Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

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WeissNix
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

bdhk hat geschrieben: 19. Dezember 2020 19:11
Da habe ich insofern Glück, dass ich jetzt nach langer Pause wieder einsteige: Werk-, Ultimate und sonstige (mehr oder weniger geldschneiderische) Editionen sind einfach an mir vorbeigegangen. Selbst wenn ich jetzt mit dem Gedanken spielte, mir eine solche nachträglich zuzulegen, wäre das einfach zu teuer.
Ich war einige Jahre komplett von Comics weg und habe, quasi aus alter Verbundenheit (um nicht Gewohnheit zu schreiben), nur noch die neuen Asterixe in SC gekauft, mit allerdings immer stärker abnehmender Begeisterung. Die braune Leder-Horizontausgabe hatte ich mit Erscheinen des ersten Bandes direkt abonniert und über die Jahre jeden Band auch behalten, also alle neun Bände komplett. Das war dann meine HC-Ausgabe neben den teils schon arg zerfledderten SC.

Sekundärliteratur zu Asterix fand ich in der Zeit und auch darüber hinaus spannender als die Uderzoschen Alleingänge.

Als ich dann um 2010 wieder anfing, mich für Comics zu interessieren, war die Werkausgabe fast komplett an mir vorbei gegangen, obwohl ich diese gerade wegen des Letterings sehr gelungen fand; diesen langweilige "Schreibmaschinensatz" (was ist das gewesen, Helvetica?) der alten SC-Ausgaben hatte ich immer furchtbar gefunden. Einzelne Bände der blauen Werkausgabe waren da aber nur noch zu horrenden Preisen von privat zu bekommen, das war mir zu teuer. Habe dann die 16 Doppelbände der weissen Buchclub-Version der Werkausgabe bei EBAY komplett für unter 70€ inkl. Versandkosten geschossen, das war weniger, als damals allein für Band XVI der blauen Ausgabe aufgerufen wurde. Und Band XXXIII war da ja noch nicht bei, also alles gut :comedix:

Hätte ich auch nicht gebraucht, aber bei dem Preis juckts einen dann doch...
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Hehe, klingt bzgl. der Entwicklung sehr ähnlich wie bei mir. Nur hier:
WeissNix hat geschrieben: 19. Dezember 2020 22:24diesen langweilige "Schreibmaschinensatz" (was ist das gewesen, Helvetica?) der alten SC-Ausgaben hatte ich immer furchtbar gefunden.
sind wir uns nicht einig. Ich finde das neue Lettering schwer zu lesen und bin ein großer Freund (auch generell) der Helvetica. Klar, hübscher ist die neue Schrift, aber da wäre ich im Sinne von "form follows function" sehr für die Helvetica.

Nullnullsix hat geschrieben: 19. Dezember 2020 21:49mit Lucky Luke eine ZWEITE SERIE sammeln ;-)
Habe ich tatsächlich schon überlegt. Da finge ich aber quasi bei Null an: Ich habe kein einziges Album, und die ab 71 habe ich noch nicht einmal gelesen.
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WeissNix
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

bdhk hat geschrieben: 20. Dezember 2020 21:21 sind wir uns nicht einig. Ich finde das neue Lettering schwer zu lesen und bin ein großer Freund (auch generell) der Helvetica. Klar, hübscher ist die neue Schrift, aber da wäre ich im Sinne von "form follows function" sehr für die Helvetica.
So gesehen hast Du - nach über 100 Jahren Bauhaus-Philosophie - natürlich Recht; allerdings hab ich alle der wesentlichen Alben schon so oft gelesen, dass ich das neue Lettering lediglich in einer Art "Souffleur-Funktion" wahrnehme :-D

Und lange bevor Hevetica abgeschafft wurde, kamen ja keine wesentlichen Alben mehr... :comedix:
bdhk hat geschrieben: 20. Dezember 2020 21:21 Habe ich tatsächlich schon überlegt. Da finge ich aber quasi bei Null an...
Auch, wenn ich persönlich die allgemeine Begeisterung um Tim & Struppi nicht teile, hättest Du zB damit ein abgeschlossenes Sammelgebiet 8) Alternativ gäbe es auch andere Reihen/Autoren aus der Zeit, zB Franquin, Peyo etc.

