die Namen in Asterix und der Greif

Diskussionen und Informationen zum 39. Abenteuer, das am 21. Oktober 2021 erschien.

Moderatoren: Erik, Maulaf

bdhk
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Ach, das finde ich nicht so problematisch: -ow und -in sind schließlich beides häufige russische Namensendungen. Und es funktioniert: Wenn man die -inen russisch ausspricht bzw. betont, klingt es richtig. Nicht gahs-tur-BIH-ne, sondern gass-TURR-binn. Nicht ho-nig-BIH-ne, sondern ho-NIG-binn. Etc. Und schon bildet sich vor dem inneren Auge ein schönes Szenario mit ganz viel russische Seele ;-)
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Comedix
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag Comedix »

WeissNix hat geschrieben: 23. Oktober 2021 18:08... solche harten Brüche gab es beim alten Team meiner Erinnerung nach nie.
Das "alte Team" hat sich beim Dorfaufbau nicht um Kontinuität bemüht. Die Gebäude stehen in den meisten Ansichten jedesmal woanders.
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WeissNix
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Aber was Namen und Personen angeht, waren sie immer konsequent. Das mit den Häusern im Dorf ist ja auch Sache des Zeichners, wobei die Namen im Skript festgehalten werden. Und dass Uderzo zB Troubadixens Hütte im selben Album mit zwei völlig unterschiedlichen Aufstiegen gezeichnet hatte ist ja auch nicht neu; der Zeichner ist ja auch immer einer möglichst harmonischen Bildgestaltung in engen Panelgrenzen unterworfen, was mitunter ggf. Abweichungen erzwingt. Un d Uderzo hat sich ganz sicher nicht (ziumindest am Anfang, als noch ein bis mehrere Alben im Jahr rauskamen) jedesmal alle alten Alben daneben gelegt, um zu überprüfen, wie er in älteren Bänden gezeichnet hatte. Wobei Goscinny da sicher einen kleinen Karteikasten oder ähnliches hatte, allein schon, um sich bei Namen nicht zu wiederholen.

Aber die volkstypischen Namensendungen zwischen zwei Alben signifikant zu ändern, das hatte sich auch Uderzo alleine mW nicht gewagt.
Hören Sie mal, würde es Ihnen was ausmachen, wenn ich jetzt einfach aufgebe und verrückt werde? (Arthur Dent in "Per Anhalter durch die Galaxis" von D. Adams)
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Maulaf
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag Maulaf »

WeissNix hat geschrieben: 24. Oktober 2021 04:16Aber die volkstypischen Namensendungen zwischen zwei Alben signifikant zu ändern, das hatte sich auch Uderzo alleine mW nicht gewagt.
Hallo,
die Namensendungen sind ja nicht verändert, nur bei den Geschlechtern vertauscht. Die Frauennamen enden ja auf -ow.
Viele Grüße
Gregor
bdhk
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Wobei ich es da etwas merkwürdig finde, dass die Frauen im Original alle Patronyme tragen (-owna) und in der Übersetzung dann Familiennamen (-owa). Grundsätzlich gefällt es mir mit den Familiennamen sogar besser, aber da hat sich in Gestalt von Primadowna doch ein Vatersname eingeschlichen.
bdhk
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag bdhk »

WeissNix hat geschrieben: 23. Oktober 2021 18:08solche harten Brüche gab es beim alten Team meiner Erinnerung nach nie.
Auch schon zu Zeiten des Heiligen Renatus gab es Völker mit nicht völlig konsistente Namensendungen. Z.B. bei den Briten Zebigbos/Sebigbos unter lauter -ax-Trägern, oder die Griechen mit -as/-os.
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WeissNix
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Maulaf hat geschrieben: 24. Oktober 2021 09:54
WeissNix hat geschrieben: 24. Oktober 2021 04:16Aber die volkstypischen Namensendungen zwischen zwei Alben signifikant zu ändern, das hatte sich auch Uderzo alleine mW nicht gewagt.
die Namensendungen sind ja nicht verändert, nur bei den Geschlechtern vertauscht. Die Frauennamen enden ja auf -ow.
Eben nicht, sie enden fast ausschliesslich auf die weibliche Form -owa - die nach den männlichen -ow aus Band XXXVII auch so zu erwarten war!
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WeissNix
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

