FF: Troubadix - Mehr als tausend Worte

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Moderator: Iwan

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Kikix
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FF: Troubadix - Mehr als tausend Worte

Beitrag: #Beitrag Kikix »

Bevor mir jetzt Klagen kommen, von wegen: "Wie? Schon wieder ein neues Projekt/eine neue Geschichte?":
Jaaa, wieder eine neue Geschichte, obwohl die andere noch nicht fertig ist. Ganz einfach darum, weil ich gerade zu viele Ideen im Koppe habe und die müssen raus. Vor allem da ich sonst Gefahr laufe, sie zu vergessen. Und wenn ich dann krampfhaft versuche, die Ideen zu behalten, hab ich keinen Platz mehr für Neue.. Also: Raus damit!

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Troubadix - Mehr als tausend Worte

Wir befinden uns im Jahre 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt...
Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Und das nicht nur mit großem Erfolgt sondern auch mit noch größerem Vergnügen...

Unsere Geschichte beginnt, wie schon so viele vor ihr, in dem kleinen, uns wohl bekannten Gallischen Dorf. Doch diesmal nicht in der milden Frühlingsluft, oder der heißen Sommerzeit, sondern im tiefsten Winter. Der Schnee liegt Meterhoch und ein eisiger Wind peitscht vom Meer her über das Land. Und auch wenn unsere Gallier so einiges aushalten, ist doch froh, wer in dieser Kälte nicht vor die Tür muss.

Automatix, der Schmied, stört sich nicht im Geringsten an der Kälte. Nicht nur, weil er ein hartgesottener Kerl ist, die Hitze seines Schmiedefeuers lässt ihm auch gar keinen Raum zum frieren. Er steht schon seit den frühen Morgenstunden an Esse und Amboss, um Werkzeuge zu reparieren, Nägel zu schmieden und allerlei Metallenes Herzustellen, das die Dorfbewohner bei ihm bestellt haben. Gerade hämmert er pfeifend ein Stück glühendes Metall in Form, als eine Gestalt an seiner Schmiede vorbeistapft. Überrascht sieht der Schmied auf und ist umso überraschter, als er erkennt, wer sich da durch den Schnee kämpft.
„Nanu, Troubadix, wo willst du denn drauf los? Du willst bei der Kälte doch nicht im Wald singen, oder?“
Der angesprochene, ein schlaksiger, blonder Mann, blieb stehen und zog seinen roten Umhang enger um seine Schultern. Es ist der Barde des Dorfes, berüchtigt durch sein „musikalisches Talent“, doch im Dorf sehr beliebt, wenn er gerade nicht singt. Genau aus diesem Grund zog es ihn des Öfteren in den Wald, wo er in aller Ruhe und nach Herzenslust musizieren konnte.
„I-wo, ich wollte am Waldrand ein wenig Feuerholz sammeln. Meine Vorräte gehen zur Neige und wer weiß, wie lange der Winter noch anhält.“
Erst jetzt bemerkte Automatix den großen Korb, den Troubadix bei sich trägt. Und das der Blondschopf, trotz dicker Kleidung und Schal, vor Kälte zitterte.
„Hm, ja, Feuerholz ist wirklich knapp. Aber sei vorsichtig im Wald, die Bäume sind voller Schnee. Nicht das du noch verschüttet wirst, ich habe bei dem Wetter nämlich keine Lust, dich irgendwo ausbuddeln zu müssen!“
Troubadix schüttelt den Kopf ob dieser Aussage des Schmiedes. Die Worte waren harsch gesprochen, aber der Barde wusste genau, wie sie gemeint waren. Automatix war oft bärbeißerisch und mitunter grob, aber er war ein herzensguter Kerl, der sich um seine Freunde kümmerte und half wo er konnte. Troubadix lächelt ob der Besorgnis des Schmiedes und meint wegwerfend: „Keine Sorge, ich gehe nur bis zum Waldrand, es wird mir schon nichts geschehen.“
Damit stapft er weiter, grüßt im Vorbeigehen die Wache am Tor und kämpft sich über die Ebene vor dem Dorf, bis hin zum nahen Wald. Doch schon nach kurzer Zeit muss er feststellen, dass er dort nicht fündig wird.
„Dann werde ich wohl doch tiefer in den Wald gehen müssen…“
Troubadix schaut nach oben, wo die kahlen Äste der Bäume sich unter dem Gewicht des Schnees schon biegen, dann betritt er den Wald, welcher sich still und dunkel vor ihm ausbreitet. Nur das Rauschen des Windes, das Knacken der Äste und die Schritte des Barden im Schnee sind zu hören. Troubadix lässt den Blick über den verschneiten Boden gleiten, hier und da schiebt er den Schnee mit dem Fuß zur Seite, doch es war kein passendes Feuerholz zu finden. Wahrscheinlich hatten die übrigen Dorfbewohner hier am Waldrand schon alles Brauchbare aufgeklaubt. Denn es stimmte, Feuerholz war rar und der Winter war härter und länger als die Jahre zuvor. Troubadix setzt seinen Weg fort, immer weiter ins Dickicht hinein, während der Wind immer böiger und stärker wird.

