem deshalb so ärgerlich, weil - und dies ist mein weiterer Kritikpunkt - die bibliogaphischen Angaben wie auch die Comicgeschichten selbst die Autorenschaft nicht immer klarstellen. Es ist leider nicht so, dass vor jeder Comic-Geschichte oder an deren Ende "Text und Zeichnungen: Morris" oder "Text: Goscinny, Zeichnungen: Morris" steht. Zwar steht bei den bibliographischen Angaben vor der Geschichte "Die Eisenbahn durch die Prärie" unter dem französischen Titel "Des rails sur la prairie": "Szenario: René Goscinny". Bei den anderen Geschichten findet sich hierzu aber keine Angabe. Ob dies den Umkehrschluss rechtfertigt, die anderen Geschichten seien von Morris, ist nicht klargestellt und erscheint auch nicht selbstredend.

Auffällig ist jedenfalls, dass die vier Comicseiten der Geschichte "Dicke Luft in Pancake Valley" jeweils mit "GR" - gefolgt von der Seitenzahl - gekennzeichnet sind. Das könnte doch wohl gut "Goscinny, René" heißen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass im Vorwort ausführlich thematisiert wurde, dass Morris seiner Signatur in "Die Eisenbahn durch die Prärie" heimlich "& R.G." hinzugesetzt hat, um auf Goscinny als Miturheber - entgegen dem Wunsch des Verlegers - hinzuweisen und dass Hergé sich hierüber beschwert habe, weil er Verwechslungsgefahr mit seinem Künstlernamen sah. Vor diesem Hintergrund wäre die Umdrehung der Initialen bei der nächsten Geschichte doch immerhin möglich. - Sicher ist es indes nicht, zumal eine Signatur von Morris sich darin überhaupt nicht findet (was zudem ohne jede Erklärung noch Zweifel an seiner Zeichnerschaft dieser Seiten wecken könnte).

Eine weitere Unklarheit betrifft die abgedruckte Fassung der Geschichte "Dicke Luft in Pancake Valley". So steht in den bibliographischen Angaben vor dieser, dass 1980 für das Album "Lucky Luke: Le Justicier" eine "komplett neu gezeichnete Fassung" dieser Geschichte entstanden sei. Unausgesprochen bleibt jedoch, ob die abgedruckte Version nun die originale oder die später neu gezeichnete Fassung ist. - Ich vermute ersteres, weil eine Fassung von 1980 nicht in die Chronologie der Gesamtausgabe passen würde und der Stil für meine Augen auch nach einem eher frühen Lucky Luke aussieht. Eine Klarstellung wäre hier aber sehr sinnvoll gewesen (zumal ja auch unklar ist, ob die andere Fassung der Geschichte für einen späteren Band geplant ist, sofern die neue Gesamtausgabe bis 1980 durchhalten sollte).

Sucht man nach dem Titel der Geschichte "Dicke Luft in Pancake Valley" bei Google, findet man die Angabe, dass diese von Morris getextet sei (z.B. bei khalisi.com). Dies bezieht sich aber auf die Neufassung von 1980 und legt nicht die Quelle der Erkenntnis offen. Ob das auch auf die ursprüngliche Fassung von Dezember 1955 zutrifft, konnte ich nicht herausfinden, zumal auch selten ausdrücklich zwischen beiden getrennt wird.

Was die Comic-Geschichten inhaltlich betrifft, konnte ich mich bei den längeren Episoden dunkel erinnern, sie früher schon einmal gelesen zu haben. Dem Vorwort-Text ist m.E. durchaus zuzustimmen, dass die Geschichte um Phil Steel von den Morris-Solo-Bänden wahrscheinlich die beste ist - was allerdings nichts daran ändert, dass ich das Ende früher wie heute unbefriedigend und zu erzwungen fand und finde. Soweit ich mich erinnere, war vorher und später auch nie davon die Rede, dass Lucky Luke keinen Standard-Sechsschüsser benutzt. Die Erklärungsversuche im Vorwort, dass es historisch einen neunschüssigen Revolver auf dem Markt gegeben habe, überzeugen mich nicht davon, dass dieser "Kniff" erzählerisch gelungen ist. Aber es sind schon einige gute, humorvolle Einzelszenen in dem Band enthalten und als Antagonist ist Phil Steel auch durchaus gelungen.

