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Wie alles begann

Schon Anfang der 1990er Jahre in der Mailbox-Szene (auch: Bulletin Board System (BBS)) unterwegs, habe ich 1995 neben meinem regulären Beruf als freier Mitarbeiter beim Start eines so genannten Online-Dienstes mitgewirkt. Ich war Feldtester bei AOL, also sozusagen Nutzer der ersten Stunde, der mit anderen Testern die ersten Funktionen in Augenschein nehmen durfte. So kam ich bald auf den Gedanken, eine Homepage zu AOL zu erstellen. Zum einen, um mich mit einer damals relativ neuen Technik namens HTML zu beschäftigen, aber auch um anderen Nutzern Hilfestellungen zu geben. Denn die Einwahl mit einem Modem, ISDN-Treibern und anderen technischen Finessen war damals nicht ganz so unbeschwerlich und einfach wie heute.

Die private Hilfe-Seite wuchs, jedoch musste ich nach meinem Eintritt als fester Mitarbeiter bei AOL diese Seite deaktivieren, weil sie sonst als offizielle Hilfeseite hätte gelten können und das wollte mein Arbeitgeber nicht. Also suchte ich mir ein neues Thema für den Bau einer Internetseite. Schon als Kind hatte ich mich mit einem Freund des Öfteren über Asterix-Zitate unterhalten und nicht selten waren wir uns nicht einig, aus welchem Heft das jeweilige Zitat stamme. Also begann ich, dieses Mysterium aufzuklären und erstellte eine Seite namens "Asterix-Lexikon", die hauptsächlich eine Übersicht über die Charaktere, Orte und Zitate der damals existierenden 29 Abenteuer war. Dieses Asterix-Projekt war neu im Internet, nur wenige Homepage-Macher hatten Asterix im Internet thematisiert und manche wurden auch von den Anwälten des französischen Verlags urheberrechtlich belangt und mussten mindestens ihre Seiten schließen.

Der erste Kontakt zum Verlag

Brief von Ehapa
Abb. 1: Post von Ehapa
Von der Technik im Hintergrund hatte ich keine Ahnung und so war das "Asterix-Lexikon" zuerst nur ein Unterverzeichnis auf einer anderen Internetseite. Auf meine erste Anfrage an den Ehapa-Verlag, der schon damals die Asterix-Serie in Deutschland veröffentlichte, wurde sehr freundlich reagiert. Sogar die Frage wann Obelix zum ersten Mal Zaubertrank bekam wurde dabei von der damals langjährigen Leiterin der Presseabteilung, Christine Wagner, beantwortet (Abb.1 ).

Brief aus Paris
Abb. 2: Brief aus Paris
Meine Anfragen an den französischen Verlag, den Urheber, blieben dagegen zuerst unbeantwortet. Erst etwa ein Jahr später bekam ich ein Schreiben der Rechtsanwälte, die die Inhaberin der Auswertungsrechte, die Firma Les Editions Albert René in Paris, vertraten. Das erste (im Prinzip nette) Schreiben vom August 1998, stellt inzwischen die Basis der Duldung dar, auf deren Grundlage der Ehapa-Verlag mich in der Folge mit Preisen und Kontakten unterstützte.

Im Schreiben der Anwälte wurde u.a. die Nennung des Namens "Asterix" innerhalb der Internetadresse als nicht genehmigt genannt, denn meine ersten Asterix-Seiten waren Teil eines anderen Projekts und lagen damals unter "www.tentacle.de/asterix/forum.htm". Ich weiß noch, dass ich auf dieses Schreiben geantwortet hatte, aber niemals eine Antwort bekam. Darin habe ich erst einmal erklärt, was eine Internetadresse mit einem Unterverzeichnis von einer Domain unterscheidet. Diese Seite "tentacle.de" gehörte damals einem Bekannten, der dort eine Shopseite hatte und die Anwälte gingen deshalb davon aus, dass das alles einen kommerziellen Charakter hätte, obwohl ich mit der Toplevel-Domain nichts zu tun hatte. Daraufhin habe ich meine Seiten aus diesem Unterverzeichnis geholt und Comedix.de im September 1998 als Domain beantragt.

Der Name "Asterix-Lexikon" war schon durch eine entsprechende Print-Ausgabe vergeben und deshalb erhielt Comedix.de den Untertitel "Das Deutsche Asterix-Archiv". Auf Comedix kam ich, weil der erste Gedanke "Comix" schon vergeben war und deshalb entstand die Komposition von Comedy und Comix. 1998 war es auch noch vergleichsweise einfach eine freie und leicht einprägsame Domain zu finden. Während es Ende 2015 schon mehr als 16 Millionen de-Domains gab, waren es damals gerade mal 200.000. So gesehen ist Comedix.de durchaus als Internet-Pionier zu verstehen. Nur wenige Projekte im Internet sind durchgängig mit dem gleichen Thema in Betrieb wie das Deutsche Asterix-Archiv.

Comedix wächst

1999 wurden die ersten drei Kategorien "Lexikon" mit den ersten Fakten zu den Asterix-Geschichten, "Bibliothek" (damals Medien) und "Kontakt" zum ersten Mal neu angerichtet. Ganz schick war damals eine Startseite, hier mit einem Hinweis zum ersten Story-Wettbewerb und einer Verlinkung zum Deutschen Comic Ring, bei dem die Asterix-Seite zu Beginn Mitglied war. Diese soziale Komponente ist inzwischen ebenso Geschichte wie der Einsatz einer Startseite.

Im Jahr 2000 wurde Comedix.de schon von etwa 275.000 Gästen besucht. Technisch war das komplette Projekt statisch, d.h. jede einzelne Seite wurde per Hand von mir erstellt und im Internet veröffentlicht. Das Design entsprach dem damaligen Zeitgeist. Schon 1998 war der Newsletter ins Leben gerufen worden, der in der Navigation Mitte 2000 einen eigenen Menüpunkt bekam. Unter "Auktion" verbarg eine Plattform zum Kaufen und Verkaufen von Asterix-Artikeln und bei "Pinboard" wurde die Comedix-Community ins Leben gerufen.

In den nachfolgenden Jahren hat sich das Design immer ein wenig angepasst und verändert. Erst 2006 gab es den nächsten Schritt, denn dort wurde die so genannte Frametechnik durch PHP-Seiten abgelöst. In der Navigation ergänzten der "Shop" und die "Grußkarten" die Kategorien. Das Layout wurde wieder klarer und weniger verspielt, die Seite jedoch gleichzeitig durch zu viele Angebote zu unübersichtlich. 2010 erhielt Comedix.de das noch heutige sichtbare Design. Eine komplette Änderung wäre aufgrund der Anzahl der Seiten sehr, sehr aufwändig. Alleine von mir ist das nicht mehr zu handhaben.

Vom Freizeitspaß zum Projekt

Der Werdegang von einem Freizeitspaß, der eigene Ambitionen eines Hobbys der Homepage-Erstellung mit den Asterix-Comics verbindet, zum Projekt, das zunehmend Interesse von Besuchern weckt, war fließend. Die nachfolgenden Zahlen der Jahre 2000 bis heute belegen den zunehmenden Erfolg des Asterix-Archivs. Einige Meilensteine wie Story-Wettbewerbe mit einer prominent besetzten Jury, Kooperationen mit Herstellern von Asterix-Artikeln oder die Eröffnung eines Forums für die Asterix-Community prägten die Schritte in der Entwicklung von Comedix.de (siehe dazu auch die Comedix-Chronologie), die sich auch in den Besucherzahlen niederschlägt:

Jahr Besucherzahl Seitenaufrufe
2000 275.000 nicht bekannt
2001 550.000 nicht bekannt
2002 790.000 nicht bekannt
2003 850.000 nicht bekannt
2004 900.000 4,06 Millionen
2005 1.200.000 5,07 Millionen
2006 1.800.000 6,34 Millionen
2007 1.700.000 7,93 Millionen
(Ende 2007: Beginn des Rückbaus des Asterix-Archivs zur Konzentration auf Kernbereiche)
2008 1.450.000 8,25 Millionen
2009 1.370.000 8,35 Millionen
2010 1.340.000 6,55 Millionen
2011 1.257.000 7,25 Millionen
2012 1.210.000 7,70 Millionen
2013 1.542.000 12,11 Millionen
2014 1.514.000 9,12 Millionen
2015 1.513.000 9,78 Millionen
2016 1.523.000 12,21 Millionen
2017 1.607.000 13,00 Millionen
2018 1.472.000 14,76 Millionen
2019 2.244.890 24,54 Millionen

An diesen Zahlen lässt sich sehr gut erkennen, wie sehr Comedix.de vom Erscheinen eines neuen Asterix-Abenteuers profitiert. 2013 erschien nach vier Jahren das Album der beiden neuen Autoren und die Zugriffszahlen lagen 30 Prozent über dem Jahresdurchschnitt.

Inzwischen machen sich Veränderungen in der Medienlandschaft auch bei Comedix.de bemerkbar. Die Unterstützung des Verlags Egmont Ehapa Media, der die Asterix-Abenteuer veröffentlicht, wurde in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgefahren. Auch die Veränderung im Nutzerverhalten, insbesondere die Nutzung von mobilen Endgeräten, ist auch in den Besucherzahlen sichtbar. Da das Asterix-Archiv auf diesen Geräten nicht ganz so komfortabel benutzt werden kann, liegt hier sich noch viel Potential. Allerdings lässt sich das in Eigenregie und ohne finanzielle Mittel nicht umsetzen.

Mut und Verzweiflung

Da das Asterix-Archiv weiterhin kostenlos bleiben soll und auch finanzielle Einnahmequellen wegen der unentgeltlichen Duldung nicht erschlossen werden dürfen, bleibt praktisch nur die Möglichkeit auf die Spendenbereitschaft der treuen Besucher zu hoffen. In der Vergangenheit haben diese mir schon mehrfach geholfen. Die Inhalte im Asterix-Archiv sind inzwischen so zahlreich, dass der eine oder andere Artikel, der in den Anfängen geschrieben wurde, damals nicht die notwendige Sorgfalt in Bezug auf Urheberrechte erfuhr.

Erstmals im August 2006 fand die Citysam AG Textmaterial zu London auf meiner Seite, das nicht gänzlich von mir stammte. Im November 2012 mahnte Getty Images International ein Bild des Steinfeldes von Carnac in einem Beitrag von 2002 ab und schon im Mai 2011 beauftragte Agence France-Press GmbH eine Anwaltskanzlei, um Texte als deren Eigentum anzuzeigen, die ich zu umfangreich seit 2003 in meinen Newslettern zitiert hatte. Dank anwaltlicher Hilfe und der Unterstützung der Comedix-Community konnte ich die zwar zu recht eingeforderten, aber teilweise unangemessenen Forderungen, mindern und begleichen. Insgesamt hat mich aber diese Unachtsamkeit nicht nur insgesamt etwa 2.500 Euro gekostet, sondern teilweise auch den Spaß an der weiteren Arbeit. Natürlich habe ich inzwischen sehr viel Erfahrung gewonnen und bin bei der Nutzung von Texten und Bildern entsprechend sorgsam.

Ausblick

Das Pendel meiner Aktivitäten im Asterix-Archiv schwingt seit 1998 also beständig zwischen Phasen der Aktivität und Phasen des Ruhens. Besondere Ereignisse, beispielsweise das Erscheinen eines neuen Abenteuers oder eines neuen Films, sind immer gleichbedeutend mit einer Asterix-Hochphase. Zwischen diesen Veröffentlichungen habe ich heute weniger Muse mich mit den Asterix-Seiten zu beschäftigen als es noch zu Beginn des großen Interesses der Medien und Kooperationspartner war.

Ganz sicher wird es Comedix.de weiterhin geben und ebenso sicher ist die Tatsache, dass aktuelle Entwicklungen auch ihre Entsprechung im Asterix-Archiv finden werden. In meinem Alltag konkurriert die Asterix-Seite inzwischen mit anderen Aktivitäten, so dass eine feste Perspektive schwer abzusehen ist. Ganz sicher werden mobile Endgeräte einen größeren Einfluss auf den Alltag der Besucher haben und hier ist es für die Zukunft sicher entscheidend, inwiefern Comedix.de auf diesen Plattformen Einzug halten kann.

Die finanziellen Perspektiven, die eine Portierung von Comedix.de auf die mobile Welt möglich machen, sind durch den unkommerziellen Charakter dieser Seiten begrenzt. Aber vielleicht ergibt sich irgendwann eine Gelegenheit und dann bin ich sofort wieder Feuer und Flamme für neue und aufregende Entwicklungen.

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