Wie lange er schon unterwegs war, wusste er nicht, aber sein Korb war voll und er selbst zittert wie Espenlaub. Seine Finger waren schon starr vor Kälte und so macht er sich auf den Weg zurück ins Dorf. Es hatte inzwischen wieder angefangen zu schneien und der Wind war so stark geworden, das Troubadix richtig dagegen ankämpfen musste. Der Schnee weht ihm ins Gesicht und er sieht die Hand vor Augen kaum, als er plötzlich über einen Ast stolpert und bäuchlings im Schnee landet. Vor sich hin fluchend will er sich gerade wieder aufraffen, als er ein lautes knacken und krachen hört. Er sieht sich erschrocken um, doch noch ehe er wirklich begreift was geschieht, schlägt ein Baum, von Wind und Schnee zu Fall gebracht, durch das Geäst der anderen Bäume. Troubadix versucht panisch auf die Beine zu kommen, doch er schafft nur einen kurzen Satz nach vorne, als der Baum krachend auf ihn niederstürzt.
Zuletzt geändert von Kikix am 1. März 2022 20:44, insgesamt 1-mal geändert.
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:majestix: Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
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Kikix
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Re: FF: Troubadix - Mehr als tausend Worte

Beitrag: #Beitrag Kikix »

Kälte.
Das war das einzige was er spürte.
Eine beißende, alles durchdringende, schmerzhafte Kälte. Langsam kam Troubadix wieder zur Besinnung, auch wenn es einen Moment dauert, bis er wusste wo er war, und was geschehen war. Der Barde versucht aufzustehen, doch er kann sich kaum bewegen. Erst jetzt bemerkt er das Gewicht, welches auf seinem Rücken lastet und ihn am Boden hält. Er dreht den Kopf und sieht den Baum, der auf ihn gefallen war und ihn sicherlich zerquetscht hätte, wenn nicht ein naher Felsen seinen Fall gestoppt hätte.
„Glück im Unglück.“
Doch seine Freude über dieses Glück währt nicht lange. Zwar hatte der Baum ihm nicht alle Knochen im Leib gebrochen, aber ein dicker Ast hatte sich direkt neben ihm in den Boden gebohrt und schränkte seine Bewegungsfreiheit noch mehr ein. Und als er nun erneut versucht sich zu befreien, lässt ihn ein heftiger Schmerz aufschreien.
„Anscheinend hat der Ast nicht nur den Boden durchbohrt…“
Nach Luft ringend, versucht Troubadix sich zu beruhigen und irgendwie einen klaren Kopf zu bewahren, aber jetzt bemerkt er, wie schwer ihm das Atmen fällt. Und auch die Kälte trägt ihren Teil dazu bei, dass er sich mit jeder Minute die verrinnt schwächer fühlt.
Er versucht nach Hilfe zu rufen, doch das Gewicht des Baumes drückte ihm die Luft ab. Er war kaum in der Lage überhaupt richtig zu atmen.
„Ich muss mich irgendwie befreien…“, denkt er nur und schaut sich um, soweit es ihm möglich ist. Aber es gab nichts, was ihm irgendwie helfen konnte. Er konnte nur abwarten und hoffen. Hoffen, das ihn irgendjemand im Dorf vermissen würde, hoffen das sie sich auf die Suche nach ihm machten und vor allem, das sie ihn fanden.
„Und wenn nicht?“
Dieser Gedanke lässt den Mann erschaudern, noch mehr als die Kälte um ihn herum.
Was wenn sie ihn nicht fanden? Oder… Wenn sie ihn gar nicht erst suchten?
Denn wenn er ehrlich war, hatten die Dorfbewohner mehr als einmal und allzu deutlich gezeigt was sie von ihm und seinen Künsten hielten. Und zwar, gelinde gesagt, nicht besonders viel.
Er wurde geschlagen, gefesselt, geknebelt, verspottet, beleidigt und ein ums andere Mal mussten selbst seine Musikinstrumente, oder sogar seine Hütte dran glauben.
Was sollte die Dorfbewohner also davon abhalten, sein verschwinden einfach…
Zu ignorieren?

