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Idefix' Charakter

Als Idefix von Albert Uderzo zum ersten Mal im Album "Tour de France" in die Serie eingeführt wurde, ahnte wohl noch niemand wie eng die Beziehung zwischen dem kleinen Hund, seinem Herrchen Obelix und den Lesern werden würde. Erst im Laufe der Serie entwickelt sich der Charakter des Hundes und er transportiert zunehmend seine eigenen Gefühle in die Szene eines Abenteuers. Oftmals verstärkt er auch die Empfindungen des Lesers, indem er gefährliche oder schöne Situationen mit seiner Mimik und Körperhaltung ergänzt.

Idefix lässt seinen Herrn niemals im Stich und warnt ihn rechtzeitig vor Gefahren oder zwielichtigen Gestalten. So zeigt er sich als hervorragender Wachhund, der knurrend anschlägt, als im Abenteuer "Asterix bei den Olympischen Spielen" aus einer unverschlossenen und unbewachten Hütte der Zaubertrank gestohlen wird. Mit gallischem Herzen kann auch Idefix die Römer überhaupt nicht leiden. Im Gegenzug hat der Gallier in Idefix einen kleinen Freund gefunden, mit dem er herrlich reden kann. Meist vertragen sich die beiden gut miteinander. Allerdings wird Idefix eifersüchtig, wenn Obelix Interesse für ein Mädchen zeigt. Dann knurrt Idefix die betreffende Dame an, denn sie ist ja schließlich schuld daran, dass sein Herr sich auf einmal nicht um ihn kümmern kann. Im Gegensatz dazu ist jedoch Idefix in "Asterix und Latraviata" seitenlang nicht zu sehen, nachdem er sich selbst in eine Hundedame verliebt hat. Auch in "Asterix in Italien" geht Idefix "fremd", als er von einer Fahrerin aus dem Reiche Kusch geküsst wird, weil sie ihn offensichtlich sehr süß findet. Idefix muss am Ende des Abenteuers von Obelix energisch "bei Fuß" gesagt werden, damit er sich wieder seinem Herrchen anschließt.

Trotzdem verbindet Idefix und Obelix eine besondere Beziehung, schließlich leidet Idefix mit ihm, wenn es ihm nicht gut geht. Als sich die beiden Freunde Asterix und Obelix in "Asterix und der Kupferkessel" und "Streit um Asterix" weinend umarmen, stimmt Idefix mit einem geheulten "Wuhuuu!" mit ein. Dass Idefix die Reaktionen von Obelix geradezu prophetisch vorhersehen kann, beweist eine Szene in "Asterix und der Arvernerschild". Als Obelix in einem Thermalbad sein Bedürfnis äußert, dass er gerne ins Schwimmbecken springen würde, ahnt der kleine Hund bereits das Folgende: Mit hängenden Ohren macht er sich bereits in diesem Bild auf der Suche nach Deckung und wenig später sieht man, dass er hinter einer Marmorbank vor den Fluten Schutz gefunden hat.

Der kleine Hund ist verantwortungsvoll und unterstützt Obelix wo er nur kann. Notfalls springt er auch als Hirtenhund ein, wenn es gilt Wildschweine als Geldbeschaffer auf den großen Markt von Condate zu treiben ("Asterix und der Kupferkessel", Seite 19). Schlechte Launen bis auf gelegentliche Eifersucht scheint Idefix kaum zu haben, allerdings berichtet Obelix in "Die Trabantenstadt", dass er seine gespielte Wildheit gegenüber den ersten Einwohnern des ersten Gebäudes der Trabantenstadt von Idefix abgeschaut habe, der so aussähe, wenn er schlechter Laune sei. Idefix weiß jedoch auch, wie er Obelix' Zuneigung zu nutzen weiß. In "Der Seher" überlegt Obelix, ob er nach der unheilvollen Vorhersage des Sehers mit den anderen Dorfbewohnern das Dorf verlassen soll. Weil jedoch Idefix in Asterix' Arme springt, bleibt auch Obelix im Dorf.

Der Höhepunkt der Beziehung zwischen Hund und Mensch ist in der Kurzgeschichte "Kokolorix - der gallische Hahn" in "Asterix plaudert aus der Schule" zu bewundern: Dort führen Idefix und Obelix sogar einen kurzen Dialog, der Asterix an Obelix' Verstand zweifeln lässt.



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