Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hütte

Allgemeine Themen, die etwas mit Asterix zu tun haben und Vorstellung aktueller Asterix-Hefte, -Filme und -Produkte.

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Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

es gibt zu der Ausstellung übrigens eine offizielle Pressemeldung vom 22.11.:
http://www.voelklinger-huette.org/de/pr ... /news/474/

Diese wurde in den (zumindest Online-)Medien auch verschiedentlich verwertet, so unter anderem hier:
http://www.wochenspiegelonline.de/conte ... e-wurzeln/

In dem Artikel liest man auch, daß die Ausstellung täglich 10 bis 18 Uhr geöffnet ist und 12 € (ermäßigt 10 €) Eintritt kostet.

Den Ausstellungsflyer gibt es übrigens hier als PDF-Datei herunterzuladen:
http://www.voelklinger-huette.org/filea ... K_p1-2.pdf

Gruß
Erik
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Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

heute wurde eine neue und wesentlich längere Pressemitteilung zur Ausstellung veröffentlicht:
http://www.voelklinger-huette.org/de/pr ... /news/476/

In der Ausstellung wird wohl tatsächlich einiges Originalmaterial aus Uderzo's Schatzkammer präsentiert werden. Die Pressemitteilung spricht von "Bleistiftzeichnungen, Tuschezeichnungen und kolorierten Blättern" zu den 34 Asterix-Bänden.

Insgesamt sollen (bei der Ausstellungsfläche ist man fast versucht zu sagen: nur) 600 Exponate aus Comic und Historie zu sehen sein. Daneben ist aber auch von einem reichhaltigen Unterhaltungsprogramm die Rede, wie aufgebauten Spielekonsolen mit Asterix-Spielen, Asterix-Filmen und nicht zuletzt einem nachgebauten Gallierdorf (ob historisch oder Asterix-bezogen wird leider nicht ganz klar). Bei der Ankündigung von "allen Asterix-Heften zum Schmökern" habe ich mich ein wenig gefragt, ob die Idee einfach nur naheliegend ist oder ob man sich dies aus Haltern abgeschaut hat, wo das Vorhandensein des Leseangebots ja auf einer Initiative von Marco beruhte.

Ganz am Ende der Pressemitteilung wird auch nocheinmal die öffentliche Vortragsreihe erwähnt. Allerdings gibt es leider noch keine genaueren Informationen über die Vortragenden und die Termine. Da Klaus Jöken offenbar intensiver in die Ausstellungskonzeption einbezogen wurde, könnte man vermuten, daß vielleicht er einen der Vorträge halten wird.

Zum Ausstellungskatalog enthält die Pressemitteilung ebenfalls keinerlei Neuigkeiten.

Gruß
Erik
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Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

ich finde es schon höchst erstaunlich, daß diese große, morgen eröffnende Ausstellung, die in Kooperation mit L.E.A.R. entstanden ist, nicht mit einer Zeile in der heute erschienenen Info-Epistula Nr. 106 erwähnt ist. Ich würde es halbwegs verstehen, wenn das eine rein deutsche Angelegenheit wäre (obwohl die deutschsprachige Ausgabe der Info-Epistula ja auch speziell deutsche Inhalte hat, wie etwa die Asterix-Figuren im Ehapa-Shop). Aber diese Ausstellung ist doch auch französischsprachig und zudem grenznah. Sie ist in Kooperation mit L.E.A.R. entstanden und steht ausdrücklich unter der Schrimherrschaft des französischen Generalkonsuls im Saarland. Da verstehe ich überhaupt nicht, daß die den Asterix-Interessieren nicht vorgestellt wird. Hier wird die Info-Epistula ihrer Funktion eindeutig nicht gerecht und für die größte deutsche Asterix-Ausstellung seit langem ist eine Chance vertan worden.

Da hat der ebenfalls heute erschienene Comedix-Newsletter Nr. 154 mehr geleistet, wenn ich mir dort auch unter "Neuerscheinungen" zusätzlich einen Hinweis auf den angekündigten Ausstellungskatalog gewünscht hätte.

Gruß
Erik
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jaap_toorenaar
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag jaap_toorenaar »

Da hat Erik recht! Allerdings bin ich persönlich schwer enttäuscht, dass Comedix Newsletter nicht mein Buch unter den Neuerscheinungen nennt; es heißt Asterix, die fröhliche Wissenschaft und wird Ende April oder Anfang Mai herauskommen!
Jaap
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Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Jaap,
jaap_toorenaar hat geschrieben:Allerdings bin ich persönlich schwer enttäuscht, dass Comedix Newsletter nicht mein Buch unter den Neuerscheinungen nennt; es heißt Asterix, die fröhliche Wissenschaft und wird Ende April oder Anfang Mai herauskommen!
kein Grund zur Enttäuschung. Der Newsletter nennt immer nur die Neuerscheinungen des nächsten Monats. Bis zu Deinem Buch werden doch noch ein paar Comedix-Newsletter erscheinen. Ich bin sicher, wenn ein Termin feststeht, wird Marco es auch im vorherigen Newsletter ankündigen. :-)

Die Ausblicke auf weitere Erscheinungen beziehen sich nur auf das Ehapa-Verlagsprogramm, weil das jeweils für ein halbes Jahr im voraus veröffentlicht wird und das jetzt gerade kürzlich der Fall war.

