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Asterix und die Goten - Band VII

Egmont Ehapa Verlag

Durchschnittliche Bewertung:
gut (3.4)
Anzahl der Bewertungen: 3749

Erstauflage des Buches Astérix chez les Goths 1963 bei Dargaud als Album, ab 1966 Nachdruck als Band 3 der Reihe. Neuauflagen ab 1999 erscheinen in Frankreich im Verlag Hachette. Deutsche Erstauflage des Buches Ende 1970 (Erwähnung am 2. Januar 1971 in MV Comix) bei Ehapa (Abbildung ganz unten). Mit der Neuauflage im März 2013 hat der Band ein neues Titelbild (Abbildung ganz oben) und deutliche Überarbeitungen - eine neue Kolorierung und ein neues Lettering - erhalten. Diese Änderungen ziehen die Gestaltungselemente in die Serie nach, die seit 2006 bereits in die Ultimative Edition einfließen. Zuvor wurde 2002 mit einer Neuauflage das Titelbild geändert (Abbildung mitte). In Deutschland wurde die Geschichte als "Siggi und die Ostgoten" in Lupo modern, Heft 27 bis 37 / 1965, und in einer dem Original wesentlich näher übertragenen Veröffentlichung in MV 49/1968 bis 4/1969 veröffentlicht.

In der Pilote-Ausgabe 82 vom 18.Mai 1961 startet das Abenteuer von Asterix und Obelix. In Fortsetzungen gelangt diese Geschichte in der Ausgabe 122 bis zum Februar 1962. Die Geschichte gerät zur Konfrontation von französischem und deutschem Wesen. Der Höhepunkt sind dabei die Asterixinischen Kriege, die ganz im Stil der um die Jahrhundertwende beliebten Bildergeschichten gezeichnet sind und die in der Zeit zwischen dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und dem 1.Weltkrieg propagandistische Zwecke erfüllten. Interessant ist, dass das just in dem Jahr erschien, als der Deutsch-Französische Freundschaftsvertrag und das Deutsch-Französische Jugendwerk gegründet wurden.

Auch die Feststellung auf Seite 45 "Schlacht der zwei Besiegten" lässt sich leicht auf die Folgen des 2.Weltkrieges und die Teilung Deutschlands beziehen. Vor dem Hintergrund der ersten Annährung der deutschen und französischen Regierung gerät die erste deutsche Übersetzung im Magazin "Lupo modern" zur Farce, als sie unter dem Titel "Siggi und die Ostgoten" im Jahre 1965 politisch missbraucht wird. Die Gallier werden zu Westgoten (!) und "Kapitalistenstrolchen", der ostgotische Führer und Genosse Hullberick radebrecht sächsisch und was er sagt ist - anstelle der Frakturschrift - in roter Farbe gedruckt.

Die eigentliche Geschichte: Im vorchristlichen Germanien spricht man deutsch und redet Fraktur. Um mehr über den Nachbarn Gallien zu erfahren, entführen sie Miraculix, was daraufhin natürlich eine Befreiung durch Asterix und Obelix bei den Goten nach sich zieht. Um weitere unliebsame Überraschungen aus dem Osten zu verhindern, inszenieren sie die Asterixinischen Kriege und Holperik und Cholerik bekommen sich unentwirrbar in die Wolle...

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Rezension von Allofus am 21. Juli 2016
Hier kriegen die Deutschen schwer eins drüber, was angesichts des Erscheinungsdatums wenig verwunderlich ist; "gute" Charaktere unter der Gastnationalität gibt es nämlich im Gegesatz zu den anderen Auslandsbänden nicht. Schade ist, dass man die Darstellung der Goten auf Militarismus und interne Machtkämpfe beschränkt, anstatt auch auf andere Vorurteile einzugehen. Subtil sind die Anspielungen an die (damals) noch jüngere deutsche Geschichte: Cholerik mit seinem Vierkantschädel und dem weißen Backenbart erinnert nur zu frappierend an Paul von Hindenburg, den letzten Reichspräsidenten vor Adolf Hitler. Treffenderweise wird er von einem kleinen intriganten Giftzwerg entmachtet. Oder der dürre Preuße auf den Seiten 27 - 29, der immer besonders gerade steht und mit mit seinem Kaiser-Wilhelm-Bärtchen und der obligatorischen Gerte Reminiszenzen an den ebenso frisierten und reitgerteschwingenden letzten deutschen Kaiser weckt.
Hinweis: Rezensionen geben ausschließlich die Meinung des Rezensenten wieder!