Von diesem Gedanken zu tiefst getroffen, steigen dem Barden die Tränen in die Augen.
Sie würden ihn nicht vermissen. Vielleicht waren sie sogar einfach froh, wenn…
„NEIN!“
Unter Tränen und schon mit sichtlichen Mühen schüttelt Troubadix den Kopf, in dem Versuch diese Gedanken aus seinem Kopf zu vertreiben.
„Sie sind meine Freunde, beim Teutates!
Sie lassen mich nicht im Stich!
Sie werden mich suchen!
Sie werden mich finden!
Ich muss nur… noch ein wenig… Durchhalten…“

Doch genau das fällt ihm mit jedem Augenblick der verrinnt schwerer.
Troubadix zittert am ganzen Körper, er spürt weder seine Finger, noch seine Zehen und seine Kleidung ist schon längst völlig durchnässt. Die Zähne schlagen im schmerzhaft aufeinander, während er, inzwischen völlig entkräftet, im Schnee liegt.
Er hatte inzwischen auch jegliches Zeitgefühl verloren. War er erst ein paar Minuten in dieser misslichen Lage, oder waren es schon Stunden? Er wusste es nicht mehr. Doch eine Sache wusste er ganz genau:
„Ich darf nicht… einschlafen…
Das wäre mein… Ende…

Doch seine Augenlieder waren plötzlich schwer wie Blei und ohne dass er etwas dagegen tun konnte, fallen sie ihm zu, während er in einen traumlosen Dämmerschlaf hinübergleitet.
So liegt er still und regungslos inmitten des Winterwaldes, während der Wind heulend die Bäume zum Ächzen bringt und der Schnee seinen Körper und seine Fußspuren bedeckt…
Zuletzt geändert von Kikix am 1. März 2022 20:45, insgesamt 1-mal geändert.
:majestix: Wer kämpft kann verlieren. :majestix:
:majestix: Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
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Kikix
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Re: FF: Troubadix - Mehr als tausend Worte

Beitrag: #Beitrag Kikix »