"Die Eisenbahn durch die Prärie" als erster Goscinny-Band ist sicher nicht schlecht, wobei ich aus der dunklen Erinnerung doch meine, dass es noch bessere Bände gab. Meine liebsten waren seinerzeit "Daily Star" und "Billy the Kid". In "Die Eisenbahn durch die Prärie" sind zwar ein paar gute Gags drin, es scheint aber alles ein wenig oberflächlich und gehetzt. Der große Quantensprung von "Phil Steel" zur "Eisenbahn durch die Prärie" ist es nun auch nicht unbedingt, eher eine sanfte Steigerung mit noch Luft nach oben. Ich bin gespannt, ob, wann und wie schnell die Geschichten - in meinen heutigen Augen - besser werden.

Mit Band 4 der neuen Gesamtausgabe dürfte es dann aber ja zunächst mit dem Morris-Solo-Band "Der falsche Mexikaner" weitergehen, wenngleich der Goscinny-Anteil mit den dann folgenden zwei Alben gleichwohl schon größer sein wird. - Einzig finde ich es etwas heikel, dass ein Band 4 bis heute auf der Egmont-Shop-Seite noch nicht einmal angekündigt ist. Hoffentlich bedeutet das nichts Schlechtes im Sinne eines allzu frühzeitigen Endes der Ausgabe. Das fände ich sehr schade.

Gruß
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Mir ist jetzt nicht ganz klar, ob Du die aufgeworfenen Fragen beantwortet haben willst oder die Antworten kennst und nur kritisieren möchtest, dass der Band sie nicht beantwortet. Aber ich versuchs mal, zunächst ohne Recherche aus der Erinnerung:
Erik hat geschrieben: 9. April 2022 18:27 (...) Da die Geschichte "Lucky Luke gegen Phil Steel 'Spinnenbein'" 35 Comicseiten hat und die Geschichte "Lucky Luke und 'Pille'" 9 Comicseiten, erscheint es naheliegend, dass sie von Morris zur Auffüllung des 44 Seiten umfassenden Comic-Albums geschaffen wurde. (...)
Ja, naheliegend, ist aber wohl nicht so: An Albenverwertung hat wohl zur Entstehungszeit noch niemand gedacht, sondern Morris einfach 'drauf los' gezeichnet und die Geschichten waren dann auch einfach so lang, wie es sich grade inhaltlich ergab. Als dann die Albenreihe gestartet wurde hat man die Geschichten so zusammen gestellt, dass es vor allem seitenzahltechnisch, in zweiter Linie dann thematisch einigermassen passte. Dadurch ist bei den frühesten Original-Alben (die ihre Entsprechung in den vor Jahrzehnten bei Ehapa als HC erschienenen neun Lucky-Luke-Klassik-Alben haben) die Chronologie der Geschichten nicht richtig (die erste Geschichte ist zB auch erst in Band 3) und die Seitenzahl der Bände differiert auch, weils eben nicht immer passte.
Erik hat geschrieben: 9. April 2022 18:27 (...) Dies ist vor allem deshalb so ärgerlich, weil - und dies ist mein weiterer Kritikpunkt - die bibliogaphischen Angaben wie auch die Comicgeschichten selbst die Autorenschaft nicht immer klarstellen. Es ist leider nicht so, dass vor jeder Comic-Geschichte oder an deren Ende "Text und Zeichnungen: Morris" oder "Text: Goscinny, Zeichnungen: Morris" steht. Zwar steht bei den bibliographischen Angaben vor der Geschichte "Die Eisenbahn durch die Prärie" unter dem französischen Titel "Des rails sur la prairie": "Szenario: René Goscinny". Bei den anderen Geschichten findet sich hierzu aber keine Angabe. Ob dies den Umkehrschluss rechtfertigt, die anderen Geschichten seien von Morris, ist nicht klargestellt und erscheint auch nicht selbstredend. (...)
Ich weiß jetzt nicht welche Geschichten in dem Band drin sind, aber Eisenbahn war die erste Geschichte von Goscinny. Alles, was zeitlich davor erschienen ist, ist von Morris solo. Alles danach ist von Goscinny getextet, mit folgenden Ausnahmen: Der falsche Mexikaner und - die Geschichten aus Risque-tout, bei denen die Quellenlage über die Autorenschaft unsicher ist. Ich glaube, ich habe zu denen weiter vorn schon Angaben zur Goscinny-Beteiligung gepostet, die auch recherchiert waren, habs aber nicht en detail im Kopf.
Erik hat geschrieben: 9. April 2022 18:27 (...) Eine weitere Unklarheit betrifft die abgedruckte Fassung der Geschichte "Dicke Luft in Pancake Valley". So steht in den bibliographischen Angaben vor dieser, dass 1980 für das Album "Lucky Luke: Le Justicier" eine "komplett neu gezeichnete Fassung" dieser Geschichte entstanden sei. Unausgesprochen bleibt jedoch, ob die abgedruckte Version nun die originale oder die später neu gezeichnete Fassung ist. - Ich vermute ersteres, weil eine Fassung von 1980 nicht in die Chronologie der Gesamtausgabe passen würde und der Stil für meine Augen auch nach einem eher frühen Lucky Luke aussieht. Eine Klarstellung wäre hier aber sehr sinnvoll gewesen (zumal ja auch unklar ist, ob die andere Fassung der Geschichte für einen späteren Band geplant ist, sofern die neue Gesamtausgabe bis 1980 durchhalten sollte).

