Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung? (Gilles der Gauner)

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Erik
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Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung? (Gilles der Gauner)

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

jüngst ist mir ein Exemplar der "Panini Vorschau 108" mit den Neuheiten März/April 2023 in die Finger geraten. Bei dem eher mäßig interessierten Durchblättern bin ich dabei auf die Ankündigung von "Gilles der Gauner" im Bereich "Alben/Graphic Novels" gestoßen, die in einer roten Box neben dem Cover verspricht:
"Der "holländische Asterix" als elegante Hardcoverausgabe".

In dem kurzen Ankündigungstext dazu liest man:
Was Asterix für die römischen Eroberungen in Frankreich ist, das Gilles der Gauner für den Achtzigjährigen Krieg. Zum ersten Mal erscheinen die amüsant-komischen Abenteuer des Wegelagerers Gilles nun vollständig auf Deutsch in einer dreibändigen Hardcoverausgabe.
Man entnimmt den Abbildungen noch, dass es ein wohl in dem Magazin Eppo beheimateter Comic-Held von Hanco Kolk und Peter de Wit ist. Vier stark verkleinerte Seiten sind als eine Art Ansichtsprobe (Leseprobe eher nicht, dafür ist es zu klein und unscharf) auf einer weiteren Katalogseite abgedruckt. Für meine Augen sind da nicht viele Ähnlichkeiten zu Asterix zu erkennen.

Mich hat diese Art der Bewerbung der Serie, die bei Panini wohl als dreibändige Gesamtausgabe zu 39,00 € pro Band (bzw. 59,00 € in der Vorzugsausgabe) ab März 2023 erscheinen soll, doch etwas verwundert. Ich meine, es wird im Beschreibungstext Asterix in Fettdruck noch vor dem Titelhelden genannt. Die Figur scheint also nicht für sich zu sprechen, sondern muss über den Vergleich zu Asterix angepriesen werden, mit dem sie jedenfalls vom Aussehen und dem Setting her nichts zu tun hat. Mir scheint diese Art der Bewerbung auf den ersten Blick etwas an der Grenze der Seriosität zu liegen. Jedenfalls soll hier wohl gezielt der gute Ruf von Asterix ausgebeutet werden und das nicht eben subtil.

Kennt jemand die im Niederländischen "Gilles de Geus" heißende Serie? Hat sie vielleicht doch mehr von Asterix als mir hier ersichtlich geworden ist, so dass der Vergleich bzw. die Art der Bewerbung gerechtfertigt ist?

Gruß
Erik
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Zuletzt geändert von Erik am 6. Juli 2023 21:19, insgesamt 1-mal geändert.
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WeissNix
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Die Serie kenne ich nicht - obwohl Freunde von mir in den Niederlanden studiert haben und in deren WG immer auch niederländsche Comics herumlagen (die also dort auch von den deutschen Studenten gelesen wurden), habe ich noch nie davon auch nur gehört.

Wer wirklich Lust auf etwas ansatzweise vergleichbares zu Asterix hat, dem empfehle ich, sich mal die WALHALLA-Gesamtausgabe bei der Edition Roter Drache anzuschauen. Ein dänischer Funny-Comic, der sich die nordische Sagenwelt um Odin, Thor, Loki und der ganzen Mischpoke vornimmt.
Wer sich am Zeichenstil des ersten Bandes der GA stören sollte, der entwickelt sich noch - der Zeichner ging zu der Zeit noch zur Schule (mich selbst stört er nicht, ich finde den schon recht ausgereift - auch Uderzo musste erstmal den Asterix-typischen Strich finden).
Die GA ist wirklich vorbildlich, was das Zusatzmaterial angeht: Zum einen wird hierin auf die Entwicklung der Comics eingegangen, zum anderen auf die Vorbilder in der Edda, auf denen die jeweiligen Alben beruhen.

WALHALLA hats auch gar nicht nötig, sich mit dem Vergleich zu Asterix bewerben zu lassen, wenngleich auch Asterix ein wenig Geburtshelfer war: hat er doch wohl die Autoren inspiriert, was eigenes für die nordische Welt zu schaffen. Während Asterix seine Inspiraion aus Caesars De Bello Gallico schöpft, bedient sich WALHALLA aus der Edda, damit hats sich eigentlich schon.
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Taugenix
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag Taugenix »

„Gilles de Geus“ erschien satte 20 Jahre. Von 1983 bis 2003. Zuerst als Comic-Strip, später als Story mit insgesamt 10 Ausgaben, die z.T. auch ins Deutsche, Englische und Spanische übersetzt wurden.

