Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Allgemeine Themen, die etwas mit Asterix zu tun haben und Vorstellung aktueller Asterix-Hefte, -Filme und -Produkte.

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Maulaf
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag Maulaf »

sehr schön, danke für den link!

jaap_toorenaar
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag jaap_toorenaar »

in einem Nachruf schreibt man (uebersetzt aus dem niederlaendischen): "Neue Alben werden aber hoechst wahrscheinlich nicht mehr erscheinen. Uderzo liess Ende 2018 in einem Interview wissen dass nach seinem Tod nichts mehr geschrieben und gezeichnet werden darf. "Ich will nicht, dass alles ins Nichts verschwindet, bloss weil man Geld bei der Sache verdienen kann"'. Das ist doch nicht wahr??
Jaap

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Comedix
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag Comedix »

jaap_toorenaar hat geschrieben:
26. März 2020 11:40
Das ist doch nicht wahr??
Er hat das definitiv gesagt. Aber wer weiß, was er testamentarisch genau festgelegt hat. Immerhin verdienen andere im Verlag damit sehr viel Geld.
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WeissNix
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Comedix hat geschrieben:
26. März 2020 15:14
Aber wer weiß, was er testamentarisch genau festgelegt hat.
M.W. sind Bedingungen des Erblassers nicht einklagbar - wer sollte das auch tun? Die Erben können sich aus Respekt für den Verstorbenen an dessen Willen gebunden fühlen - oder es mag Gründe geben, die den Respekt überschatten. Und ein Riesenberg Geld wirf eine Menge Schatten...

Ausserdem repräsentiert ja der Erbteil Uderzos mW nur die Hälfte der Rechte an Asterix. Um es mit Gaius Faulus zu sagen: Da ist noch eine zweite Hälfte der Platte zu putzen...
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Erik
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag Erik »

Hallo,
WeissNix hat geschrieben:
26. März 2020 15:29
M.W. sind Bedingungen des Erblassers nicht einklagbar - wer sollte das auch tun?
zumindest nach deutschem Erbrecht kann ein Erblasser seinen testamentarischen Erben für 30 Jahre Auflagen machen und deren Einhaltung kann z.B. ein Testamentsvollstrecker dann auch durchsetzen. Inwieweit das dem französischen Erbrecht entspricht, weiß ich aber natürlich nicht.

Für viel entscheidender halte ich in dem Zusammenhang auch die Frage, was in den Verträgen steht, die er mit Hachette geschlossen hat. Denn als er es genehmigt hat, dass ein neues Autorenduo die Serie fortsetzt, hat er ja zum Teil schon über seine Rechte verfügt. Wie weitgehend das war, wissen wir nicht. Davon wird es letztlich abhängen, ob Hachette auch jetzt noch weitere Alben durch Ferri und Conrad oder andere Autoren erstellen lassen darf.

Gruß
Erik
"Alle sollt ihr noch sehen, daß ich habe recht!" (Erik der Blonde, Die große Überfahrt, S. 5)

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WeissNix
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Erik hat geschrieben:
26. März 2020 18:11
zumindest nach deutschem Erbrecht kann ein Erblasser seinen testamentarischen Erben für 30 Jahre Auflagen machen und deren Einhaltung kann z.B. ein Testamentsvollstrecker dann auch durchsetzen. Inwieweit das dem französischen Erbrecht entspricht, weiß ich aber natürlich nicht.
Ich bezweifle, dass Uderzo bezüglich Asterix eine solche Auflage einklagbar bestimmen kann, denn er ist ja nicht alleiniger Inhaber des Urheberrechts, sondern muss sich dieses mit den Erben von Goscinny teilen. Eine solche Auflage hätte also nicht nur Konsequenzen für seine Erben, sondern auch für die seines Kumpels Goscinny. Und wäre somit vor Gericht kaum durchsetzbar, sollten diese alle die Fortführung der Serie wollen.

Die Verträge betreffen nur Hachette - die Erben könnten sich ja einen anderen Verlag suchen, wenn Hachette durch einen solchen Vertrag wirklich dauerhaft gehindert wäre. Was ich bezweifle.
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Nullnullsix
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag Nullnullsix »

Schwierige Thematik. EIGENTLICH ist es ja auch so, dass 70 Jahre nach dem Tod eines Urhebers das Urheberrecht erlischt und die Werke 'gemeinfrei' werden - zumindest nach deutschem Recht. Trotzdem gibt es irgendwelche rechtlichen Konstrukte, die dafür sorgen, dass mWn zB die Rechte an Tarzan weiterhin gesetzlich geschützt sind (ERB-Company oder so). Und Karl May ist mWn auch so'n Fall... - Wie sieht's bei Wilhelm Busch aus? Darf dessen Werk heutzutage von jedem frei genutzt werden?