Sucht man nach dem Titel der Geschichte "Dicke Luft in Pancake Valley" bei Google, findet man die Angabe, dass diese von Morris getextet sei (z.B. bei khalisi.com). Dies bezieht sich aber auf die Neufassung von 1980 und legt nicht die Quelle der Erkenntnis offen. Ob das auch auf die ursprüngliche Fassung von Dezember 1955 zutrifft, konnte ich nicht herausfinden, zumal auch selten ausdrücklich zwischen beiden getrennt wird. (...)
Es ist nicht richtig, dass sie 'komplett neu gezeichnet' wurde. Tatsächlich wurde lediglich Lucky Luke selbst und Jolly Jumper neu gezeichnet. Alles andere blieb gleich, wurde, glaub ich, nur teilweise neu coloriert. Die Unterschiede beider Fassungen sind also gar nicht so groß. Woraus sich auch ergibt, dass natürlich die Texte und deren Urheberschaft gleich sind.

[Mir wird das hier im Verfassen-Feld zu unübersichtlich... ich poste das mal bis hierhin und mach dann für weitere Punkte jeweils eigene Posts...]
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 9. April 2022 18:27 (...) Soweit ich mich erinnere, war vorher und später auch nie davon die Rede, dass Lucky Luke keinen Standard-Sechsschüsser benutzt. Die Erklärungsversuche im Vorwort, dass es historisch einen neunschüssigen Revolver auf dem Markt gegeben habe, überzeugen mich nicht davon, dass dieser "Kniff" erzählerisch gelungen ist. (...)
Ich hab die Thematik mal im Zusammenhang mit nem 'realistischen' Western-Comic (Comanche) recherchiert. Ergebnis: Der 'Standard-Sechsschüsser' war gar nicht so sehr 'Standard'. Das ist eher das Ergebnis der -wieder mal- verfälschenden Darstellung in Western-Filmen. Tatsächlich gab es Trommelrevolver u.ä. Handfeuerwaffen mit den unterschiedlichsten Kapazitäten. Genau erinner ich es nicht, aber es waren sowohl grade als auch ungrade Anzahlen (5, 7,...) möglich und ging hoch bis mindestens 10 Schüssern.
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 9. April 2022 18:27 (...) "Die Eisenbahn durch die Prärie" als erster Goscinny-Band ist sicher nicht schlecht, wobei ich aus der dunklen Erinnerung doch meine, dass es noch bessere Bände gab. Meine liebsten waren seinerzeit "Daily Star" und "Billy the Kid". (...)
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Erik hat geschrieben: 9. April 2022 18:27 (...) In "Die Eisenbahn durch die Prärie" sind zwar ein paar gute Gags drin, es scheint aber alles ein wenig oberflächlich und gehetzt. Der große Quantensprung von "Phil Steel" zur "Eisenbahn durch die Prärie" ist es nun auch nicht unbedingt, eher eine sanfte Steigerung mit noch Luft nach oben. (...)
Nanana, mal nicht zu streng sein: Auch ein Goscinny hat mal 'klein angefangen'. Eben hier. Und genauso, wie man dem Zeichner einen gewissen 'Welpenschutz' zu Beginn ihrer künstlerischen Entwicklung zugesteht, muss man es auch dem Szenaristen, denk ich. Das ist es ja doch auch, was die Beschäftigung mit dieser 'Generation' von Comics mit so reizvoll macht: Da waren Leute mit gewissen Talenten, die einfach mal gemacht haben und sich dann -learning by doing- entwickelt haben. Die frühen Zeichnungen von Hergé, Morris, Uderzo usw. sind ja aus heutiger Sicht eher 'Schülerzeitungsniveau' und wer sich DAMIT heutzutage irgendwo als Comiczeichner bewerben wollte, würde ausgelacht. Heutige Zeichnergenerationen fangen, so mein Eindruck, schon mit viel höherem Niveau an - dafür, so scheint mir oft, entwickeln sie sich aber auch kaum mehr weiter (während ein Giraud zB auch in seinem 'Spätwerk' immer noch sichtbar weiter entwickelt hat). Jedenfalls: Diese Entwicklung in den Comics der 'früheren Generation' über Jahrzehnte nach vollziehen zu können, macht doch einen Teil des Reizes der Beschäftigung mit ihnen aus. Diesen Punkt seh ich bei 'modernen' neuen Comics so nicht gegeben.