Allerdings wäre ein Eintrag Deines Buches unter "Neuerscheinungen und Termine" in "Neues" sicherlich angebracht, wenn der Erscheinungstermin nun schon einigermaßen fix ist.

Gruß
Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

der Katalog zur Ausstellung liegt mir seit heute vor. Er wird für 13 € (inkl. Versand) per Vorkasse direkt vom Weltkulturerbe Völklinger Hütte verkauft. Einen Ausstellungsflyer hat man mir trotz ausdrücklicher Bitte leider nicht mitgeschickt. Ob das generell nicht gemacht wird oder nur in meiner Sendung vergessen wurde, weiß ich natürlich nicht.

Es gibt übrigens auch ein vergünstigtes Kombiangebot, wenn man den Katalog zur Vorgängerausstellung um die Kelten dazunimmt (so zu lesen in der jüngsten Pressemitteilung der Völklinger Hütte vom 19.12.). Das habe ich zwar nicht getan (zumal ich auch vor Veröffentlichung dessen bestellt hatte), aber für historisch eingehender am Thema Interessierte könnte das ja vieleicht reizvoll sein.

Der Katalog zur Asterix-Ausstellung hat das Format 24 cm x 28 cm, ist also recht groß. Autoren sind Peter Backes (Projektleiter am Weltkulturerbe Völklinger Hütte), Meinhard Maria Grewing (Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte), Klaus Jöken (Asterix-Übersetzer) und Franz-Josef Schumacher (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum für Vor- und Frühgeschichte). Der gesamte Inhalt des Kataloges ist zweisprachig deutsch-französisch (in dieser Reihenfolge) gehalten.

Neben einigen einleitenden Kapiteln und einem abschließenden Teil zu Uderzo und Goscinny ist der Katalog überwiegend so aufgebaut, daß auf jeweils einer Seite ein Motiv oder eine Szene aus einem Asterix-Band dargestellt ist und auf der gegenüberliegenden Seite eine bebilderte Erklärung zum historischen Gehalt gegeben wird.

Auffällig finde ich, daß auf S. 88/89 die Zeichnung aus Geburtstag, S. 47, dem Acrimboldo-Gemälde "Vertumnus" gegenübergestellt wird. Dieser - wohl unzutreffende - Vergleich zwischen Original und Parodie findet sich ja auch verschiedentlich im Asterix-Archiv (in der Lexikondatenbank ebenso wie im "Sprachspiele"-Special), wurde aber von Andreas im Forum mittlerweile korrigiert (was auf Umsetzung durch Marco wartet) und auch vom Musée de Cluny anders gehandhabt. Wie es also kommt, daß ausgerechnet das Gemälde "Vertumnus" sich im Katalog findet, ist vor allem deshalb so erstaunlich, als daß Comedix.de als Informationsquelle soweit mir bislang ersichtlich (ich habe noch nicht den ganzen Katalog gelesen) nicht angegeben wird und auch unter den Links im Literaturverzeichnnis am Ende nicht genannt wird; möglicherweise hielt man das Werk für zu wissenschaftlich, um auf eine private Fanseite zu verweisen.

Immerhin wird Stefan vorne als Leihgeber gedankt. Und hinten im Katalog gibt es eine Auflistung von Ausstellungen mit Themenbezug. Darunter findet sich auch eine Halterner Ausstellung von 2011, die mit dem Titel "Asterix total" überschrieben ist. Sonderbar daß ich diesen Ausstellungstitel dort zum ersten Mal lese; wer sich den wohl ausgedacht hat? - Die (bedeutendere) 1999er Asterix-Ausstellung in Haltern, zu der es das Buch "Mit Asterix durch die Welt der Römer..." gab, wird hingegen erstaunlicherweise nicht aufgeführt, obgleich die Auflistung ansonsten bis ins Jahr 1984 zurückreicht.

Wie geschrieben, ansonsten kann ich zum Inhalt noch nicht allzuviel sagen, weil die Lektüre des Katalogs für mich noch aussteht. Die sehr intensive, geradezu platzschinderische Bebilderung und die durchgehende Zweisprachigkeit sorgen jedenfalls dafür, daß die einzelnen Textabschnitte recht knapp sind. So wird zwar sicherlich einiges an Informationen und - für den Gelegenheitsleser - Aha-Effekten zusammenkommen, eine allzu tiefgründige oder vollständige Behandlung erwarte ich allerdings eher nicht.

@Marco: Es wäre sicherlich sinnvoll, den Katalog vorrangig in die Bibliothek aufzunehmen und entsprechend auf der Hauptseite zu verlinken, um die Besucher darüber zu informieren, solange die Ausstellung noch läuft.

Gruß
Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Erik hat geschrieben:Hier wird die Info-Epistula ihrer Funktion eindeutig nicht gerecht und für die größte deutsche Asterix-Ausstellung seit langem ist eine Chance vertan worden.
das wurde nun mit Ausgabe 107 nachgeholt.

