SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

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WeissNix
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Hedonix hat geschrieben: 10. April 2021 22:43 Tja, mir als Bewohner Bayerns geht's mit Söder ganz genauso (ok, "sprunghaft" ist er nicht, dafür leidet er an erheblicher Selbstüberschätzung und arbeitet fließig daran, seinem Vorbild Orban nachzueifern)....Also wenn ich nur die Wahl zwischen den beiden hätte, dann wäre mir Laschet deutlich lieber als Söder.
Söders Sprunghaftigkeit trägt den Namen "Opportunismus" - ich erinnere Aussagen von ihm, die hätten auch aus der Mitte der sogenannten "AfD" kommen können.

Sein Vorbild ist übrigens nicht Victor Orban, sondern Franz-Josef Strauss (es sei denn, er hat das Poster über seinem Bett ausgetauscht). Aber das ist ja eh wie Pest und Cholera.

Ich habe die Wahl und werde so wählen, dass ein Kanzler der Union jedenfalls durch meine Stimme nicht ermöglicht wird. Und wer mal genau darüber nachdenkt, der kann die allermeissten Parteien auf dem Wahlzettel mit Chancen, über die 5%-Hürde zu springen, als Option ausschliessen. Und wenn man ganz ehrlich ist mit sich und auf die Erfahrungen der letzten Jahre und Entwicklungen auch derzeit im Süden schaut, bleibt dann eigentlich nur noch eine übrig.
Hören Sie mal, würde es Ihnen was ausmachen, wenn ich jetzt einfach aufgebe und verrückt werde? (Arthur Dent in "Per Anhalter durch die Galaxis" von D. Adams)
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Der "Opportunismus" (positiv formuliert: Flexibilität, Kompromissfähigkeit und Verortung in der politischen Mitte) führt dazu, dass die Union mit allen demokratischen Parteien koalieren kann. Insofern ist es schwer, eine Partei zu finden, bei der die eigene Stimme "unionssicher" ist. Bzw. unmöglich, wenn man im demokratischen Spektrum bleiben will. Aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen.
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

bdhk hat geschrieben: 11. April 2021 13:22 Bzw. unmöglich, wenn man im demokratischen Spektrum bleiben will. Aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen.
Kommt auf die Definition dieses "demokratischen Spektrums" an. Ich sehe da im Moment nur eine sogenannte Partei (um nicht mit Gaulei...äh..land zu sagen einen gärigen Haufen), die da rausfällt.

Der Union traue ich jedenfalls zu, um des Machterhalts willen auch mit ganz rechts aussen ins Bett zu gehen. Vielleicht trauen sie sich nicht direkt in eine Koalition, aber dass es eine hinreichend grosse skrupellose Gruppe in der Union gibt, die einer Duldung durch die rechtsbraunen nicht im Wege stehen würde, halte ich für wahrscheinlicher, als dass die Union sich trotz dieser Option in die Oppositionsrolle fügen würde.
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag Hedonix »