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 9. April 2022 18:27 (...) Einzig finde ich es etwas heikel, dass ein Band 4 bis heute auf der Egmont-Shop-Seite noch nicht einmal angekündigt ist. Hoffentlich bedeutet das nichts Schlechtes im Sinne eines allzu frühzeitigen Endes der Ausgabe. (...)
Ja, das weiß man halt nicht. Die Ausgabe basiert ja auf der Dupuis-Ausgabe. Die ist auch im Original ins Stocken geraten, bzw. kommt nur langsam und unregelmässig voran. Wenn ich die Beiträge dazu im CF richtig erinnere, hat das in England dazu geführt, dass die die Serie ab Band 3 oder 4 unabhängig vom Dupuis-Vorbild früher weiter geführt haben, dann natürlich ohne die Dupuis-Sekundärtexte (weiß grad nicht, ob dann ganz ohne oder mit 'eigenen). Und von der Dupuis-Ausgabe weiß man eben auch noch nicht, bis zu welcher LL-Phase sie fort geführt werden wird. Schlimmstenfalls endet es kurz vor der 'Bestzeit' der Serie an dem Punkt, wo die Magazin-Rechte damals von Spirou zu Pilote wechselten.
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Nullnullsix,
Nullnullsix hat geschrieben: 9. April 2022 20:24Mir ist jetzt nicht ganz klar, ob Du die aufgeworfenen Fragen beantwortet haben willst oder die Antworten kennst und nur kritisieren möchtest, dass der Band sie nicht beantwortet.
tatsächich war mein Beitrag in erster Linie als (positive wie negative) Kritik zu dem aktuellen Band der neuen Gesamtausgabe gedacht. Wenn Du mir aber einige der Fragen, die sie offen lässt, beantwortest, umso besser. :-)
Nullnullsix hat geschrieben: 9. April 2022 20:24Ja, naheliegend, ist aber wohl nicht so: An Albenverwertung hat wohl zur Entstehungszeit noch niemand gedacht, sondern Morris einfach 'drauf los' gezeichnet und die Geschichten waren dann auch einfach so lang, wie es sich grade inhaltlich ergab.
Dahingehend ergibt sich aus dem Vorwort des Bandes allerdings etwas anderes. Dort steht, dass Paul und Charles Dupuis im Dezember 1952 nach New York gereist seien. Diese Gelegenheit hätten sie unter anderem genutzt, um mit Morris einen Verlagsvertrag über die Veröffentlichung des Albums "Hors-la-loi" (dt. "Die Gesetzlosen") mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren auf Französisch und 7.500 Exemplaren auf Flämisch zu schließen. Dies habe der Auflage des vorherigen Bandes entsprochen und den großen Erfolg bestätigt, den die vier Daltons seit dem ersten Erscheinen im Spirou-Magazin genossen hätten.

"Lucky Luke gegen Phil Steel" ist erst ab Februar 1954 entstanden. Also dürfte zu der Zeit schon längst an regelmäßig den Magazin-Veröffentlichungen nachfolgende Albenpublikationen gedacht worden sein.

Dafür spricht ja auch, dass die beiden Geschichten mit "Doc Doxey" jeweils 22 Comic-Seiten lang sind, sich also genau zu einem 44-seitigen Album zusammenfügen. Das wäre schon ein sonderbarer Zufall.
Nullnullsix hat geschrieben: 9. April 2022 20:24Ich weiß jetzt nicht welche Geschichten in dem Band drin sind, aber Eisenbahn war die erste Geschichte von Goscinny. Alles, was zeitlich davor erschienen ist, ist von Morris solo.
In dem Band sind:
Lucky Luke und Doc Doxey,
Menschenjagd
Lucky Luke gegen Phil Steel "Spinnenbein"
Lucky Luke und "Pille"
Die Eisenbahn durch die Prärie
Dicke Luft iun Pancake Valley