Gruß
Erik
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Comedix
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Comedix »

Hallo,

der Ausstellungskatalog ist seit heute in der Bibliothek. Da ich ihn selbst nicht kenne, habe ich mich hauptsächlich an dem von Erik geschriebenen Text orientiert und passe ihn gerne an, wenn er das Buch selbst angesehen hat.

Gruß, Marco
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Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Marco,
Comedix hat geschrieben:Da ich ihn selbst nicht kenne, habe ich mich hauptsächlich an dem von Erik geschriebenen Text orientiert und passe ihn gerne an, wenn er das Buch selbst angesehen hat.
eigentlich war ich davon ausgegangen, daß Du als Betreiber einer Informationsseite Dir ein kostenloses Rezensionsexemplar zuschicken lassen und Dir somit selbst ein Bild machen könntest.

Aber gut, ich kann natürlich auch noch etwas zum Inhalt schreiben. Vorab aber noch zwei Anmerkungen zum bestehenden Artikeleintrag. Es sollte auf jeden Fall noch die Gesamtseitenzahl des Bandes (96 Seiten) sowie der Verkaufspreis (9,95 €) genannt werden; als Basisangaben für eine aktuelle Buchveröffentlichung sozusagen. Ob der Katalog auch über den Buchhandel zu bestellen wäre, weiß ich nicht, zumindest falls das der Fall ist, wäre auch eine Nennung der ISBN 978-3-89857-281-1 sinnvoll.

Der Katalog ist erschienen "in der Edition Völklinger Hütte im Springpunkt Verlag". Das sollte vielleicht noch präzisiert werden, auch wenn es in der Praxis wohl keinen Unterschied macht, da es den Springpunkt Verlag jenseits der Katalogpublikationen der Völklinger Hütte nicht zu geben scheint.

Im ersten Satz des zweiten Absatzes ist vor dem Wort "Seite" ein "einer" zuviel.

Zum Inhalt des Kataloges muß ich sagen, daß ich ihn enttäuschend fand, selbst bei den bereits geäußerten geringen Erwartungen. Das - natürlich nicht bibliotheksgeeignet - nur mal vorweggeschickt.

Der Katalog enthält 3 einleitende Kapitel, die jeweils von einem der Autoren stammen (hier nur dt. Titel angegeben):
  • "Asterix - Fantasie unserer Kultur" von Meinrad Maria Grewing: Einleitender Beitrag zu Grund und Zustandekommen der Ausstellung sowie Danksagungen an die Beteiligten und Unterstützer
  • "Asterix, ein Gallier für alle" von Klaus Jöken: 5 Seiten mit einigen bunt herausgegriffenen Beispielen für die besonderen Qualitäten der Asterix-Comics als Grundlage ihrer großen Beliebtheit
  • "Asterix & Die Kelten" von Franz-Josef Schumacher: Ein 3-seitiger Überblick über das Wissen über die Kelten und eine Einordnung der Asterix-Comics in den historischen Hintergrund.
Den Hauptteil des Kataloges macht die Rubrik "Die Abenteuer von Asterix" aus. Dieser ist keinem Autoren zugeordnet, jedoch findet sich im Inhaltsverzeichnis die Angabe "mit Texten von Klaus Jöken". Der Bereich gestaltet sich so, daß zu jedem der 34 Asterix-Bände eine Doppelseite gestaltet ist. Mit Ausnahme von Band 34, zu dem nur eine Gegenüberstellung der Parodie mit dem Acrimboldo-"Vertumnus" enthalten ist, zeigt immer eine Seite ein Bild aus dem Band, während die gegenüberliegende Seite einen kurzen Text sowie eine Abbildung eines historischen Exponats beinhaltet. Die kurzen Texte beziehen sich in aller Regel auf das Comic-Bild und greifen daran anknüpfend einen Aspekt des jeweiligen Comics heraus und erklären den Hintergrund oder besonderen Witz. Z.B. werden für Asterix auf Korsika (siehe Beispielsabbildung unten) auf die Typizität des "Maquis" gegannten Dornengestrüpps für die Fauna der Insel und deren besondere Eignung als Versteck der Einheimischen vor der Obrigkeit hingewiesen. Die Texte sind aber jeweils sehr knapp gehalten (hier: 4 Sätze) und kommen reichen somit über ein punktuelles Herausgreifen einzelner Apekte nicht hinaus.

Die abgebildeten historischen Fundstücke weisen zumeist - jedoch auch nicht immer - eine erkennbare Verbindung mit dem Comicbild auf. Es wird in den Texten jedoch weder auf diese Verbindung, noch auf die Exponate überhaupt eingegangen. Zu diesen finden sich nur kurze charakterisierende Angaben, wie Entstehungszeitraum, Herkunftsgebiet und heutiger Eigentümer.

Abschließend ist eine ebenfalls keinem Autoren zugeordnete Doppelseite den Asterix-Schöpfern gewidmet, von der jedoch eine ganze Seite von einem Bild eingenommen wird, so daß nur noch eine Seite - je hälftig deutsch und französisch - für deren Lebensläufe verbleibt. Das macht de facto je eine 1/4 Seite Informationen über Uderzo und Goscinny, was natürlich nicht für mehr als einen ganz groben Abriß des Werdegangs reicht.