bdhk hat geschrieben: 24. Oktober 2021 11:33
WeissNix hat geschrieben: 23. Oktober 2021 18:08solche harten Brüche gab es beim alten Team meiner Erinnerung nach nie.
Auch schon zu Zeiten des Heiligen Renatus gab es Völker mit nicht völlig konsistente Namensendungen. Z.B. bei den Briten Zebigbos/Sebigbos unter lauter -ax-Trägern, oder die Griechen mit -as/-os.
Das traf aber im Falle der Briten nur den Häuptling (was ja dem britischen Adel mit dem SIR auch Unterschiede zum gemeinen Volk verschafft) und im Falle der Griechen war das von vornherein so und wurde nicht von einem Album zum anderen geändert.
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag Terraix »

Noch ein paar Beispiele für Abweichungen:

Ginfiz statt Ginfis
Kurzschlus, obwohl er vermutlich kein waschechter Römer, sondern ein Sklave unbekannter Herkunft ist.
Spartakis (Okay, stammt aus einem Uderzo-Solowerk), ein Grieche, der nicht auf -os oder -as endet
Kriegmichnich und Verkrümeldich enden nicht auf -ik
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WeissNix
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Terraix hat geschrieben: 24. Oktober 2021 19:25 Noch ein paar Beispiele für Abweichungen:

Ginfiz statt Ginfis
Kurzschlus, obwohl er vermutlich kein waschechter Römer, sondern ein Sklave unbekannter Herkunft ist.
Spartakis (Okay, stammt aus einem Uderzo-Solowerk), ein Grieche, der nicht auf -os oder -as endet
Kriegmichnich und Verkrümeldich enden nicht auf -ik
Sklaven haben oft latinisierte Nemen bekommen, so zumindest hab ichs mal aus einer Doku über Gladiatoren aufgeschnappt.
Ginfiz passt zumindest phonetisch, kann ein Übersetzungs-Fauxpas sein, ich kenn den Originalnamen nicht. Spartakis nutzt eine heute noch bei griechischen Namen übliche Endung, ich erinnere nur an einen kürzlich im Pariser Exil verstorbenen verstorbenen Musiker.
Einzelne Ausnahmen von der Regel können auch darauf hindeuten, dass es bereits damals Migration gab.

Jedenfalls wurden bislang die einmal eingeführten Namensendungen nicht später komplett über den eigenen Haufen geworfen.
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Kann es sein, dass Matrjoschkowa/Maminovna eine Karikatur von Christine Lagarde ist?
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Und dann lese ich noch, dass Ausdimaus/Jolicursus für Bernard Tapie gehalten wird. Hmm, weiß nicht. Vielleicht eine entfernte Erinnerung. Muss man mal beobachten, ob es dazu irgendwann eine offizielle Verlautbarung gibt.
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WeissNix
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag WeissNix »

Auch wenn Ferri (und in Folge Jöken) die aktuelle Pandemie im Album nicht thematisieren wollte(n), so wäre der Name Vakzine für einen Sarmaten doch eine gute Steilvorlage gewesen.
Zumal im Gegensatz zur entsprechenden Benamung einer gallischen Dorfbewohnerin der Name so gleich im nächsten Album wieder verschwunden wäre (es sei denn, es gäbe noch einen Booster)...
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag bdhk »

Ferri hat einmal die Abstandsregeln und Jöken dann noch zusätzlich das Immunisieren und die Nebenwirkungen.
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Caius_P
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Re: die Namen in Asterix und der Greif

Beitrag: #Beitrag Caius_P »

bdhk hat geschrieben: 22. Oktober 2021 18:19 Joa, danke, geht so. Vielleicht fällt Caius_P ja noch etwas auf, sein Französisch ist besser als meins, bzw. er erkennt mehr solche idiomatischen Redewendungen.
Dann will ich mal mein Bestes versuchen, aber das Meiste hast Du ja schon geschrieben.
Cékankondine = c'est quand qu'on dîne ? (Wann ist es, dass man speist?, oder einfacher: Wann gibt es Essen?) Das ist übrigens der Grund, weshalb Obelix auf 46,2 meint: Genau das wollte ich gerade sagen. Ich frage mich, ob Klaus Jöken schon von Anfang an alle Seiten hatte. Vielleicht hätte er noch einen besseren deutschen Namen finden können.
Fortsetzung folgt.