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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Nur mal eben kurz: Helvetica ist eine serifenlose Schrift (und ich glaube, insgesamt etwas schmaler als zB Arial - ich würde daher eher auf Arial tippen, glaube aber, es war weder noch...). Außerdem gab es -zumindest in den Erstauflagen- lange Zeit keine 'Standard-Schrift': Ich erinnere undeutlich Alben mit Serifen-Schrift, müsste aber nachgucken, welche das waren.
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Nullnullsix hat geschrieben: 18. Dezember 2020 02:21 (...) Wie auch im Zusammenhang mit Corona kürzlich in einem Sketch wieder treffend festgestellt wurde: Person A: "Im Radio haben sie gesagt, es hilft nur noch gesunder Menschenverstand...". Darauf Person B: "Dann sind wir alle verloren!" (...)
Sorry, das war aus dem Gedächtnis -und da in Nuancen falsch- wieder gegeben. Hab jetzt mal den Teil extrahiert und hier als mp3 online gestellt: http://onliver.de/manstein/mnschnvrstnd.mp3

Quelle des Original-Beitrags ist: "Freshtorge: Helga und Marianne - Corona wurde gezüchtet"
Hier in voller Länge als Video: https://www.youtube.com/watch?v=ZkC-Z2mSVC8
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Nullnullsix hat geschrieben: 21. Dezember 2020 01:43 Nur mal eben kurz: Helvetica ist eine serifenlose Schrift (und ich glaube, insgesamt etwas schmaler als zB Arial - ich würde daher eher auf Arial tippen, glaube aber, es war weder noch...). Außerdem gab es -zumindest in den Erstauflagen- lange Zeit keine 'Standard-Schrift': Ich erinnere undeutlich Alben mit Serifen-Schrift, müsste aber nachgucken, welche das waren.
Was es auch für eine Schrift war: Jeder weiß, was ich damit meinte. Arial war es definitiv nicht, die ist erst 1982 entwickelt worden. Wikipedia ist Dein Freund.
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Ich halte es für Helvetica, und eine schnelle Internetrecherche, die allerdings nur Sekundärquellen auftreibt, scheint das zu bestätigen. Ich will mich da aber gar nicht streiten: Es ist jedenfalls eine Grotesk, und die gefällt mir zum Lesen besser als künstlerisch gefälliges Handlettering oder Pseudo-Handlettering. Ob es nun Helvetica oder eine andere Grotesk ist, ist in dem Zusammenhang zweitrangig :cervisia:
WeissNix hat geschrieben: 20. Dezember 2020 23:46allerdings hab ich alle der wesentlichen Alben schon so oft gelesen, dass ich das neue Lettering lediglich in einer Art "Souffleur-Funktion" wahrnehme :-D
Sehr schön ausgedrückt.
WeissNix hat geschrieben: 20. Dezember 2020 23:46Alternativ gäbe es auch andere Reihen/Autoren aus der Zeit, zB Franquin, Peyo etc.
Ich habe ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass ich comicmäßig (oder eigentlich generell für Bücher und Lesen) durch unsere Stadtbibliothek in den 80ern sozialisiert wurde. Und die war erstaunlich gut sortiert im Comicbereich, jedenfalls in der klassischen frankobelgischen Sparte. Daher kenne ich die Genannten durchaus (nicht vertieft, natürlich), konnte aber nie so richtig etwas mit ihnen anfangen. Ich mochte eigentlich nur Asterix, sowie mit Abstrichen, dazu gleich noch, Lucky Luke und Tim und, mit noch mehr Abstrichen, Isnogud. Recht goscinnylastig also.
WeissNix hat geschrieben: 20. Dezember 2020 23:46Auch, wenn ich persönlich die allgemeine Begeisterung um Tim & Struppi nicht teile, hättest Du zB damit ein abgeschlossenes Sammelgebiet 8)
Ich habe kein Problem mit noch "lebenden" Gebieten. Kaufe ich mir halt alle zwei Jahre einen neuen Asterix, das macht mich nicht arm. Das Problem, wie besessen man Auflagen, Varianten etc. jagt, stellt sich bei Tim aufgrund des Alters natürlich noch schärfer als bei Asterix.

Bei Tim müsste ich auch bei Null anfangen. Ich habe gerade mal ein bisschen rumgeguckt: Die Bände sind ja sogar antiquarisch ziemlich teuer. Eine jeweils vollständige Sammlung "normaler" Ausgaben (d.h. keine Erstauflagen und sonstige Raritäten) wäre von Lucky Luke und Tim wohl preislich vergleichbar - obwohl es bei Tim nur ein Drittel der Bände gibt.
WeissNix hat geschrieben: 20. Dezember 2020 23:46Einfach nur an ein paar guten Comics bist Du nicht interessiert?
Grundsätzlich schon. Allerdings, auf die Gefahr hin, mich als scheuklappenbehaftet zu outen: Ich lande dann irgendwie doch immer wieder bei Asterix.