Gruß
Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Comedix »

Hallo,
Erik hat geschrieben:eigentlich war ich davon ausgegangen, daß Du als Betreiber einer Informationsseite Dir ein kostenloses Rezensionsexemplar zuschicken lassen und Dir somit selbst ein Bild machen könntest.
Ja, davon bin ich auch ausgegangen, aber leider habe ich keine Antworten auf meine Mails erhalten.

Gruß, Marco
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Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

es gibt zu der Ringvorlesung eine neue Pressemitteilung vom 11.1., in der die einzelnen Vorträge angekündigt werden:
http://www.voelklinger-huette.org/de/pr ... /news/483/

Vielleicht ist das ja auch etwas für den Januar-Newsletter bei Comedix.de. :?:

Außerdem kann ich berichten, daß mir auf meine Anfrage (noch vor der Pressemitteilung) hin von einer netten Dame des Weltkulturerbes zwei Flyer zugeschickt wurden. Der eine ist der offizielle Ausstellungsflyer, den ich oben schon als PDF-Datei verlinkt hatte. Der andere ist ein - wie mir mitgeteilt wurde - ganz frisch gedruckter zur Ringvorlesung, in dem die einzelnen Vorträge auch nocheinmal mit Portraits der Vortragenden angekündigt werden.

Dieser neue Flyer wurde mir zwar auch als PDF-Datei zugeschickt, scheint aber noch nicht im Internet abrufbar zu sein. Anhängend daher mal ein Bild seines Covers.

Gruß
Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Aktuar »

Mit Bild? Ohjeh ... Habe ich selbst auch noch nicht bekommen.

War eigentlich schon jemand da? Ich habe es auch noch nicht geschafft.
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Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

am Dienstag war ich nun in der Völklinger Asterix-Ausstellung. Der Weg ist vom Bahnhof aus bereits ausgeschildert.
Wegweiser 3 Minuten.jpg
Wegweiser 2 Minuten.jpg
Man wird also gleich richtig empfangen. Der Eingangsbereich des Weltkulturerbes ist auch ganz mit Asterix dekoriert, sowohl außen wie auch innen. An der Kasse gab es nur Kombitickets, die für die Asterix-Ausstellung, wie auch die gesamte Anlage der Völklinger Hütte gelten. Dafür kostet der Spaß auch stolze 12 €... aber Studenten bekommen immerhin 2 € Ermäßigung. ;-)

Die Ausstellung selbst (in der man nicht fotografieren darf) befindet sich in der "Gebläsehalle", die insgesamt wohl die immer angegebenen 6000 m² groß ist. Aber sie ist natürlich zu einem Großteil auch belegt mit den alten Maschinen der Anlage. Es riecht auch überall noch ölig, so daß man nicht vergißt, wo man sich befindet. Die Ausstellung ist in einer Art Rundgang um die Maschinen herum angelegt. Platzprobleme hatten die Ausstellungsdesigner aber sicher trotzdem nicht.

Zur Ausstellung selbst: Sie hat mich - das muß ich sagen - nicht besonders begeistert. Eigentlich war sie sogar enttäuschend, auch wenn ich mich auf ungefähr soetwas nach Lektüre des Kataloges schon eingestellt hatte. Doch möchte ich zunächst mit den positiven Eindrücken beginnen.

Rein visuell ist die ganze Ausstellung sehr ansprechend gestaltet. Der Rundgang ist ganz ausgekleidet mit roten Wänden und roten Teppichen, einem angenehmen Farbton. An den Wänden hängen die faksimilierten Seiten und sind die Texte angebracht. Die Seiten werden in großen Bilderrahmen mit roten Passepartouts präsentiert. An den Wänden sind dazwischen überall groß Asterix-Figuren abgebildet und auch von der hohen Decke der Halle hängen einige Asterix-Bilder in beachtlicher Größe herab, die man während des Rundgangs von verschiedenen Stellen aus sehen kann. Dazwischen sind in lockerer Weise Vitrinen aufgestellt, die die dreidimensionalen - überwiegend historischen - Exponate beinhalten. Alles ist sehr gut und präzise ausgeleuchtet. Damit macht die ganze Präsentation einen modernen, großzügigen Eindruck und die Exponate sind auf jeden Fall würdig in den Rundgang eingebettet. Insofern kann man durchaus sagen, daß die Ausstellung etwas für das Auge ist.

Inhaltlich sieht es aber leider anders aus. Die Ausstellung gliedert sich grob in drei Teile. Den ersten Teil macht der Rundgang durch die Asterix-Welt aus, den zweiten Teil bildet ein Abschnitt über die Kelten (der wohl aus einen Restbestand der Vorgängerausstellung besteht) und im dritten Teil befinden sich einige Sammlerstücke von Stefan zur Veranschaulichung der Asterix-Vermarktung. Zwischen dem ersten und zweiten Teil liegt der Vortragsraum, in dessen hinterem Teil auch Computerterminals und eine Leseecke sind.

