In der Asterix-Serie spielen immer wieder verschiedene Gottheiten, die zur Unterstützung eines Fluches, als Verstärkung eines Wutausbruches oder als Laut der Überraschung genannt werden, eine Rolle. Im Gegensatz zu monotheistischen Sichtweisen, in denen der Glaube sich wie beim Islam oder dem Christentum auf einen Gott konzentriert, gehört der Götterglaube eher zur antiken Mythologie. Eine der wichtigsten Vorstellungen war die des griechischen und römischen Pantheon.

Wie bei Asterix spielten bei den Galliern verschiedene Gottheiten eine Rolle. Im Album "Der Seher", in dem der Glaube und die Leichtgläubigkeit zum Aberglauben thematisiert wird, versammeln sich die oberen Zehntausend im Haus von Häuptling Majestix als das Dorf zu Beginn des Abenteuers von einem Gewitter heimgesucht wird. Die Wissenschaft, die viele Wetterphänomene erklaren könnte, war den Galliern noch nicht bekannt und so sehen sie das Zucken der Blitze und das Donners als Zorn von Taranis an, dem Donnergott. In einem erklärenden Textkasten auf Seite 6 schreiben die Autoren, dass sich mehr als 400 Götter im Pantheon tummeln würden und es für alles und für jedes gibt es einen Gott gäbe: für Bäume, Straßen und Flüsse. Und um sich da besser zurecht zu finden, seien einige die Götter durchnummeriert, zum Beispiel trage Bonna, die Schutzgöttin des Rheins, die Nummer 53.

Andere Götter, die in diesem Album von den Dorfbewohnern genannt und in der Folge näher erklärt werden sind: Teutates (Stammesgott), Sucellus (Totengott), Belenus (Heilgott), Esus (Lebensgott), Epona (Kriegsgöttin), Taranis (Donnergott) und Peperona (Göttin des Pfeffers).

Tatsächlich ist über die Götter Galliens von allen keltischen Göttern am wenigsten bekannt. Obwohl die Römer viel wissenswertes überliefert haben, sind die Informationen die über die Götter der Gallier bekannt sind, eher dürftig. Die Römer begnügten sich damit, die gallischen Gottheiten mit ihren eigenen so weit es ging gleich zu setzen. Eventuelle Ungereimtheiten wurden hierbei übergangen. Die genauen Hintergründe, die sich auf ihre Verehrung und die sie umgebenden Mythen bezogen, waren nicht von Interesse für sie.

Belenus (40 Nennungen in der Asterix-Serie): Unter den keltischen Göttern hatte sein Kult die weiteste Verbreitung. Obwohl es keinen Beweis dafür gibt dass es sich um einen Sonnenkult handelte, wurde er von den Römern mit Apollon gleichgesetzt. Er gilt als Gott der Hirten. Man bringt ihn auch mit dem Fest des reinigenden Feuers (Belthaine, 1.Mai) in Verbindung. Er ist der Partner von Belisama. In der keltischen Welt erscheint er in vielen Formen. Bei den Walisern heißt er Beli, Bile bei den Iren und Belenus bei den Galliern. Obwohl er offensichtlich weit verbreitet war, weiß man relativ wenig über ihn.

Belisama (6): Sie ist die keltische Göttin des Lichtes und des Feuers bei den Galliern. Die Römer setzten sie mit Minerva gleich. Sie ist die Partnerin des Gottes Belenus.

Epona (eine Nennung auf Seite 6 in "Der Seher"): Die gallische Göttin Epona wurde in der gesamten keltischen Welt verehrt. Ihr Name bedeutet "große Stute". Selbst von den Römern wurde ihr Respekt entgegen gebracht. Als Schutzpatronin der Reiter errichtete man ihr Monumente in den Pferdeställen der römischen Reiterei, die sie als schnelle Reiterin mit wehendem Mantel zeigen. Man widmete ihr sogar ein eigenes Fest am 18. Dezember. Von den Kelten selbst wurde sie quer auf einem Pferd sitzend und von Pferden und Maultieren umgeben, oder als Stute mit einem Fohlen dargestellt. Letzteres deutet an, dass sie auch die Funktion einer Fruchtbarkeitsgöttin hatte. Ihr Attribut ist das Füllhorn.

Esus (2): Esus war der gallische Handelsgott aber auch der Gott des Himmels und des Feuers. Er ist der Partner von Rosmerta. Man stellte ihn als Holzfäller mit einer Axt dar und verglich ihn mit dem römischen Mercurios.

Lug (5): Lug wurde sowohl in Gallien als auch in Irland hoch geachtet. Er trägt den Beinamen Samildanach, der "Herr aller Künste", weil er die Fertigkeiten aller drei Klassen beherrschte. Lug war Krieger, Priester und Handwerker; ebenso war er der Gott des Weitblicks, der Weissagung und der Medizin. Deshalb stand Lug sowohl über den Göttern als auch außerhalb ihrer Gemeinschaft.

Rosmerta (eine Nennung auf Seite 48 in "Der Seher"): Bei den keltischen Völkern Nordostgalliens war sie die Göttin der Fruchtbarkeit und des Reichtums. Sie trägt auch den Beinamen "die Sorgende" und ist die Gefährtin von Esus. Als Attribute schreibt man ihr das Füllhorn und einen Stab mit zwei Schlangen zu.

Sucellus (drei Nennungen auf Seite 6 in "Der Seher"): Sucellus’ Name bedeutet wörtlich „der gute Schläger“. Sein Symbol ist der Hammer. Er ist mit dem irischen Gott Dagda gleichzusetzen. Er trug eine Schale bei sich, die als Zeichen des Überflusses galt. Von den Römern wurde er mit Dis Pater gleichgesetzt, weil man ihn als Unterwelts- und Ahnengott sah. Er ist auch der Gott der Fruchtbarkeit, des Rausches und der Ekstase. Darum wird er gelegentlich auch in der Gesellschaft von Nantosuelta dargestellt.

Taranis (acht Nennungen in "Der Seher"): Taranis genoß bei den Galliern große Verehrung und wurde mit Rad und Blitzstrahl dargestellt. Sein Name bedeutet "Donnerer". Seine Tempel fand man überall in der keltischen Welt. Selbst bei den Römern fand er so viel Anerkennung, dass sie ihn mit einem ihrer Götter gleichsetzten: Jupiter. Ihm zu Ehren verbrannte man Menschen in Holzkübeln.

Teutates (138 Nennungen in der Asterix-Serie): Bei den Galliern war Teutates ein Kriegs- und Stammesgott. Sein Name bedeutet "Vater des Stammes". Er war aber auch ein Gott des Gewerbes, der Fruchtbarkeit und des Reichtums. Man kennt ihn aber auch noch unter einer ganzen Reihe weiterer Namen: Albiorix, Caturix, Rigisamos, Toutiorix, Loucetios und Maponios.