Es dämmert bereits und die Landschaft liegt still da, von der Abendsonne beschienen, bedeckt von einer neuen, makellosen Schicht Schnee. Der Wind hat nachgelassen und alles ist friedlich. Die Wache am Dorftor wird gerade abgelöst und Fixwienix, der den ganzen Tag seinen Dienst getan hatte, macht sich nun, fröstelnd und steif vor Kälte, auf den Weg zu seiner Hütte, wobei er auch bei Automatix Schmiede vorbeikommt.
„Na, Fixwienix, Feierabend?“
„Ja-ja, w-wird ja auch Z-Zeit. Komme mir schon v-vor wie ei-ein Eisz-zapfen.“
„So siehst du auch aus. Sieh bloß zu, das du ins warme kommst!“
„M-mach ich. I-Ich frage mich nu-nur, wie Troubadix, d-das so lange aushält…“
Automatix hält erstaunt inne, als er die Worte hört.
„Was meinst du damit?“
„N-Naja, e-er ist n-noch nicht aus d-dem Wald zurück. Und w-wo es doch heute M-Morgen so ge-gestürmt…“
Weiter kam er nicht. Noch während er erzählte waren dem Schmied zuerst die Gesichtszüge und dann der Hammer entglitten, welcher polternd auf dem Boden zu liegen kam.
Dann stürzte Automatix, wie von der Tarantel gestochen aus der Schmiede, mit wenigen großen Schritten über den Weg, wobei er Fixwienix einfach über den Haufen rennt. Der Dorfschmied stürmt direkt in die Hütte von Häuptling Majestix, die schräg gegenüber steht. Er machte sich nicht einmal die Mühe zu klopfen.
„CHEF! CHEF!“
„Ja was, beim Teutates…“
Majestix, seines Zeichens Häuptling der Unbeugsamen Gallier, sitzt gerade mit seiner Frau Gutemine beim Abendessen und war von dieser lautstarken Störung nur wenig angetan.
„Automatix! Brennt deine Schmiede, oder was bei Belenus…“
„Chef! Troubadix ist heute Morgen in den Wald gegangen um Feuerholz zu sammeln und…“
„Also bitte, das ist doch kein Grund…“
„Aber er ist nicht zurückgekommen!“
Majestix verstummt. Verwundert schaut er von Automatix zu Gutemine, dann wieder zum Schmied.
„Wie… Was meinst du damit? Nicht zurückgekommen?“
Automatix stöhnt genervt und verdreht die Augen ehe er zu einer genaueren Erklärung ansetzt, während Majestix schweigend zuhört. Und dessen Mine wird mit jedem Wort besorgter.
„Das ist ungewöhnlich… Troubadix würde bei diesem Wetter nicht länger draußen bleiben als unbedingt nötig. Er verträgt die Kälte nicht…“
„Und dann noch der Schneesturm vorhin!“, wirft Gutemine ein.
„Hoffentlich ist ihm nichts passiert…“
Majestix nickt, dann meint er bestimmt: „Automatix, ruf die Männer zusammen! Sie sollen sich warm anziehen und sich mit Fackeln am Tor versammeln. Wir gehen unsern Barden suchen. Aber sie sollen sich beeilen! Wenn es erst dunkel ist, wird die Suche zwecklos…“
„Geht klar, Chef!“
Damit stürmt Automatix zur Tür hinaus, während sich Majestix seinerseits gegen das Winterwetter rüstet. Als er sich schließlich aufmacht um die Suchaktion anzuleiten, bleibt er noch einen Moment bei seiner Frau stehen, die ihn mit Sorgesmiene ansieht.
„Seit vorsichtig da draußen.“, meint sie seufzend, während sie Majestix den schweren Umhang über die Schultern zieht.
„Und bringt uns unseren Barden wieder heil zurück…“
Majestix lächelt, dann drückt er seiner Frau einen Kuss auf ihre blonden Haare.
„Keine Angst, mein Minchen, wir sind vorsichtig. Und wir kommen erst zurück, wenn Troubadix gefunden ist. Und wenn es die ganze Nacht dauert!“
Damit verlässt er das Haus, Gutemine aber bleibt noch einen Moment an der Tür stehen und schaut zu der Gruppe Männer, die sich am Tor versammelt haben. Majestix erklärt allen was zu tun ist, dann macht sich die Gruppe auf den Weg Richtung Wald.
Gutemine sieht ihnen nach, dann schaut sie zum Himmel, an dem sich schon die ersten Sterne zeigen.
„Teutates, bring uns unseren Freund heil zurück…
:majestix: Wer kämpft kann verlieren. :majestix:
:majestix: Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
:majestix:
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Kikix
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Re: FF: Troubadix - Mehr als tausend Worte

Beitrag: #Beitrag Kikix »

Ohhhh key...
Nach ein wenig Recherche über das Thema Unterkühlung... Habe ich bemerkt das meine Szene mit Troubadix sooo nicht funktioniert...
Ok, sie funktioniert schon, aber sie ist nicht wirklich... Realistisch. Auch wenn es nur Details sind, die wahrscheinlich außer mir und Leuten die sich mit sowas auskennen sicherlich nicht auffallen werde, AAAABER... So wie die Meister selbst Recherche betrieben haben um besonders die Reiseabenteuer realistisch zu gestalten, haben ich mich mit diesem Thema befasst und...
Naja, wenn ich weis das es so nicht richtig ist, muss ich's eben richtig machen. :-P
Also: Hier die überarbeitete Szene:

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Kälte.
Das war das einzige was er spürte.
Eine beißende, alles durchdringende, schmerzhafte Kälte. Langsam kam Troubadix wieder zur Besinnung, auch wenn es einen Moment dauert, bis er wusste wo er war, und was geschehen war. Der Barde versucht aufzustehen, doch er kann sich kaum bewegen. Erst jetzt bemerkt er das Gewicht, welches auf seinem Rücken lastet und ihn am Boden hält. Er dreht den Kopf und sieht den Baum, der auf ihn gefallen war und ihn sicherlich zerquetscht hätte, wenn nicht ein naher Felsen seinen Fall gestoppt hätte.
„Glück im Unglück.“
Doch seine Freude über dieses Glück währt nicht lange. Zwar hatte der Baum ihm nicht alle Knochen im Leib gebrochen, aber ein dicker Ast hatte sich direkt neben ihm in den Boden gebohrt und schränkte seine Bewegungsfreiheit noch mehr ein. Und als er nun erneut versucht sich zu befreien, lässt ihn ein heftiger Schmerz aufschreien.
„Anscheinend hat der Ast nicht nur den Boden durchbohrt…“
Nach Luft ringend, versucht Troubadix sich zu beruhigen und irgendwie einen klaren Kopf zu bewahren, aber jetzt bemerkt er, wie schwer ihm das Atmen fällt. Und auch die Kälte trägt ihren Teil dazu bei, dass er sich mit jeder Minute die verrinnt schwächer fühlt.
Er versucht nach Hilfe zu rufen, doch das Gewicht des Baumes drückte ihm die Luft ab. Er war kaum in der Lage überhaupt richtig zu atmen. Troubadix zittert am ganzen Körper, und seine Kleidung ist bereits völlig durchnässt.
„Ich muss mich irgendwie befreien…“, denkt er nur und schaut sich um, soweit es ihm möglich ist, wobei ihm die Zähne vor Zittern schmerzhaft aufeinander schlagen. Aber es gab nichts, was ihm irgendwie helfen konnte. Er konnte nur abwarten und hoffen. Hoffen, das ihn irgendjemand im Dorf vermissen würde, hoffen das sie sich auf die Suche nach ihm machten und vor allem, das sie ihn fanden.
„Und wenn nicht?“
Dieser Gedanke lässt den Mann erschaudern, noch mehr als die Kälte um ihn herum.
Was wenn sie ihn nicht fanden? Oder… Wenn sie ihn gar nicht erst suchten?
Denn wenn er ehrlich war, hatten die Dorfbewohner mehr als einmal und allzu deutlich gezeigt was sie von ihm und seinen Künsten hielten. Und zwar, gelinde gesagt, nicht besonders viel.
Er wurde geschlagen, gefesselt, geknebelt, verspottet, beleidigt und ein ums andere Mal mussten selbst seine Musikinstrumente, oder sogar seine Hütte dran glauben.
Was sollte die Dorfbewohner also davon abhalten, sein verschwinden einfach…
Zu ignorieren?

Von diesem Gedanken zu tiefst getroffen, steigen dem Barden die Tränen in die Augen.
Sie würden ihn nicht vermissen. Vielleicht waren sie sogar einfach froh, wenn…
„NEIN!“
Unter Tränen und schon mit sichtlichen Mühen schüttelt Troubadix den Kopf, in dem Versuch diese Gedanken aus seinem Kopf zu vertreiben.
„Sie sind meine Freunde, beim Teutates!
Sie lassen mich nicht im Stich!
Sie werden mich suchen!
Sie werden mich finden!
Ich muss nur… noch ein wenig… Durchhalten…“

Doch genau das fällt ihm mit jedem Augenblick der verrinnt schwerer. Er fühlt sich müde und schwach, er spürt weder seine Finger, noch seine Zehen. Der Schmerz in seiner Seite aber, schien ebenfalls verschwunden, er zitterte nicht mehr, dafür beginnt eine seltsame Taubheit von seinem Körper Besitz zu ergreifen. Er hatte inzwischen auch jegliches Zeitgefühl verloren. War er erst ein paar Minuten in dieser misslichen Lage, oder waren es schon Stunden? Er wusste es nicht mehr. Doch eine Sache wusste er ganz genau:
„Ich darf nicht… einschlafen…
Das wäre mein… Ende…“

Doch seine Augenlieder waren plötzlich schwer wie Blei und ohne dass er etwas dagegen tun konnte, fallen sie ihm zu, während er in einen traumlosen Dämmerschlaf hinübergleitet.
So liegt er still und regungslos inmitten des Winterwaldes, während der Wind heulend die Bäume zum Ächzen bringt und der Schnee seinen Körper und seine Fußspuren bedeckt…
Zuletzt geändert von Kikix am 3. März 2022 01:01, insgesamt 1-mal geändert.
:majestix: Wer kämpft kann verlieren. :majestix:
:majestix: Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
:majestix:
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Re: FF: Troubadix - Mehr als tausend Worte

Beitrag: #Beitrag Kikix »

Hm... Da ich hier ja leider noch keine Kommis bekommen habe, geht es fröhlich weiter mit meinem Multi-posting. :P ;-)
Es wird ernst. oder besser gesagt: Es wird noch ernster als es schon ist!