Wenn man hineinkommt, quasi als "Prolog" der Ausstellung, sieht man zuerst einige Nachbildungen römischer Waffen und Rüstungen in Vitrinen. Für eine Asterix-Ausstellung ist das ein etwas sonderbarer Start. Aber immerhin wird in den Beschriftungen vereinzelt ein Bezug zu Asterix hergestellt. In einer Vitrine gleich neben dem Eingang zum eigentlichen ersten Abschnitt liegt dann ein großer Stapel Asterix-Alben (ich vermute, von Stefan), überwiegend reguläre Ausgaben in allen möglichen Sprachen, aber auch einige Sonderbände, wie man an den Rückenbeschriftungen erkennen kann. Damit soll die Verbreitung von Asterix verdeutlicht werden. Aber dieser Stapel ist letztlich 'verschenkte' Information und gar kein Vergleich zu der interessanten Sprachenpräsentation, die in Haltern zu sehen war.

Der erste Teil der Ausstellung ist aufgebaut wie der Katalog. Es gibt einen Abschnitt zu jedem der 34 Asterix-Bände und daneben noch ein paar Sonderabschnitte, wie zu den ersten Anfängen von Asterix und zu den Schritten der Entstehung eines Asterix-Albums. Die Ausstellung krankt hier aber an zweierlei. Zum einen gibt es eigentlich keine wirklich interessanten Exponate. Es handelt sich fast durchgängig um vergrößerte Faksimiles der - uns allen bekannten - Comicseiten oder allenfalls von Seiten aus den Skizzenbänden. Hinzu kommen Faksimiles der original tuschgezeichneten Seiten. Nur sind die so letztlich auch nichts anderes, als die bekannten Comicseiten ohne Farbe. Die Skizzen existieren ja nicht mehr (da sie übergetuscht und ausradiert wurden) und man kann nur an einigen Strichen und Pfeilen am Rande ersehen, daß es Seiten aus dem Produktionsprozeß sein müssen. Diesen Faksimiles fehlt zudem die 'Aura des Originalen', die wohl noch ein Grund hätte sein können, bei Betrachtung der Seiten in Verzückung zu geraten. Zudem sind auch die großformatig faksimilierten fertigen Comicseiten überwiegend (geschätzt 70 % : 30 %) die französischen Versionen, nicht die deutschen. Das führt dazu, daß der deutschsprachige Gelegenheitsbesucher zumeist nicht einmal die dargestellten Szenen nocheinmal lesen und sich darüber amüsieren kann.

Die einzigen Ausnahmen sind die Schreibmaschine von Goscinny, die aus dem Comicmuseum in Angoulême ausgeliehen wurde, und einige alte Hefte (wohl wieder von Stefan) in einer Vitrine, darunter ein Stapel Pilote-Hefte, die bekannte L'Express-Ausgabe mit dem Asterix-Cover von 1966 und einige alte Alben (evtl. Erstausgaben) der Éditions Pilote. Leider ist diese Vitrine nicht beschriftet, so daß sich dem durchschnittlichen Besucher - insoweit wie in Haltern - die Bedeutung dieser Originalstücke nicht erschließen kann. Wenn er überhaupt bemerkt, daß einige der Alben keine Asterix- sondern Umpah-Pah-Alben sind, wird sich ihm auch nicht erschließen, was diese in einer Asterix-Ausstellung zu suchen haben.

Zum anderen bleiben auch die Texte sehr unbefriedigend. Es gibt zu jedem Asterix-Band einen großgeschriebenen Haupttext und zu den zugehörigen Exponaten einen weiteren Text. Alle Texte sind dreisprachig, deutsch/französisch/englisch, aber insgesamt sehr kurz. Die Haupttexte sind - mit wenigen Ausnahmen - diejenigen, die auch im Katalog (der dort auch verschiedentlich zum Lesen und Blättern ausliegt) abgedruckt sind. Allzuviele Informationen finden sich in den jeweils nur ein paar Sätze langen Texten nicht, teilweise wird auch einfach nur ein Teil der Handlung der Comics nacherzählt. Es wird zudem nicht immer sauber getrennt zwischen Darstellung historischer Realität und Beschreibung der Comics. Die Texte sind jedenfalls auch nicht darauf angelegt, gerade die gezeigten Exponate (Comicseiten) zu erläutern. Mithin fehlt es an einer echten Erkenntnisquelle über Asterix, die Hintergründe der Alben, besondere Szenen o.ä.
Besonders bedauerlich ist, daß besondere Pointen nicht einmal dort, wo es zum Greifen nahe gelegen hätte, wirklich gezeigt werden. So erwähnt ein Text etwa, daß Uderzo in Seher sein Landhaus als Seher-Vision verewigt hat. Doch gezeigt wird diese Szene nicht, geschweige denn daß eine Gegenüberstellung zwischen Comic und Vorlage erfolgt.