1.: Alles, was ich jetzt noch neu ganz "lernen" müsste, reizt mich gar nicht. Da komme ich offenbar nicht raus aus der kindlichen/jugendlichen Prägung.

2.: Comics aus der damaligen Zeit:

a) Asterix: Wie schon gesagt, ich stelle heute fest, dass man mit 40 andere Sachen entdeckt, über andere Stellen lacht und über andere Dinge die Augenbrauen hebt als mit 30, 20 oder 10, und dass der Asterix mit einem selbst mitreift, sozusagen.

b) Entenhausen: Finde ich heute nur platt und überhaupt nicht erwachsenengeeignet.

c) Lucky Luke: Habe ich recht lange gelesen, bis in meine 20er, jetzt 20 Jahre gar nicht mehr. Wäre tatsächlich mal interessant auszuprobieren, wie ich darauf heute reagiere.

d) Tim: Im Prinzip wie Lucky Luke, habe aber früher aufgehört und länger nicht mehr gelesen, schließlich hatte ich die irgendwann durch, und es kam nichts neues mehr. Auch hier: Einen Versuch heute wäre es wert.

e) Isnogud: Lief damals schon mehr nebenbei. Habe ich immer gerne gelesen, aber nie so intensiv und auf Vollständigkeit bedacht. Wenn ich heute eine Liste von Tim- oder Lucky-Luke-Bänden durchgehe, weiß ich jeweils sofort in groben Zügen, was in der Geschichte passiert. Das ist bei Isnogud nicht der Fall. Oft weiß ich nicht, ob ich den Band überhaupt gelesen habe oder nicht, wenn überhaupt, erinnere ich mich visuell an ein Titelbild. Tja, was tun? Einen neuen Versuch/Experiment starten, oder vergessen wie Entenhausen? Isnogud hat wohl (wieder: kursorische Recherche) den Nachteil, dass man sich die alten Hefte etwas mühsamer zusammensuchen müsste, während man bei Asterix, Lucky Luke und Tim sich im Prinzip entscheiden kann, einen vollständigen Satz zu kaufen, und drei Klicks später hat man ihn.

Also, was tun? Vielleicht kaufe ich mir einfach mal wieder eine Handvoll Lucky Luke und Tim und gucke mal, was passiert. Dass ich mich aber mit einer französischen und drei deutschen Versionen nebeneinander gelegt hinsetze und versuche, Anspielungen und Wortspiele zu verstehen, kann ich mir aber auch bei den beiden nicht vorstellen.

Und damit wären wir dann so langsam thematisch fast im Andere-Comics-Thread ;-)
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

bdhk hat geschrieben: 21. Dezember 2020 16:29 Und damit wären wir dann so langsam thematisch fast im Andere-Comics-Thread ;-)
Der ist aber schon recht umfangreich, ich komprimiere mal etwas. Wenn Du testweise mal in "erwachsenengeigneten" Kram reinlesen möchtest, den es in unserer Jugend noch gar nicht gab, würde ich vorrangig folgendes empfehlen:

Für unsere Generation käme da wohl zu allererst die noch laufende, inzwischen 6 jeweils abgeschlossene Bände umfassende Serie "Die alten Knacker" (Splitter) von Lupano (Text) und Cauuet (Zeichnungen) in Betracht; ein Freund aus Schulzeiten, den ich hin und wieder mit Comics beglücke und der auch recht Asterix-affin ist, fand die bislang von allem neumodischen Kram, den ich ihm vor die Füsse geworfen hatte, am ansprechendsten.

Ungewöhnlich ist auch die Reihe "Unschlagbar" (Carlsen) von Jousselin (Text und Zeichnungen), bislang zwei Alben, im Frühjahr soll der dritte erscheinen, mit unterschiedlich langen Stories: Vom OnePager bis zu längeren Mehrseitern alles dabei. Der Autor spielt hier sehr kreativ mit den grafischen Möglichkeiten des Genres und nimmt dabei en passant amerikanische Superhelden-Comics auf den Arm.

Und zum Schluß noch zwei Autoren (beide bei Reprodukt), mit denen wir als Kinder wohl nicht soviel hätten anfangen können:

1. Marc-Antoine Mathieu, der speziell mit seiner Reihe um "Julius Corentin Acquefacques - Gefangener der Träume", aber auch mit "3 Sekunden", "Otto" und anderen oft auch in eine philosophische "Richtung" geht, dabei insbesondere in der erstgenannten Reihe ähnlich wie Jousselin mit den Möglichkeiten des Genres spielt.

