Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Diskussionen und Informationen zum 39. Abenteuer, das am 21. Oktober 2021 erschien.

Moderatoren: Erik, Maulaf

Brando1988
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag Brando1988 »

Erik hat geschrieben: 3. November 2021 19:50
Da das Auftauchen eines nicht-versteinerten Dinosauriers in diesem See ohnehin völlig unrealistisch ist, würde ich nicht unbedingt bei der Frage der Auswahl von dessen Gestaltung den Vorwurf fehlender Recherche erheben. Eine fehlende Idee, die Geschichte um den Greifen sinnvoll aufzulösen, scheint mir hier doch der erheblich schwerere Mangel zu sein.

Gruß
Erik
Das könnte man jetzt aber auch mit Morgenland gleichsetzen. Hier fliegen Gallier auf einen Teppich umher und trotzdem wurde darauf geachtet, dass die dargestellten Elefanten eben asiatische und keine afrikanischen sind. Letzteres wäre wohl peinlicher, als das Märchen vom fliegenden Teppich.

Die Auflösung, dass der Greif ein Saurier ist fand ich übrigens gelungener, als wenn dort wirklich ein Greif aufgetaucht wäre.
bdhk
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Michael_S. hat geschrieben: 3. November 2021 17:33Was steht in der Sprechblase auf Seite 9, Bild 4 im Original? Kommt dort "Grande Armée" vor?
"Les Romains approchent en très grand nombre. Ils viennent pour s'emparer du griffon, notre animal sacré!"
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WeissNix
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Michael_S. hat geschrieben: 3. November 2021 17:33 Ich finde auch Seite 9, Bild 5 dahingehend verdächtig, dass es von einem Gemälde inspiriert sein könnte, habe aber noch keine Vorlage gefunden.
Ja, mich hat es auch daran erinnert, dass ja Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, die später als Katharina die Große in die Geschichte eingehen sollte, ihrerzeit im Januar/Februar 1744, also sicherlich auch im Schnee, nach Moskau reiste, um den dortigen russischen Thronfolger zu ehelichen. Und wurde dabei sicherlich auch von einer Soldateneskorte zu ihrem Schutz begleitet.
Ob es davon aber ein das o.g. Panel inspirierendes Gemälde gibt, weiss ich leider auch nicht... die Darstellung der stolzen Haltung Kalaschnikowas auf dem Pferd wäre aber auch einer Katharina II durchaus würdig gewesen.
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WeissNix
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Ist Euch auch aufgefallen, dass auf S. 13 P. 5 ein Gag regelrecht verschenkt wurde, weil ausgelassen? Ich jedenfalls war völlig baff!

Als Asterix bei der Besprechung in der Jurte von ihrer "Routine" mit Römern zu verhandeln spricht, hätte eigentlich eine Stimme aus dem OFF "hier" rufen müssen... :-D

Wäre doch eine schöne Erinnerung an "Normannen" gewesen...
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Michael_S.
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag Michael_S. »

In der Szene sind doch (bis auf Terrine) gar keine Sarmatischen Männer in der Nähe, so dass sich auch keiner angesprochen fühlen kann, oder übersehe ich was?
Brando1988
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag Brando1988 »

Für einen Gag sollte man nicht zu logisch denken. "Routine" hätte ja auch durch die Tür gucken können etc. Auf jeden Fall finde ich den Gedanken auch zu komisch.
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WeissNix
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Michael_S. hat geschrieben: 5. November 2021 20:22 In der Szene sind doch (bis auf Terrine) gar keine Sarmatischen Männer in der Nähe...
Deshalb die Stimme aus dem OFF - so eine Jurte ist ganz sicher nicht schalldicht...
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Michael_S.
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag Michael_S. »

Brando1988 hat geschrieben: 5. November 2021 21:41 Für einen Gag sollte man nicht zu logisch denken.
Für einen neuen Gag nicht. Aber wenn ein alter Gag aufgewärmt wird, sollte es für meinen Geschmack zumindest ungezwungen wirken. Aufgesetzte, alte Gags sind in dem Band schließlich schon genug.
WeissNix hat geschrieben: 5. November 2021 21:56 Deshalb die Stimme aus dem OFF - so eine Jurte ist ganz sicher nicht schalldicht...
Deshalb schrieb ich auch nicht "im Bild", sondern "in der Nähe". Wieso sollten die Männer draußen im Kalten unnütz vor der Jurte stehen, wenn sie auch in ihren warmen Hütten sein könnten, wo sie im Zweifelsfall auch was zu tun haben?