Zwischen den Comic-bezogenen Exponaten stehen die Vitrinen mit den historischen Stücken aus der Welt der Gallier und Römer. Diese stammen wohl ganz überwiegend aus dem Museum für Vor- und Frühgeschichte der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz. Leider sind auch insoweit zwei Mankos zu beklagen. Zum einen geben die Beschriftungen nicht deutlich wieder, welche Exponate Originale und welche Nachbildungen sind. Bei manchen sieht man eindeutig, daß es Nachbildungen sein müssen, andere sind sehr wahrscheinlich Originale. Doch würde man das schon gerne genau wissen. Zum anderen - und das ist noch viel bedauerlicher - wird zwischen diesen Exponaten und der Asterix-Ausstellung keinerlei innerer Bezug hergestellt. Es sind quasi zwei Ausstellungen die unverbunden nebeneinander her laufen. Und es wäre ohne weiteres anders möglich gewesen. So geht sogar ein Text (zu Der Sohn des Asterix) auf die Körperpflege und insbesondere das Rasieren von Obelix ein und es finden sich auch keltische Rasiermesser in einer Vitrine. Doch steht diese Vitrine ganz wo anders in der Ausstellung und auch textlich wird kein Bezug hergestellt. So muß man die Verknüpfungen zwischen historischer Realität und Comic, die im Ausstellungstitel "Asterix & die Kelten" an sich angelegt ist, für sich selbst herstellen... oder eben auch nicht.

Im Zwischenabschnitt zwischen dem ersten und zweiten Teil der Ausstellung befindet sich der Vortragsraum. Dessen Wände sind versehen mit großen Abzügen der in der Asterix-Reihe von Uderzo nachgebildeten Gemälde. Das ist in der Größe auch durchaus eindrucksvoll und wirkt ein wenig wie in einer echten Kunstgalerie. Eher zu vernachlässigen ist noch, daß der Erklärungstext zu diesem Abschnitt nur an einem der beiden Eingänge zu dem Raum angebracht ist. Aber wirklich bedauerlich ist, daß nirgendwo, nicht einmal klein bei den Texten, die Originalgemälde zum Vergleich gezeigt werden. Es steht zwar textlich neben jedem Uderzo-Bild, auf welches Originalgemälde es sich bezieht, aber eine visuelle Vergleichsmöglichkeit bekommt man nicht geboten. Damit ist dieser Bereich auch irgendwo etwas verschenkt - oder eben wieder 'nur' etwas für's Auge.

Daneben befindet sich eine Leseecke, in der alle Asterix-Bände in Hardcover zum Blättern stehen. Recht gemütlich oder einladend zum mal Hinsetzen und etwas Blättern wirkte der große Tisch mit den Bänken drumherum auf mich allerdings nicht. Aber das mag auch Geschmackssache sein. Gleich daneben stehen drei Computer, die man mit Touchscreen bedienen kann. Doch ist dort nur die offizielle deutsche Asterix-Seite (also die deutsche Übersetzung von http://www.asterix.com) eingestellt. Auf die Idee, daß das Deutsche Asterix Archiv für die Besucher vielleicht wesentlich interessantere Informationen bereithielte, ist man wohl nicht gekommen... oder wollte es nicht.

Der zweite Teil der Ausstellung behandelt die Kelten allgemein. Wie gesagt, scheint es sich um Reste der Vorgängerausstellung der Völklinger Hütte zu handeln, es hing auch eine Extra-Tafel mit einem anderen Impressum dort. Auch diesem Teil mangelte es etwas an Beschriftungen. So fand sich dort eine nachgebaute Gallier-Hütte und ein mit Reliefbildern verzierter Kessel, zu denen es aber leider keinerlei Erklärungen gab. Zudem wurde man beim Lesen in diesem Bereich schon ziemlich von den Geräuschen des Asterix-Filmes gestört, der im Filmraum nebenan gezeigt wurde.

Im Filmraum laufen die ersten 7 Asterix-Zeichentrickfilme nacheinander durch. Die jeweiligen Zeiten sind festgelegt und werden an Leuchttafeln angekündigt. Es wäre für die übrigen Ausstellungsbesucher sicher angenehmer, wenn der Raum eine Tür hätte. Aber für Kinder ist es sicherlich sehr lustig, dort in die Filme hineinschauen zu können. Allerdings scheint man nur die normalen DVDs zu benutzen. Bei der Darstellung von "Asterix der Gallier" auf der großen Leinwand sah man doch sehr, daß es eine leere Vergrößerung ist, denn die Bilder und insbesondere die Hintergründe sahen sehr blockig aus. K.A., ob es da nicht eine andere Möglichkeit gegeben hätte; so sind die sicher nicht in den Kinos gelaufen. Aber gut, die Kinder wird das nicht gestört haben.

Zum dritten Teil der Ausstellung wird übergeleitet durch einen der Ausstellungskataloge, der unmotiviert in einer Wandvitrine untergebracht ist, als hätte man für diese kein besseres Ausstellungsstück gefunden. Danach aber kommen nach einem Einleitungstext einige Vitrinen mit den Sammlerstücken von Stefan. Diese säumen in sehr loser Folge quasi den Rückweg zum Ein- und Ausgang. Womöglich etwas durch die vielen Exponate aus Haltern verwöhnt, hat mich der Bereich aber sehr enttäuscht. Es wird nicht einmal ansatzweise die Vielfalt des Asterix-Merchandising gezeigt, sondern lediglich einige Figuren - und zudem alles neuzeitliche Serien, keine von den sehenswerten alten Stücken, von denen Stefan gewiß auch einige hat. Die ersten beiden Vitrinen sind mit Pixi-Miniaturen bestückt - Gallierdorf und Römerlager. Daß Grautvornix' Wagen nichts vor dem Zelt des Zenturios im Römerlager zu suchen hat, wird der Normalbesucher sicherlich nicht mitbekommen. Die nächsten Vitrinen zeigen das Extec-Schachbrett mit den Zinnfiguren und einige der Plastoy-Figuren aus der "Asterix und seine Welt"-Serie von Atlas. Für mich war das eine etwas müde Auswahl. Die Beschriftungen waren dabei selten schwach. Über die Figuren und deren Herkunft las man dort nichts, sondern nur so 'sinnvolle' Beschreibungen wie "Autorisierte 3D-Skulpturen nach der Comicvorlage" - worauf man wohl ohne den Text nie gekommen wäre.