Mit der bezuglosen Bezeichnung „Gauner“ hat Pan(n)ini geschlampt.
Im Original (und einer deutschen Ausgabe von 1996) ist Gilles ein „Geuse“. So nannten sich die Aufständischen, die sich gegen die Teilbesetzung und weiteren Eroberung der protestantischen Niederlande durch das römisch-katholische Spanien wehrten. Die Seefahrer unter ihnen gingen als „Wassergeusen“ auf Kaperfahrt. Grob gesagt: die Jahrzehnte, in der Francis Drake die Spanier ärgerte und König Philipp II. die Invasion Englands plante bis hin zum 30-jährigen Krieg. Holländische Flüchtlinge siedelten sich im ebenfalls protestantischen Ostfriesland an, das sozusagen die nordwestliche Verlängerung der niederländischen Verteidigungslinie bildete.

Der Held zeigt den dreisten Spaniern, wie unbeugsam echte Holländer sind. Etwas unbeholfen, ohne Zaubertrank und kleine Dorfgemeinschaft. Dafür ebenfalls in einer speziellen Epoche mit zeitgenössischen Persönlichkeiten, Geschehnissen, manchmal detailverliebten Bildern und parodierenden Gags.

Gilles ist letztlich ein (vergessener) Klassiker. Der Vergleich mit dem immer noch aktuellen „Asterix“ ist wohl den deutschen Käufern geschuldet, die diesen Teil der niederländischen Geschichte nicht kennen oder noch nie von der längst eingestellten Serie gehört haben.

Das Grundkonzept „Rebellen mit besonderen Fähigkeiten vs. Knallchargen des bösen Besatzers“ ist ja auch keine Erfindung der Asterix-Väter sondern ein Dauerbrenner von Robin Hood bis Star Wars. Witzigerweise haben die kultigen Comicgallier in der modernen Popkultur ihre historischen Vorbilder (die man allenfalls aus dem Lateinunterricht kannte) längst durch ein ganz eigenes Klischee ersetzt.

Die deutsche Gilles-Gesamtausgabe kommt auf meine Einkaufsliste, auch wenn sie nicht mit dem Welterfolg "Asterix" mithalten kann. Allein schon aus ostfriesischem Lokalpatriotismus heraus. ;-)
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Taugenix hat geschrieben: 6. Februar 2023 10:09Der Held zeigt den dreisten Spaniern, wie unbeugsam echte Holländer sind. Etwas unbeholfen, ohne Zaubertrank und kleine Dorfgemeinschaft. Dafür ebenfalls in einer speziellen Epoche mit zeitgenössischen Persönlichkeiten, Geschehnissen, manchmal detailverliebten Bildern und parodierenden Gags.

Gilles ist letztlich ein (vergessener) Klassiker. Der Vergleich mit dem immer noch aktuellen „Asterix“ ist wohl den deutschen Käufern geschuldet, die diesen Teil der niederländischen Geschichte nicht kennen oder noch nie von der längst eingestellten Serie gehört haben.

Das Grundkonzept „Rebellen mit besonderen Fähigkeiten vs. Knallchargen des bösen Besatzers“ ist ja auch keine Erfindung der Asterix-Väter sondern ein Dauerbrenner von Robin Hood bis Star Wars.
Ich erinnere mich nicht mehr daran, ob der teilweise als "deutscher Asterix" bezeichnete Karl ebenfalls in das Schema des "pfiffigen Partisanen" passt; könnte schon sein, da seine Geschichten ja zur Franzosenzeit spielen; da waren die Gallier dann mal die Besatzer ;-)
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WeissNix
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Taugenix hat geschrieben: 6. Februar 2023 10:09 Mit der bezuglosen Bezeichnung „Gauner“ hat Pan(n)ini geschlampt.
Von Panini habe ich nur ein einziges Stück in meinem Regal: V wie Vendetta - irgendwie hat mich das Programm und auch die etwas "billige" Aufmachung der Bücher dieses Verlags (vom Format bis zur Bindung) nie überzeugen können.
bdhk hat geschrieben: 6. Februar 2023 11:40 Ich erinnere mich nicht mehr daran, ob der teilweise als "deutscher Asterix" bezeichnete Karl ebenfalls in das Schema des "pfiffigen Partisanen" passt; könnte schon sein, da seine Geschichten ja zur Franzosenzeit spielen; da waren die Gallier dann mal die Besatzer ;-)
Ja, so gesehen könnte das dann doch als etwas weniger hinkender Vergleich zu Asterix passen; interessant, dass sowohl Karl (1988 - 2004) als auch Gilles de Geus jeweils in den 1980er Jahren starteten - in einer Zeit, als der Asterix-Stern durch den Tod Goscinnys etwas zu verblassen drohte und sich wohl ein Zeitfenster für vermeintlichen Ersatz öffnete. Und beide dann 2003/2004 nach nicht ganz 20 Jahren wieder eingestellt wurden. Auch Walhalla passt im dänischen Original ungefähr in das Zeitfenster.
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Erik
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Taugenix hat geschrieben: 6. Februar 2023 10:09Der Vergleich mit dem immer noch aktuellen „Asterix“ ist wohl den deutschen Käufern geschuldet, die diesen Teil der niederländischen Geschichte nicht kennen oder noch nie von der längst eingestellten Serie gehört haben.
auf mich trifft beides zu. Weder kenne ich mich mit diesem Teil der niederländischen Geschichte aus noch hatte ich zuvor je von dieser Comicserie gehört. Danke für die Erhellung, Taugenix. :-)

Gruß
Erik
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Nullnullsix
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Ja, 'Gilles der Geuse' flog hierzulande eher unter dem Radar. Von der früheren dt. Arboris-Ausgabe (Band 1, 1996) dürften antiquarisch problemlos Bände für schmales Geld zu finden sein*. Wer das also nur mal antesten will, muss also nicht gleich teuer die neue Ausgabe kaufen...

*Bei Andi, zB, für 5,-€: https://www.comicexpress.de/verlage.php ... 281996%29/
Eigentlich hätte was passieren müssen, als ich auf den Knopf drückte!
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Nullnullsix hat geschrieben: 12. Februar 2023 20:20 Ja, 'Gilles der Geuse' flog hierzulande eher unter dem Radar. Von der früheren dt. Arboris-Ausgabe (Band 1, 1996) dürften antiquarisch problemlos Bände für schmales Geld zu finden sein*. Wer das also nur mal antesten will, muss also nicht gleich teuer die neue Ausgabe kaufen...
Nun, damals ist nur der erste Band auf deutsch erschienen?
Dann müsste Panini ja die restlichen komplett neu übersetzen lassen, und dann stellt sich die Frage, ob das mit dem ersten Band nicht auch passiert (könnte auch aus aus urheberrechtlichen Gründen für den Verlag Sinn machen - einer weniger, mit dem man sich einigen müsste).

Und da, wie wir ja alle wissen, die Qualität eines übersetzten Funnies sehr auch von ebendieser Übersetzung abhängt, würde ich das nicht zwingend so sehen wie unser Druidenspion... ;-)
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Nullnullsix
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Issn Argument, ja. Zumal bei Arboris nicht unbedingt 'auf deutsch' veröffentlicht wurde, sondern in das übersetzt wurde, was man da für Deutsch hielt... - Das führte zu Ergebnissen, die sogar vor dem Bandtitel auf dem Cover nicht Halt machten. So lautete der zB mal "Die versunkene Riese" statt "Der versunkene Riese".

Trotzdem denk ich, dass 'zum Antesten' der Arboris-Band reicht, denn für viele machen die Zeichnungen bei nem Comic ein Großteil der Beurteilungsgrundlage aus und zumindest grob der Story folgen, kann man beim Arboris-Band wohl auch... - und hat im Zweifel, aufgrund der 'eigenwilligen' Übersetzung ggf. auch ein paar Momente 'unfreiwilliger Komik' ;-)
Eigentlich hätte was passieren müssen, als ich auf den Knopf drückte!
Taugenix
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag Taugenix »

Richtig, den groben Inhalt erkennt man auch aus den Zeichnungen. Wenn allerdings der Wortwitz fehlt, ist das nur die halbe Miete. Goscinnys Texte haben Übersetzern Höchstleistungen und eigene Kreationen abverlangt. Also Mitdenken über den bloßen Standard-Wortlaut hinaus. Das kann ein Durschnittsdolmetscher oder Google Translator nicht leisten.
Ich versuche mal, an eine Originalausgabe zu kommen.
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Batavirix
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag Batavirix »

Ich - Höllander - lese erst jetzt diese Diskussion.

Ich kann sagen, dass 'Gilles de Geus' in den Niederlanden ein ziemlich bekannter Comic-Strip ist, der auch heute noch immer nachgedruckt wird.

Was Taugenix schreibt, ist alles wahr:
Gilles ist ein "Geuse" (Geus) und die Geuzen kämpften im Achtzigjährigen Krieg gegen die Spanier.
So wie die Gallier – viel früher in der Geschichte – gegen die Römer kämpften.
Danmit jedoch endet dieser Vergleich.
Panini geht viel zu weit, wenn sie Gilles de Geus der "hollandischen Asterix" nennen.

Richtig ist, dass in den Comicstrip Gilles de Geus (ebenso wie etwa in Asterix mit Rotbart und seinen Piraten) regelmäßig Bezüge und Parodien auf andere Comicstrips eingewoben sind.
Ebenso - möglicherweise die Quelle für die Panini-Werbung - dieser Zeichnung:

046_Gilles de Geus - 07 - Willem de Zwijger p03 (Asterix).jpg
Text:
1578 Ganz Holland wird von den Spaniern besetzt.
Ganz Holland?
Sicher. Ganz Holland
Absolut?
Jahaa! Alles!


Mit freundlichem Gruss,
Henk
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Batavirix
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag Batavirix »

Hier ist eine weitere Seite von Gilles de Geus:
015_Gilles_de_Geus_01.jpg
Text:
Schau dir das an! Der ganze Wagen ist voll mit Zirkuskram! Kostüme! Masken! Perücken! Dekore!

Haha! Verrückte Kleider, oder?


Mit freundlichem Gruss,
Henk
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WeissNix
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Danke fürs zeigen, Henk.

Täuscht mein Eindruck, oder ist das alles etwas "platt", wie wir im Deutschen sagen?
Will heissen, es fehlt am eher feinsinnigen Humor Goscinnys (den man mitunter erst auf den zweiten oder dritten Blick als solchen erkennt), sondern der Humor bei Gilles de Geuse kommt im Vergleich mit Asterix doch mehr parodistisch und mit dem Holzhammer daher?
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Erik
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Henk,
Batavirix hat geschrieben: 20. Februar 2023 00:28Ich kann sagen, dass 'Gilles de Geus' in den Niederlanden ein ziemlich bekannter Comic-Strip ist, der auch heute noch immer nachgedruckt wird.

Was Taugenix schreibt, ist alles wahr:
Gilles ist ein "Geuse" (Geus) und die Geuzen kämpften im Achtzigjährigen Krieg gegen die Spanier.
So wie die Gallier – viel früher in der Geschichte – gegen die Römer kämpften.
Danmit jedoch endet dieser Vergleich.
Panini geht viel zu weit, wenn sie Gilles de Geus der "hollandischen Asterix" nennen.

Richtig ist, dass in den Comicstrip Gilles de Geus (ebenso wie etwa in Asterix mit Rotbart und seinen Piraten) regelmäßig Bezüge und Parodien auf andere Comicstrips eingewoben sind.
Ebenso - möglicherweise die Quelle für die Panini-Werbung - dieser Zeichnung:
Batavirix hat geschrieben: 20. Februar 2023 00:34Hier ist eine weitere Seite von Gilles de Geus:
vielen Dank für Deine fundierten Informationen. Die beiden Abbildungen machen mir zwar beinahe Lust, den Comic doch anzuschaffen - aber letztlich reichen mir ein paar wenige Asterix-Anspielungen dafür dann auch nicht. Die Thematik mag schon interessant sein, aber die Zeichnungen scheinen mir hinter Asterix deutlich zurück zu bleiben. Ob die Texte humorvoll sin, wird natürlich sehr von der deutschen Übersetzung abhängen.

Gruß
Erik
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Christian
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Re: Der "holländische Asterix" oder vereinnahmende Panini-Werbung?

Beitrag: #Beitrag Christian »

Batavirix hat geschrieben: 20. Februar 2023 00:28
Bild
Ganz lustig die Bildsequenz mit der letztn Sprechblase zusammen :-)