Und ja, dass "Die Eisenbahn durch die Prärie" die erste Geschichte von Goscinny ist, hattest Du bereits geschrieben; dass alles davor von Morris sein muss, wusste ich also.
Nullnullsix hat geschrieben: 9. April 2022 20:24Alles danach ist von Goscinny getextet, mit folgenden Ausnahmen: Der falsche Mexikaner und - die Geschichten aus Risque-tout, bei denen die Quellenlage über die Autorenschaft unsicher ist. Ich glaube, ich habe zu denen weiter vorn schon Angaben zur Goscinny-Beteiligung gepostet, die auch recherchiert waren, habs aber nicht en detail im Kopf.
Nur ab hier ist es eben nicht mehr so selbstverständlich. Du hattest geschrieben, dass von den Risque-Tout-Geschichten, bei denen die Urheberschaft zweifelhaft sei, wohl nur "Pferdediebe" von Goscinny sei. Nun ist "Dicke Luft iun Pancake Valley" ja offenbar eine der Risque-Tout-Geschichten. Und sie folgt auch noch "Die Eisenbahn durch die Prärie", also der ersten Goscinny-Geschichte zeitlich unmittelbar nach. Gerade angesichts dessen wäre eine Thematisierung der Autorenschaft in dem Begleittext doch überaus sinnvoll gewesen. Wenn sich diese Frage auch aus Sicht der Experten nicht mehr rekonstruieren lässt, dann hätte man auch das ja reinschreiben können. Aber dazu gar nichts zu schreiben, finde ich bei der Sachlage - zumal eben der von mir dargestellten Signaturen - schon schwach.
Nullnullsix hat geschrieben: 9. April 2022 20:24Es ist nicht richtig, dass sie 'komplett neu gezeichnet' wurde. Tatsächlich wurde lediglich Lucky Luke selbst und Jolly Jumper neu gezeichnet. Alles andere blieb gleich, wurde, glaub ich, nur teilweise neu coloriert. Die Unterschiede beider Fassungen sind also gar nicht so groß. Woraus sich auch ergibt, dass natürlich die Texte und deren Urheberschaft gleich sind.
O.K., das klingt in der Gesamtausdgabe dann doch etwas anders; gleich wie: über die textliche Urheberschaft besagt es auch nichts. Jedenfalls habe ich nirgends finden können, woher die Information stammt, dass diese Geschichte von Morris ist. Man könnte es natürlich deshalb vermuten, weil Goscinny's Mitarbeit zu dieser Zeit noch nicht auf Dauer vorgesehen war. Aber es ergibt sich aus dem Band 3 der Gesamtausgabe eben auch nicht, welche Umstände zu der Tätigkeit Morris' für Risque-Tout geführt haben. Die Kenntnis dieser Umstände könnte ja eventuell Hinweise darauf ergeben, ob Goscinny hier mitgearbeitet hat oder nicht bzw. wie wahrscheinlich das ist.
Nullnullsix hat geschrieben: 9. April 2022 20:32Tatsächlich gab es Trommelrevolver u.ä. Handfeuerwaffen mit den unterschiedlichsten Kapazitäten. Genau erinner ich es nicht, aber es waren sowohl grade als auch ungrade Anzahlen (5, 7,...) möglich und ging hoch bis mindestens 10 Schüssern.
Schon möglich. In der Lucky-Luke-Realität ist es aber nicht so, denn Lucky Luke sagt in der betreffenden Szene: "Das hier ist der einzige siebenschüssige Colt im ganzen Westen. Eine Spezialanfertigung von einem alten Onkel."

Wie gesagt, wenn das in der Serie etabliert wäre, dann wäre das ja kein Problem. Aber dies so plötzlich in einer ausweglosen Lage einzuführen, gleicht einem deus ex machina. Auch ein Onkel des Lonesome Cowboy wird ja wohl sonst nie mehr erwähnt.
Nullnullsix hat geschrieben: 9. April 2022 20:46
Erik hat geschrieben: 9. April 2022 18:27 (...) "Die Eisenbahn durch die Prärie" als erster Goscinny-Band ist sicher nicht schlecht, wobei ich aus der dunklen Erinnerung doch meine, dass es noch bessere Bände gab. Meine liebsten waren seinerzeit "Daily Star" und "Billy the Kid". (...)
War Daily Star nicht schon NACH Goscinny-Ära?
Gut möglich. Als Kind hat er mir immer sehr gefallen. Die Idee, dass Lucky Luke als List zum scheinbar Bösen wird, fand ich sehr lustig. Ob ich das heute auch noch so sehen werde - gerade im Vergleich zu anderen Bänden - werde ich dann neu bewerten, wenn ich die Geschichten mal wieder lese (wie gesagt, hoffentlich im Rahmen dieser Gesamtausgabe).