Abschließend findet sich nocheinmal in drei nebeneinanderstehenden Vitrinen jeweils ein Exemplar des Ausstellungskataloges mit der Angabe "Sonderpreis: 9,95 €". Was an dem im Internet von Anfang an bekannt gemachten Preis besonders sein soll, bleibt wohl das Geheimnis der Gestalter dieser Vitrinen.

Im Ausstellungsshop, der sich im Ein- und Ausgangsbereich zur Ausstellung befindet, gibt es eine große Auswahl an aktueller deutschsprachiger Asterix-Literatur, Asterix-Comics, Literatur über die Kelten und Römer, wie auch über die Völklinger Hütte. Es werden Asterix-Figuren und -Artikel in allen Preiklassen angeboten, vom kleinen Kühlschrankmagneten bis hin zur Attakus-Prügelskulptur für 3.500 €. Der Shop ist also schon ganz gut - u.a. mit Importware aus Frankreich - sortiert und wer Geld für ein kleines Andenken investieren möchte, wird wohl fündig werden. Das Plakat zur Ausstellung (nicht aber das zu den Vorträgen) kann man zudem an der Kasse für 5 € erwerben. Die Verkaufsversion ist aber etwas kleiner (ca. 41,5 cm x 59 cm) als die dort aushängenden Plakate. Beworben werden die Plakate aber nicht, es steht nirgends, daß es sie zu erwerben gibt oder was sie kosten; das wurde mir nur auf Anfrage mitgeteilt. Also können wir uns nun wieder streiten, ob das ein Verkaufsplakat für die Comedix-Bibliothek ist oder der Verkauf nur eine Art Zweitverwertung. ;-)

Am Abend gab es dann den kostenlosen Themenrundgang und direkt im Anschluß den Vortrag von Klaus Jöken. Der Themenrundgang führte durch den ersten Teil der Ausstellung, also die Asterix-Teile mit den keltischen Objekten dazwischen. Der Führende hatte sicherlich einige Ahnung vom historischen Kontext und konnte insoweit auch interessante Ausführungen zur Eroberung Galliens und der folgenden Vermischung der Kulturen machen. Von Asterix hatte er leider offensichtlich wenig Ahnung, so konnte er die Vornamen der Autoren nicht zurordnen, verlegte Goscinny's Tod ins Jahr 1971 und zeigte auf die erste Obelix-Darstellung, wo dieser noch eine Axt am Gürtel trägt, mit dem Hinweis, sie stamme aus Die goldene Sichel. Klaus Jöken wurde als der deutsche Asterix-Übersetzer gerühmt, der den deutschen Asterix quasi mitgeschaffen habe - ob in Unkenntnis, daß die ersten 29 Bände Frau Penndorf übersetzt hat, oder bewußt zur Aufwertung des späteren Vortragenden, ist mir nicht klar.
Auch die Darstellung einiger Asterix-Szenen, an denen der Führende etwas erklären wollte, war ziemlich schief, so führte er z.B. aus, daß die Touristenreise in Einheitsklasse mit Deckspielen, Gymnastik im Freien und einmaliger Atmosphäre nach Ägypten führte... Am Ende der Führung hieß es dann, daß Uderzo in seinem Alter nicht mehr so könne, weil ihm schon etwas die Hände zitterten und es daher sehr die Frage sei, ob da noch etwas komme oder das Asterix-Universum nicht nunmehr abgeschlossen sei. Von den Herren Mébarki und Ferri erwähnte er nichts. - Sicher, wer eine Führung macht und frei etwas erklärt, der kann auch mal einen Fehler machen. Aber ein klein wenig besser vorbereiten könnte man sich schon, meine ich.

Der Vortrag von Klaus Jöken war dann allerdings wirklich ansprechend und sehr lohnend. Er mag kein begnadeter Redner sein, aber er hat anhand verschiedener Beispiele aus seiner Arbeit die besonderen Herausforderungen der Comicübersetzung eindrucksvoll veranschaulicht. Herangezogen hat er dafür Szenen aus dem Lucky Luke Band "Der Mann aus Washington" und aus den beiden von ihm übersetzten Asterix-Bänden (Bd. 33 und 34). Besonders deutlich wurde der Unterschied zwischen Übersetzen und Adaptieren französischer Texte. Man hatte durchweg den Eindruck, daß sowohl bei Ehapa, wie auch bei ihm persönlich das Thema Asterix heute mit großer Ernsthaftigkeit angegangen wird. So brauche er für einen Asterix-Band 2 1/2 Monate, wärend ein Lucky Luke nur 2 bis 3 Wochen und ein normaler Comic ca. 1 Woche in Anspruch nehme. Die besondere Herausforderung bei Asterix sei, daß für alle Lesergruppen etwas dabei sein müsse, ohne daß der Band für eine davon unverständlich wird. Alles in allem hat man durch den Vortrag und die Antworten auf die anschließenden Fragen einiger Zuhörer schon einen kleinen Einblick in seine Tätigkeit und auch seine persönliche Position in Bezug auf Asterix und das Comicübersetzen im Ehapa-Verlag gewinnen können.