2. Manu Larcenet: Speziell seine düsteren Werke "Blast" (vier dicke HC-Bände, komplett dann recht teuer - sollen aber in günstiger Form noch erscheinen) und die Roman-Adaption "Brodecks Bericht" sind grosse Kunst, aber auch seine vierbändige eher tagikomische Reihe "Der alltägliche Kampf" (als günstige Gesamtausgabe erhältlich) um einen ausgebrannten depressiven Kriegsfotografen ist lesenswert. Von ihm gibt es auch gemeinsam mit Ferri, dem neuen Asterix-Szenaristen, eine Kooperation, die "Rückkehr aufs Land": Inzwischen auf deutsch 3 Doppelbände mit OnePagern, die aber insgesamt eine fortlaufende Geschichte von einem Comiczeichner, der sich vom hektischen Paris mit seiner Freundin aufs Land zurückzieht, erzählt.

Es muss ja nicht immer das Sammeln sein, es gibt soviel Gutes zu entdecken...

EDIT: Vielleicht abschliessend noch "Prototyp" von Ralf König, m.E. sein Meisterwerk: Die Schöpfungsgeschichte mal anders. Philosophisch und lustig... das muss man erst mal hinbekommen!
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag Christian »

Nullnullsix hat geschrieben: 21. Dezember 2020 01:43 Außerdem gab es -zumindest in den Erstauflagen- lange Zeit keine 'Standard-Schrift': Ich erinnere undeutlich Alben mit Serifen-Schrift, müsste aber nachgucken, welche das waren.
Ha, was war ich als Kind davon irritiert, dass mein Kampf der Häuptlinge in "anderer Schrift" gedruckt war (von Serifen wusste ich damals noch nichts). Genau deswegen hatte ich immer ein komisches Verhältnis zu dem Band (jetzt geht's).

Und ja, ich schätze die alten Ausgaben in Druckschrift und finde die aktuelle "Handschrift" überaus verstörend (insbesondere das U und das Y ;-))
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag bdhk »

WeissNix hat geschrieben: 21. Dezember 2020 17:20Wenn Du testweise mal in "erwachsenengeigneten" Kram reinlesen möchtest, den es in unserer Jugend noch gar nicht gab, würde ich vorrangig folgendes empfehlen
Danke, das werde ich mal überlegen.
Christian hat geschrieben: 21. Dezember 2020 23:33Ha, was war ich als Kind davon irritiert, dass mein Kampf der Häuptlinge in "anderer Schrift" gedruckt war (von Serifen wusste ich damals noch nichts).
Jetzt verstehe ich - wow, tatsächlich, Serifen. Ich hatte ja keine Ahnung. Witzigerweise war die Serifenschrift offenbar nur vorübergehend im Gebrauch - zuvor und danach gab es jeweils die Grotesk.

Ich habe jetzt vor mir liegen:

Gallier 2,80 DM, Backlist 6 bis Kampf: Grotesk
Gallier 3,50 DM, Backlist 14 bis Spanien: Grotesk
Sichel 2,80 DM, Backlist 5 bis Sichel: Grotesk
Sichel 3,50 DM, Backlist 10 bis Legionär: Grotesk
Goten 3,50 DM, Backlist 10 bis Legionär: Grotesk
Gladiator 3,50 DM, Backlist 10 bis Legionär: Serifen
Tour 3,50 DM, Backlist 10 bis Legionär: Grotesk
Kleopatra ohne, Backlist 2 bis Kleopatra: Grotesk
Kleopatra 3,50 DM, Backlist 14 bis Spanien: Grotesk
Kampf 3,50 DM, Backlist 14 bis Spanien: Serifen
Briten 3,50 DM, Backlist 13 bis Kupferkessel: Grotesk
Normannen 3 DM, Backlist bis 9 Normannen: Grotesk

Mal so, mal so, und zur gleichen Zeit erschienene Ausgaben haben in dem einen Heft die eine und in dem anderen Heft die andere Schrift. Das ist ja eigenartig. Oder, man könnte sagen, grotesk ;-)

Von Gladiator und Kampf sind das jeweils meine einzigen Exemplare aus der ersten Serie, daher die Frage: Das wurde dann irgendwann noch vor Einführung der zweiten Serie vereinheitlicht, nehme ich an?
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Aufgrund der in schneller Folge rausgehauenen deutschen Ausgaben sind den Setzern damals groteskerweise wohl einfach die Bleiklötzchen ausgegangen und sie mussten auf andere Typen mit Serifen ausweichen... :-D :-D :-D

Nein, war Spass... :comedix:


Noch was zu Marc-Antoine Mathieu:

Seine Acquefacque-Reihe ist auf deutsch derzeit grösstenteils vergriffen - 3 der 6 Bände sind bei Reprodukt selbst nicht mehr zu bekommen, auch im Handel ist es Glücksache. Bezahlbarer Nachdruck ist aufgrund der hohen Anforderung an die Drucktechnik wegen des mitunter schwierig umzusetzenden Artworks wohl nicht einfach.
Insofern wäre es auch für Sammler eine Herausforderung, die Reihe auf deutsch komplett zu bekommen. Die ersten vier Alben sind in den 90ern auch bei Carlsen in der Reihe Carlsen LUX als HC erschienen. In Frankreich ist unlängst der 7. Band veröffentlicht worden.

Da "3 Sekunden" nur ganz wenig Text in Gestalt eines Plakats und wenigen Zeitungsschlagzeilen aufweist, ist auch eine fremdsprachige Version interessant: Englisch und französisch sind HC, Deutsch nämlich "nur" SC. Dabei ist die englische Ausgabe derzeit im grossen Fluss günstiger als die deutsche - das ändert sich mangels Buchpreisbindung aber ständig. Im Buch gibts jeweils noch einen Zugangscode für einen Stream der Story als Videosequenz.
Das ist wirklich ein ganz aussergewöhnliches Werk!
Zuletzt geändert von WeissNix am 22. Dezember 2020 16:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag Michael_S. »

Für Gladiator kann ich Serifen ab der Erstauflage bestätigen. Von Kampf habe ich leider keine Erstauflage. Die anderen mir vorliegenden Erstauflagen sind alle ohne Serifen und augenscheinlich teilweise in verschiedenen Schriftarten. Da ich nicht wirklich gut daran bin, Schriftarten zu erkennen, kann ich sie nicht einordnen, aber es sieht mir nicht alles nach Helvetica aus.

MfG
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag bdhk »

FWIW: Serifenlose Schrift in Gladiator in MV. Kampf habe ich nicht von MV.
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Okay, quick&dirty-Recherche, stichprobenweise, dementsprechend ohne Gewähr:

Serifen-Schrift kommt nur bei Gladiator und Kampf vor.
Helvetica* scheint tatsächlich die 'Standard-Schrift' der 'zweiten Serie' und taucht erstmals(?) bei Maestria in der Erstauflage, also in der 'ersten Serie' auf.
Bis zu Maestria scheint die Schrift von Band zu Band zu wechseln, wobei die Schriften der ersten/früheren Auflagen auch in späteren Auflagen der ersten Serie beibehalten werden, also auch nach Maestria keine neuen Druckfilme mit der Helvetica. Die Vereinheitlichung der Schrift auf Helvetica scheint tatsächlich erst mit der Überarbeitung der kompletten Serie ('zweite Serie') erfolgt zu sein.

Die vorherrschende serifenlose Schrift der Bände der ersten Serie ist weder Helvetica, noch Arial, noch Grotesque (siehe unten die Referenz-Angabe). Die Buchstaben erscheinen in dieser Schrift kleiner, die Strichstärke im Verhältnis dicker (zB in Spanien 3,50 DM-Auflage, aber auch weitere Bände aus dieser Zeit und dem Nummernbereich von ca. Band 9 an...). Laut http://www.identifont.com könnte es die Linotype Univers sein: http://www.identifont.com/identify?28+. ... +1QY+7G+9Z
Zuweilen scheint die Schriftart, -zumindest aber die Schriftgröße- auch von einer Sprechblase zur nächsten unterschiedlich zu sein.

*Überprüfung der Schriften erfolgte mit dieser Seite als Referenz: https://www.marksimonson.com/notebook/v ... spot-arial



Sorry, mir fehlt grade die Zeit, das genauer zu prüfen, vielleicht hat jemand anders mehr Zeit und kann die Forschung anhand der Links hier im Beitrag fortsetzen?!?
Hilfreich ist dabei dann ggf. auch diese Seite: https://www.designerinaction.de/typogra ... -erkennen/ in der es auch Links zu Online-Erkennung mittels hochzuladendem Bild einer Schrift gibt...
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Re: Fragen zu selten/teuer angebotenen Alben, insbesondere Sonderausgaben

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Dafür habe ich zu wenige alte Ausgaben, denn viele davon wurden wegen heftigsten Zerlesens bereits durch relativ neue (definitiv nach Rechtschreibreform und deshalb sicher neu gesetzt) ersetzt.

Ich könnte nur in der Horizont-Ausgabe nachschauen, aber die ist verräumt und schlecht zugänglich.
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