Ich hatte ja andernorts schon einmal erwähnt, dass als Kind "Asterix im Morgenland" einer meiner absoluten Lieblingsbänden war. Das ist heute nicht mehr der Fall (auch wenn ich ihn nicht schlecht finde). Aber daran sieht man, dass ich jedenfalls als Kind nicht zwischen Goscinny- und Nicht-Goscinny-Bänden unterschieden habe - hätte ich auch gar nicht können, weil ich von unterschiedlichen Textern damals gar nichts wusste.

Gruß
Erik
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Wie alt bistn Du, dass Du Morgenland noch 'als Kind' lesen konntest? - Hab jetzt nicht im Kopf, wann der erschienen ist, aber da war ich sicher schon 'groß'.
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Nullnullsix,
Nullnullsix hat geschrieben: 9. April 2022 22:45Wie alt bistn Du, dass Du Morgenland noch 'als Kind' lesen konntest? - Hab jetzt nicht im Kopf, wann der erschienen ist, aber da war ich sicher schon 'groß'.
Asterix im Morgenland ist 1987 erschienen. Da war ich sechs Jahre alt. Ich weiß nicht mehr genau, wie alt ich war, als ich die Asterix-Bände das erste Mal gelesen habe. Aber ich weiß, dass Asterix im Morgenland der jüngste Band war und dass ich schon Grundschüler war und lesen konnte. Außerdem weiß ich, dass ich Asterix schon kannte, als "Operation Hinkelstein" 1989 ins Kino kam.

Gruß
Erik
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Nullnullsix
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 9. April 2022 22:09 (...) "Lucky Luke gegen Phil Steel" ist erst ab Februar 1954 entstanden. Also dürfte zu der Zeit schon längst an regelmäßig den Magazin-Veröffentlichungen nachfolgende Albenpublikationen gedacht worden sein. (...)
Ja, der von mir dargestellte Sachverhalt betrifft die Anfangsphase. Keine Ahnung, wie lang die war. In jedem Fall ein interessanter Gedanken-Ansatz. Müsste man mal genauer anhand der Erscheinungsdaten der Geschichten im Magazin und denen der Alben analysieren. Jedenfalls, wenn ich mich recht erinnere, war das erste Goscinny-Ding gleichzeitig auch das erste, dass die Geschichten 'standardmässig' als 44seitig und damit 'albenpassend' etablierte. Ich meine, mam merkt den Szenaristen-Wechsel auch den Geschichten an: Bei Goscinny hat man das Gefühl, dass er vorher die komplette Geschichte Storyboardmässig vorab 'geplant' und 'durchkomponiert' hat, während man bei den Morris-Geschichten eher das Gefühl hat, als ob er 'drauf los' erzählt und die Geschichte dann eben endet, wenn sie 'auserzählt' ist, egal, nach wieviel Seiten.

Kleine Info am Rande: Die Dupuis-Alben haben (nicht nur bei LL), wie gesagt, meist 44seitige Geschichten. Die von Dargaud/Lombard meist standardmässig zwei Seiten mehr. So kann man schon bei den Franco-Belgiern an der Seitenzahl ablesen, wo sie im Original beheimatet waren. Hintergrund ist, wenn ich mich recht erinner', dass Dupuis immer noch eine Blatt am Ende für (Eigen-)Werbung drin hatte. Ansonsten halt jeweils ein Voratz-Blatt, so dass man mit dem, 44+2, bzw. 46 Seiten auf 12 Druckbögen (mit je vier Seiten) kommt.
Eigentlich hätte was passieren müssen, als ich auf den Knopf drückte!
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Nullnullsix
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Re: Lucky Luke

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Erik hat geschrieben: 9. April 2022 22:59 (...) Asterix im Morgenland ist 1987 erschienen. Da war ich sechs Jahre alt. (...)
87? - Da war ich schon deutlich in den Zwanzigern. Um genau zu sein: Ich hab Morgenland vermutlich am EVT gekauft und bin dann wohl gut zwei Wochen später 24 geworden.
Eigentlich hätte was passieren müssen, als ich auf den Knopf drückte!