Ich muß insofern resümierend sagen, daß ich zwar froh bin, die Ausstellung besucht zu haben, daß mir der weite Anfahrtsweg aber für die Ausstellung allein, ohne den Vortrag, im Nachhinein nicht als lohnend erschienen wäre. Dafür gab es dort zu wenig Interessantes zu erfahren und zu entdecken. Eine Empfehlung kann ich also nur aussprechen an Leute, die in der nähren Umgebung wohnen und als Tagestour mal eben hin können oder an hardcore Asterix-Fans, die sich um jeden Preis ein eigenes Bild von solch einer Präsentation machen wollen.

Gruß
Erik

Nachtrag: Es gab bei dem Vortrag eine Liste, in die man sich eintragen konnte, um Informationen über eine (wohl geplante) Publikation zur Ringvorlesung zu erhalten. Das habe ich mal getan. Sollte ich Näheres erfahren, werde ich hier berichten. Aber vielleicht weiß Stefan als Vortragender ja auch schon Näheres oder wird es zumindest als Erster erfahren.
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Iwan
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Iwan »

Hallo Erik

Oh, vielen Dank für die ausführliche Würdigung der Ausstellung, wenn man so will ... Ich habe ja eigentlich auch vor, da hin zu gehen, weniger wegen der Ausstellung als solche, sondern um dabei noch Bekannte zu besuchen. Aber unter den Umständen ist das eher zweifelhaft. Waren denn unter den Originalfundstücken auch welche, die anzusehen sich wirklich lohnt?
Ich bin ja ehrlich gesagt von der Webseite her auch nicht ganz dahinter gekommen, was nun eigentlich das Interessante an dieser Hütte an sich ausmacht, wieso die so berühmt ist. Warst du auch noch im "Rest", oder nur in der Ausstellung?

Viele liebe Grüße

I.
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Erik
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Re: Ausstellung "Asterix & die Kelten" in der Völklinger Hüt

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Christian,
Iwan hat geschrieben:Ich habe ja eigentlich auch vor, da hin zu gehen, weniger wegen der Ausstellung als solche, sondern um dabei noch Bekannte zu besuchen. Aber unter den Umständen ist das eher zweifelhaft.
ach naja, ich will nun auch niemanden verschrecken. Wenn Du dort ohnehin Bekannte mal wieder besuchen willst, dann ist ein Abstecher in die Ausstellung sicherlich ganz interessant, schon damit Du als Asterix-Fan Dir ein eigenes Urteil bilden kannst. :-)
Iwan hat geschrieben:Waren denn unter den Originalfundstücken auch welche, die anzusehen sich wirklich lohnt?
Also, ich fürchte, ich bin nicht qualifiziert, eine solche Frage einem Althistoriker zu beantworten. Ich kann nur sagen, daß sie mich nicht unbedingt von Hocker gehauen haben. Es waren ein paar interessante Sachen da: Abdrücke von Nagelsandalen, ein paar Schwerter, einige Münzen (darunter die angeblich einzige, auf der Vercingetorix bezeichnet ist), kleine Götterstatuetten, ein Carnyx. Aber ich hatte nun auch nicht den Eindruck, daß das besonders hochkarätige Stücke waren. Das meiste ist eben das, was so im lokalen Museum für Ur- und Frühgeschichte vorhanden war. Und eben immer die Unklarheit dabei, was Original und was Nachbildung ist.
Iwan hat geschrieben:Ich bin ja ehrlich gesagt von der Webseite her auch nicht ganz dahinter gekommen, was nun eigentlich das Interessante an dieser Hütte an sich ausmacht, wieso die so berühmt ist. Warst du auch noch im "Rest", oder nur in der Ausstellung?
Jein, ich bin da nur einmal schnell durchgelaufen, ohne die Funktionsweise und Technik der Anlage wirklich nachzuvollziehen. Es war schon recht später Mittag und außerdem war es lausig kalt...

Es handelt sich um ein historisches Eisenwerk, das 1873 gegründet wurde und bis 1986 in Betrieb war. Die ganze Anlage mit den verschiedenen Hallen und Maschinen ist eben noch erhalten und kann in einem großen Rundgang besichtigt werden. Dort stehen dann auch an verschiedenen Stellen Texttafeln, die die Funktion und Geschichte der einzelnen Werkbereiche beschreiben, also die Sinteranlage, die Möllerhalle, die Gebläsehalle etc. Einen Abriß über die Geschichte der Völklinger Hütte mit einigen Bildern findest Du bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lklinger_H%C3%BCtte

Gruß
Erik
"Alle sollt ihr noch sehen, daß ich habe recht!" (Erik der Blonde, Die große Überfahrt, S. 5)