Rezension von MK am 01. Januar 2013
"Asterix und die Goten" ist der einzige Band, den ich auch auf Französisch im Regal stehen habe und merke daran immer wieder, dass Asterix in der Originalsprache einfach um Längen besser ist, obwohl die Übersetzung im Grunde gut gelungen ist. Man kann ja schließlich auch nicht alles vernünftig übersetzen.
Leider fehlt auch in diesem Band eine großartige Szene, die wirklich im Gedächtnis bleibt. Insgesamt natürlich trotzdem sehr lustig und immer wieder gerne gelesen - aber noch lieber auf Französisch.
Meine Note: gut plus (2+)
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Rezension von schütze am 12. Januar 2011
Vom inhalt her ist das heft in ordnung, zeichnungen und texte okay. die colorierung jedoch ist derart schlampig, als hätten ein paar drittklässler ihre farbkästen ausprobiert. und sogar die hätten es noch besser gemacht. sehr schade und äußerst ärgerlich.
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Rezension von Dennis am 24. Juni 2010
Ein tolles Heft und eine tolle Handlung mit tollen Bildern !!
Außerdem sind die Asterix´schen Kriege sehr gut gemacht !!
Trotzdem kann er sich unter den aller besten nicht direkt liegen !!!
Von mir also ebenfalls ein solides GUT :-)
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Rezension von Leseratte am 30. Oktober 2009
Die "Goten" ist wie schon sein Vorgänger nochmal eine deutliche Steigerung was Zeichnungen und Texte angeht, kann aber mit späteren Bänden nicht mithalten. Kleiner Kritikpunkt: die Goten sind mir etwas zu "tumb" dargestellt, kleiner Seitenhieb auf den "Erbfeind" von Goscinny/Uderzo ? Trotzdem ein solides GUT
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Rezension von Gasherbrum am 24. Dezember 2005
Hervorragender Band und ein grosser Schritt vorwärts. Goscinnys spitze Feder zeigt die Schwächen der Gesellschaft ganz fein auf. Diese ändern sich vielleicht äusserlich, aber grundsätzlich bleiben sie bestehen. Beamte bleiben (Zoll)Beamte, Goten bleiben Goten. Und wer sich als Deutscher dabei verletzt fühlt, sollte nur in den Spiegel schauen, meinen zumindest die auf der Bank schlafenden Korsen. Und erst recht die neutralen Piraten, die für sich immerhin die Genfer Konventionen in Anspruch nehmen.....
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Rezension von Seebi am 15. Oktober 2005
Der dritte Band übertrifft seine beiden Vorgänger um Längen. Vor allem der Schluss mit den "Asterix'schen Kriegen" ist genial. Einfach eine tolle Intriegen-Komödie mit viel Goscinny-Humor.

SEHR GUT
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Rezension von Hannibal am 13. August 2005
Objektiv ist dieses dritte Abenteuer noch mal eine Steigerung gegenüber den ersten beiden, zumal es diesmal ins Ausland geht. Subjektiv bzw. in der deutschen Rezeption geht natürlich viel Potential verloren, weil es schlicht und ergreifend nicht "Deutsche" sind die da karikiert werden. Es sind Regimes, politische Ideale. Das ist in etwa so, als hätte man das Amerika-Album nur auf den überhobenen Demokratie-Gedanken reduziert. Fazit: hinsichtlich des erzählerischen Stils schon nahe an den Kern-Alben, inhaltlich aber stark veraltet bzw. für andere Nationen, die diese Geschichte lesen, ein Jux, für Deutsche her verletzend.
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Rezension von Adlerhorstix am 01. Juli 2005
Knapp 20 Jahre nach dem Krieg ist es nicht wirklich verwunderlich, dass wir Deutsche in einem französischen Comic nicht ganz so gut wegkommen.

Die erste Auslandsreise ins preußisch angehauchte Germanien ist sicherlich nicht der lustigste Ausflug unserer Helden. Die Geschichte ist zwar interessant in Szene gesetzt und es fehlt auch nicht an netten Anspielungen.

Ich finde aber, dass man "das Deutsche" durchaus etwas lustiger hätte umsetzen können. "Typisch Deutsches" gibt es ja von jeher genug. Wahrscheinlich hatte es halt doch mit o.g. zu tun. Die Rolle von Obelix gefällt mir auch nicht recht - er wirkt teilweise etwas zu unterbelichtet. Gut sind die Szenen mit den Römern, im Karnutenwald und die Namen (z.B. Appelmus/Pampelmus).

Böse und intrigant sind diese Goten und das von der Titelseite an beginnend (Dunkle Schatten). Ich hätte zwar gerne etwas mehr "über mich selbst" gelacht, aber dank der ordentlichen Geschichte reicht es noch für ein GUT.
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Rezension von Erik am 16. August 2004
In „Asterix und die Goten“, eigentlich dem dritten, in Frankreich bereits 1961/62 erschienenen Band, ist die Entwicklung der Charaktere noch nicht abgeschlossen. Insbesondere Obelix ist noch sehr einsilbig, was jedoch nichts schadet, denn gerade er setzt mit wenigen Worten oft die gelungensten Pointen.

Die Karikierung der Deutschen in Gestalt der Goten scheint wenig liebenswert. Zumeist sind sie kriegerisch und machtgierig. Bezug genommen wird vor allem auf die alten Preußen, was an den Pickelhelmen eindeutig zu erkennen ist. Für eine liebenswertere, aktuellere Deutschenkarikatur mag der 2. Weltkrieg noch zu jung gewesen sein. Aber gerade die nur sehr punktuelle und dezente Verarbeitung der damals jüngsten deutschen Geschichte zeugt vom besonderen Fingerspitzengefühl der Autoren.

Bezüglich Humor und Handlungsdichte gehört dieser Band aber sicher zum besten Drittel der Asterix-Reihe, auch wenn man sich heute vielleicht eine anders akzentuierte Karikierung der Deutschen wünschen würde.
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