Jedenfalls: Hergé hat verfügt, Tintin stirbt mit ihm. Morris wollte, dass Lucky Luke ihn überlebt. Uderzo war früher mWn eher auf Hergés Linie, später dann der Ansicht, Asterix würde nicht ihm, sondern den Lesern 'gehören', schwenkte also zu Morris' Auffassung um. Ob er das nochmal geändert hat, weiß ich nicht. Ich geh aber davon aus, dass im Zuge der Übernahme durch das neue Autoren-Team alles rechtlich geregelt wurde und zumindest für die dort vereinbarte Vertragslaufzeit müssten auch die Erben (Goscinnys Erben sowieso damals schon) daran gebunden sein, die ja nur die 'Rechtsnachfolge' antreten. Insofern müsste mit denen neu verhandelt werden, wenn die aktuellen Vertragslaufzeiten enden.

Schwierig auch: Letztendlich sind neue Asterix-Bände weder Goscinnys noch Uderzos 'Werk'. Sondern das von Ferri und Conrad. Diese sind Urheber. Inwieweit die Verwendung von 'Serienhelden' und -schemata urheberrechtlich überhaupt geschützt sind oder schützbar sind, weiß ich nicht, das dürfte aber wohl eher unter 'Markenrecht' fallen als unter 'Urheberecht'...

Komplizierte Sache, das alles. - Ich geh aber erstmal von weiteren Bänden durch Ferri und Conrad aus. Die, da die 'letzte Instanz-Kontrolle' durch Uderzo weg fällt, nun wohl neue Freiheiten gewonnen haben dürften, die sie -hoffentlich- gut zu nutzen wissen werden.
Eigentlich hätte was passieren müssen, als ich auf den Knopf drückte!

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WeissNix
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Nullnullsix hat geschrieben:
26. März 2020 19:50
...Ich geh aber erstmal von weiteren Bänden durch Ferri und Conrad aus. Die, da die 'letzte Instanz-Kontrolle' durch Uderzo weg fällt, nun wohl neue Freiheiten gewonnen haben dürften, die sie -hoffentlich- gut zu nutzen wissen werden.
Ja, gesetzt den Fall, es geht weiter, wird nun das jeweilige Team viel mehr Freiheiten haben.
Es kann natürlich sein, dass es dann Fans, die wie ich seit Jahrzehnten dabei sind, zu weit gehen könnte - aber dafür wird dann vielleicht der Nerv der kommenden Generation(en) noch besser getroffen. Was wiederum zu wünschen wäre, denn wir alten Fans leben auch nicht ewig... ohne neue Alben wird Asterix definitiv irgendwann aus dem kollektiven Gedächtnis der Welt mehr und mehr verschwinden und letztlich auf einen immer seltener aufgerufenen Wikipedia-Artikel reduziert werden.

Den letzten Band (oder wars der vorletzte?) soll Ferri ja komplett neu habe aufsetzen müssen, weil Uderzo irgend etwas nicht gepasst haben soll (als auch schon viele Seiten gezeichnet waren).
Hätte doch Goscinnys mahnender Zeigefinger aus dem OFF das doch wenigstens bei "Kreuzfahrt" und "Gefahr" gegenüber Uderzo ähnlich gehandhabt. Man munkelt ja, dass Uderzo den Tod der Serie mit dem seinen verfügt haben soll, da er Angst gehabt habe, die Reputation der Serie könne Schaden nehmen, wenn er nicht mehr über sie wache. M.E. kann man kaum noch grösseren Schaden anrichten, als es einige seiner eigenen Alben bereits getan haben... also: weitermachen, bitte!
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Iwan
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag Iwan »