Die Szene ist eben nicht 1:1 vergleichbar mit denen mit den Normannen.
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WeissNix
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Michael_S. hat geschrieben: 5. November 2021 22:54 Aufgesetzte, alte Gags sind in dem Band schließlich schon genug.
Eben, es wäre eine Linie gewesen... mit ein Grund, warum ich darauf kam. Wenn schon mehrfach auf alte Gags angespielt wird, war das hier ein liegengelassener Elfmeter.

Der Schmied arbeitet draussen, der MoPro-Verkaufsstand ist offen, man sieht immer wieder Kinder draussen... man sieht eine Weide mit zu versorgenden Tieren...

...mit ein wenig Phantasie und etwas gutem Willen wäre das durchaus möglich gewesen. Aber wenn nur eines davon fehlt, dann gehts latürnich nicht.
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag Terraix »

Ein derartiger Gag kommt auch schon in "Asterix in Italien" vor:

Seite 10, Panel 5: "Verfluchte Gallier! Was ist das wieder für ein Hokuspokus?" "Hier!"

Außerdem im Film "Asterix im Land der Götter":

"Die ganze Arbeit war für den Anus!"
"Hier bin ich!"
"Schnauze, Anus!".
Freund großzügiger Meerschweinchen
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Also ein inzwischen etablierter running gag, der diesmal für die Autoren zu schnell gerannt war und daher entkommen konnte :-D
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag Comedix »

Michael_S. hat geschrieben: 24. Oktober 2021 16:17 Weiß da jemand mehr, warum Murmeltiere in diesem Band Erwähnung finden könnten?
Der Grund ist einfacher, als man es glauben würde: Für das Wort Murmeltier war in der Sprachblase kein Platz.
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag Caius_P »

Ich vermute, dass Klaus Jöken auch versucht hat, irgendwie den faden Gag "marmottes - carottes" zu retten und es gibt nun mal keine bekannte Zaubertrank-Zutat, die sich auf Murmeltier reimt. Darum dann wenigstens einen Stabreim. Irgendjemand sollte die Autoren nach acht Jahren mal darauf hingewiesen haben, ihre mauen Wortspiele nicht zusätzlich bildlich darzustellen bei einem Werk, dass in so viele Sprachen übersetzt werden soll.
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Michael_S.
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag Michael_S. »

Comedix hat geschrieben: 15. November 2021 15:43
Michael_S. hat geschrieben: 24. Oktober 2021 16:17 Weiß da jemand mehr, warum Murmeltiere in diesem Band Erwähnung finden könnten?
Der Grund ist einfacher, als man es glauben würde: Für das Wort Murmeltier war in der Sprachblase kein Platz.
Das kann ich beim Anblick der Sprechblase zwar rein optisch nicht bestätigen, aber meine Frage beantwortet es ohnehin nicht. Mir ging es darum, warum dort überhaupt Murmeltiere auftauchen. Terrine sagt auf Seite 9 ja auch, dass er Murmeltiere hätte schicken können. Wieso? Murmeltiere sind mir in keiner Kultur als Nutztiere zum Nachrichtentransport bekannt und auch nicht als etwas, was man regelmäßig zur Nahrungsgewinnung jagt. Und einen lokalen Bezug kann ich auch nicht erkennen, da Murmeltiere für mich ein typisches Tier der Berge sind.
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WeissNix
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Re: Asterix und der Greif - Wortspiele und Anspielungen, insbes. mit Blick auf das Original

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Immerhin können sie grüssen, die Murmeltiere. Und wenn man Pech hat, sogar täglich.

Nun, heimisch sind sie in kälteren Teilen Eurasiens durchaus und somit in Teilen des Barbaricum wohl auch verbreitet gewesen... und im Französischen konnten sie ja immerhin für ein müdes Wortspiel herhalten, das allein ist dann wohl für die Autoren Bezug genug.

BTW, bei der Volltexteingabe fiel mir auf, dass in S22, P8 dann auch noch das Wort "Hummer" unterstrichen ist - was den Witz für mich aber auch nicht erkennbar rettet. Es sei denn, Jöken wollte darauf hinaus, das Wort "Hummer" (wie dieses unsägliche Auto) englisch auszusprechen, was wenigstens phonetisch eine (bemühte) Nähe zu "Hamster" ergeben würde.
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