WeissNix hat geschrieben: 11. April 2021 13:09 Sein Vorbild ist übrigens nicht Victor Orban, sondern Franz-Josef Strauss (es sei denn, er hat das Poster über seinem Bett ausgetauscht).
Naja, das gibt sich jetzt nicht sooo viel, finde ich. Aber Orban lebt und wirkt heute tatsächlich und real, bei Strauss muss es immer heißen: "Was hätte er gemacht", deshalb schien mir Orban für mein Beispiel geeigneter als Strauss.
bdhk hat geschrieben: 11. April 2021 13:22 Der "Opportunismus" (positiv formuliert: Flexibilität, Kompromissfähigkeit und Verortung in der politischen Mitte) führt dazu, dass die Union mit allen demokratischen Parteien koalieren kann. Insofern ist es schwer, eine Partei zu finden, bei der die eigene Stimme "unionssicher" ist. Bzw. unmöglich, wenn man im demokratischen Spektrum bleiben will. Aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen.
Kompromissfähigkeit halte ich für wichtig, aber bei der Union wirkt die sich eher so aus, dass die Inhalte ziemlich egal sind, solange Posten, Macht (und bei manchen noch der Nebenverdienst) gesichert sind. Und da sehe ich dann schon einen Unterschied zwischen Kompromissfähigkeit und Opportunismus. Strategisch muss man aber anerkennen, dass die Union es tatsächlich sehr unwarscheinlich gemacht hat, dass sie nicht weiter regieren wird. Ich versuche auch gar nicht, das zu ändern, immerhin haben sie ja viele Wähler und in einer Demokratie sollten die dann auch vertreten werden. Mich wundern wie gesagt eher die Wähler, die mit bloßen Ankündigungen und "Dampfplauderei" schon zufrieden sind und das sogar begrüßen. Aber am Ende kriegen wir (als Gemeinschaft, nicht jeder einzelne) schon die Regierung, die wir verdienen, was mir, bei allem Zynismus und Sarkasmus, insgesamt betrachtet auch durchaus recht ist.
methusalix hat geschrieben: 10. April 2021 23:34 Ich tippe mal auf der Laschet machts ;-)
Gruß Peter
Ehrlich gesagt vermute ich das auch, und auch wenn es nicht das beste ist, was ich mir vorstellen könnte, so ist es auch bei Weitem nicht das schlechteste. Die Tatsache, dass so massiv an seinem Schild gerüttelt wird (um mal wieder auf die Karrikatur zurück zu kommen), zeigt ja auch, dass viele der Insider das ähnlich sehen, sonst würden sie sich ja nicht solche Mühe geben, ihn los zu werden.
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Man kann es drehen und wenden wie man will: Die allerschlechteste Option für einen Kanzler aus der Union wäre Friedrich Merz - und der ist noch nicht vom Tisch, denn der "Kandidat" muss es ja nicht zwingend werden (kennen wir ja aus Brüssel, wo es dann eine wurde, die noch nicht mal für das EU-Parlament oder die Kommission auf dem Wahlzettel stand - bis repetita non placent).

Und Merz wäre wohl der erste, der bei einer Duldung durch die sogenannte "AfD" skrupellos dann auch den Kemmerich, äh... Kanzler (der ja kein MdB sein muss!) machen würde. Von vielen Positionen der Braunen ist der ja auch nicht so weit weg.
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag Comedix »

Das ist auch das überzeugendste Argument für Laschet: Er ist nicht Merz. Oder man macht es so: Die CDU stellt in Bundesländern mit Inzidenz über 100 Söder und unter 100 Laschet auf. Das hätte noch was. Man kann so viel Tolles mit diesem Inzidenzwert anfangen!
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag methusalix »

Ich rechne mal stark mit den Grünen 8)

Gruß Peter
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Comedix hat geschrieben: 11. April 2021 16:39 Man kann so viel Tolles mit diesem Inzidenzwert anfangen!
Ja, ihn völlig willkürlich festlegen zum Beispiel.

Erinnert sich noch jemand an die "magische Grenze" von 50? Und die war zu einer Zeit relevant, bevor es die potenteren Mutanten bei uns gab.

Das erinnert mich damals an den Tschernobyl-GAU, wo hier auch Grenzwerte für Lebensmittel festgelegt wurden, die einfach aus der Luft gegriffen waren. Niemand konnte damals sagen, ab welchem Grenzwert eine nicht nur einmalige Aufnahme durch Nahrungsmittel potentiell gefährlich ist und ab welcher Belastung diese aus dem Verkehr zu ziehen seien (und ich fürchte, da ist seitdem nicht viel gesicherte Erkenntnis hinzugekommen)...
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag Hedonix »

WeissNix hat geschrieben: 11. April 2021 16:52
Comedix hat geschrieben: 11. April 2021 16:39 Man kann so viel Tolles mit diesem Inzidenzwert anfangen!
Ja, ihn völlig willkürlich festlegen zum Beispiel.