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Der eben noch so dunkle Wald wird vom Licht zahlreicher Fackeln erhellt, deren flackerndes Leuchten die Schatten der Bäume unwirklich, ja fast schon lebendig erscheinen lässt. Die Stille des Abends wird durchschnitten durch das laute rufen der Männer, die sich jetzt langsam durch das Dickicht kämpfen. Sie gehen in einer langen Reihe nebeneinander, Majestix in der Mitte, rechts und links neben ihm die übrigen Männer des Dorfes. Langsam gingen sie voran, ein paar Meter Abstand zwischen sich um so viel Fläche wie möglich absuchen zu können. Immer wieder rufen sie nach Troubadix, immer wieder lauschen sie, ob von irgendwo eine Antwort kommt. Doch es war nichts zu hören. Auch sonst war nichts zu finden, kein Zeichen, keine Spuren, nichts. Majestix hatte schon befürchtet das der Schneefall am Mittag die Spuren des Barden verdeckt haben könnte. Und leider hatte er Recht behalten.
Inzwischen ist es dunkel geworden und die Männer sind schon weit in den Wald vorgedrungen. Einige der Männer sind aus Erschöpfung leicht zurückgefallen, während andere mit jeder Minute die verstreicht energischer Voranstürmen, denn mit jedem Schritt steigt die Sorge um ihren Freund. Einer dieser Männer ist Automatix.
Es stimmte, dass er oftmals der Erste war, der Troubadix vom Singen abhielt, wann immer sich die Situation ergab.
Es stimmte, dass er dabei nur selten zimperlich war und nicht davor zurückschreckte auch brachiale Gewalt gegen den deutlich Schwächeren anzuwenden.
Doch es stimmte auch, dass er den Barden in vielem respektierte, ja sogar bewunderte.
Vor allem aber, war Troubadix für den Schmied mehr als nur ein Dorfbewohner, mehr als nur ihr Barde, ja mehr sogar als nur ein Freund.
Er war wie ein Bruder.
Sie wahren zusammen aufgewachsen, Troubadix ist nur ein Jahr jünger wie Automatix. Sie kannten sich ihr Leben lang, hatten sich gestritten und vertragen, gemeinsam gelacht und geweint, sie hatten friedlich nebeneinander gewohnt und wahren Seite an Seite in so manche Schlacht gegen die Römer gezogen. Und egal wie bärbeißerisch, streitlustig, ja sogar brutal der Dorfschmied so manches mal war, allein der Gedanke den Blondschopf zu verlieren, schnürte ihm die Kehle zu. Sie mussten ihn finden. Sie MUSSTEN!
Ganz in diese Gedanken versunken schreitet Automatix immer schneller voran, den Blick auf den Boden vor ihm geheftet. Er bemerkt nicht einmal wie weit er sich schon von den anderen entfernt hatte, als er mit dem Fuß gegen etwas am Boden stößt und ins Wanken gerät. Er kann sich gerade noch so mit der Hand abstützen und verhindern, dass seine Fackel im Schnee landet. Genervt fluchend Raft er sich auf und schaut worüber er gestolpert war, doch der Fund lässt ihn scharf die Luft einziehen. Es war ein Korb voller Reisig, völlig vom Schnee bedeckt. Der Schmied schaut noch einen Moment auf den Korb, dann trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: „Das… Das ist Troubadix‘ Korb…“
Erschrocken, ja fast schon panisch wirbelt der Schmied herum und sucht die nahe Umgebung nach weiteren Spuren des Barden ab. Und er muss nicht lange suchen.
Nur wenige Schritte vor ihm sieht er den umgestürzten Baum und direkt davor, mehr noch darunter, war ein Schneehügel aus dem eine blonde Haarsträhne, und ein Stück roter Stoff hervorlugte.
„Troubadix…“
Ohne noch groß zu überlegen stürmt der Schmied nach vorne und lässt sich neben dem Baumstamm auf die Knie fallen. Seine Fackel rammt er neben sich in den Schnee, dann beginnt er, panisch vor Angst, den Schnee mit beiden Händen zur Seite zu räumen. Nach wenigen Augenblicken hat er Troubadix Kopf freigelegt, doch der Anblick des Mannes lässt sein Herz einen Schlag aussetzten. Troubadix eh schon sehr blasse Haut war aschfahl, fast schon gräulich, die Lippen waren blau und es war nicht zu erkennen, ob er überhaupt noch atmete. Entsetz bleibt der Schmied einen Moment sitzen, lässt den Blick von dem leblosen Körper über den Baumstamm gleiten, als er bemerkt was er tut.
„Beim Teutates… Ich darf keine Zeit verschwenden!“
Schon springt er auf die Beine, macht ein paar Schritte in Richtung Dorf, aus welcher er die Fackeln der anderen durch die Bäume leuchtend sieht und brüllt, mit aller Kraft die er aufbringen konnte: „HIER HER! ICH HABE IHN GEFUNDEN!“
Er lauscht auf eine Antwort, auf die er nicht lange warten muss und während sein Blick noch einmal zu der Gestalt am Boden wandert, fügt er, mit einem Anflug von Panik in der Stimme hinzu: „BEEILT EUCH!“
Zuletzt geändert von Kikix am 3. März 2022 19:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: FF: Troubadix - Mehr als tausend Worte