Eine andere Frage dürfte sein, was bei einer Einstellung der Serie mit den bisher geleisteten Arbeiten zum neuen Band passiert. Ich vermute mal, dass Conrad und Ferri auch nicht für Gottes Lohn arbeiten wollen. Und es sollte mich auch nicht wundern, wenn sie eine ziemlich hohe Pauschalsumme erhalten würden, damit verhindert würde, dass sie die bereits gezeichneten Teile des neuen Albums öffentlich machen. Ich denke mal, dass sich diverse Juristen schon seit einiger Zeit auf diesen Tag vorbereitet haben und die Positionen intern ziemlich bekannt sind.
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag Terraix »

WeissNix hat geschrieben:
26. März 2020 20:55
also: weitermachen, bitte!
Das sind ja mal ganz neue Töne von Dir, WeissNix. Ich stimme Dir jedenfalls zu.
Iwan hat geschrieben:
27. März 2020 10:19
Eine andere Frage dürfte sein, was bei einer Einstellung der Serie mit den bisher geleisteten Arbeiten zum neuen Band passiert.
Gibt es denn Hinweise darauf, dass Ferri und Conrad bereits am 39. Band arbeiten? Zugegeben, vermutlich haben sie sich schon Gedanken zum Szenario des nächsten Bandes gemacht, da sie ja bislang immer ziemlich pünktlich alle zwei Jahre ein neues Album präsentiert haben und nach allem, was wir wissen, dieser Zeitrahmen relativ eng gesteckt ist.
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag Terraix »

Maulaf hat geschrieben:
24. März 2020 22:30
sehr schön, danke für den link!
Bitte schön.
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WeissNix
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Terraix hat geschrieben:
27. März 2020 10:46
Das sind ja mal ganz neue Töne von Dir, WeissNix. Ich stimme Dir jedenfalls zu.
Mal sehen, was die beiden neuen so zu leisten im Stande sind, ohne an der Kette zu liegen; ausserdem steht es den neuen Rechteinhabern ja frei, auch mal andere Autoren ranzulassen. Auch, wenn ich mich ungern wiederhole, würde ich gerne mal Jul als Asterix-Szenaristen sehen; seine beiden LL-Szenarien waren mE erste Sahne und humoristisch durchaus Goscinny-würdig.
Oder es gibt eine Hommage-Reihe ähnlich derer, die es bei Lucky Luke (alle drei bislang lesenswert und mit Daseinsberechtigung, wie ich finde) oder Spirou + Fantasio gibt (nicht alle gut, aber die Bände von Emile Bravo sind herausragend und wären auch für sich genommen schon ganz hohe Comic-Kunst, und auch abseits davon gibts einige Perlen (wie zB "Sein Name war Ptirou"oder "Das Licht von Borneo"). Die Hommage von Manu Larcenet zu Valerian & Veronique ist übrigens auch gelungen - selbst für die, die wie ich die Originalreihe gar nicht kennen.

Und ich bin ja nicht gezwungen, die dann auch alle auch zu kaufen, wenn ich entäuscht werden sollte... ;-)
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Iwan
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag Iwan »

Eine weitere interessante Frage, über die sich Juristen sicher den Kopf zerbrechen können: Goscinny ist 1977 gestorben, also vor weit mehr als 40 Jahren. Sind dann seine Erben überhaupt noch berechtigt, bei der Weiterentwicklung von Asterix mitzuentscheiden? Er konnte ja testamentarisch, wie Erik ausgeführt hat, nur 30 Jahre gültige Verfügungen hinterlassen. Andererseits war Asterix eine gemeinsame Schöpfung der beiden - schwierig, vermutlich.
Gott sagte zum Stein: "Und du wirst Feuerwehrmann!" Der Stein sagte: "Nein, dazu bin ich nicht hart genug."

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WeissNix
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Das Urheberrecht reicht bis 70 Jahre nach dem Tod des Autors; ein praktisches Anschauungsbeispiel aus neuerer Zeit ist "Mein Kampf" (das allenfalls nur stellenweise und dann unfreiwillig komisch ist).
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Terraix
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Re: Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Beitrag: #Beitrag Terraix »

Hier ein Artikel aus Le Figaro, in dem es gemäß Anne Goscinny mit Asterix weitergehen soll:

https://www.lefigaro.fr/culture/anne-go ... o-20200325

Google-Übersetzung: https://translate.google.de/translate?s ... o-20200325

So wie es sich liest, sollen Ferri und Conrad weitermachen. Anne Goscinny sagt sinngemäß, dass Uderzo nun der himmlische Tutor der beiden sei.
Freund großzügiger Meerschweinchen