Erinnert sich noch jemand an die "magische Grenze" von 50? Und die war zu einer Zeit relevant, bevor es die potenteren Mutanten bei uns gab.
Nicht nur festlegen, auch feststellen kann man ihn ziemlich willkürlich - mehr Tests = mehr gefundene Infizierte. Will ein Bürgermeister die Läden offen haben, muss er die Testzahlen drücken und schwupp, hat er auf einmal die Grenze unterschritten. Will jemand hingegen wirklich die Infektionen reduzieren und bemüht sich deshalb, alle Infizierten zu finden (= mehr Tests), dann gehen die Zahlen rauf und man wird fürs effektive Bekämpfen der Seuche bestraft. Ein seeehr effektives System - wenn man die Seuche möglichst lange am Köcheln halten will!
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag Comedix »

Comedix hat geschrieben: 11. April 2021 16:39 Das ist auch das überzeugendste Argument für Laschet: Er ist nicht Merz. Oder man macht es so: Die CDU stellt in Bundesländern mit Inzidenz über 100 Söder und unter 100 Laschet auf. Das hätte noch was. Man kann so viel Tolles mit diesem Inzidenzwert anfangen!
Vielleicht ist dieser Mutant ja die Lösung.
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Hedonix hat geschrieben: 11. April 2021 19:12 Nicht nur festlegen, auch feststellen kann man ihn ziemlich willkürlich - mehr Tests = mehr gefundene Infizierte. Will ein Bürgermeister die Läden offen haben, muss er die Testzahlen drücken und schwupp, hat er auf einmal die Grenze unterschritten. Will jemand hingegen wirklich die Infektionen reduzieren und bemüht sich deshalb, alle Infizierten zu finden (= mehr Tests), dann gehen die Zahlen rauf und man wird fürs effektive Bekämpfen der Seuche bestraft. Ein seeehr effektives System - wenn man die Seuche möglichst lange am Köcheln halten will!
Dass Du Dir das so viel zu einfach machst und dass es zudem auch nicht in jedem Fall so sein muss siehst Du am Beispiel Tübingen.
Comedix hat geschrieben: 11. April 2021 19:39 Vielleicht ist dieser Mutant ja die Lösung.
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag bdhk »

WeissNix hat geschrieben: 11. April 2021 14:24Und Merz wäre wohl der erste, der bei einer Duldung durch die sogenannte "AfD" skrupellos dann auch den Kemmerich, äh... Kanzler (der ja kein MdB sein muss!) machen würde. Von vielen Positionen der Braunen ist der ja auch nicht so weit weg.
Das ist doch ein kompletter Popanz ohne jede Basis in der Realität, der aufgebaut wird, damit sich das eigene Milieu schön gruseln kann. Die CDU hätte auf Landesebene am laufenden Band Gelegenheit gehabt, "rechte" Mehrheiten zu realisieren, hat es aber nie getan - auch wenn sie darüber in die Opposition oder als Juniorpartner in die Regierung ging.

Solche Skrupel gibt es auf der anderen Seite des Spektrums nicht mehr.
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

bdhk hat geschrieben: 11. April 2021 20:41 Das ist doch ein kompletter Popanz ohne jede Basis in der Realität, der aufgebaut wird, damit sich das eigene Milieu schön gruseln kann. Die CDU hätte auf Landesebene am laufenden Band Gelegenheit gehabt, "rechte" Mehrheiten zu realisieren, hat es aber nie getan...
Doch, hat sie... deshalb eben mein absichtlicher "Verschreiber" beim Kemmerich-Kanzler; ausserdem tut sie das im Osten auf kommunaler Ebene bereits regelmässig.
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag methusalix »

Aber Tübingen ist eine Gefährliche Euphorie :-/

Gruß Peter
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Re: SPIEGEL: Häuptling Wirdsonix

Beitrag: #Beitrag Comedix »

methusalix hat geschrieben: 12. April 2021 10:34 Aber Tübingen ist eine Gefährliche Euphorie :-/
Oder ein notwendiger Kompromiss, damit die Nebenfolgen nicht die direkten Folgen der Pandemie übersteigen.
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