Beitrag: #Beitrag Terraix »

Kikix hat geschrieben: 3. März 2022 00:46 Hm... Da ich hier ja leider noch keine Kommis bekommen habe, geht es fröhlich weiter mit meinem Multi-posting. :P ;-)
Es wird ernst. oder besser gesagt: Es wird noch ernster als es schon ist!
Dann kommt jetzt hier ein Kommi ;-) Eine sehr spannende Geschichte und sehr interessant, dass Du das Verhältnis von Automatix zu Troubadix mal von einer ganz anderen Seite beleuchtest :cervisia: Auch hier freue ich mich, wenn die Story weitergeht!
Freund großzügiger Meerschweinchen
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Re: FF: Troubadix - Mehr als tausend Worte

Beitrag: #Beitrag Kikix »

Terraix hat geschrieben: 3. März 2022 16:14 Dann kommt jetzt hier ein Kommi ;-) Eine sehr spannende Geschichte und sehr interessant, dass Du das Verhältnis von Automatix zu Troubadix mal von einer ganz anderen Seite beleuchtest :cervisia: Auch hier freue ich mich, wenn die Story weitergeht!
Daaaanke! ich hatte ja schon fast die Befürchtung das liest hier keiner, bzw. das die Story keinen Anklang findet. ^^
Und ja, irgendwie wollte ich mal zeigen, das der Schmied ei-gent-lich überhauptnix gegen den Barden hat, ganz im Gegenteil.
Jetzt muss ich nur noch entscheiden ob dies der Anfang der eigentlichen Story wird die ich noch im Kopf habe, oder ob ich sie als Kurzgeschichte für sich stehen lasse... Dann wäre es sozusagen sowas wie er erklärendes Prequal zur eigentlichen Geschichte,
in der die Folgen von dieser Geschichte eine wesentliche Rolle spielt...

Jedenfalls Danke für Kommi, Terraix, jetzt hab ich auch wieder einen Ansporn weiter zu schreiben.
(Ich muss nur mal schaun ob das nächste Textstück zu dieser, oder zur anderen Story gehört...)
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Re: FF: Troubadix - Mehr als tausend Worte

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Kikix hat geschrieben: 3. März 2022 19:40 ...irgendwie wollte ich mal zeigen, das der Schmied ei-gent-lich überhauptnix gegen den Barden hat, ganz im Gegenteil.
Natürlich hat Automatix was gegen den Barden... seinen Hammer! Und notfalls leiht er sich einen Fisch :-D
bis repetita non placent!
Hören Sie mal, würde es Ihnen was ausmachen, wenn ich jetzt einfach aufgebe und verrückt werde? (Arthur Dent in "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams)