Werke mit Goscinny-Beteiligung

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bdhk
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Ach, danke für die Information und insbesondere die Rezension. Das hatte ich tatsächlich etwas aus den Augen verloren. Passt ja genau zum Weihnachtsgeschäft: da kann ich mir vielleicht jeweils die beiden Bände Spaggheti und Kasimir wünschen :-)


Übrigens habe ich der Bedetheque entnommen, dass am 20.10.22 der 32. Band Isnogud erschienen ist. "Des bougies pour Iznogoud", also "Kerzen für Isnogud", was auch immer das in dem Zusammenhang heißen mag. Falls da ein Wortspiel drin ist, erschließt es sich mir nicht unmittelbar.

Damit stehen dann schon zwei Bände in deutscher Übersetzung aus. Band 31 "Moi, calife" (Anspielung auf Hollandes wiederholtes "Moi président de la République" in einer Fernsehdebatte eines Präsidentschaftswahlkampfes, also ungefähr "Ich als Präsident werde dieses und jenes tun...") ist bereits seit 21.10.21 in Frankreich erhältlich.

Einerseits schade, dass da eine der Top 3 der Goscinny-Serien so, naja, anders behandelt wird als Asterix und Lucky Luke. Andererseits kann es so ja vielleicht in den deutschen Ausgaben einen schönen "Doppelschlag" im Laufe von 2023 (hoffentlich) geben.
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WeissNix
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

bdhk hat geschrieben: 4. Dezember 2022 17:03 Einerseits schade, dass da eine der Top 3 der Goscinny-Serien so, naja, anders behandelt wird als Asterix und Lucky Luke. Andererseits kann es so ja vielleicht in den deutschen Ausgaben einen schönen "Doppelschlag" im Laufe von 2023 (hoffentlich) geben.
Nun, im Gegensatz zu Asterix und LL ist ja der neue "Isnogud" hierzulande nicht bei einem der Großverlage mit sehr viel Geld im Rücken, sondern mit "Dani-Books" bei einem Kleinverlag, der sich die - in letzter Zeit ja dramatisch gestiegenen - Kosten nicht so leicht aus dem Ärmel schütteln kann.

Und Isnogud hatte in D auch nicht annähernd die Auflagen und Gewinn, die Asterix und LL ihren Verlagen beschert hatten - weswegen Egmont ja den alten Isnogud an Carlsen abgegeben hatte und den neuen gar nicht erst wollte. Insbesondere bei Egmont scheint die Rendite ja meiner beobachtung nach absolut im Vordergrund; was nicht schnell viel Geld einbringt, wird auch ebenso schnell wieder abgestossen.
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Erik
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

nun hat der All-Verlagsleiter bekannt gegeben, dass im Mai 2023 zwei weitere Alben der "Kasimir"-Reihe erscheinen sollen:
https://www.comicforum.de/showthread.ph ... ost5819910

Es handelt sich um die Bände "Kasimir ... und der grüne Tiger" und "Kasimir ... und das Ungeheuer von Loch Ness". Diese sind in der Programmvorschau als Bände 5 und 6 bezeichnet, wobei in dem Thread im Comicforum klargestellt wurde, dass dies nur ein Fehler ist und es sich tatsächlich um die Bände 3 und 4 handelt. Dies entspricht auch der Backcover-Liste auf den bereits erschienenen Bänden 1 und 2.

Eine Fortsetzung der Spaghetti-Gesamtausgabe ist hingegen nicht angekündigt. Aber man kann eben - gerade bei einem kleinen Verlag - nicht alles haben; jedenfalls nicht alles auf einmal.

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Nullnullsix
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Spaghetti ist aber doch auch grade erst ein neuer Band erschienen, soweit ichs mitbekommen habe!?!
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Erik
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Oliver,
Nullnullsix hat geschrieben: 8. Dezember 2022 19:04Spaghetti ist aber doch auch grade erst ein neuer Band erschienen, soweit ichs mitbekommen habe!?!
ja, zu dem Band 2 der Gesamtausgabe habe ich ja letzte Woche (siehe vorige Seite dieses Threads) etwas geschrieben. Da das neue Verlagsprogramm des ALL-Verlages aber bis Juni 2023 reicht, wäre ja durchaus die Ankündigung des dritten Bandes möglich gewesen. Ein halbjährlicher Erscheinungsrhythmus ist ja nicht so ungewöhnlich - und wäre aus Sammlersicht sogar wünschenswert.

Dass ein kleiner Verlag solche Wünsche nicht immer erfüllen kann, ist aber natürlich auch klar. Hauptsache es erscheint überhaupt komplett (und wird nicht still und heimlich begraben, wie etwa die Mathias-Reihe von Marcel Uderzo bei Salleck).

Gruß
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WeissNix
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Erik hat geschrieben: 9. Dezember 2022 11:51 Hauptsache es erscheint überhaupt komplett (und wird nicht still und heimlich begraben, wie etwa die Mathias-Reihe von Marcel Uderzo bei Salleck).
Ja, einige deutsche Verlage (nicht nur die kleinen) gleichen bezüglich der Einstellung von Serien manchmal fast schon einem Friedhof... :roll:

Immerhin gibt es inzwischen einen Finix e.V., der sich um die Reanimation immerhin einiger dieser Serien kümmert...
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Nullnullsix
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Nur bedingt On-Topic:
Bin grade erst auf diese Neuerscheinung gestoßen:
https://www.diogenes.ch/leser/titel/ann ... 13092.html

Zwar VON Goscinny, aber nicht von René, sondern seiner Tochter Anne. Dafür aber ÜBER René - und dessen Freundschaft zum kürzlich verstorbenen Jean-Jaques Sempé.
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Erik
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Re: Was lest ihr außer Asterix für Comics?

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

unterdessen habe ich - dank Weihnachtsurlaub - den 2. Band der Spaghetti-Gesamtausgabe mit seinen fünf 30-seitigen Geschichten durch. Diese haben zwar weiterhin keine Asterix-Qualität (was zu erwarten war), sind aber ideen- und temporeich erzählt. Immer wieder tauchen Running Gags auf. Es gibt mittlerweile auch eine Art tarditionelles Ende der Geschichten (ähnlich dem Festbankett bei Asterix und dem Reiten in den Sonnenuntergang bei Lucky Luke). So unternimmt Spaghetti am Ende jedes Abenteuers einen Versuch, vor seinem Cousin Prosciutto, der ihn immer in Schwierigkeiten bringt, zu fliehen und/oder sich vor ihm zu verstecken, welcher ihn dann jedes Mal auf gleichsam wunderliche wie unerklärte Weise doch wiederfindet bzw. am Ziel der Flucht oder im Versteck schon auf ihn wartet.

Die Figur Spaghetti hat nun verglichen mit ihren Anfängen auch eine erhebliche Entwicklung durchgemacht und zwar (nicht ganz so sehr) zeichnerisch wie auch (deutlich stärker) charakterlich. War Spaghetti in den Kurzgeschichten noch stets bemüht, eine Anstellung zu finden, immer glücklos, teilweise dabei auch betrügerisch und stolperte dabei allzu oft über seine eigene vermeintliche Schläue, hat er sich nunmehr neben seinem Cousin Prosciutto, der die Rolle des Hohlkopfes und Tollpatsches übernimmt, zu einem cleveren Burschen gemausert. Er versteht zumeist die Zusammenhänge recht schnell, hat zielführende und oft funktionierende Ideen sowie eine Spürnase, die zeitweise an Sherlock Holmes erinnert. Dabei ist er stets ein Verfechter des Guten und Edlen, der Straftäter zur Strecke bringen möchte. Betrügereien sieht man von ihm nicht mehr.

Interessant finde ich, dass ein Detail der grafischen Veränderung der Figur in der Geschichte sogar erklärt wird. So kauft er sich auf der dritten Seite der Geschichte "Spaghetti und die Achillesferse" (der ersten in Band 2 der Gesamtausgabe) ein paar neue Schuhe (die in der Geschichte noch eine weitere Rolle spielen). Diese behält er in den folgenden Abenteuern sodann an. Damit werden seine Füße, die vorher sehr klein und mit schwarzen, absatzbetonten Schuhen bekleidet waren, deutlich größer und durch die Schwarz-Weiß-Musterung augenfälliger. Damit hat die Figur nun einen großen Kopf und als Gegengewicht auch große Füße, wozwischen sich im Übrigen ein sehr zielicher, dünner Rumpf befindet.

Der Band 2 der Gesamtausgabe weist übrigens nicht aus, wer Autor des Vorwortes ist.
Erik hat geschrieben: 16. April 2022 11:44
Nullnullsix hat geschrieben: 16. April 2022 04:17Von wem stammt denn der Einleitungstext? Soweit ich weiß, gibt es von ALL eine Connection zu Bernd Weckwert und der macht seine Sache eigentlich recht gut, soweit ich das kenne und beurteilen kann.
der Einleitungstext ist von Jacques Pessis in deutscher Übersetzung von Michael Hug.
Diese Aussage vom 1. Gesamtausgaben-Band stimmt für den 2. Band nicht mehr. Im Impressum steht "Übersetzung aus dem Französischen - Saskia Funke". Wahrscheinlich wird sich das auch auf das Vorwort beziehen, welches wahrscheinlich erneut von Jacques Pessis stammen wird. Nur stehen tut das dort nicht.
Erik hat geschrieben: 16. April 2022 11:44Das ist ja auch eine Übernahme der französischen Spaghetti-Integrales,
Das scheint tatsächlich insgesamt so zu sein, denn im Impressum von Band 2 steht: "Titel der französischen Originalausgabe - Spaghetti - Intégrale volume 2". Die französischen Intégrales sind 2011/2012 in sechs (heute vergriffenen) Bänden erschienen:
https://www.amazon.de/Spaghetti-Int%C3% ... 2803627728
https://www.amazon.de/Spaghetti-Int%C3% ... 2803628333
https://www.amazon.de/-/de/dp/2803628376
https://www.amazon.de/-/de/dp/2803628414
https://www.amazon.de/-/de/dp/2803628422
https://www.amazon.de/-/de/dp/2803627825

Da auch die deutsche Ausgabe ja auf 6 Bände angelegt ist, klingt das nach einer 1:1-Übernahme. Allerdings wird bei Amazon Band 1 der französischen Ausgabe mit 120 Seiten angegeben und Band 4 mit 144 Seiten (bei den übrigen Bänden finden sich keine Seitenangaben). Demgegenüber haben die Ausgaben des ALL-Verlages deutlich mehr Seiten (Band 2 hat 172 Seiten einschließlich der Werbeseite mit dem Verlagsprogramm-Auszug hinten). Zudem sind die Cover der deutschen Ausgabe ja auch andere. Insofern sind es wohl doch keine ganz reinen 1:1-Übernahmen aus Frankreich.

Gruß
Erik
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Nullnullsix
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Drei Bände bei Amazon nicht lieferbat, einer für paarundvierzig, einer für paarundfünfzig und einer für 250,- Tacken!? - Bei der Marktsituation könnte ich mir vorstellen, dass es absatzfördernd wäre, wenn All seine Ausgabe in Frankreich bekannt machte...
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Erik
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
Nullnullsix hat geschrieben: 30. Dezember 2022 01:29Drei Bände bei Amazon nicht lieferbat, einer für paarundvierzig, einer für paarundfünfzig und einer für 250,- Tacken!? - Bei der Marktsituation könnte ich mir vorstellen, dass es absatzfördernd wäre, wenn All seine Ausgabe in Frankreich bekannt machte...
im Grunde sind ja alle nicht lieferbar. Das sind ja nur ein paar Maketplace-Angebote von Gebrauchtbüchern. Bei Ausgaben von 2011/2012 muss man wohl damit rechnen, sie nicht mehr verlagsseitig zu bekommen. Mit etwas Geduld bringt man sie über die Plattformen aber vielleicht zusammen, wenn man will.

Der All-Verlag wird den Franzosen da aber eher weniger helfen können. Jedenfalls nehme ich stark an, dass anteilig eher wenige Franzosen Deutsch lesen und verstehen können. Zudem: Wenn das Originalwerk Französisch ist und man französischer Muttersprachler ist, würde man dann (nur) eine deutsche Übersetzung lesen wollen, selbst wenn man sie versteht?

Gruß
Erik
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,

wie ich in dem "Lucky Luke"-Thread gerade dargestellt habe, ist der Einleitungstext des 4. Bandes der neuen Gesamtausgabe wieder serh informativ, unter anderem auch zu dem Werdegang bzw. der Schaffensgeschichte Goscinnys.

Hieraus habe ich die für mich neue Erkenntnis über das Vorliegen zweier weiterer Goscinny-Werke in deutscher Albenveröffentlichung gewonnen. So geht aus dem im französischen Original von Christelle & Bertrand Pissavy-Yvernault verfassten Text hervor, dass René Goscinny Mitte der 1950er Jahre für den Zeichner Tibet im Tintin-Magazin das Szenario für eine Geschichte von dessen Reihe "Chick Bill" geschrieben hat. Dies war wohl deshalb kurios, weil es sich um einen humoristischen Westerncomic handelt, der seinerzeit als "Konkurrenzprodukt" zu dem im Spirou-Magazin erscheinenden Lucky Luke - den Goscinny zu der Zeit bereits textete - galt. Diese Zusammenarbeit von Tibet und Goscinny währte aber nur für diese eine Episode ("La bonne mine de Dog Bull", dt. "Urlaub in der Todeswüste"), da dem Zeichner wohl realistischere Geschichten als die Gag-betonten Texte Goscinnys für seine Serie vorschwebten.

Der Band ist auf Deutsch 1983 im Bastei-Verlag als Album (wahrscheinlich nur SC) erschienen:
http://www.comichunters.net/index.php?t=1&comic=71417

Antiquarisch ist der Band noch zu bekommen. Ich habe ihn gerade mal bestellt.

Zudem ergibt sich aus dem Einleitungstext, dass René Goscinny das Szenario des Bandes "Das Gold des alten Lender" (frz. "L'or du vieux Lender") der Serie "Jerry Spring" von Jijé (einem der Nacholgezeichner Uderzos an der Serie "Tanguy und Laverdure") verfasst hat. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden soll nicht sehr harmonisch verlaufen sein, auch weil Jijé wohl teilweise eigenmächtig Szenen anders umgesetzt hat als von Goscinny verfasst. Insofern ist es auch hier bei diesem einen von Goscinny getexteten Album der Reihe geblieben.

Der Band ist auf Deutsch ebenfalls im Bastei-Verlag unter dem Titel "Fluch des Goldes" in dem Doppelband "Jagd ohne Gnade" von 1972 (wahrscheinlich auch nur in SC) erschienen:
https://www.comicguide.de/book/25544/Jerry-Spring-11

Er ist aber auch - unter dem vorgenannten neuen Titel - enthalten in Band 2 der Jerry Spring Gesamtausgabe von Egmont aus dem Jahr 2011:
https://www.comicguide.de/book/102236/J ... tausgabe-2

Beide Ausgaben sind antiquarisch noch weitgehend unproblematisch zu bekommen. Ich habe von einem Erwerb gleichwohl erstmal abgesehen, weil ich bei meiner Recherche darauf gestoßen bin, dass just diese Geschichte im am 15.03.2023 im Rahmen einer neuen Jerry Spring-Ausgabe im ALL-Verlag (innerhalb von Bd. 6 : "Die Spur in den hohen Norden" - sehr wahrscheinlich HC) erscheinen soll. Der Inhaber dieses Verlags hat in seinem Forum bereits zwei Seiten daraus - auf deren erster auch die Autorenschaft Goscinnys genannt ist - gezeigt:
https://www.comicforum.de/showthread.ph ... ost5823241

Weshalb er gerade diese beiden Seiten dort zeigt, bin ich nicht ganz sicher. Naheliegend wäre an sich eine Werbung für den Band damit, dass er auch von Goscinny ist (aus dessen Frühwerk der Verlag ja zuletzt und derzeit Mehreres veröffentlicht). Allerdings hebt er das in dem Beitrag nicht hervor und dieser Umstand wird selbst in dem Beschreibungstext zu dem Band auf der Artikelseite im Verlagsshop nicht einmal erwähnt. Vielleicht ist es also auch nur ein glücklicher Zufall, dass er gerade diese Seiten als Lese- und Ansichtsprobe ausgewählt hat, so dass man sich gewiss sein darf, dass diese Geschichte in dem Band (der ja einen anderen Albentitel trägt) auch enhalten sein wird.

Wie dem auch sei, aus demselben Foren-Thread ergibt sich auch, dass die Egmont-Gesamtausgabe wohl nur in s/w ist, so dass die ALL-Ausgabe einen Mehrwert bietet (bzw. nach Erscheinen bieten wird). Ob die alte Bastei-Ausgabe ebenbürtig ist, vermag ich nicht zu sagen, aber die ALL-Ausgabe soll wohl noch einen redaktionellen Begleittext enthalten, so dass es möglich erscheint, daraus noch ein paar Hintergrundinformationen zur Entstehung dieses Bandes oder der Zusammenarbeit von Jijé und Goscinny zu gewinnen. Deshalb habe ich mich entschieden, den mal vorzubestellen. Wenn er mir gar nicht zusagen sollte, kann ich mir immer noch das Bastei-Heft beschaffen. Allerdings wird mich der Comic als solcher - jenseits des Sammlerischen, weil er von Goscinny ist - wahrscheinlich weniger interessieren. Denn nach dem, was ich davon gesehen habe, ist das eine realistisch gezeichnete Comicserie, die mit Asterix oder Lucky Luke stilistisch nichts zu tun hat.

Neu waren diese Informationen - also, dass Goscinny diese beiden Geschichten getextet hat und sie bei Bastei jeweils auf Deutsch in Albenform erschienen sind - allerdings nicht. Denn in der Goscinny-Bibliographie in der Reddition Nr. 38 steht das bereits drin. Es war nur an mir irgendwie komplett vorbeigegangen. Und da das anderen ja vielleicht ebenso geht, habe ich es hier aus (für mich) aktuellem Anlass einmal dargestellt.

Ich bin mal gespannt, ob man Goscinnys "Handschrift" in den Geschichten (bzw. natürlich deren deutschen Übersetzungen) erkennen kann.

Gruß
Erik
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Nullnullsix
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Die von Dir genannten Bastei-Ausgaben waren nur Hefte, keine Alben, nicht mal SC. Jerry Spring zudem in kleinerem Heft-Format, nicht ca. A4.
Die Jerry Spring-S/W-Ausgabe von ehapa ist tatsächlich ganz schön, enthält aber nur die von Jijé gezeichneten Geschichten (die in s/w allerdings mMn das Artwork besser vzur Geltung bringen, da Jijé viel mit s/w-Kontrasten gearbeitet hat). Auch umfangreiches Red.-/Sekundär-Material ist da enthalten. Wenn Du nur an der Goscinny-Geschichte interessiert bist, ist es aber vermutlich wirklich sinnvoller, auf die Veröffentlichung von ALL zu warten.

Dies nur zur Ergänzung Deiner Ausführungen.

Zudem bin ich neulich über eine mir noch unbekannte Goscinny-Arbeit gestolpert, die aber wohl auf dt. nicht vorliegt. Zusammen mit Mic Delinx schuf Goscinny "La Forêt de Chênebeau". Das ist für mich als 'ZACKianer' insoweit interessant, da Delinx' mit 'Dschungelfieber' auch eine 'ZACK-Serie' gezeichnet hat...
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Erik
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo Oliver,

danke für Deine Ergänzungen.
Nullnullsix hat geschrieben: 22. Januar 2023 16:11Die von Dir genannten Bastei-Ausgaben waren nur Hefte, keine Alben, nicht mal SC.
Eure Differenzierungen im Comicforum haben sich mir noch nie ganz erschlossen. :?: Dass Ihr eine gelumbeckte Softcover-Ausgabe nicht "Heft" nennen mögt und deshalb den Begriff "Asterixhefte" ablehnt, kann ich ja noch nachvollziehen, weil da eben keine Heftklammern drin sind.

Aber weshalb "Heft" und "Album" sich nun ausschließen sollen, verstehe ich nicht. Für mich ist ein Album eine Comicpublikation, die im Wesentlichen nur eine Comicgeschichte bzw. eine zusammenhängende Sammlung von abgeschlossenen Comicgeschichten beinhaltet und keine Fortsetzungsgeschichten wie Micky Maus-Hefte oder YPS-Hefte. Das kann es in jeder Bindung (Heftklammern, gelumbeckt, Fadenheftung) und in jedem Einband geben.

Auch dass ein "Heft" offenbar ein Weniger gegenüber einem SC sein soll, entspricht nicht meinem Verständnis. Für mich gibt es eigentlich nur Softcover und Hardcover, wobei ersteres ein flexibler Einband ist (Papier oder biegsamer Karton) und letzteres starr (Buchdeckel, also zumeist feste Pappe, theoretisch sicherlich auch Leder oder Kunststoff). "Heft" benutze ich dann tatsächlich - begriffshistorisch natürlich nicht ganz korrekt - synonym zu Softcover. Selbst wenn man es herkunftskonform mit einer Klammerheftung verbindet, hat es aber doch mit dem Einband nichts zu tun (außer, dass es geheftete Hardcoverausgaben wohl nicht gibt).

Das soll bitte nicht als konfrontativ verstanden werden. Ich sage nicht, dass ich Deine bzw. Eure Begriffsverwendung falsch finde. Vielleicht ist sie ja sogar comicwissenschaftlich allein richtig. Ich bitte nur um Nachsicht, dass ich mit anderem Begriffsverständnis operiere, weshalb ich die Bastei-Ausgaben vorstehend als Alben bezeichnet habe (ohne ihren Einband und ihre Heftung zu kennen).

Gruß
Erik
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Erik hat geschrieben: 22. Januar 2023 13:37"La bonne mine de Dog Bull", dt. "Urlaub in der Todeswüste" [...] ist auf Deutsch 1983 im Bastei-Verlag als Album (wahrscheinlich nur SC) erschienen:
http://www.comichunters.net/index.php?t=1&comic=71417

Antiquarisch ist der Band noch zu bekommen. Ich habe ihn gerade mal bestellt.

[...]

"Das Gold des alten Lender" (frz. "L'or du vieux Lender") der Serie "Jerry Spring" von Jijé [...] ist auf Deutsch ebenfalls im Bastei-Verlag unter dem Titel "Fluch des Goldes" in dem Doppelband "Jagd ohne Gnade" von 1972 (wahrscheinlich auch nur in SC) erschienen:
https://www.comicguide.de/book/25544/Jerry-Spring-11

Er ist [...] antiquarisch noch weitgehend unproblematisch zu bekommen. Ich habe von einem Erwerb gleichwohl erstmal abgesehen
Danke für den Hinweis. Ich habe ebenfalls (aber beide) bestellt; die Preise sind ja sehr verträglich.
Erik hat geschrieben: 22. Januar 2023 13:37Ich bin mal gespannt, ob man Goscinnys "Handschrift" in den Geschichten (bzw. natürlich deren deutschen Übersetzungen) erkennen kann.
Ich auch - wir werden berichten, nehme ich an :-)
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Re: Werke mit Goscinny-Beteiligung

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Erik hat geschrieben: 22. Januar 2023 17:24 Aber weshalb "Heft" und "Album" sich nun ausschließen sollen, verstehe ich nicht. Für mich ist ein Album eine Comicpublikation, die im Wesentlichen nur eine Comicgeschichte bzw. eine zusammenhängende Sammlung von abgeschlossenen Comicgeschichten beinhaltet und keine Fortsetzungsgeschichten wie Micky Maus-Hefte oder YPS-Hefte. Das kann es in jeder Bindung (Heftklammern, gelumbeckt, Fadenheftung) und in jedem Einband geben.
Ein Album hat immerhin ein Coverumschlag aus Karton (von idR mindestens 300g/qm), ein Heft nur einen Umschlag aus Papier (von kaum mehr als 100g/qm); hinsichtlich Haltbarkeit ist das schon ein deutlicher Unterschied (wenn man Hefte nicht als Sammler frühzeitig in Plastehüllen steckt) - die Hefte aus meiner Kindhet sind alle seit Jahrzehnten im Papiermüll, die Alben aus dieser Zeit - bis auf die vielleicht drei, vier am häufgsten gelesenen und deshalb in ihre Bestandteile zerfallenen Asterixe - alle noch existent.
bis repetita non placent!
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